22. September 2016

Kindererziehung: Dein persönlicher Weg

Kindererziehung – ich nenne es lieber „Kinder auf ihrem Weg begleiten“ – ist einerseits eine wundervolle Aufgabe und andererseits ein große Herausforderung. Zeitweise stürzt sie dich vielleicht in Hilflosigkeit, Überforderung, Verunsicherung oder Verzweiflung.

Kennst du die Hilflosigkeit, die dich überkommt, wenn du alles versucht hast (reden, erklären, Kompromiss finden…) und dein Kind immer noch vehement auf sein „Nein“ beharrt?

Fühlst du dich manchmal überfordert von all den Ansprüchen, die andere und du selbst an dich stellen?

Spürst du eine Verunsicherung wenn es darum geht, wie du dein Kind erziehen sollst bzw. willst?

Hast du dich schon mal verzweifelt gefragt, wie du es schaffen kannst, in schwierigen Situationen gelassener zu bleiben?

Wenn du eine oder mehrere Fragen mit „Ja“ beantworten kannst, dann bist du nicht alleine. Einigen KLEIN WIRD GROSS Leser/innen geht es ähnlich (laut Umfrageergebnissen). Sie suchen nach neuen Lösungsansätzen bzw. möchten Denkanstöße für einen respektvollen Umgang mit Kindern in Problemsituationen. Sie wollen alte Erziehungsmuster durchbrechen, um besser bei Herausforderungen reagieren zu können – ohne ihr Kind emotional zu verletzen. Sie suchen nach Tipps, um gelassener zu erziehen und einen roten Faden in der Erziehung zu haben.

Wünscht du dir,

  • Mehr Ruhe in euer Familienleben zu bekommen?
  • Im Umgang mit deinen Kindern mehr Wertschätzung und Liebe zu zeigen?
  • Dass du anders reagierst als es deine Eltern bei dir getan haben?
  • Einen Fahrplan für die Begleitung deines Kindes auf seinem Weg zu haben?
  • Einen guten Umgang mit Regeln, Grenzen und Konsequenzen?

Dann lese noch ein bisschen weiter und du erfährst, wie du deinen Weg finden kannst, um diesen Wünschen näher zu kommen, sie jeden Tag ein bisschen mehr Realität werden zu lassen.

Mehr Ruhe in euer Familienleben bekommen

Im ganz normalen Familienalltag gibt es nicht selten ein Durcheinander bzw. eine Unruhe. Es liegen Spielsachen herum, zwei Kinder streiten sich oder die Kinder laufen durch die Räume.

Um mehr Ruhe in den Alltag mit Kind zu bekommen, ist es wichtig, eine gewisse Struktur und Routine im Alltag mit Kindern zu haben.

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Die Struktur deines Tages sind die „Tages-Ablauf-Punkte“ wie z.B. Aufstehen, Frühstücken, Kindergarten, Freies Spiel am Nachmittag, Abendessen.

Routine hingegen sind die Tätigkeiten von dir oder deinem Kind, die zusammen gehören, um eine Sache auszuführen. Wie die Bett-Geh-Routine oder die Morgens-fertig-machen-Routine. Wir haben auch eine Nach-Hause-kommen-Routine. Routine ist immer eine Handlungsabfolge, die das gleiche Ziel verfolgen (Kind zum Schlafen führen, mit Kind das Haus verlassen, zu Hause ankommen)

Die Routine und Struktur des Alltags geben uns und den Kindern ein Gefühl von Ordnung, Sicherheit und Verlässlichkeit in all dem Durcheinander.

Umsetzung

Überlege dir, wie du deinen Alltag (anders) strukturieren kannst oder welche Routine du verändern oder einführen könntest, um mehr Ruhe in euren Alltag zu bekommen.

Im Umgang mit deinen Kindern mehr Wertschätzung und Liebe zeigen

Als meine Kinder Säuglinge waren, fiel es mir ganz leicht, sie so zu lieben, wie sie sind - auch wenn das hieß, dass ich 10x die Nacht geweckt wurde.

