30. März 2017

Hilfe mein Kind kommt in die Pubertät!!! …oder wie die spannende Zeit der Pubertät beginnt

Nachdem ich einige Anfragen von Klein wird GROSS Leserinnen bekommen habe, dass sie sich einen Artikel zur Vorpubertät wünschen, habe ich mich auf die Suche nach einer Gastautorin gemacht - nachdem meine Kinder noch zu jung für dieses Thema sind :-).

Ich musste nicht lange suchen, weil ich Daniela von KeepCoolMama schon länger (online) kenne und sie sich auf das Thema Pubertät spezialisiert hat.

Deshalb übergebe ich jetzt das Wort an Daniela:

Zu sehen ist noch nichts, aber schon deutlich zu spüren

Eltern sein ist eine tolle Sache, auch wenn man manchmal ganz schön auf die Probe gestellt wird. Ganz besonders spürt man das in der Pubertät. Aus den süßen lieben Kleinen werden scheinbar ganz plötzlich zickige und bockige Wesen. Oft schon, bevor die ersten körperlichen Anzeichen zu erkennen sind. Zu sehen ist also noch nichts, aber schon deutlich zu spüren.

Aber ganz so plötzlich, wie es manchmal scheint, ist es dann doch nicht. Die erste Phase, die sogenannte Vorpubertät, gibt Eltern und Kindern Zeit, sich auf die „richtige“ Pubertät vorzubereiten.
Meist beginnt diese Vorpubertätszeit zwischen dem 9. und 11. Lebensjahr. Bei Mädchen meist früher als bei Jungs.

„Flegeljahre“ und „Zickenterror“

Jungs messen verstärkt dann untereinander ihre Kräfte, verbal und auch manchmal körperlich. Jeder ist größer, cooler, lauter, besser….und ein verstärkter Bewegungsdrang ist bei vielen ganz deutlich. Dieser kehrt sich später oft ins Gegenteil um und die Burschen werden träge und lümmeln gerne in ihrem Zimmer herum. Sie sind Lümmel, Rotzlöffel und eindeutig in den Flegeljahren.

Die Mädels tuscheln, albern und kichern und finden alles peinlich. Das kann auch schnell einmal die Eltern treffen. Das dann wirklich nicht persönlich nehmen, sie verändern ihren Blick auf verschiedene Dinge. Das andere Geschlecht wird auch ab und an schon neugierig beäugt. Allerdings sind gleichaltrige Jungen eher uninteressant, alleine schon, weil die Mädels doch schon um einiges weiter in der Entwicklung sind und früher anfangen sich zu verändern und zu pubertieren.

Einige Anzeichen

Diese Übergangsphase spiegelt sich oft auch nach außen wieder. Vor allem Mädchen fangen an, ihren eigenen Klamottenstil zu entwickeln. Oft mischt sich dort das Kindliche mit dem Jugendlichen deutlich. Das kann in der Vorpubertät schon etwas seltsam anmuten. Dann sind auch die Eltern gefragt. Allerdings bitte nicht auslachen oder maßregeln. Mit Rat und Tat zur Seite stehen oder mit viel Einfühlungsvermögen, die Meinung dazu kundtun. Dabei auch unbedingt beachten, dass sie ihren eigenen Geschmack entwickeln dürfen! Auch das gehört zum Erwachsenwerden dazu.

Auch im Kinderzimmer gesellen sich Plakate von angehimmelten Stars zu den Kuscheltieren auf dem Bett. Also es gibt ganz eindeutig eine Übergangsphase, die es Kindern und Eltern ermöglicht, sich daran zu gewöhnen und bewusst reinzuwachsen.

Bei vielen zieht nun das Chaos ein. Dieses spiegelt sehr gut das Chaos wieder, was bei den Kids gerade im Kopf herrscht. Welches Chaos da oft herrscht, kannst du hier aus erster Hand lesen… „Chaos im Kopf…was Teenager wirklich empfinden!“

Neue Bezugspersonen

Stück für Stück werden nun auch Freunde die wichtigeren Bezugspersonen, als die Eltern. Auch das ist ein Teil der deutlichen Abgrenzung und Abnabelung von den Eltern. Das ist nicht immer ganz einfach zu akzeptieren, aber doch ein wichtiger Punkt. Wenn du aber übst loszulassen und deinem Kind zu vertrauen, dann wird es bei den ganz wichtigen Dingen zu dir kommen. Ein absolutes no go ist in diesem Fall das Hinterher spionieren. Auch wenn du, unter dem Deckmantel der Sicherheit, Handy oder sonst etwas kontrollierst, ist das ein Vertrauensbruch.

