Das Wunder der Mutter-Kind-Beziehung

Die Mutter-Kind-Beziehung ist etwas ganz Besonderes. Sie ist die engste Beziehung, die ich je eingegangen bin. „Engste“ in dem Sinne, dass ich in der Beziehung zu meinem Mann viel mehr Individium geblieben bin. (Ist ja auch klar, ich hatte viel mehr Freiräume) In der Beziehung zu meinen Kindern bin ich so eingebunden, dass ich oft intuitiv weiß was los ist und so viel mehr mit ihnen mitfühle. Es ist auch um Einiges schwerer, mich selbst und meine Bedürfnisse nicht aus dem Blick zu verlieren. Dass diese Mutter-Kind-Beziehung so eng wird, hat die Natur gut eingefädelt:

„Es hilft sehr, dass dieser Mensch so niedlich ist, so wunderbar nach rosafarbener Haut duftet und die Natur so schlau ist, die junge Mutter mit dem Bindungshormon Oxytocin zu durchfluten.“ (Evelyn Holst)

Diese enge Mutter-Kind-Beziehung wuchs vom Tag der Geburt bis zum heutigen Tag. Sie war bei mir nicht sofort da. Natürlich freute ich mich auf unsere Babys, war erleichtert, dass sie gesund sind und fühlte großes Wunder und Fürsorge. Aber wie sehr die Beziehung zum Baby/Kind dann wachsen kann, hat bestimmt mit einen Ursprung in der Natur:

„Immer dann, wenn Mutter und Kind einander zärtlich berühren, spült eine Welle von Oxytocin durch ihre Adern. Dieses Bindungshormon bewirkt, dass sich beide von Mal zu Mal stärker zueinander hingezogen fühlen….Ähnliches bewirkt auch Prolaktin, wenn sich die beiden einander zuwenden“ (Bertram Weiss)

Seit ich Kinder habe, hat sich mein Herz ausgedehnt. Erst seitdem ich mein eigenes Baby hatte, weiß ich was bedingungslose Liebe ist (ich gebe es ja zu: diese wird ganz schön getestet und auch manchmal aus den Augen verloren, wenn aus diesem süßen Wesen – vorrübergehend im Alter von 3 Jahren – ein schreiendes, wütendes „Monster“ wird. Da muss ich mich erst wieder an diese Liebe erinnern und noch wichtiger: sie wieder fühlen). Auch als unser zweites Kind kam, war das kein Problem für mein Herz. Es dehnte sich weiter aus und schloss das kleine Wesen jeden Tag mehr ins Herz.

„Wir spüren nur, wie sich unser Herz weitet und Platz schafft für ein so unfassbar großes Ausmaß an Liebe, dass es uns fast Angst macht. “ ‚(Evelyn Holst)

Durch diese enge Beziehung zu meinen Kindern, kommen auch sehr viel schneller Angstgefühle hoch als zu meiner Zeit als Nanny.

„Mit der Liebe zieht die Angst ins Herz. Angst etwas falsch zu machen. Angst das etwas passiert.“ (Heide Gerdts)

„Mit der Geburt eines Babys stirbt jener Teil von uns, der in kinderlosen Zeiten wild, furchtlos und selbstsüchtig war…Aus Sorglosigkeit wird Sorge. Aus Egoismus Liebe.“ (Evelyn Holst)

Wenn dieses „mich-sorgen“ Überhand nehmen will, versuche ich mir meine Kinder als glückliche, gesunde Erwachsene vorzustellen. Im Alltag will ich meinen Kindern immer wieder mal sagen und es sie fühlen lasen, dass ich sie liebe. (Solange ich mich auf diese Liebe konzentriere, kann ich mich schon nicht Sorgen)  Diese Liebe öffnet meinen Kindern die Welt und erhält das den Kindern inne wohnende Selbstbewusstsein und Selbstliebe.

“ Meine Mutter liebt mich, sie ist mein Hafen, ich kann die Welt erkunden und zurückkommen. Wenn eine Mutter in der Lage ist, einem Kind dieses Gefühl von Sicherheit und Liebe zu geben, dann wirkt das wie eine Super-Impfung, wie eine Immunisierung gegen Anfechtungen des ganzen Lebens.“ (Claudia Haarmann)

“ Die Beziehung zur Mutter ist die früheste Bindung und die folgenreichste. Sie beeinflusst, wie wir unsere Umwelt sehen, wie wir mit anderen in Kontakt treten, alle späteren Beziehungen gestalten.“ (Constanze Kindel)

Auch die Beziehung zu meiner eigenen Mutter sehe ich nun, seit ich selbst Mutter bin, mit neuen Augen. Verhaltensweisen meiner Mutter kann ich heute viel besser nachvollziehen und verstehen. Was mir besonders aufgefallen ist, dass ich mehr von meiner Mutter übernommen habe, als mir vorher bewusst war und auch mehr als mir lieb ist ;-). Das ist aber auch nicht weiter verwunderlich, wenn man dieses Zitat liest:

„Haltungen werden übernommen und Werte,typische Reaktionen und Verhaltensweisen, manchmal kleinste Angewohnheiten. „Spiegelneuronen“ heißen die Nervenzellen im Gehirn, die schon kleinen Kindern ermöglichen, durch Abschauen zu lernen. Dieses Zellsystem ermöglicht es uns, das Erleben anderer allein durch Beobachtung innerlich nachzuvollziehen und mitzufühlen. Jede Handlung, jede Emotion der Mutter bildet das Gehirn zur späteren Nachahmung und Nachempfindung ab. So formen sich Muster, die später in ähnlichen Situationen automatisch abgespult werden, ganz unbewusst.“ (Constanze Kindel)

Trotz dieser Muster, die ich unbewusst abspiele und weiteren Fehlern, die ich im Alltag mache und welche mir im Nachhinein leid tun (und für die ich mich schon manchmal bei meinem Kind entschuldigt habe) …

„Vollgestopft mit den psychologischen Erkenntnissen der vergangenen vier Jahrzehnte, seien die Mütter stets bereit, sich für alles verantwortlich zu fühlen, immer angestrengt bemüht um Harmonie.“ (Claudia Haarmann)

…weiß ich doch, dass ich eine liebende Mutter bin, die ihr Bestes gibt und dass ich wirklich stolz auf mich sein kann.
Ich bin zufrieden mit mir als Mutter – trotz meiner Fehler – und fühle mich in dieser Rolle wohl.

„Una Röhr-Sendlmeier hat untersucht, wann Mütter die höchste Zufriedenheit und das größte Wohlbefinden verspüren – beides Faktoren, die sich vorteilhaft auf die sozio-emotionale Entwicklung der Kinder auswirken. Das Ergebnis ist eindeutig und wenig überraschend: Mütter sind dann am glücklichsten wenn sie das Leben führen können, das sie sich wünschen.“ (bezog sich auf zurück in die Arbeit gehen oder lieber zu Hause beim Kind bleiben – Anmerkung von mir)

(Alle Zitate aus dem GEO Wissen Mütter Heft)

 

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