5. August 2015

Ferienzeit=Familienzeit=stressige Zeit?

Du freust dich lange darauf – endlich Urlaub! Zeit für die Familie haben und fröhliche Kinder, die sich zufrieden beschäftigen. Soweit die Illusion :-). Manchmal klappt es so auch – andere Male wiederum nicht. Davon handelt der Gastbeitrag von Manuela vom Martamam-Blog. Ich übergebe nun das Wort:

Wir sind in den Ferien, d.h. viel mehr, die Kinder sind in den Ferien. Wir Erwachsene fühlen uns eher im 24/7 Dauereinsatz und haben noch nicht einmal die tarifrechtlich festgelegten Pausen. Wir nerven uns, meckern uns an und sind schwer erschöpft vom Familiesein. So sieht es jedenfalls nach dem dritten verregneten Tag in Folge aus.

Mich wundert gerade so gar nicht, dass der DAK-Urlaubsreport vermeldet, 26 Prozent der 30 bis 44jährigen mache im Urlaub der Stress mit der Familie fertig. Vor allem Frauen könnten sich in den Ferien „weniger gut“ bis „überhaupt nicht“ entspannen. Für Mütter bedeute das pittoreske Bullerbü-Ferienhaus genauso viel Arbeit und Verantwortung wie zu Hause nur eben mit weniger Komfort, ohne KiTa-Pausen und statt dessen mit angelndem Ehemann (siehe S. 11 ff. im Brigitte Sommerheft 2015).

Ich fühle mich gerade genauso und frage mich, wer die Idee hatte, eine Woche in einer Jugendherberge (mit nur einem Stern) mitten im Nirgendwo zu buchen. Da bietet ja sogar die geplante Woche auf dem platten Lande bei der Uroma mehr Aussichten auf Abwechslung.

Na gut, ich will mal nicht so undankbar sein. Wir hatten bisher jeden Tag ein paar wirklich nette Augenblicke, wunderbare Ausflüge in die umliegenden Seebäder an der Ostsee und die meiste Zeit auch freundliche Worte füreinander.

Es gibt nur ab und zu diese grenzwertigen Momente, in denen z.B. Minimaus versehentlich aus dem Mittagsschlaf geweckt wird, weil sich Maus und Mäuserich streiten, sich dabei ausgiebig beißen, kneifen und am Ende natürlich weinen, während der Mäusepapa gerade mal kurz ums Haus spaziert und mir die Decke auf den Kopf fällt, weil das gute Wetter uns nun schon den dritten Tag verlassen hat. Da darf ich mich dann auch mal in unsere heimische 4-Zimmer-Wohnung zurück wünschen mit Spielplatz hinter dem Haus und dem gewohnten Komfort wie Platz und einer Waschmaschine, die ich ganz spontan mal anstellen kann. Mir fehlt gerade auch ein anständiger Kaffee, ein Bäcker um die Ecke und saubere Wäsche, wann immer ich will. Aber was wäre ein Urlaub, ohne dauerverdreckte Hosen, nasse Schuhe und alle 5 in einem Zimmer? Herrlich…

Aber die Kinder lieben dieses kuschelige Zusammenkriechen und merkwürdigerweise bekommen ich und der Mäusepapa hier den Kopf frei. Es ist nichts anderes zu tun, als den Regen auszuhalten, die Essenszeiten einzuhalten und ab und zu eine Hose mit Rei aus der Tube auszuwaschen. Alles andere ist gerade ohnehin sinnlos. Gut ist auch, dass wir mit drei Kindern sogar im Quengelmodus nicht auffallen. Davon gibt es hier reichlich.

Und! Ab morgen haben wir eine Woche lang großmütterlichen Rund-um-Service mit lecker Kuchen, Kaffee und großem Garten. Das Wetter soll auch wieder besser werden und vielleicht lachen wir irgendwann mal über diese eine Woche am Ende der Welt. Bis dahin denke ich mir meinen Teil, denn Urlaub mit Kindern ist definitiv anders als Urlaub ohne Kinder.

Allerdings tut das „Sich-Treiben-Lassen“ letztlich doch uns allen gut und schweißt uns zusammen. Viel oder wenig Streit spielt später in der Erinnerung keine Rolle mehr (wie der Mäusepapa und ich aus eigener Erfahrung wissen) und so lehne ich mich jetzt entspannt zurück und freue mich auf die Erdbeertorte meiner Omi.

Über Manuela und ihren Blog: Martamam

Ich bin 40 Jahre, promovierte Juristin und habe einen Mann und drei Kinder (Maus mit 7 Jahren, Mäuserich fast 4 Jahren und Minimaus mit 9 Monaten). martamam ist ein deutschsprachiges Lifestyle – Blog mit dem Hauptthema Familie, Kinder und Beruf in der Großstadt. Ich möchte meine Gedanken gerne mit anderen teilen und freue mich über den Austausch mit anderen. Die Einblicke, die ich hier in unser Familienleben und meine Gedanken gewähre sind kleine Ausschnitte unseres Lebens und der Gedanken, die ich mir vor allem als berufstätige Mama so mache. 
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