18. Oktober 2016

Artikelserie: Leser fragen – ich antworte zum Thema „Alltag mit Kind“

Jede Woche landen einige Emails von KLEIN WIRD GROSS Leser/innen in meiner Inbox mit Fragen zu bestimmten Alltagsthemen mit Kindern. Ich freue mich darüber und beantworte diese Fragen, solange sie in meinem Erfahrungsbereich liegen.

Mir ist bewusst geworden, dass sehr viele Eltern die gleichen Fragen haben und dazu Antworten suchen. Deshalb habe ich mich entschlossen, diese Artikelserie ins Leben zu rufen, die einmal im Monat erscheinen wird. So hast auch du Zugang zu meinen Antworten!

Du kannst dir die Fragen herauspicken, die gerade für dein Leben relevant sind.

Frage: Wie bekomme ich mein Kind dazu, sich die Zähne putzen zu lassen - ohne dass ich es mit Gewalt festhalten muss?

Das Thema Zähneputzen ist eine immer wiederkehrende Frage und stellt so manche Eltern vor eine Herausforderung.

Ich ließ meine Kinder (und die ich als Nanny betreute) zuerst alleine ihre Zähne putzen bzw. mit der Zahnbürste spielen und dann putzte ich nach. Das Nachputzen hat mal mehr und mal weniger gut geklappt. Je nach Laune und Müdigkeit der Kinder. Bis zu dem Tag, an dem ich angefangen habe, Lieder zum Zähne putzen für sie umzudichten . 

Wenn deine Kinder Lieder lieben, dann probiere es gleich einmal aus!​

Beispiele:

"Wer will fleißige Zahnputzer sehn, der muss zu dem/der (Name deines Kindes) gehn. /:Putz, putz, putz, putz, putz, putz, die Zahnbürste macht weg den Schmutz:/

"Es tanzt ein Bibabutzemann in (Name deines Kindes) Mund herum, fidebum, es tanzt ein Bibabutzemann in (Name deines Kindes) Mund herum. Er rüttelt sich und schüttelt sich und wirft die Bürste hinter sich. Es tantzt ein Bibabutzemann in (Name deines Kindes) Mund herum, fidebum."

Weitere Zahnputzideen, um das Zähneputzen spielerisch und somit interessanter für dein Kind zu gestalten:

  • Zahnbürste sprechen lassen, was sie denn alles so vom Essen des Tages findet
  • Sanduhr aufstellen und das Kind das Durchrieseln betrachten lassen, während du putzt
  • Zahnbürste hat heute Schluckauf und immer nach ein bisschen Putzen, hüpft sie im Mund (vorsichtig!) hoch und du machst laut "hicks".

Frage: Ich möchte so langsam abstillen, habe aber ein wenig Angst davor, sie dann nachts nicht mehr beruhigen zu können. Hast du da Erfahrungen?

Ja, da habe ich Erfahrung :-).

Aber erst nach meinem zweiten Kind. Meine Große war eine Superschläferin und hat sich völlig unkompliziert von alleine abgestillt.

Dann kam der Kleine. Das war eine Umstellung. Ich wusste nicht, dass ich mit so wenigen Stunden Schlaf über ein Jahr lebensfähig bleibe :-). Auf jeden Fall habe ich nach 13 Monaten auch das Thema Abstillen gehabt, da mein Sohn tagsüber überhaupt nicht mehr an der Brust interessiert war und hervorragend aß. Nachts jedoch diente es der Beruhigung und des Wiedereinschlafens. 

So habe ich mit dem Abstillen begonnen, nachdem ich für mich entschlossen hatte, dass ich nicht mehr Stillen als nächtliche Beruhigung einsetzen wollte, weil das ständige Aufgeweckt werden, mir an die Substanz ging:

Erst einmal habe ich das abendliche Stillen nicht mehr zum Schlafengehen sondern an den Anfang der Abendroutine gesetzt. Die Erklärung dafür und weitere Informationen zum Stillen als Einschlafhilfe findest du hier. 

