Verhaltensänderung bei Kindern: Wie deine Art der Zuwendung/Aufmerksamkeit das Verhalten deines Kindes beeinflusst

Eigentlich wüsste ich es ganz genau, dass das Verhalten meines Kindes von meiner Art der Zuwendung beeinflusst wird.

Kind 1 spielt schön mit Kind 2: „Ich sehe, ihr habt viel Spaß zusammen, das freut mich!“

Das wäre der Idealfall – positivem Verhalten meine Aufmerksamkeit zu schenken. Das Kind fühlt sich gesehen und ganz automatisch wird es dieses Verhalten wieder zeigen wollen. In meinem Alltag sieht es leider oft ganz anders aus. Es wird ermahnt, erklärt, gefordert und auch mal mehr mal weniger geschimpft, weil man gewisse Dinge nicht möchte bzw. etwas zu erledigen hat.  Wie mein Verhalten zu einer Abwärtsspirale unerwünschten Verhaltens werden kann und wie man (hoffentlich) wieder ausbrechen kann, davon soll der Beitrag handeln.

Kind 1 kreischt in den höchsten Tönen bis Kind 2 zu weinen beginnt

Achtung: Mama-Einsatz! “ Kind 1, ich habe dir doch schon so oft erklärt….“ Und wieder bin ich in die Falle getappt, die mir mein Kind gestellt hat: Ich tue, was ich tun muss, um Mama´s Aufmerksamkeit zu bekommen und damit geht es hervorragend 🙂 (Wenn das Wissen darüber mir nur immer gleich in solchen Situation einfallen würde…)

Die Abwärtsspirale unerwünschten Verhaltens durch negative Zuwendung ausgelöst

Ich denke, dass sich unerwünschtes Verhalten beim Kind verstärkt, wenn es zuverlässig Reaktionen aus den Eltern hervorlockt. Man nennt das auch negative Zuwendung (und Kinder wollen Zuwendung – auch in gewisser Weise geschimpft zu werden, bevor sie gar keine Aufmerksamkeit bekommen, wie in unserem Falle, wenn ich den Kleinen z.B. füttere und sie auch Aufmerksamkeit erhalten will).

Formen negativer Zuwendung

  • schimpfen
  • drohen
  • wenn-dann
  • Klaps geben
  • immer wieder auf das Kind einreden

Kurzfristig gesehen, hilft negative Zuwendung hin und wieder sehr gut – das Kind macht was man sagt – aber wenn ich darüber nachdenke: zu einem hohen Preis. Ich zeige damit nur, dass ich der Mächtigere bin und das Sagen habe und der „Untertane“ zu gehorchen hat. Will ich wirklich ein Kind mit so einem Charakterzug heranziehen? Habe ich nicht erst kürzlich gesehen, wie sie ihre „Macht“ an ihrem kleinen Bruder ausprobiert und ausgenutzt hat?

Ausbrechen aus der Abwärtsspirale

Ich will irgendwie raus aus dieser Abwärtsspirale! Natürlich weiß ich aufgrund meiner Ausbildung (und Menschenverstandes) dass es viel besser und für die Zukunft effektiver wäre, das positive Verhalten zu verstärken, so dass dieses gerne und wieder viel öfters gezeigt wird. Man nennt dies auch positive Zuwendung.

Formen positiver Zuwendung

  • gemeinsam spielen
  • zusammen reden
  • Buch vorlesen
  • kuscheln
  • Ausflüge machen
  • gut zuhören
  • positiver Blickkontakt
  • zusammen lachen

Wie sieht das Ausbrechen aus der Abwärtsspirale nur im Alltag aus – bzw. wie führst du Verhaltensänderung bei Kindern durch?

Es ist bestimmt am Wichtigsten sich selbst zu beobachten:

  • Wann wende ich mich meinem Kind zu?
  • Welches Verhalten legt es da gerade an den Tag?
  • Wende ich mich ihm öfters zu, wenn es gerade „negativ auffällt“?

Die logischte Lösung wäre: Die Zuwendung bei erwünschtem Verhalten steigern und bei unerwünschtem zu reduzieren. Aber das ist leichter gesagt als getan, wenn der Alltag schon geprägt ist von Machtkämpfen. Wie man es vielleicht in kleinen Schritten wieder zu mehr positiver Zuwendung schaffen kann, habe ich im Buch: „das Trotzkopfalter“ Tipps für elterliches Verhalten gefunden:

  • Erwähnen Sie unerwünschtes Verhalten nur einmal („Ich möchte nicht, dass du…“, „Hör auf mit…“) Danach nicht mehr auf unerwünschtes Verhalten eingehen. Einmal „Nein“ sagen genügt. Einmal rufen genügt.