Erst im dritten Lebensjahr meiner Kinder bemerkte ich, dass sich in meine bedingungslose Liebe zu meinem Kind, Erwartungen an das Kind hereingeschlichen hatten. Z.B. "Jetzt ist er 2,5 Jahre alt, da sollte er es doch schaffen, sich 15 Minuten allein zu beschäftigen" oder "das muss sie doch jetzt verstehen, wenn ich 3x Nein gesagt habe"

Dadurch hat sich auch mein Verhalten ihnen gegenüber leicht verändert. Ich war ihnen gegenüber nicht mehr so einfühlsam und wertschätzend, wie ich es jedoch gerne sein wollte.

Erst als ich mir bewusst gemacht habe, dass mein Kind seine eigene Persönlichkeit entwickelt und seinen eigenen Weg gehen wird (wahrscheinlich früher als mir lieb ist), ist mir klar geworden, dass meine Aufgabe darin besteht, mein Kind in seiner Persönlichkeit anzunehmen - und dass das ein Prozess ist.

Umsetzung

Beobachte dein Kind im Spiel für 10 Minuten - an verschiedenen Tagen (oder mache eine Gewohnheit daraus) - und freue dich über die herausscheinende Persönlichkeit deines Kindes. Ob es erforscht, quengelt oder sich durchsetzt. Versuche es neutral zu beobachten - ohne zu bewerten. Du spürst dann vielleicht, welch ein Wunder dein Kind ist und fühlst dich ihm wieder ganz nahe oder du bist (zumindest jetzt) zurück in der bedingungslosen Liebe zu deinem Kind.

Verhaltensmuster - anders reagieren als die eigenen Eltern

Hast du das auch schon bei dir beobachtet?

Du wolltest nie diese ganz besondere und typische Verhaltensweise deiner Mutter/deines Vaters übernehmen und es bei deinem Kind wiederholen. Und doch ertappst du dich jetzt - seitdem du ein Kind hast, dass du in manchen Situationen genauso wie deine Eltern reagierst – obwohl du das gar nicht möchtest (du kannst nicht anders, es kommt einfach über dich).

Umsetzung

Wenn du die Verhaltenseisen deiner Eltern wiederholst, dann ist es wichtig, dich mit deinen Werten und Idealen bzgl. der Kindererziehung auseinanderzusetzen und auch mit denen deiner Eltern. Wenn du dich bewusst für Werte und Ideale in der Erziehung deiner Kinder entscheidest, dann kannst du alte Verhaltensmuster durchbrechen.

Ein Fahrplan für die Kindererziehung bzw. Begleitung deines Kindes auf seinem Weg

Es gibt so viele unterschiedliche Stile, wie du dein Kind auf seinem Weg begleiten kannst.

Oma, Opa, Bekannte und Verwandte - es gibt immer mal wieder gut gemeinte Ratschläge, wie du dein Kind (anders) erziehen sollst.

Wenn du andere Eltern beobachtest oder mit ihnen sprichst, dann erhältst du noch weitere Ideen, was du im Umgang mit deinem Kind verändern kannst.

Da kann es schon passieren, dass du keinen roten Faden mehr hast, wie du nun dein Kind erziehen möchtest.

Umsetzung

Deshalb ist es wichtig, dich mit deinem Erziehungsstil auseinanderzusetzen. Wie du dein Kind erziehen möchtest, was dir wichtig ist und welche Prioritäen du hast. So erhältst du eine innere Sicherheit und lässt dich nicht (so schnell) von Ratschlägen oder Tipps verunsichern.

Einen guten Umgang mit Regeln, Grenzen und Konsequenzen haben

Regeln, Grenzen setzen und Konsequent sein sind mit die am häufigsten genannten Schlagwörter beim Thema Kindererziehung.