Und dann habe ich ihn nachts nur nach jedem 2. Mal aufwachen gestillt, um zu sehen, wie gut ich ihn beruhigen konnte. (Habe genügend Übung im Beruhigen bekommen, da er alle 1-1,5 Stunden wach wurde!)

Viele Male habe ich es in kurzer Zeit geschafft, ihn mit Kuscheln und Herumtragen zu beruhigen. Einige Male nicht und ich habe gestillt. Das war o.k für mich.

​Nach mehreren Wochen - also einem langsamen Prozess - bin ich bis auf einmal Stillen pro Nacht gekommen, welches ich in die frühen Morgenstunden legte.

Was mir aufgefallen war: Seine Schlafphasen wurden länger und als er anfing immer mal wieder diese frühen Morgenstunden durchzuschlafen, war das Abstillen zu Ende gebracht.

Anmerkung: Für alle nachts stillenden Mamas: Solange das nächtliche Stillen für dich und dein Kind passt und du nicht darunter leidest (z.B. massiver Schlafmangel wie bei mir), dann besteht kein Grund, das Abstillen zu beginnen! Hör auf dein Herz und beobachte die Signale deines Kindes und du wirst wissen, wann für euch der Zeitpunkt gekommen ist!

​Frage: Meine größte Herausforderung ist, nicht nervös zu werden, wenn mein Kleinkind in eine andere Richtung will als ich! Wie bewahre ich die Ruhe und Gelassenheit, sodass ich mich nicht mit Macht durchzusetzen versuche?

Das ist wohl die Königsdisziplin aller Eltern: Ruhe und Gelassenheit bewahren, wenn das Kind anders will als man selbst :-). Ich selbst übe mich täglich darin - mal mit mehr und ein andermal mit weniger Erfolg.

Ich glaube das gehört zu dem niemals endenden Lernprozess von Eltern.

Mich haben die Konflikte mit meinen Kindern früher schwer beschäftigt und ich habe mir selbst mein Leben schwerer gemacht, weil ich es einfach nicht schaffte, aus meinem Verhaltensmuster in Konfliktsituationen auszusteigen.

Deshalb habe ich mich Anfang des Jahres dazu entschlossen, mich in diesem Thema weiterzubilden.​

Ich habe an einem genialen online Video-Kurs zur positiven Konfliktbewältigung mit Kindern teilgenommen. Ich war und bin so begeistert davon, dass ich mir heute noch (immer mal wieder) diese Videos anschaue, um das Gelernte weiter zu vertiefen und es weiterhin im Alltag umzusetzen.

Ich bin ein begeisterter Fan geworden, weil dieser Kurs meine Einstellung zu Konflikten nachhaltig und positv verändert hat.

Vielleicht willst auch du dir diesen Kurs (Konfliktnavigator) gönnen oder schenken lassen*, um Konflikten mit Kindern mit Gelassenheit zu begegnen?

In diesem kostenlosen Einführungswebinar* (=online Seminar) kannst du schauen, ob es etwas für dich ist!​

Hier kannst du noch in weiteren Artikeln zum Thema Gelassenheit stöbern:

Hast du schon den Artikel zu dem Thema gesehen, in dem andere Eltern ihre Tipps und Tricks verraten?

Oder diesen Artikel mit 20 Strategien, um gelassener zu werden?

Und zuletzt gibt es auch noch meine Blogparade zum Thema: mehr innere Ruhe und Zufriedenheit. Diese findest du hier.

Frage: Abends will sie (14 Monate) seit einer Woche nicht mehr gewickelt werden und auch keinen Schlafanzug anziehen. Merkt sie, dass es ins Bett geht?

Ich denke schon, dass sie weiß, dass es ins Bett geht und mit 14 Monaten wäre es eine typische Zeit, dass sie ihren eigenen Willen entdeckt und mit ihrem Widerstand vielleicht mitteilen will, dass sie keine Lust hat auf Schlafen (auch wenn sie müde ist - der Reiz des Spielens ist einfach zu groß).

Es kann der Beginn der Autonomiephase (Trotzphase) sein, in der sie schaut, mit welchen Strategien sie das bekommt, was sie sich vorstellt.

