15. September 2015

3 praktische Tipps für die Trotzphase: wie du sie ohne Nervenzusammenbruch überstehst

Bist du am Verzweifeln, weil dein Kleinkind wegen einer gefühlten Kleinigkeit schon wieder einen Wutanfall bekommt?.

Frägst du dich, ob diese Phase noch lange anhalten wird?

Hast du den Ratschlag „es ist nur eine Phase“ zu denken, auch schon gehört und wie ich festgestellt: Das hilft mir im Moment nicht weiter – weil ich mitten drin stecke. Oder besser gesagt, weil mein Kind mitten in der Trotzphase drin ist.

Was also hilft, die Zeit in der ein Kind in der Trotzphase ist, zu überstehen?
Es gibt Tipps, die auch in der Zeit der Trotzphase hilfreich sind und den Alltag entspannen können.

Ich mach dir nichts vor - dein Kind wird wahrscheinlich trotzdem noch genügend Wutanfälle haben - aber die Anzahl der Wutanfälle gehen meiner Erfahrung nach damit zurück:

Wie du die Anzahl der Wutanfälle deines Kindes reduzierst - 3 praktische Tipps:

1

Versetze dich in die Lage deines Kindes – versuche seine Situation zu verstehen – und finde eine Lösung (Kompromiss), die für euch beide passt.

Sein Mund verzieht und öffnet sich. Heraus kommt ein Schreien, das jedes Mütterherz in Alarmbereitschaft versetzen würde. Tränen der Wut und Ohnmacht schießen in seine Augen. Er hockt sich hin, schreit – ein Häufchen Elend.

Du fragst dich nun vielleicht, was diesem armen Kerl widerfahren ist? Ich verrate es dir:

Wir saßen in einem Biergarten mit Spielplatz. Mein Sohn wollte mit mir zur Rutsche gehen. Ich habe zu meinem fast 2jährigen Sohn gesagt: „Ich trinke zuerst meinen Kaffee und esse diesen Kuchen hier und dann komm ich mit zur Rutsche.“

Ein ganz normaler Satz – eigentlich. Sein Wunsch wird nicht verweigert, nur kurzfristig aufgeschoben. Also alles im grünen Bereich. Oder doch nicht?

Es ist ein Satz

  • Der ein im Hier und Jetzt lebendes Kleinkind dazu auffordert, ein Weilchen zu warten
  • Der einen brennenden Wunsch in diesem Moment verwehrt
  • Der dem Kleinkind keine Möglichkeit gibt, dorthin zu kommen, wohin es gehen will, weil es sich alleine nicht dorthin traut.
  • Der Verzweiflung auslöste.

Ich nehme mein schreiendes Häufchen Elend auf meinen Schoß und sage zu ihm: „Ich weiß, du bist wütend und traurig darüber, dass ich nicht mit dir zur Rutsche gegangen bin. Du willst unbedingt jetzt gleich zu Rutsche gehen, stimmt´s?“

Hoffnungsvolle, tränenüberströmte Augen finden meinen Blick.
„Ok, dann lass uns jetzt erst zur Rutsche gehen. Du darfst 3 Mal rutschen und dann gehe ich zurück zum Tisch. Ist das besser?“ Er nickt und rutscht von meinem Schoß. Er läuft los und schaut über seine Schulter, ob ich auch wirklich nachkomme.

2

Gestehe deinem Kind – sooft es dir irgendwie möglich ist – die Zeit zu, etwas alleine zu machen, bis es deine Hilfe annehmen kann

Kleine Hände greifen nach den Sandalen. Der Fuß erscheint zwischendrin und versucht in die Schuhöffnung hinein zu treffen. Du siehst es auf einen Blick. Die Schuhöffnung ist zu eng. Mit einem schnellen Griff deinerseits wäre das Problem beseitigt.

Wenn da nicht die kleinen Hände wären, die dich am Eingreifen hindern und dich wegschieben. Damit du dein Kleinkind auch verstehst, kommt noch ein unmutiges Quengeln aus seinem Mund.

Übersetzung: ICH! WILL! DAS! ALLEINE! MACHEN!

