17. Februar 2017

Artikelserie: Leser fragen – ich antworte zum Thema „Alltag mit Kind“ Nr. 3

Jede Woche landen einige Emails von KLEIN WIRD GROSS Leser/innen in meiner Inbox mit Fragen zu bestimmten Alltagsthemen mit Kindern. Ich freue mich darüber und beantworte diese Fragen, solange sie in meinem Erfahrungsbereich liegen.

Mir ist bewusst geworden, dass sehr viele Eltern die gleichen Fragen haben und dazu Antworten suchen. Deshalb habe ich mich entschlossen, diese Artikelserie ins Leben zu rufen, die einmal im Monat erscheinen wird. So hast auch du Zugang zu meinen Antworten!

Du kannst dir die Fragen herauspicken, die gerade für dein Leben relevant sind.

Frage: Mein Kind ist 2 Jahre alt. Ihm wird sehr schnell langweilig und es ist eine Herausforderung ihn zu beschäftigen, weil das Interesse für egal was in ein paar Minuten weg ist. Was kann ich tun?

Ich möchte dir zwei Überlegungen an die Hand geben, die dir weiterhelfen.

1) Damit dein 2jähriges Kind sich länger mit einem Spielzeug beschäftigt, braucht es zu allerest etwas, das es interessiert und meistens auch einen Spielpartner, der das Spiel weiterhin interessant hält. Mit zwei Jahren kann sich dein Kind noch nicht länger als ein paar Minuten auf eine Sache konzentrieren.

2) Ist dein Kind sehr wissbegierig und entdeckungsfreudig und braucht die Stimulation der unterschiedlichen Spiele? Oder machen die vielen Spiele es total unruhig? Wenn dein Kind glücklich ist, dann ist es vielleicht sein Weg, sich zu Entwickeln. Wenn es unruhig ist oder will, dass du mit ihm spielst, dann kannst du das Spiel auf einen Spielgegenstand konzentrieren.

Wie du mit deinem Kind spielen kannst, um sein Spielinteresse auf einen Gegenstand zu lenken:

Beobachte dein Kind mit was es gerne spielt.

Wenn du Zeit hast, dich mit deinem Kind zu beschäftigen, dann hole eines der momentanen Lieblingsspielzeuge und spiel mit deinem Kind. Wenn du merkst, dass es das Interesse verliert, varierst du das Spiel:

Beispiel: Spiel mit Ball

  • Ball hin und her rollen
  • Ball zuwerfen und fangen probieren
  • den Ball vom Sofa runterrollen lassen
  • den Ball unter dem Stuhl durchrollen...

Wenn dein Kind immer noch gerne mit dir weiterspielen möchte, kannst du das Spiel mit dem Ball weiter ausbauen, indem du einen weiteren Gegenstand dazu holst und das Spielinteresse am Ball weiterhin bestehen bleibt.

  • du könntest ein Brett holen und eine Rollbahn bauen
  • oder eine Decke und den Ball darunter verstecken bzw. darauf legen und die Ecken der Decke leicht anheben, sodass sich der Ball von alleine bewegt.

Frage: Es stresst mich, dass ich wegen meiner Berufstätigkeit das Gefühl habe zu wenig Zeit für die Kinder zu haben, da der Alltag auch noch organisiert werden muss. Wie bekomme ich eine Balance hin?


Mir ging es auch oft so, dass ich das Gefühl hatte, zu wenig Zeit für meine Kinder zu haben, seit ich angefangen habe, mich selbständig zu machen.

Dann habe ich mir das Ziel gesetzt, jedem Kind pro Tag eine halbe Stunde ungeteilte Aufmerksamkeit zu schenken.

Wenn ich das schaffte, dann hatte ich am Abend nicht so ein Gefühl, zu wenig Zeit für meine Kinder gehabt zu haben.

Das war manchmal gar nicht so einfach mit Kindergarten abholen, Essen machen, Haushalt, Kinderfreunde zu Besuch haben, Schlafenszeit...

​Deshalb habe ich dann verstärkt meine Haushaltstätigkeiten mit meinen Kindern zusammen gemacht. Mein Sohn kochte gerne mit mir und meine Tochter half mir gerne beim Wäsche aufhängen.

Im letzten Jahr habe ich dies noch ausgebaut, indem ich die Haushaltstätigkeiten mit Spielen verbunden habe. So ist Haushalt machen und Spielzeit eins geworden.

Hier erfährst du mehr über die 9 Spiele, um Haushalt und Spielzeit zu verbinden.

Frage: Mein Kind will immer im Mittelpunkt stehen, wenn wir Besuch bekommen. Sie will dann mit dem Besuch spielen und lässt uns Erwachsene nicht in Ruhe einen Kaffee trinken. Über einen Tip, was man da machen kann, wäre ich dir sehr dankbar.