Rede und teile Bedenken mit, kläre dein Kind über Gefahren auf. Interessiere dich für das, was dein Kind tut, aber eben in Form von tatsächlichem Interesse und Verständnis, statt durch heimliche oder zwangsweise Kontrolle.

Manchmal ist es nicht ganz einfach

Der schwierigste Punkt für die Eltern ist aber meist, dass nun vermehrt versucht wird, Grenzen zu sprengen und Regeln zu hinterfragen. Aber genau das gehört zum Erwachsenwerden dazu. Sich abgrenzen und eine eigenständige Persönlichkeit werden, die ganz eigene Grenzen hat.

Da gilt es nun regelmäßig hinzuschauen, hinzuhören und das Kind, den werdenden Teenager, mit einzubeziehen. Die neuen Bedürfnisse mit ernst zu nehmen und ein gutes Vertrauensverhältnis aufzubauen. Bzw. das bestehende zu nutzen und sozusagen anzupassen.

In ihrer Entwicklung müssen und wollen sie nun vieles alleine durchmachen. Auch wenn es nicht immer so aussieht und die Kids anderer Meinung sind, aber trotzdem werden wir Eltern im Hintergrund natürlich noch gebraucht. Nur wie, das verändert sich mit der Zeit.

Wir schaffen den sicheren Rahmen für eine gute Entwicklung. Manchmal ist das gar nicht so einfach. Ist er zu groß, der Rahmen, drohen die Teenager herauszufallen. Ist er zu eng, werden sie mit aller Macht versuchen, aus ihm auszubrechen.

Eltern müssen nun eins lernen: „Loslassen, ohne fallen zu lassen.“

Wie schaffst du das?

  • Wichtig ist, dass du dafür unbedingt dein Bauchgefühl einschaltest. Schau genau hin! Versetz dich in dein Kind und finde heraus, wie sich die Bedürfnisse verändern.
  • Vertraue dir und dem, was du an Werten und Grundlagen deinem Kind mitgegeben hast. Manchmal werden sie in Frage gestellt, aber das gehört zur Pubertät und zur Entwicklung einer eigenen Persönlichkeit dazu.
  • Vertraue deinem Kind!!! Traue ihm/ihr zu, Entscheidungen treffen zu können. Das kann auch mal daneben gehen, aber nur so lernt man für´s Leben. Stehe statt diktierend, mit Rat und Tat zur Seite, wenn es nötig ist.
  • Nimm dein Kind ernst und mache dich niemals über scheinbar Belangloses lustig!
  • Lasse deinem Kind Privatsphäre, die es jetzt immer öfter und dringender braucht. Schafft einen Rückzugsort ( meist das eigene Zimmer ) , wo dein Kind leben kann, wie es möchte. Auch wenn dort Chaos einzieht, biete nur deine Hilfe an, aber lasse die Entscheidung, wann etwas gemacht wird beim Teenager.

Und zuletzt wie immer mein Rat: versuche als Mutter/Vater die Zeit mit einer gewissen Gelassenheit anzugehen. Als Eltern wachsen wir mit der Entwicklung unserer Kinder und dürfen dahinein vertrauen, dass wir sie gut gemeinsam mit unserem Kind meistern werden.

Damit dir das gelingt, habe ich hier meine besten Tipps zum kostenlosen Download für dich vorbereitet: 5+1 KeepCool-Tipps

KeepCool

Deine Daniela

Über die Autorin


Daniela Strube Coach/Bloggerin/Mutter coacht und berät Mütter mit Kindern in der Pubertät.

Als Psychologischer Berater (VfP) und zertifizierter Burnout-Berater hilft sie Müttern aus dem Strudel von Konflikten, Stress und Wut zu kommen und ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Loslassen und Vertrauen herzustellen.

Schwerpunkte Ihrer Arbeit sind Burnout-Prävention, Hochbegabung und AD(H)S.

Pubertät ist die Zeit, in der Kinder entspannte Eltern brauchen. KeepCoolMama unterstützt sie dabei.



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