Soll man Babys vor dem Einschlafen weinen lassen?

In verschiedenen Foren und auf unterschiedlichen Blogs bin ich immer wieder auf ein heiß diskutiertes Thema gestoßen. Das Buch: Jedes Kind kann schlafen lernen. Ich selbst habe das Buch noch nicht gelesen, aber was ich aus den Artikeln entnehmen konnte, geht es darum, sein Baby nach Plan schreien zu lassen und dann nach einer festgelegten Zeit wieder ins Zimmer rein zu gehen, bis das Kind alleine einschlafen kann.

Ich habe vor Längerem auch einen Bett-Geh-Artikel geschrieben und gesagt, dass ich persönlich nicht bei meinem wachen Baby bleibe bis es einschläft (wenn das irgendwie zu schaffen ist – manchmal schläft es aber beim Trösten -wie unten beschrieben – ein). Daraufhin fragte mich ein Leser, was ich denn gemacht hätte, wenn das Baby im Bett noch weint. Meine Antwort (die ich jetzt nochmal überarbeitet habe, damit das mit den Minuten nicht missverstanden werden kann) war Folgende. Diese Antwort ist auch so zu verstehen, dass ich versucht habe, mein Handeln nach Bauchgefühl und nach meiner Erfahrung irgendwie in nachvollziehbare Worte und Zeiteinheiten für einen Leser zu fassen:

 Wenn ich das Kind ins Bett gebracht habe mit der Bett-Geh-Routine und hinaus gehe (Kind ist zu diesem Zeitpunkt zufrieden und ruhig) und das Kind danach zu weinen anfängt (damit meine ich ein jammern-weinen), dann lasse ich es nur je nach Alter ca. 1-5 Minuten jammern (kein SCHREIEN oder herzzerreißendes Weinen!!)- was sich eh viel länger anfühlt als Elternteil (Babys bis 6 Monate lasse ich gar nicht jammern, wenn es sich irgendwie verhindern lässt, Säuglinge nur mal ein bisschen bis zu 1 Minute, und so ab 1 Jahr auch mal 1-2 Minuten bei einem 3jährigen Kind, das evtl. mehr aus Trotz weint auch mal 3 Minuten). Diese Minutenangaben sind aber wirklich keine festen Maße – nur ein Versuch mein Handeln für die Leser in Zeit einzuteilen. Siehe auch Zusätze weiter unten! Ich gehe wieder hinein, wenn Jammern zu Weinen wird bzw. wenn es mir „im Herzen zieht“. Ich streichle über den Kopf oder Rücken meines Kindes oder summe das Schlaflied nochmal (nehme das Kind auch nochmal hoch, wenn das Vorherige das Kind nicht beruhigt), bis das Kind zufrieden ist. Dann gehe ich wieder hinaus und sage es dem Kind vorher auch, dass ich nun wieder raus gehe und wünsche eine gute Nacht.
Zusatz 1: Wenn das Kind wenn ich aus dem Zimmer draußen bin plötzlich von jammern-weinen zum richtigen Weinen umschlägt, dann gehe ich sofort rein, egal wie lange ich draußen war, denn dann braucht mich mein Baby bzw. Kind.
Zusatz 2: Ich höre beim Jammern bzw. Weinen des Babys bzw. Kindes auf mein Bauch- bzw. Herzgefühl. Selbst beim Jammern-Weinen wenn sich in mir “innen etwas zusammenzieht” weiß ich, dass mein Baby bzw. Kind noch etwas braucht und ich gehe hinein zu ihm.
Zusatz 3: Ich gehe nur aus dem Zimmer, wenn das Baby bzw. Kind ruhig ist ( bzw. glücklich brabbelt ). Es gab auch Phasen bei meinen Kindern, da bin ich im Zimmer geblieben, bis sie eingeschlafen waren, weil sie plötzlich eine große Angst vor etwas entwickelt hatten.

Diese Methode entstand aus Notwendigkeit in  der Zeit als ich Nanny von 3 jungen Kindern war und alle 3 ins Bett bringen musste. Das heißt alle 3 müssen einen Schlafanzug angezogen, Zähne geputzt haben und ins Bett gebracht werden mit vorzugsweise einer Gute-Nacht-Geschichte für jeden! Da konnte ich nicht immer gleich zu einem jammernden Kind hinrennen. Oft gab es nur ein kurzes Jammern und bis ich es dann geschafft habe zu dem Kind zu gehen, war alles schon wieder ruhig.

Auch jetzt als Mama von zwei kleinen Kindern geht das zu Bett bringen öfters nicht ohne Jammern vonstatten. Ich kann mich schließlich nicht zweiteilen. Somit muss mein Kleiner, der schon von mir ins Bett gebracht wurde, schon mal Jammern (wenn es kein Schreien und auch nicht am Herzen ziehendes Weinen ist) während ich der Großen die Zähne putze oder das Buch bzw. die Seite  noch schnell zu Ende lese. Danach eile ich natürlich zu ihm zum Beruhigen (ich erzähle ihm z.B.  dabei, dass ich seiner Schwester die Zähne putzen musste). Genauso muss meine Große auch immer wieder mal jammern oder zornig werden, wenn etwas nicht so funktioniert wie sie es will (z.B. Mama soll noch eine 2. Gute-Nacht-Geschichte-lesen, oder Mama muss noch stillen…)

Als Antwort auf meine Überschriften-Frage: „Soll man Babys vor dem Einschlafen weinen lassen“ möchte ich sagen:

Nein, natürlich soll man Babys nicht vor dem Einschlafen weinen lassen. Wenn man jedoch mehr als ein Kind hat, die man abends alleine ins Bett bringen muss, dann lässt sich ein Jammern/bisschen Weinen leider nicht immer vermeiden. Und wenn die Kinder dann mal jammern-weinen müssen, weil ich mich nicht zweiteilen kann, ist das nicht so toll, weil es mich innerlich hin und her reißt. Aber ich weiß auch, dass Kinder widerstandsfähig sind und wegen dem ab-und-zu-mal-weinen-lassen-müssen-weil-gerade-mit-anderem-Geschwister-beschäftigt sie nicht in Abgründe stürzen, weil ich mich danach wieder liebevoll um sie kümmere und auch sage, warum ich nicht gleich kommen konnte.

 

 

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