29. Juli 2015

Von einer Familie, die eigentlich nur in den Urlaub und nicht auf Weltreise wollte

Heute liest du einen Gastbeitrag von Nathalie, Autorin des Blogs „Ganz normale Mama“. Deshalb übergebe ich jetzt das Wort an Nathalie:

Es war wieder soweit. Wir machten uns auf den Weg in den Urlaub. Doch halt. So einfach ist das nicht mehr. Nicht so wie früher. Waren das noch Zeiten! Als man am Abend vorher einfach ein paar Sachen in den Koffer fallen ließ. Den dann auch mühelos zumachen konnte. Und im Kofferraum verstaute, ohne dass die Haube mit einem Knall wieder aufsprang.

Wenn man übers Wochenende wegflog, reichte das Handgepäck. Für zwei Wochen der kleine Koffer. Und wenn man was vergaß, war es auch kein Drama. Nun ja. Heute habe ich immer noch denselben Mann – aber dazu zwei niedliche Söhne, vier und eineinhalb Jahre alt. Und seitdem hat sich unser Gepäck nicht etwa einfach nur verdoppelt. Sondern auf merkwürdige Weise verfünffacht, ach was sag‘ ich, versechsfacht, mindestens.

Das Packen beginnt schon Tage vorher. Denn da muss ja erstmal gewaschen und schlau geplant werden, was die Tage vor dem Urlaub überhaupt noch getragen werden darf. Und dann sitzt man da, einen Berg voll Wäsche vor sich. Muss ich noch erwähnen, dass meine Jungs mehr Klamotten besitzen als ich? So packt man also munter vor sich hin. Eine kurze Hose hier, eine lange Hose da, eine Ersatzhose hier, ein Ersatzpulli da. Die Windeln für den Kleinen nicht vergessen! Und lieber ein paar mehr, man weiß ja nie. Und so wird der Berg immer größer und der Platz im Koffer immer weniger.

Doch vergessene Windeln sind kein so großes Drama –die kann man auch am Zielort nachkaufen. Aber wehe, man vergisst den Lieblingsteddy! Den kann keiner ersetzen, auch kein noch so süßes Seepferdchen aus dem Souvenirshop. Oder das gerade heiß geliebte Gute-Nacht-Buch! Und die Kinderzahnpasta bitte auch nicht vergessen, denn natürlich wird nur GENAU diese akzeptiert, aber ganz GENAU diese, sonst will da jemand auf keinen Fall mehr seine eisverwöhnten Zähne putzen!

Dieses Jahr machte ich drei Kreuze, dass mein Kleiner inzwischen mit uns mitisst und ich mir immerhin die Babybrei-Gläschen sparen konnte.

Gelingt es dann, die Koffer tatsächlich zu schließen und wurde auch nichts vergessen (oder von den Kindern heimlich wieder ausgeräumt – weshalb ich jedem nur raten kann: Packt ohne die Kinder!), dann ist mein Mann an der Reihe. Der kümmert sich darum, dass auch alles im Auto seinen Platz findet. Dirigiert von mir. Denn nur ich weiß, welche Tüte griffbereit auf den Beifahrersitz muss (die Ersatzklamotten extra, falls der Kleine sein Frühstück ausspuckt, die Unterhose vom Großen, falls wir im Staustehen und er ganz dringend auf Klo muss) und was ganz unten verschwinden darf. Und das muss natürlich alles gemanagt werden, während zwei vollkommen überdrehte Kinder um einen herumwuseln, im Minutentakt fragen, wann es losgeht und plötzlich dringend essen und auf Klo müssen.

Kennt Ihr das, wenn man dann dort steht vor diesem Berg an Gepäck und sich wundert, wie das denn sein kann? Man wollte doch nur eine Woche nach Dänemark fahren. Und nicht auf Weltreise gehen!

Tja und dann tritt natürlich immer, eigentlich immer, dieser Fall ein, wo der Große in seinem Sitz sitzt und ganz plötzlich erst noch einmal aufs Klo muss und dann unbedingt den Kuschelteddy in seinem Arm halten will – den der Papa nichtsahnend irgendwo in eine freie Lücke in den Kofferraum gestopft hat. Muss ich noch erwähnen, dass diese Lücke irgendwie immer GANZ hinten ist?

Schweißgebadet fährt man dann endlich los. Glücklich, dass alles geschafft wurde. Voller Vorfreude auf den Urlaub. Bis man feststellt, dass man vergessen hat, für sich selbst den Bikini einzupacken (habe ich schon geschrieben, dass meine Jungs natürlich beide je zwei Badehosen ins Gepäck bekommen haben?)

Damit Euch beim nächsten Packen für den Urlaub nicht genauso die Schweißperlen auf der Stirn stehen, meine Tipps für ein etwas entspannteres Packen:

  • Rechtzeitig anfangen. Das A und O.
  • Schon vor dem Packen planen, was gewaschen werden muss –damit alles rechtzeitig trocken ist.
  • Ohne die Kinder packen!
  • Listen, Listen, Listen. Die Zeiten, als man spontan alles in einen Koffer warf, sind vorbei. Wirklich.
  • Die Listen auch abhaken.
  • Haufen bilden. Übersichtliche. Nach Person geordnet.
  • Wer mit dem Auto fährt und nicht fliegt, der macht am besten mehrere kleinere Koffer, die
    man sortiert: einer mit Wäsche, einer mit Badeutensilien, einer mit Spielsachen und Büchern.
  • Wer am Zielort waschen kann (zur Not geht das gut im Waschbecken!), der sollte nicht zu
    viel mitnehmen. Wir hatten bisher immer zu viel dabei.
  • Die wichtigsten Sachen, die man nicht nachkaufen kann (siehe Lieblingsteddy) als erstes rauslegen.
  • Beim Packen auch mal eine Pause machen. Einen Kaffee trinken. Durchatmen.

 

 

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Nathalie (34) schreibt seit fast zwei Jahren den Blog www.ganznormalemama.wordpress.com auf dem sie von dem Alltagschaos mit ihren zwei Söhnen berichtet. Von Trödelei bis Trotzanfall, vomWerfen mit dem Essen bis hin zu den Tücken, die eine immer kinderlosere Gesellschaft mit sich bringt. Am wichtigsten ist es ihr, den Humor nicht zu verlieren – und das merkt man auch an denTexten.

 

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