Ich bin dafür, ein paar Regeln zu haben an die sich meine Kinder halten müssen, welche sich über die Jahre auch verändern können. Z.B. durfte mein Kleiner mit 2 Jahren nur mit mir an der Hand über die Straße gehen - ohne Ausnahme. Jetzt mit 3 Jahren darf er - immer noch mit mir zusammen - "alleine" über die Straße gehen (also ohne meine Hand zu halten). Eine andere Regel entstand, als sich meine Kinder regelmäßig beim Sofa hüpfen fest weh taten, dass sie auf dem Sofa nur noch auf den Knien hüpfen dürfen. (Wenn sie normal hüpfen möchten, können sie sich eine Matratze auf den Boden legen)

Ich setze meinen Kindern auch Grenzen - besonders dann, wenn sie meine Bedürfnisse missachten. Manchmal merke ich das zu spät, bin innerlich schon ganz unruhig geworden, dann fällt das Grenzen setzen leider nicht so freundlich aus...Immer öfter jedoch spüre ich es schon zuvor, dass ich jetzt langsam an meine Grenzen komme und teile das freundlich aber bestimmt mit: "Ich brauche etwas Ruhe beim Mittagessen, sonst fühle ich im Bauch so eine Unruhe und mir schmeckt das Essen nicht. Bitte hört auf mit ... erzählt mir lieber, was ihr heute im Kindergarten gemacht habt." (Mein Versuch, meine Bedürfnisse und Gefühle in kindgerechte Sprache zu verpacken)

Zum Thema Konsequenz möchte ich sagen, dass ich ein zwiespältiges Gefühl habe:

Einerseits ist es in unserer Gesellschaft, die nicht auf die Bedürfnisse von Kindern eingespielt ist (z.B. früher Schulbeginn), fast nicht machbar, ohne Konsequenzen zu erziehen, wie z.B. "Wenn du jetzt nicht isst, dann räume ich den Frühstückstisch ab, weil wir in 10 Minuten aus dem Haus gehen müssen, damit du in die Schule kommst".

Ansonsten bemerke ich es bei mir am Abend, wenn ich vom Tag erschöpft bin und mich auf meinen Feierabend freue, dass mir "wenn-dann"-Sätze herausrutschen, wie "Wenn du dich jetzt nicht fertig fürs Bett machst, dann haben wir keine Zeit mehr, ein Buch zu lesen"

Andererseits ist Konsequent sein nichts anderes als eine Machtausübung

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Sei dir bewusst, dass du beim Konsequent sein deinem Kind zeigst, dass du „mächtiger“ bist als dein Kind und es sich dir fügen muss, wenn es keine unangenehmen Folgen haben möchte.

Deshalb solltest du in deinem Alltag schauen – bevor du Konsequenzen ankündigst, ob dir diese Regel/die Grenze so wichtig ist, dass du das „Druck auf dein Kind ausüben“ und „ich bin mächtiger als du“ in Kauf nimmst oder ob du die Verhaltensänderung deines Kindes nicht schon im Vorfeld anpacken (andere Struktur/Routine) oder deine Einstellung verändern könntest.

Umsetzung

Welche Regeln sind dir wichtig? Wo liegen deine Grenzen? Teile sie mit! Und mache dir Gedanken darüber, inwieweit du konsequent sein möchtest und in welchen Bereichen du etwas flexibler werden könntest.

Fazit

Du hast in diesem Artikel erfahren, was du tun kannst, um:

  • Mehr Ruhe in euer Familienleben zu bekommen
  • Mehr Wertschätzung und Liebe zu zeigen
  • Anders zu reagieren als es deine Eltern bei dir getan haben
  • Einen Fahrplan für die Begleitung deines Kindes auf seinem Weg zu haben
  • Einen guten Umgang mit Regeln, Grenzen und Konsequenzen zu haben.

Wenn es dir schwer fällt, dich mit diesen Themen alleine auseinanderzusetzen, dir die Motivation zum Anfangen fehlt, oder du dir eine detaillierte Anleitung zur Umsetzung all der Punkte wünscht, dann findest du Hilfe bei meinem ElternKompass. Der ElternKompass ist ein E-Buch zum Ausdrucken und Ausfüllen und hilft dir Schritt für Schritt, für diese Themen (und noch weitere Erziehungsschwerpunkte) deine eigenen Lösungen/deinen eigenen Weg zu finden.

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