19. Dezember 2016

Interviewreihe: Tipps für Eltern von Coaches Nr.4

Vor ein paar Monaten habe ich nach Coaches gesucht, die mit Eltern arbeiten, um deren Alltag zu verbessert, neu zu organisieren, freudiger zu gestalten oder ihnen bei einem Neuanfang zu helfen.

Die Idee war, über meinen eigenen Tellerrand hinauszuschauen und eine Interviewreihe ins Leben zu rufen, in der jeder Coach die gleichen Fragen bekommt und dir zusätzlich ein paar Tipps aus der Praxis als Coach verrät, die du selbst sofort und selbständig anwenden kannst.

Das ist nun das 4. Interview:

1. Stelle dich, deine Webseite und deine Arbeit kurz vor

Ich heiße Isabel Falconer und arbeite als Trainerin für persönliches und spirituelles Wachstum. Auf meiner Website gebe ich Impulse zur Menschlichkeit. Sowohl auf dem Blog als auch in den Einzelbegleitungen geht es darum, einen liebevollen und friedlichen Umgang mit sich selbst zu etablieren. Als Grundlage für jede Beziehung, die man als Mensch so führt.

Seit über 15 Jahren unterrichte ich Bewegung und Entspannung für Eltern und Kinder, daher liegt in meiner Arbeit auch besonderes Augenmerk darauf, Eltern und Kinder in ihren Kompetenzen, Bedürfnissen; in ihrem ganzen Sein zu stärken.

Meine Webseite: Magna-Mater​

2. Auf KLEIN WIRD GROSS geht es um einen entspannten und freudigen Alltag mit Kind. Wie hilfst du Eltern, die erschöpft, gestresst, gereizt und genervt von ihrem Alltag mit Kind, Haushalt und Jobs sind? Was ist deine inspirierendste Methode, um wieder mehr Freude im Alltag zu verspüren?

In unserer Gesellschaft herrscht ein stiller Konsens, dass wir alles alleine schaffen müssen. Daher frage ich als erstes ab, wo welche Unterstützung vorhanden ist. Ansonsten etabliere ich mit den Eltern Entschleunigung und Gelassenheit. Im Innehalten, in der Stille erkennt man den wahren Wert des Lebens. Das Wesentliche.

Dein Praxistipp, den du sofort und selbständig umsetzen kannst:

Schau Deine Kinder an mit den Augen des Herzens. Lass Dich von ihnen inspirieren und Dir ihre Welt zeigen. Genieße die Zeit mit ihnen.

3. KLEIN WIRD GROSS Leser/innen berichten mir oft, wie sie sich in Stresssituationen überfordert fühlen und in alte Verhaltensmuster wie Schimpfen oder Drohen zurückfallen. Wie würdest du diese Eltern dabei unterstützen, ihr Verhaltensmuster zu verändern?

Wir würden uns zunächst anschauen, welche Muster da immer wieder angehen und in einem zweiten Schritt der Ursache auf den Grund gehen. Die weitere Arbeit ist eine Mischung aus Symptombehandlung und Ursachenauflösung. Auch hier besonders wichtig: Den liebevollen Umgang mit sich selbst in den Vordergrund zu stellen. Die meisten Eltern wollen nicht so mit ihren Kindern umgehen und sind im Nachgang enttäuscht von sich und ihrem Verhalten. Kinder verzeihen uns vieles und auch wenn es Geschehenes nicht ungeschehen macht:

Dein Praxistipp, den du sofort und selbständig umsetzen kannst:

Eine aufrichtig gemeinte Bitte um Entschuldigung kann so manche Wunde wieder heilen. Und dafür muss man sich selbst verzeihen können.

4. Schuldgefühle, hohe Erwartungen an sich selbst, Perfektionismus lasten schwer auf den Schultern mancher Eltern. Was ist dein bester Tipp, diese Gefühle/Einstellungen hinter sich zu lassen?

Aufmerksam, bewusst und wach durch den eigenen Alltag gehen. Das alles steckt in dem Modewort „Achtsamkeit“. Dabei immer wieder verlangsamen und innehalten.

Dein Praxistipp, den du sofort und selbständig umsetzen kannst:

In den Bauch und ins Herz hinein horchen. Sich fragen: ist das gerade notwendig? Ist es wichtig oder dringlich? Will ich das überhaupt selbst oder wollen das vielmehr andere von mir?