Wenn ich bei meinem Sohn in diesem Augenblick darauf bestehe, dass es schneller gehen muss und ich die Schuhöffnung aufmache, damit er reinschlüpfen kann, dann sträubt er sich dagegen und verweigert sein Mitmachen. Es entsteht ein unschöner Kreislauf. Ich versuche ihm die Schuhe anzuziehen und er wehrt sich dagegen.

Lass ich ihn jedoch bei dem Versuch, seine Schuhe anzuziehen gewähren, dann probiert er es 4, 5 oder 6 Mal und wenn er merkt, dass er es nicht schafft (und er seinen Unmut äußert), dann biete ich ihm meine Hilfe an: „Soll ich dir helfen?“. Meistens nickt er sofort und zusammen ziehen wir die Schuhe an.

Die Zeit zugestehen, etwas alleine machen zu dürfen, kann sogar ein Zeitersparnis sein – je nachdem wie wütend dein Kind über dein Eingreifen werden kann und wie lange sich danach das Anziehen hinzieht.

3

Versuche die Situation mit Humor zu entspannen

Du willst die Küche fertig aufräumen und dann mit deinem Kind zum Einkaufen fahren. Du kommst nur langsam voran, weil dein Kleinkind an dir hängt oder deine Hand nimmt, um dich irgendwohin zu ziehen. Unmut steigt in dir auf.

Plötzlich erinnerst du dich an diesen dritten Tipp. Humor. Und du sagst: „Ja, wer hängt denn da an meinem Bein? Ist das ein Bär?“ (an dieser Stelle wird dein Kind wahrscheinlich den Kopf schütteln) „oder ist es ein Affe? (dein Kind grinst jetzt bestimmt schon) Ah, jetzt weiß ich es: Du bist eine Ameise! (lacht dein Kind etwa schon?) Du bist nicht meine Ameise? Stimmt - du bist ja mein Kind!“ (und dabei nimmst du dein Kind hoch in deine Arme und knuddelst es ganz fest)

Die Stimmung in der Küche wird nun etwas entspannter sein. Dein Kleinkind hatte eine amüsante Unterhaltung. Du musstest vielleicht sogar über die süßen Reaktionen deines Kindes lächeln. Danach ist es oft einfacher, wieder miteinander zu reden, eigene Bedürfnisse und Wünsche mitzuteilen, dein Kind in deine Tätigkeit mit einzubinden, damit es nicht gelangweilt an dir hängt. Für dein Kind ist es danach vielleicht auch wieder einfacher, dich die Küche aufräumen zu lassen und sich selbst zu beschäftigen oder dir zu helfen.

Fazit

Einige Wutanfälle kannst du dir und deinem Kind ersparen, indem du

  • dich in seine Lage versetzt und nach Lösungen (Kompromisse) suchst, die für euch beide passen
  • ihm Zeit zugestehst, etwas alleine zu machen, bis dein Kind deine Hilfe annehmen kann
  • eine Situation mit Humor entspannst

Weil ich weiß, wie ich auf „trotziges“ Verhalten meines Sohnes reagieren kann, hat die Trotzphase ihren Schrecken für mich verloren.

Anstrengend? Ja!
Stressig? Immer mal wieder!
Nervig? Darauf kannst du wetten!

Und trotzdem ist die Trotzphase eine wundervolle Zeit, in der sich mein Kleinkind weiter entwickelt. Sich selbst und seine eigenen Fähigkeiten entdeckt und ausprobieren will. Und mit allen Mitteln dafür kämpft, etwas alleine machen zu dürfen. Die Trotzphase ist ein weiterer Meilenstein in der Entwicklung meines Kindes.

Manchmal kann ich nur staunend daneben stehen. Was mein Kind innerhalb von kürzester Zeit alles gelernt hat – nur weil es sich gegen Hilfe sträubt und alles alleine machen will. Die Trotzphase ist ein rießengroßer Antrieb für die Entwicklung vieler Fertigkeiten und Fähigkeiten meines Kindes.

Schau genau hin! Kannst du auch das Wunder hinter der Trotzphase erblicken?

Willst du noch mehr praktische Tipps zur Trotzphase? Dann schaue hier vorbei.

P.S. Mit diesem Artikel nehme ich an der Blogparade vom Blog: "Runzelfüßchen" teil.​

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