Verliebtsein im Kindesalter – mit Kindern über Liebe sprechen

Es kribbelt im Bauch, das Herz klopft schneller und ein Gefühl der Wärme durchströmt den Körper.

So macht sich Verliebtsein bemerkbar. Und dieses Gefühl kennen nicht nur Erwachsene, sondern auch Kinder, die sich in ein anderes Kind verlieben. Es gibt sogar einen Begriff dafür: die Sandkastenliebe.

Heiraten mit drei? Geht zwar nicht. Aber zumindest kann man es sich im Sandkasten ja schon mal versprechen, wenn man das erste Mal so richtig verliebt ist.Die ganz großen Gefühle treffen manchmal nämlich schon die Kleinsten. Neben einer engen Beziehung zu ihren Eltern, Großeltern und Geschwistern stellen Kinder deshalb auch gerne starke Nähe zu Gleichaltrigen her. (Aus: Baby und Familie)

Bereits im Grundschulalter können Kinder eine so große Zuneigung zu einem Freund oder zu einer Freundin entwickeln, dass viele Eltern hier durchaus schon von erster Verliebtheit sprechen. Dabei spielt jedoch der Wunsch nach Sexualität noch keine Rolle. Diese Verliebtheit bei kleineren Kindern sucht vor allem die Nähe des Anderen, man fühlt sich wohl miteinander und teilt die gleichen Interessen. (Aus: Elternwissen.com)

Wie kannst du dein Kind schon vorab über die Gefühle des Verliebstseins im Kindesalter informieren?

Ich lese gerade mit meiner Tochter das Buch: „Bärchen und Blümchen“ von Sabrina Lang. Es ist ein schönes Büchlein, um über das Gefühl der Liebe ins Gespräch zu kommen. Es ist noch etwas viel Text für meine 4jährige und zu wenig Bilder, aber das Thema an sich gefällt ihr sehr gut. Ab dem Vorschulalter ist das Buch bestimmt genau richtig.

Zum Inhalt:
Ein Bär und eine Blume werden Freunde und irgendwann denken die beiden, dass sie ganz schlimm krank sind, weil sie so ein Herzklopfen und kribbeln im Bauch haben. Bis sie durch Hilfe anderer Freunde herausfinden, dass sie ineinander verliebt sind und deshalb Herzklopfen und Kribbeln im Bauch verspüren. Sie sind sehr glücklich – obwohl sie so unterschiedlich sind.

Das Buch zeigt einfühlsam, dass Liebe einfach über einen kommen kann, wenn man sich kennenlernt und Zeit miteinander verbringt. Es beschreibt das Gefühl im Körper, die Freude aber auch die Zweifel und Trauer, wenn man sich mal nicht mehr sieht und das überschäumende Glück, wenn man wieder zusammen ist.

Mit Kindern über Liebe sprechen

Genauso wie wir mit Kindern über Gefühle wie Wut,Trauer und Freude reden, können wir über Liebe sprechen. Ich meine jetzt nicht die körperliche Liebe (wobei das auch seinen Platz ab einem gewissen Alter haben soll), sondern das Gefühl „Liebe“.

Du kannst das im Alltag tun, wenn du bemerkst, dass dein Kind ein Händchen haltendes oder küssendes Pärchen beobachtet: „Die sind verliebt und haben sich ganz gerne“ oder auch mal deinem Kind sagen: „Ich hab dich so lieb.“

Auch das bekannte Bilderbuch „Weißt du eigentlich, wie lieb ich dich habe“ eignet sich hervorragend, um über das Gefühl der Liebe zu sprechen – gerade für die Kleinsten – weil die erste Liebe der Kinder normalerweise Mama und/oder Papa gehört. Dieses Buch geht gerade um diese Liebe zwischen Elternteil und Kind.

Mit etwas älteren Kindern kannst du auch mal ein Gespräch über die Gefühle der Liebe anfangen, entweder beim Lesen eines passenden Buches oder wenn es sich ergibt, weil dein Kind eine Frage in die Richtung stellst, z.B. „Warum hast du und Papa geheiratet?“

Was sich aus so einem Gespräch ergeben kann, bzw. wie Kinder die Liebe erleben oder sie versuchen zu verstehen, das zeigt dir dieses herzerwärmende Video.

Gefühle der Kinder ernst nehmen

Kinder erleben Gefühle intensiv. Du musst dich nur mal an den letzten Wutanfall von deinem Kind erinnern, dann weißt du, was ich meine. Der ganze Körper drückt das Gefühl aus. Das Gefühl durchdringt die kleine Person. Warum also soll das beim Gefühl der Liebe anders sein?

Erst vor Kurzem umarmte mich meine Tochter ganz unerwartet und drückte mich ganz fest.Sie sagte: „Mama ich hab dich soooo lieb. Bis zum Mond und zurück („Bis zum Mond und zurück“ wiederholte sie gefühlte 30 Mal! Kommt aus dem Buch: Weißt du eigentlich wie lieb ich dich habe 🙂 ). Das zeigt auch die Intensität, mit der sie fühlt. Ich erwiderte: „Da fühlst du echt ganz schön viel Liebe in dir drinnen (und streichelte sanft ihre Herzregion) und ich hab dich auch ganz fest lieb!“

Es ist wichtig, dass du deinem Kind widerspiegelst, dass das, was es da fühlt, Liebe ist. Darüber mit Ernsthaftigkeit zu sprechen – wennn das Kind das möchte – finde ich sehr wichtig. Ohne das Kind innerlich zu belächeln – denn das würde ihm nur zeigen, dass es zu solchen Gefühlen wohl noch gar nicht fähig ist.

Das ist auch hier schön beschrieben:

Kinder lieben bedingungslos. Ohne Wenn und Aber. Dabei treffen sie nicht immer die Wahl, die wir möglicherweise für sie getroffen hätten. Doch die ersten Bindungen dieser Art sind wichtig für die Kleinen und sie sollten selbst entscheiden dürfen, wem sie ihr Herz schenken. Wobei man sie unbedingt ernst nehmen sollte. Natürlich ist es niedlich, wenn sich zwei Vierjährige den Bund fürs Leben versprechen, aber es ist besser, sich das Schmunzeln für den Abend aufzuheben, denn den beiden ist es ernst. „Das sollte man unbedingt akzeptieren. Leider passiert es viel zu häufig, dass Erwachsene sich lustig machen über die Gefühle der Kinder und diese damit verletzen.“ (Aus: T-Online)

Wie ist das bei dir: War dein Kind schon mal verliebt? Wie bist du damit umgegangen? Sprecht Ihr über das Gefühl der Liebe zu Hause? Kennst du vielleicht noch andere großartige Bücher zu dem Thema?
Hinterlasse einen Kommentar. Ich und die anderen Leser freuen sich darüber!

 

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