Bei manchen Besuchen ist mein Kind auch sehr einnehmend gewesen. Dann habe ich im Vorfeld meiner Tochter erklärt, dass der Besuch (z.B. Taufpatin) zu uns beiden zu Besuch kommt.

Ich sagte ihr, dass die Taufpatin sehr gerne Zeit mit ihr verbringt, und dass die Taufpatin auch meine Freundin sei und sich mit mir unterhalten möchte.

Wir besprachen, dass wenn die Taufpatin kommt, sie zuerst mit ihr spielen darf und dann machten wir einen Zeitpunkt (z.B. nach dem Kuchen essen) aus, wenn ich mit der Taufpatin in Ruhe sprechen und sie sich selbst beschäftigen darf.

Zum Abschluss - nach dem sich alleine beschäftigen müssen, darf sie nochmal mit ihrer Taufpatin spielen.

Das klappte schon ganz gut als sie 3 Jahre alt war und noch besser als sie älter wurde.


Frage: Mein Kind (2,5 Jahre) will plötzlich nicht mehr alleine einschlafen. Hast du mir hierzu ein paar Tipps?

In diesem Alter können verstärkt Ängste auftauchen, die mal schneller und mal langsamer wieder verschwinden.

Kleinkinder sind in der magischen Phase und sehen alles mit "anderen auf sich bezogenen Augen" - alles passiert für sie bzw. wegen ihnen und Ursache-Wirkung wird oftmals ignoriert. Daraus können plötzlich entstehende Ängste resultieren.

Mein Kleiner hat mit 2 Jahren bis jetzt (3,5 Jahre) so eine Phase gehabt, dass er nicht mehr alleine einschlafen wollte. Langsam wird es wieder besser - ist jedoch immer noch tagesäbhängig.

Angefangen haben seine Ängste mit so etwas Kleinem wie das Blinken des Feuermelders, der zuvor immer schon in großen Abständen geblinkt hat. Das hat ihm urplötzlich Angst gemacht und danach hatte er Angst, alleine im Zimmer zu sein - obwohl ich das Licht abgeklebt hatte.

Als Tipps kann ich dir Folgendes mit auf den Weg geben:

  • nimm die Ängste deines Kindes an und schenke ihm deine Nähe und Geborgenheit, um ihm wieder ein Gefühl der Sicherheit zu schenken. Nur wenn sich dein Kind sicher fühlt, kann es auch einschlafen
  • Vor dem Schlafengehen kannst du eine extra Kuschelzeit einplanen und machen, um deinem Kind einen "Vorschuss" für die Nacht zu geben
  • zeige Verständnis für die Ängste deines Kindes und sag ihm, dass du es und seine Ängste verstehst und dass es ok ist, Angst zu haben und dass du für es da bist bzw. im Raum bleibst, bis es eingeschlafen ist

Frage: Am schwierigsten ist es, irgendwo weg zu gehen wo gerade gespielt wurde. Z.B. Spielplatz verlassen mit Baby und 2,5jährigem Kind. Wie bekomme ich meinen Großen ohne Geschrei vom Spielplatz?

Das allerwichtigste ist, dein Kind darauf vorzubereiten, dass ihr jetzt dann gehen werdet.

10 Minuten vorher schon anfangen zu erwähnen, dass ihr bald gehen werdet.

5 Minuten vorher erwähnen, dass es jetzt gleich Zeit ist zu gehen.

Kurz vor dem Gehen:​

​"Du darfst jetzt noch 6x Rutschen und dann gehen wir"

Je besser dein Kind weiß, was kommt, desto eher macht es dann mit, wenn es soweit ist, weil es sich schon darauf einstellen konnte.

Wenn ihr viele Spielsachen oder Taschen dabei hattet, kannst du es auch so lösen: Als ich viel bepackt auf dem Spielplatz mit 3jähriger und Säugling war, dann habe ich die Sachen portionsweise zum Kinderwagen gebracht.

Erst mal Wickeltasche und Spielsachen. Dabei sagte ich meinem Kind, dass ich schon zusammen packe, weil wir gleich gehen werden.

Dann brachte ich mein Baby in den Kinderwagen und sagte: "Komm bitte zum Ende mit deinem Spiel. Ich setze schon L. in den Kinderwagen."

Zum Schluss lässt du dein Kleinkind noch etwas nach seiner Wahl 1x machen (z.B. Balancieren über einen Stamm) und dann winkt ihr dem Spielplatz zu. Das gibt deinem Kind Zeit zum Verabschieden.

Das geht natürlich nur, wenn das Geschwisterkind nicht im Kinderwagen weint.

Das waren die Fragen und Antworten für diesen Beitrag - weitere werden folgen. Brennen dir Fragen zum Alltag mit deinem Kind auf deinen Lippen? Dann stelle sie mir doch in den Kommentaren oder über die Kontaktseite meiner Webseite und ich werde mein bestes Geben, um deine Fragen in einem der nächsten Frage-und-Antwort-Artikeln zu beantworten!

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