In dieser Zeit ist es wichtig, auf dein Kind einzugehen, seine Wünsche anzuhören und eine kleine Abmachung zu treffen ("ich habe dich verstanden, du willst noch nicht deine Windeln wechseln lassen - du darfst jetzt noch ein bisschen spielen und dann gehen wir zum Wickeltisch, o.k.?").​

Das "o.k.?" nutze ich aus folgenden Grund: Damit eine Kommunikation entstehen kann darüber, welche Bedürfnisse (in diesem Fall: Mutter und Kind) haben und kurz darüber gesprochen wird, bis beide eine gemeinsame Lösung finden. Das Kind könnte und darf auch Verhandeln, dass es z.B. erst noch 2 Spiele spielen will und dann zum Wickeln mitgeht. Wenn ich das nicht möchte oder keine Zeit dafür habe, dann darf ich das "o.k.?" nicht an mein Satzende anhängen!

​Frage: Meine nervliche Grenze ist momentan sehr weit unten. Ich schimpfe und ermahne (leider) sehr viel. Ich möchte die Tage mit meinen Kindern entspannt gestalten und geniessen - doch ich weiss nicht, wie ich das hinbekomme 🙁

Ich kenne diese Tage, an denen ich einfach zu viel schimpfe oder nörgle oder...

An meinen Nörgeltagen teile ich meinen Kindern mit, dass ich heute nicht so gut gelaunt bin und ihre Hilfe brauche, sodass ich nicht ständig schimpfe. Ich erkläre ihnen z.B., dass es heute ganz besonders wichtig für mich ist, dass es ruhiger ist, weil ich die Nacht davor schlecht geschlafen habe und erschöpft bin. Ich frage meine Kinder "schafft ihr das, für mich heute etwas leiser zu spielen?".

Was mir generell hilft, wieder entspannter mit meinen Kindern umzugehen und meine Zeit mit ihnen zu genießen, ist eine Auszeit für mich selbst - vorzugsweise WEG von Zuhause - für ein paar Stunden oder noch besser einen ganzen Tag! Wenn das gerade nicht möglich ist, dann helfen auch Mini-Auszeiten.

Das waren die Fragen und Antworten für diesen Beitrag - weitere werden folgen. Brennen dir Fragen zum Alltag mit deinem Kind auf deinen Lippen? Dann stelle sie mir doch in den Kommentaren und ich werde mein bestes Geben, um deine Fragen in einem der nächsten Frage-und-Antwort-Artikeln zu beantworten!

*das ist ein Affiliatelink. Ich habe diesen Kurs gekauft für mich selbst und nur weil er mein Leben so positiv beeinflusst hat, habe ich mit dem Konfliktexperten Kontakt aufgenommen, ob er mich als Affiliate haben möchte!

Teile den Artikel

Hinterlasse einen Kommentar

Kommentiere:

Diese Website verwendet Cookies für eine optimale Funktionalität. Außerdem gibt es die Option Inhalte zu teilen. Dabei werden ggf. Daten an die jeweiligen Netzwerke (Facebook, Twitter, Google, Pinterest) übertragen. Mit der Nutzung dieser Website (scrollen, navigieren) bzw. der Share-Buttons erklärt sich der Benutzer damit einverstanden. Weitere Informationen

Cookies sind kleine Dateien, die es ermöglichen, auf dem Zugriffsgerät der Nutzer (PC, Smartphone o.ä.) spezifische, auf das Gerät bezogene Informationen zu speichern. Sie dienen zum einem der Benutzerfreundlichkeit von Webseiten und damit den Nutzern (z.B. Speicherung von Logindaten). Zum anderen dienen sie, um die statistische Daten der Webseitennutzung zu erfassen und sie zwecks Verbesserung des Angebotes analysieren zu können. Die Nutzer können auf den Einsatz der Cookies Einfluss nehmen. Die meisten Browser verfügen eine Option mit der das Speichern von Cookies eingeschränkt oder komplett verhindert wird. Allerdings wird darauf hingewiesen, dass die Nutzung und insbesondere der Nutzungskomfort ohne Cookies eingeschränkt werden.

Schließen