Kindersicherheit zu Hause: Wie sicher ist dein Kind vor Unfällen zu Hause?

Es gibt viele Gefahrenquellen zu Hause. Um Unfällen vorzubeugen, stelle ich Euch „Die etwas andere Art der Kindersicherung“ vor:

Dein Kind fängt an zu Robben, Krabbeln, Laufen. Jetzt ist es an der Zeit, die Umgebung des Kindes sicher zu machen. Vergittern, wegräumen und Steckdosen (Herd…) sichern, sind die normale Art und Weise die Wohnung/das Haus kindersicher zu machen. Das ist wichtig, um das Kind vor Gefahren zu schützen. Du kannst jedoch diesen Schutz noch optimieren, weil niemand kann sein Kind jede Minute des Tages im Blick haben.

Kindersicherheit zu Hause optimieren

Um den Schutz vor Unfällen noch zu optimieren, habe ich Folgendes in meine „Kindersicherung“ eingearbeitet, nachdem ich interessante Passagen in Rita Messmer´s Buch: „Ihr Baby kann´s“ gelesen habe.

Sie beschreibt, dass man das Kleinkind in die Kindersicherung mit einbeziehen soll, indem man es auf die Gefahren hinweist. Das klingt für mich einleuchtend. Es ist bestimmt sinnvoll, Kleinkinder auf Gefahren hinzuweisen und nicht einfach nur „Nein“ zur Steckdose zu sagen oder das Kind von einer Pflanze wegzunehmen – ohne Erklärung.

Manchmal habe ich das intuitiv schon so gemacht. Im Folgenden findet ihr Hintergrundwissen zur Entwicklung von kindlichem Gefahrenbewusstsein und meine Erfahrungen mit dem Konzept: Babys auf Gefahren aufmerksam machen.

Die Entwicklung von kindlichem Gefahrenbewusstsein

Man muss nicht warten, bis der Intellekt des Kindes so weit gereift ist, dass es die Gefahren verstandesmäßig aufnehmen kann. Im Gegenteil: Am besten lernt es in seiner Kleinkindzeit, weil es dann sensibel dafür ist und so der Natur entsprechend Gefahren einzuschätzen und mit ihnen umzugehen lernt.
Die sensible Phase zum Erkennen von Gefahren fängt mit circa drei bis vier Monaten an und dauert vermutlich bis zum Erlernen der ersten Schritte. Seine Sinnesorgane teilen dem Kleinkind in dieser Phase alles mit, was es über unsere Welt und sein Umfeld wissen muss.
Die jetzt erworbenen Informationen werden an einem immer sofort abrufbaren Ort gespeichert, was bei Gefahren von unendlichem Nutzen sein kann – weil die Information im tieferen Bewusstsein verankert ist und immer hellwach und einsatzbereit ist. (Rita Messmer)

Oft  räumt man dem Kleinkind alle Gefahren aus dem Weg, weil man denkt, dass man es beschützen muss – was natürlich auch stimmt, aber folgendes Zitat regte mich zum Nachdenken an, ob ich mein Baby nicht auf Gefahren aufmerksamer machen sollte:

Kleinkinder wachsen in ihren ersten Monaten, im Krabbelalter, in einer umfassend abgeschirmten, gesicherten Welt auf. Somit lernen sie in der dafür vorgesehenen sensiblen Phase, dass die Welt gefahrlos sei. Das ist in etwa das Schlimmste, was ein Kind lernen kann, weil es nicht stimmt. (Rita Messmer)

Ich möchte meinem Kind natürlich nicht beibringen, was für ein gefährlicher und schrecklicher Ort unsere Erde ist. Und ich finde es trotzdem sinnvoll, dass es Gefahren in unserer Umgebung kennenlernt und abspeichern kann.

Mein Kind soll nämlich lernen, dass es für sich verantwortlich ist. Als Baby und Kleinkind natürlich mit meiner Unterstützung (Hinweise bzw. zeigen von Handgriffen, um sich nicht weh zu tun) und „Absicherung“(dass das Baby nicht doch mit Spielzeug in die Steckdose rein geht) und später als Schulkind durch das Heranführen an das selbständige Aufpassen auf sich selbst (nach und nach in kleinen Bereichen, die mit zunehmendem Alter immer größer werden)

Meine Erfahrungen mit dem Konzept: Kleinkind in die Kindersicherung einzubeziehen:

Nachdem ich meinem Kleinen über mehrere Wochen die Gefahren in unserer Wohnung gezeigt habe (nur, wenn er gerade drauf und dran war, etwas zu tun, dass ihm weh tun könnte), kann ich folgenden Satz nur bestätigen:

