„Bett-Geh-Plan“ unsere Rettung für die Abendroutine

Schwierige Bett-Geh-Zeit:

Nach der Geburt unseres zweiten Kindes war die Bett-Geh-Zeit mit unserem ersten Kind sehr angstrengend, zeitintensiv und tränenreich geworden. Sie hat versucht die Bett-Geh-Zeit bzw. uns zu kontrollieren, wer was, wann und wo zu machen hat. Es war ihre Art und Weise gewesen, wieder für sich Kontrolle in ihr Leben zu bringen – nachdem mit der Ankunft des Bruders alles anders für sie geworden war.

Zurück zur Struktur:

Um ihr wieder Sicherheit und Struktur zu geben, habe ich mit ihr zusammen einen zu-Bett-geh-Plan gemalt. Wir haben überlegt, was wir alles vor dem Bett gehen machen (aufräumen, Zähne putzen, Schlafanzug anziehen und Bett herrichten = Puppe und Kuscheltuch reinlegen, Nachtlicht anmachen). Dann haben wir überlegt, was ihr bei der (bisherigen) Bett-geh-Routine gefallen hat, was sie am Abend vor dem Einschlafen noch haben möchte (Buch oder Geschichte, vom Tag erzählen – was schön war, Rücken streicheln, Gute-Nacht Lied singen). Dann haben wir uns daran gemacht, dies zu malen. Hier das Ergebnis. Meine knapp 3jährige Tochter, weiß genau, was alles bedeutet, auch was sie hingemalt hat!

Dann habe ich mit ihr besprochen, dass sie die schönen vier Sachen nur dann bekommt, wenn sie die ersten vier Sachen mit guter Laune (deshalb Smiley) geschafft hat. (Beim Erklären habe ich die vier Sachen natürlich benannt – gleich noch eine gute Wiederholung 🙂 ) ansonsten hören wir nach dem schlecht gelaunten Smiley auf.

Meine Erfahrungen mit dem Bett-Geh-Plan:

  • sie weiß genau, was sie vor dem Bett gehen noch machen muss
  • sie kann selbständig nachschauen, ich muss nur noch sagen, dass jetzt Bett-Geh-Plan-Zeit ist
  • sie hat selbst mehr Verantwortung für die Bett-Geh-Routine
  • Zähne putzen ist zum ersten Mal kein „Kampf“ mehr
  • sie zieht sich selbständig um – vorher hat sie sich gerne „bedienen“ lassen
  • geht viel schneller, an Tagen an denen sie die vier schönen Dinge will
  • ich nehme mir dann gerne und viel Zeit für die schönen Sachen
  • an anderen Tagen, macht sie die vier ersten Dinge nicht oder unvollständig oder nur mit Gejammer bzw. Weinen. Dann gehen wir nur Zähne putzen, Schlafanzug anziehen und dann ins Bett (aufgeräumt wird dann am nächsten Tag).
  • Wenn sie die schönen Dinge nicht bekommt, dann akzeptiert sie das ohne viel Gejammer. Ich erkläre ihr, dass sie … vom Plan nicht gemacht hat und ich mir morgen wieder für die schönen Dinge Zeit nehme, wenn sie die vier ersten Dinge (benennen für das Kind) vom Plan wieder geschafft hat.
  • später haben wir noch einen Wecker hinzugemalt für die ersten vier Kästchen. So bekommt sie einen großzügigen Rahmen in der sie die Sachen erledigen muss. Ich erinnere sie zwischendurch immer daran, weil sie ja nur das Ticken hört, aber die Zeit nicht wirklich einschätzen kann :-). So ist es nicht an meine Person gebunden, wenn es keine schönen Dinge gibt, sondern an das Klingeln vom Wecker.
  • an Tagen an denen sie keine Lust hatte für die vier ersten Kästchen, machte ich ihr während ihres Zeitrahmens ein bis zweimal bewusst, dass dann beim Bett herrichten die Abendroutine zu Ende ist, so dass sie sich dann entscheiden kann. Manchmal sagte sie ganz bewusst: „Ich schau mir lieber noch das Buch hier an“. Klare Aussage, die ich auch so akzeptierte. Sie im Gegenzug nahm es an, dass dann Schluss war.
  • ich „nörgle“ weniger an ihr herum bis sie endlich im Bett ist
  • ich mache während der Bett-Geh-Zeit auch selbst noch etwas und warte nicht – zusehends ärgerlicher – darauf, dass mein Kind mitmacht.

Fazit:

Für uns beide passt dieser Plan. Es gibt viel seltener Tränen. Meine Tochter hat wieder einen sicheren Rahmen und weiß, was sie zu erwarten hat und kann sich dann selbst entscheiden, was ihr wichtiger ist. Somit hat sie selbst auch eine gewisse Kontrolle über die Bett-Geh-Zeit. Unsere Abendroutine ist sehr viel entspannter geworden, darüber bin ich äußerst glücklich.

 

 

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