Stress abbauen mit Hilfe von Miniauszeiten

Ich gebe alles – Tag für Tag!

Und nicht nur das. Manchmal auch Nacht für Nacht! Meine Arbeitszeit beträgt 24/7 und Urlaub/Wochenende im Sinne von „ich tue wonach mir der Kopf steht“ gehört schon lange der Vergangenheit an.

Ich bin Mutter und ich

  • spiele mit meinen Kindern
  • nehme sie in den Arm bis ihre Tränen versiegt sind
  • antworte geduldig auf ihre vielen Warum-Fragen
  • vermittle bei häufigen Geschwisterstreitigkeiten
  • verhandle und bin immer auf der Suche nach der besten Lösung für alle
  • verarzte Wunden
  • backe echte Kuchen und Sandkuchen mit meinen Kindern
  • bestaune gesammelte Schätze meiner Kinder
  • bleibe wach, obwohl ich müde bin, um mich um mein krankes Kind zu kümmern

Bei all dem geschieht es ganz oft, dass ich meine eigenen Bedürfnisse hintenan stelle.

In den wenigen Stunden am Abend, in denen meine Kinder schlafen, arbeite ich am Computer, um meine Selbständigkeit auszubauen, weil mir zuvor im Alltag mit meinen Kindern folgende Fragen durch den Kopf geschossen sind:

  • Was will ich noch erreichen?
  • Wie bekomme ich Kinder und Beruf(ung) unter einen Hut?
  • Wie soll mein Leben in 10 oder 20 Jahren aussehen?

Ich habe also wenig bis gar keine freie Zeit zum Machen, wonach mir der Kopf steht.

​Als würde das Arbeitspensum nicht schon genügen, fange ich abends – anstatt zu schlafen – an, mich und den Tag zu reflektieren.

Eigentlich sollte ich mir jeden Abend mit Anerkennung auf die Schulter klopfen, was ich alles gemacht habe, aber anstatt dessen beißt sich lieber ein anderer Gedanke fest:

„ Hätte ich doch nur…“

  • anders reagiert
  • einfühlsamer geredet
  • weniger geschimpft
  • verständnisvoller reagiert

Meine Schuldgefühle halten mich manchmal davon ab, in Ruhe einzuschlafen.

Da ist es kein Wunder, dass sich bei mir immer wieder einmal die Erschöpfung meldet. Das sind die Tage, in denen es sich anfühlt, als ob mir alles über den Kopf wächst.

Die Not macht erfinderisch!

Deshalb habe ich mir Strategien zurechtgelegt, die mir im Alltag mit (Klein)kindern ein paar Pausen zum Energietanken schenken, und dadurch meinen inneren Stress abbauen. Meine Strategien sind Mini-Auszeiten.

Diese möchte ich heute mit dir teilen, da ich mit meinem Wunsch nach weniger Stress und Zeit zum Durchatmen nicht alleine bin:

In meiner Umfrage zu den Themenwünschen auf KLEIN WIRD GROSS kam immer wieder ein Thema zur Sprache - wie kann man Stress abbauen bzw. Zeit zum Energie tanken/Durchatmen bekommen? Auszüge aus den Fragen, die sich meine Blog-Leser/innen stellen:

  • Wie gehe ich damit um, dass mein Kind ständig meine Aufmerksamkeit braucht und ich keine Zeit zum Durchatmen habe?
  • Wie schaffe ich es, dass sich mein Kind auch einmal alleine beschäftigt und ich kurz Energie für mich tanken kann?
  • Wie werde ich meine innere Anspannung los?
  • Wie komme ich nach Streitsituationen oder Machtkämpfen wieder in mein inneres Gleichgewicht?
  • Wie bekomme ich mehr Zeit für mich und Zeit um Aufzutanken?

Diese Sehnsucht nach Zeit zum Durchatmen, Zeit für dich, Zeit dich zu beruhigen und Zeit um Aufzutanken, kannst du mit Mini-Auszeiten befriedigen, die ich dir im Folgenden vorstellen werde.

Stress abbauen durch:

Auszeit nehmen bei Streitigkeiten mit Kindern

Ist der andere Elternteil gegenwärtig, kannst du dir leichter eine Auszeit nehmen. Du ziehst dich für kurze Zeit aus dem Alltag zurück, um in Ruhe durchzuatmen und deine aufgewühlten Emotionen in den Griff zu bekommen.

Wenn du jedoch alleine mit deinem Kind bist, ist eine Auszeit nicht so einfach. Du kannst es versuchen, deinem Kind mitzuteilen, dass du dich jetzt kurz alleine beruhigen musst, weil du wütend bist und dann in ein anderes Zimmer gehen. Je nach Kind wird das akzeptiert oder ─ wie im Falle meiner Tochter – leider nicht.

Anstatt dessen bin ich dazu übergegangen, eine gemeinsame Ruhezeit zu machen. Ich teile meiner Tochter mit, dass ich wütend bin und mich beruhigen will. Ich setzte mich auf das Sofa, nimm mir eine Zeitschrift oder ein Buch und sage: „Hole dir auch ein Buch und setze dich zu mir aufs Sofa. Wir machen jetzt eine kurze Ruhezeit, damit ich mich beruhigen kann.“

Der Fokus liegt auf „ich bzw. mich“ und dass ich es selbst schaffen muss, meinen Ärger loszulassen. Ich zeige meinem Kind, dass ich dazu einen ruhigen Moment brauche. Zugleich bin ich ein Vorbild für mein Kind, wie Ärger bewältigt werden kann.