Fängt das Kind zu krabbeln an, rückversichert es sich immer wieder bei der Bezugsperson. Es nimmt Augenkontakt mit ihr auf und will von ihr durch seinen Kontakt ganz konkret wissen, was die Mutter von seinen Ausflügen hält. Das Kind will, dass die Mutter ihm nun zeigt, was seine Umgebung ausmacht (Rita Messmer)


Als ich meinen 9-Monate alten Sohn beobachtete als er auf neue Gegenstände zu robbte, schaute er doch tatsächlich immer wieder in meine Augen und hörte zu, was ich zu sagen hatte. Ich sagte ruhig, was gefährlich ist. z.B. auf dem Bett: „Schau, hier ist das Bett zu Ende. Da fällst du runter, das tut dir fest weh“ oder bei Pflanzen: „wenn du daran ziehst, tut es der Pflanze weh. Schau, du kannst sie streicheln“

Natürlich habe ich ihn weiter beobachtet und war dabei, dass er nicht plötzlich über den Bettrand stürzte oder die Pflanze umkippte. Jedoch ließ ich ihn nochmal hinrobben.

Meine Erfahrungen in der „Situation Bett“: Regelmäßig, als ich ihn auf die Gefahr hinwies, robbte er noch einmal bis zum Bettrand, schaute runter und drehte dann um.

Meine Erfahrung in der „Situation Pflanze“: Er behandelte die Pflanze auf jeden Fall sanfter, es wurden keine Blätter mehr ausgezupft- manchmal drehte er sich auch wieder ganz davon weg.


Dem Kind helfen: Was ist eine Gefahr – und was nicht?

Signalisiert die Mutter dem Kind auf dem Weg durch die Wohnung/Haus nun Gefahren, indem sie es nicht davon fern hält oder zurücknimmt, sondern lediglich mit Worten auf die Gefahr hinweist und die Folgen erklärt, wird sie feststellen können, wie das Kind reagiert. Wichtig ist, dass diese Information ganz normal ausgesprochen werden und nicht in aufgeregtem oder gar drohendem Ton. (Rita Messmer)

Wenn es laute Geräusche im Haushalt gibt (die jedoch keine Gefahr für das Kind bedeuten), verzieht mein Kleiner seinen Mund zum Weinen und schaut mich an (Rückversicherung: „Ist das gefährlich, Mama?“).

Lächle ich dann und sage ganz einfach, was den Lärm macht, lächelt er meistens zurück (außer der Lärm ist ihm einfach zu laut). Ich halte dann immer wieder Blickkontakt, um ihm zu bestätigen, dass alles in Ordnung ist (also keine Gefahr droht) und er ist wieder guter Dinge – trotz dem lauten Geräusch.

Bei allen unbekannten Gegenständen oder Geräuschen erwartet das Kleinkind, dass die Mutter ihm signalisiert, ob etwas zu befürchten ist oder nicht. Bleibt die Mutter ruhig, bleibt auch das Kind ruhig, ist die Mutter besorgt, wird auch das Kind besorgt.
Signalisiert die Mutter eine Gefahr, indem sie dem Kind zeigt und erklärt, worin die Gefahr besteht, versteht das Kind die Gefahr und wird sich beim nächsten Kontakt mit diesem Gegenstand entsprechend vorsichtig verhalten (Rita Messmer)

Wie oft soll man auf Gefahren hinweisen?

Ich habe in dem Buch nichts Weiteres gefunden, ob Rita Messmer das Kind nur einmalig (wie aus dem vorherigen Zitat zu schließen ist) auf Gefahren hinweist oder immer wieder.

Ich mache es auf jeden Fall immer wieder, weil mein Kleiner am nächsten Tag höchstwahrscheinlich über die Bettkante krabbeln würde.

Ich lasse meinen Sohn auch nicht unbeaufsichtigt (wenn er höher liegt), wie es Rita Messmer in ihrem Buch beschreibt, dass man das tun kann und das Baby wirklich auf sich aufpasst.

Diese Erfahrung habe ich nicht gemacht – vielleicht auch, weil ich erst mit 9 Monaten damit angefangen habe – aber ich würde es auch auf keinem Fall versuchen, mein höher liegendes Baby alleine zu lassen.

Fazit

Man kann die Kindersicherung optimieren, indem man seinen Säugling/Kleinkind auf Gefahren hinweist und die Folgen erklärt.

Dadurch ist der Säugling/das Kleinkind mit einem intuitiven Wissen um die Gefahren im Haus ausgestattet, auf das es dann später (während seiner selbständigen Streifzüge durch die Zimmer) zurückgreifen kann.

 

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