14. August 2013

Hilfe, ist das die Trotzphase?

In einem Moment spielt Sarah vergnügt, im nächsten Moment wirft sie sich in Zeitlupe auf den Boden und weint.

O je, ist heute der Tag an dem die Trotzphase beginnt? Diese oder eine ähnliche Frage stellen sich Eltern eines 1,5-2jährigen Kindes, wenn es zum ersten Mal seiner Frustration lautstark oder theateralisch Luft macht.

Woran erkennt man die Trotzphase, wie lange dauert sie und warum gibt es sie überhaupt? Auf diese Fragen möchte ich in diesem Artikel eingehen.

Sichere Zeichen der Trotzphase (nicht alle müssen auftreten und auch nicht gleichzeitig)

  • die Frustrationstoleranz des Kindes ist allgemein gering
  • bei Frustration fängt das Kind zornig an zu weinen, zu schreien oder zu stampfen
  • Kind lässt sich auf den Boden fallen, um seinem Ärger Ausdruck zu verleihen
  • Es missachtet Regeln bzw. Bitten oder Forderungen mit Absicht
  • „Nein, ich will nicht“ – Satz tritt vermehrt auf
  • Die Eltern haben das Gefühl, dass das Kind sie absichtlich ärgert bzw. rebelliert
  • das Kind wehrt sich mit Händen und Füßen gegen die Eltern bei vorher „normalen“ Dingen wie Anziehen, Windeln wechseln…
  • es tut genau das Gegenteil von dem, was man sagt
  • vermehrte Wutanfälle

Dauer der Trotzphase

Die Trotzphase beginnt nicht an einem Tag und ist wirklich von Kind zu Kind unterschiedlich. Es ist wie der Name schon sagt eine Phase und meiner Erfahrung nach ist die Trotzphase nicht linear ansteigend, sondern es ist ein Kommen und Gehen. Die Durchschnittsdauer der Trotzphase ist zwei Jahre – aber dies ist nicht als Dauerphase zu verstehen!

Es gibt Kinder, die werfen sich schon mit 15 Monaten auf den Boden – für ein paar Wochen – und dann ist monatelang keine Trotzphase mehr zu sehen. Andere Kinder wiederum weinen nur ein bisschen, wenn sie frustriert sind und man denkt, die Trotzphase ist gar nicht so schlimm, bis dann mit 2,5 Jahren plötzlich alles nur noch „nein, mag ich nicht“ ist. Und andere Kinder haben immer wieder Trotzanfälle zwischen 1,5 -3 Jahren. In Höchstzeiten können es mehrere Trotzanfälle am Tag sein und dann können es nur 1-2 die Woche sein.

Mit 3 Jahren steigen dann die Kompetenzen des Kindes enorm an und es verspürt weniger Frustration, was in den meisten Fällen dazu führt, dass die Trotzanfälle weniger werden. Das Kind wird wieder „ruhiger“ und ausgeglichener, was aber nicht heißt, dass es keine Wutanfälle bzw. rebellisches Verhalten mehr gibt. Das wird den Eltern bis zum Erwachsen werden des Kindes begleiten

Warum gibt es die Trotzphase überhaupt?

  • in dieser Zeit erkennen sich Kinder als eigenständiges Individium
  • Kinder wollen selbständig werden, können aber Vieles einfach noch nicht oder es ist zu gefährlich und das endet dann in einem Trotzanfall
  • Kind steht unter Spannung, da es jeden Tag sehr viel Neues lernt bzw. entdeckt
  • Kinder grenzen sich in der Trotzphase von ihren Eltern ab
  • die Trotzphase ist ein Konflikt zwischen Wollen und Dürfen
  • körperliche Fähigkeiten des Kindes sind noch nicht so weit entwickelt wie die geistige Vorstellungskraft, was zu Frustrationen bei der Umsetzung führt.
  • in dieser Zeit lernen Kinder, mit ihren Gefühlen (z.B. Frust und Ärger) umzugehen
  • es fällt Kindern in diesem Alter schwer, ihre Bedürfnisse aufzuschieben
  • Kinder müssen lernen, dass es Regeln im Zusammenleben gibt, an die sie sich halten müssen, was nicht immer einfach ist, wenn man sich als Mittelpunkt der Welt sieht (was ganz normal in diesem Alter ist)

Fazit

Die Trotzphase ist eine sehr wichtige Entwicklungsphase des Kindes, in der es sehr viel lernt. Für die Eltern ist die Trotzphase aber nicht immer einfach. In weiteren Artikeln werde ich auf praktische Tipps für die Eltern in der Trotzphase ihres Kindes eingehen.

Wenn du ein Buch über praktische Handlungstipps in der Trotzphase suchst, dann schaue mal hier vorbei.
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