Stress abbauen durch:

eine gemeinsame Tätigkeit

Vor Kurzem bin ich über Malbücher für Erwachsene gestolpert. (Das sind Mandalas und andere Vorlagen zum Ausmalen). Meine Kinder nahmen meinen Vorschlag begeistert an, dass wir alle um einen Tisch sitzen und jeder etwas für sich malt. Beim Malen der Mandalas werde ich ruhiger und komme im Moment an. Ich genieße es, zusammen mit meinen Kindern konzentriert zu arbeiten. In dieser Zeit dürfen meine Kinder auch mit meinen besonderen Stiften malen, was dem Ganzen noch mehr Begeisterung hinzufügt.

Stress abbauen durch:

Weg vom Perfektionismus, hin zu mehr Zeit für dich

Wenn du dir mehr Auszeiten in deinem Alltag mit Kind wünschst, dann kann es äußerst hilfreich sein, den eigenen Perfektionismus bzgl. Ordnung/Sauberkeit im Haushalt abzulegen.

Anstatt jeden Mittagsschlaf deines Kindes dafür zu nutzen, alles sauber zu machen, könntest du einen Teil der Zeit für dich festlegen. Eine Zeit, in der du etwas tust, das deine Batterien wieder auflädt. Eine Zeit, in der du du bist und nicht nur Mama oder Papa! Mache etwas, das dir Freude macht und dich positiv stimmt.

Stress abbauen durch:

Frage dich: Was brauche ich?

Für ihre Kinder stecken Eltern gerne zurück. Nur wenn dies ausschließlich gemacht wird und die eigenen Bedürfnisse jahrelang unter den Tisch gekehrt werden, dann schleicht sich eine immer lauter werdende Unzufriedenheit ein.

Deshalb frage dich im Alltag mit Kind öfters: Was will ich jetzt machen? Was ist mir wichtig? Was brauche ich, um im Alltag glücklich und zufrieden zu sein?

Suche und finde deine Antworten dazu und versuche deine Bedürfnisse vermehrt in den Alltag mit Kind einzubauen und erkläre es deinem Kind, dass es wichtig für dich ist, um wieder Geduld und Ruhe für es zu haben.

Stress abbauen durch:

Führe eine Auszeit-Routine ein

Wie wäre es, wenn du jeden Tag eine Handlung durchführst, welche deinem Kind zeigt, dass du jetzt eine kurze Pause machst? Solch eine Handlung könnte sein:

  • Eine Tasse Tee zuzubereiten
  • Die Tageszeitung zu holen
  • Musik anzumachen

Während der Einführung dieser Routine erklärst du deinem Kind, dass du jetzt eine kurze Pause für dich alleine machst und frägst dein Kind, was es in dieser Zeit alleine spielen möchte. Dann richtet ihr das gemeinsam her. Danach führst du die Handlung durch (z.B. Tee kochen) und sagst deinem Kind, dass deine Pause beginnt, sobald du den Tee auf den Tisch gestellt hast und solange dauert, bis du die Tasse wieder zur Spülmaschine trägst.

Bei den anderen Beispielen (Tageszeitung, Musik) kannst du genauso einen Beginn und ein Ende festlegen.

In der ersten Zeit wird dein Kind sehr wahrscheinlich deine Pause unterbrechen und du sagst ihm nur ganz ruhig, dass du jetzt eine Pause machst und wieder für es da bist, sobald die Tasse weggetragen wird. Dann wendest du dich deinem Tee zu und schaust aus dem Fenster oder liest etwas.

Wenn diese Routine ein fester Bestandteil deines Tagesablaufs mit Kind ist (also täglich einmal), dann wird dein Kind es je nach Temperament schneller oder langsamer akzeptieren, dass es dich mit einer Tasse Tee (oder der Tageszeitung oder solange die Musik an ist) nicht stören braucht, weil du eh nicht mit ihm spielst, solange die Tasse auf dem Tisch steht (die Tageszeitung noch aufgeschlagen ist/die Musik noch an ist)

Bei der Einführung dieser Routine solltest du darauf achten, dass die Pause wirklich kurz ist, ca. 5 Minuten und dann, wenn diese 5 Minuten gut klappen langsam über einen Zeitraum von ein bis zwei Woche auf 10 Minuten ausgedehnt werden – wenn dein Kind das mitmacht.

Bei jüngeren Kindern kann es dir passieren, dass 5 Minuten schon über ihre Grenze des Wartens auf dich hinausgeht. Dann machst du deine Mini-Auszeit nur für 3-4 Minuten und versuchst sie in 1-2 Monaten auf 5-6 Minuten auszudehnen.

Wenn dir diese kleinen Miniauszeiten nicht mehr helfen, um dich zu entspannen, dann könnte der Online-Kurs "Mama im Glück"* dir helfen, dich wieder zu zentrieren und in deine Mitte zu finden.

Ich wünsche dir, dass diese (oder andere) Strategien dir helfen, deinen Stress abzubauen bzw. mehr Zeit für dich zum Auftanken zu bekommen.

Hast du eine andere Mini-Auszeit in Gebrauch? Dann teile sie doch in den Kommentaren mit, sodass wir alle von deiner Idee profitieren können.

Mit diesem Beitrag nehme ich auch an Isabel´s Blogparade: "Mama ausgebrannt - Wege aus der Krise" teil. Hier kannst du auch einen weiteren Beitrag zur Blogparade lesen.

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