Das reduziert die negative Zuwendung sehr. Nur was mache ich, wenn das Verhalten des Kindes sich nicht ändert und es eine Situation ist, in der ich das Weitermachen nicht tolerieren kann bzw. möchte? Wahrscheinlich einfach zu handeln – in ruhiger und bestimmter Art und Weise das Kind aus der Situation nehmen bzw. dahin führen, wo es hinsollte (z.B. in die Garderrobe zum Anziehen, anstatt 5x zu rufen)

  • Sagen Sie ihrem Kind genau, welche Verhaltensweisen ihnen gefallen (Verhaltensbeschreibung)

Das macht für mich sehr viel Sinn und das mache ich auch im Alltag immer mal wieder und öfters auch wenn wir über den Tag reden als Teil unserer Abendroutine. Darüber freut sie meine Tochter schon (ein kleines Lächeln umspielt dann immer ihre Lippen)

  • Einfach so im Alltag versuchen, mehr positive Zuwendung zu schenken

Man würde es ja nicht für möglich halten, wie schnell so ein Tag mit Kindern vergehen kann! Aufstehen, Frühstück machen, Brotzeit für Kindergarten herrichten, mit Kindern frühstücken, beim Anziehen helfen, in den Kindergarten bringen….Und schwuppsdiwupps ist es Abend und was habe ich nun getan, um mehr positive Zuwendung zu schenken? Ich nehme mir jetzt am Morgen bewusst vor, eine bestimmte besondere Sache mit meiner Tochter zu machen.

  • Ruhig und sachlich bleiben. Gefühle mitteilen und auch über vermutete Gefühle des Kindes bzw. Ziele, die das Kind mit dem Verhalten verfolgen könnte, reden

Puh, das ist schon schwieriger. Ruhig und sachlich im Alltagschaos zu bleiben. Nehme ich mir immer vor – mal habe ich mehr, mal weniger Erfolg damit. Über Gefühle rede ich hingegen schon. Ich benenne meine positiven wie negativen Gefühle und ich habe gute Erfahrungen damit gemacht, Kinder ihre Gefühle wiederzuspiegeln („Du bist jetzt traurig, weil…“) bzw. über Ziele zu spekulieren („Hast du das vielleicht gemacht, damit ich dich anschaue?“) Daraus ergaben sich des öfteren gute und offene Gespräche mit neuen Lösungen, die wir dann gemeinsam gesucht haben.

  • Handeln ist oft besser als viel zu reden – gerade wenn sich ein Verhalten aufgeschaukelt hat

Da stimme ich voll und ganz zu. Reden kommt dann bei meiner Tochter nicht mehr an (was mich leider nicht davon abhält, weiter zu reden und wider besseren Wissens auf eine Besserung durch Reden zu hoffen). Da muss ich mich jetzt öfters selbst daran erinnern.

  • Nicht nachtragend sein und nicht mit Liebesentzug reagieren (ignorieren, Kind „wegsperren“ bzw. „wegschicken“)

Das fällt mir nicht immer leicht, wenn ich in der Situation eben nicht sachlich und ruhig geblieben bin, sondern innerlich aufgewühlt bin. Hilft aber nichts, wenn dadurch der Konflikt wieder in eine Abwärtsspirale gerät, weil das Kind natürlich gerade jetzt meine Aufmerksamkeit braucht – im positiven Sinne. Gut, dass meine Tochter sich des öfteren an eines unserer Gespräche erinnert und mir sagt: „Mama, ich will mit dir kuscheln“. Das ist eine immense Erinnerungsstütze zu diesem Punkt!

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Ich habe an einem genialen online Kurs zur positiven Konfliktbewältigung mit Kindern teilgenommen. Ich war und bin so begeistert davon, dass ich mir fast ein Jahr später immer mal wieder diese Videos anschaue, um das Gelernte noch weiter zu vertiefen und es weiterhin im Alltag umzusetzen.

​Ich bin ein begeisterter Fan geworden, weil dieser Kurs meine Einstellung zu Konflikten nachhaltig und positv verändert hat.

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