Zwei Sätze gebe ich meinen Klienten immer wieder gern mit auf den Weg: Einfach machen. Und zwar im doppelten Sinne: Mach es Dir einfach und/oder mach einfach mal. Denn Perfektionismus, Scham, Schuld und hohe Erwartungen lähmen uns zu oft bis zur Regungslosigkeit. Optimieren kann man unterwegs.

Was direkt zum zweiten Satz überleitet: Gut ist gut genug. Es herrscht ein heimlicher Mütterwettkampf - bei dem sich letztlich keiner wohl fühlt. Es erfordert vielleicht Mut und Überwindung, daraus auszubrechen, aber es ist sehr bereichernd. Für sich selbst, aber auch das Umfeld.

5. Was ist dein bester Tipp wie Eltern wieder Kontakt zu ihren eigenen Bedürfnissen aufnehmen können, wenn sie diese im Laufe der Jahre immer hintenan gestellt haben. Und auch wie sie für deren Erfüllung einstehen können.

Auch hier wieder: langsam werden und innehalten. Der inneren Stimme lauschen (und dabei auch fragen, wer denn da eigentlich spricht!). Kontakt zum Herzen und zum Bauch aufnehmen. Denn diese beiden geben zuverlässigen Hinweis über die eigenen Bedürfnisse. Wer sich über seine Bedürfnisse im Klaren ist und weiß, warum es so wichtig ist, diese zu erfüllen, kann sie auch klar und nachdrücklich, aber liebevoll und doch bestimmt ausdrücken.

Dein Praxistipp, den du sofort und selbständig umsetzen kannst:

Deine eigenen Bedürfnisse zu erkennen und zu erfüllen gehört zu Deiner wichtigsten Aufgabe als Mama und Papa. Du lebst damit Deinen Kindern etwas sehr wichtiges vor: nämlich, dass ein jeder SELBST für die Erfüllung seiner Bedürfnisse zuständig ist. Du lebst damit vor, dass Du selbst der wichtigste Mensch in Deinem Leben ist. Hier wird oft der Vergleich mit der Sauerstoffmaske im Flugzeug gezogen: Zuerst sich selbst aufsetzen und dann dem Nachbarn helfen. Du leistest damit Deiner Familie einen wichtigen Dienst: denn es ist niemandem geholfen, wenn Du selbst nicht mehr kannst. Weil Deine Bedürfnisse nicht erfüllt sind.

Meinen Kindern sage ich immer beim zu Bett bringen, dass ich sie sehr liebe. Mein großer Sohn antwortet darauf stets: „Mami: ich liebe Dich und meinen Papi und meinen Brudi und mich selbst.“ Er hat in seinen jungen Jahren das Wesentliche, die Basis für Liebe erkannt. Selbstliebe!

6. Welchen Tipp kannst du Eltern geben, wenn sie mit Familie, Haushalt und (Vollzeit)Job überlastet sind und deshalb wenig Freude im Alltag mit Kind haben. Wie kann eine (berufliche) Veränderung möglich werden?

Wer überlastet ist und keine Freude mehr hat, sollte meiner Meinung nach unbedingt Unterstützung in Anspruch nehmen. Etwa durch eine Haushaltshilfe, einen regelmäßigen Babysitter oder auch in Form von Begleitung, Beratung oder Coaching. Die Bandbreite ist groß und es gibt wirklich viele tolle Angebote.

Bei städtischen Trägern, caritativen Einrichtungen, für Privatzahler vor Ort und Online oder in Form von Kursen. Der erste Schritt ist der wichtigste zur Veränderung. Und darauf folgen viele weitere kleine Schritte.

Dein Praxistipp, den du sofort und selbständig umsetzen kannst:

Es gibt immer drei Möglichkeiten: Ändere Deine Einstellung oder die Umstände. Oder beides. Es kostet Kraft, es kostet Mut und Ausdauer. Aber am Ende eines solchen Prozesses bist Du ein ganzes Stück gewachsen. Und so, wie unsere Kinder nachts mit Wachstumsschmerzen aufwachen, tut auch das persönliche Wachstum manchmal weh. Aber nicht so sehr, wie die Stagnation!

7. Was wolltest du schon immer einmal zu Eltern sagen, um das Beste in ihnen ins Rampenlicht zu stellen, in ihr Bewusstsein zu holen?

Vertraue Dir. Vertraue Deinem Kind. Ihr seid wundervoll!

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