7. April 2017

Interviewreihe: Tipps für Eltern von Coaches Nr.7

Vor ein paar Monaten habe ich nach Coaches gesucht, die mit Eltern arbeiten, um deren Alltag zu verbessert, neu zu organisieren, freudiger zu gestalten oder ihnen bei einem Neuanfang zu helfen.

Die Idee war, über meinen eigenen Tellerrand hinauszuschauen und eine Interviewreihe ins Leben zu rufen, in der jeder Coach die gleichen Fragen bekommt und dir zusätzlich ein paar Tipps aus der Praxis als Coach verrät, die du selbst sofort und selbständig anwenden kannst.

Das ist nun das 7. Interview:

1. Stelle dich, deine Webseite und deine Arbeit kurz vor

Mein Name ist Vera Rosenauer und ich begleite mit Abenteuer Erziehung Eltern in allen Fragen der Erziehung und Ernährung ihrer Kinder. Spezialisiert habe ich mich vor allem auf die ersten Lebensjahre, weil ich die für besonders wichtig halte. In dieser Zeit werden wesentliche Weichen für die Zukunft gestellt.

Bei Abenteuer Erziehung bekommen Eltern die Ausrüstung, mit der sie ihr ganz persönliches Abenteuer Familienalltag gelassen meistern können. Diese Ausrüstung wird in Form von Blogartikeln, Webinaren, Online-Kursen, Beratung und Live-Workshops bereitgestellt.

2. Auf KLEIN WIRD GROSS geht es um einen entspannten und freudigen Alltag mit Kind. Wie hilfst du Eltern, die erschöpft, gestresst, gereizt und genervt von ihrem Alltag mit Kind, Haushalt und Jobs sind? Was ist deine inspirierendste Methode, um wieder mehr Freude im Alltag zu verspüren?

Das Leben mit Kindern kann manchmal sehr (SEHR) anstrengend sein und ich halte es für nicht möglich, da immer dauergelassen und entspannt zu sein! Das ist ein Anspruch an sich selbst, der absolut unerfüllbar ist und somit eine ganze Menge Stress zusätzlich schafft.

Mit meinen Klientinnen arbeite ich daran, sich selbst zu erlauben, eben auch mal gestresst, gereizt und genervt zu sein. Und wir finden Wege, wie die ganze Familie einander auch ihre nicht so angenehmen Gefühle sozial angemessen mitteilen kann.

Dein Praxistipp, den du sofort und selbständig umsetzen kannst:


So kannst du oder deine Kinder eure Stimmungen schon im Vorfeld mitteilen und die anderen können sich darauf einstellen:

Das kann zum Beispiel mithilfe einer Wutampel geschehen: dabei wird ein Bild von einer Ampel ausgemalt/ausgedruckt und für jedes Familienmitglied gibt es eine Wäscheklammer, die mit dem Namen oder einem Zeichen markiert wird. Entsprechend seiner Stimmung steckt die Klammer dann bei rot, grün oder gelb. Natürlich wird die Bedeutung der Ampel auch mit den Kindern besprochen.

So kann ich mich als Mama z.B. auch mal vorsorglich auf gelb stecken, wenn der Tag bis jetzt schon sehr anstrengend war und signalisiere das damit auch deutlich meinen Kindern.

3. KLEIN WIRD GROSS Leser/innen berichten mir oft, wie sie sich in Stresssituationen überfordert fühlen und in alte Verhaltensmuster wie Schimpfen oder Drohen zurückfallen. Wie würdest du diese Eltern dabei unterstützen, ihr Verhaltensmuster zu verändern?

Stress saugt regelrecht den Sauerstoff aus dem Gehirn ab und vermindert damit die Denkleistung. Somit ist es kein Wunder, dass wir dann in Verhaltensmuster zurückfallen, die wir in der frühen Kindheit entweder selbst erlebt oder angewandt haben.

Wer kennt das nicht? Man diskutiert mit einem Vierjährigen und argumentiert ganz schnell selbst auf dem Niveau eines Kleinkindes.

Wiederum: das ist ganz normal und passiert den meisten Eltern! Ein erster Schritt ist, diese Situationen und Verhaltensmuster überhaupt wahrzunehmen und zu erkennen. Erst dann kann darüber reflektiert werden, was geändert werden könnte.

Dein Praxistipp, den du sofort und selbständig umsetzen kannst:


Zusätzlich schauen wir dann, wo Mütter in ihrem Alltag (mitunter winzig)kleine Entspannungsrituale einbauen können. Zum Beispiel: jedes Mal beim Trinken für ein paar Sekunden die Augen zumachen und nachspüren, wie das klare Wasser einem gut tut!

Diese Strategie ist vorbeugend gedacht, nicht für die akute Stresssituation – hilft aber wunderbar den allgemeinen Stresspegel zu senken, was wiederum die Wahrscheinlichkeit senkt in alte Muster zu verfallen.

4. Wie würdest du Eltern helfen, die gelassener werden möchten und sich wieder auf das Schöne im Alltag mit Kind konzentrieren wollen, um ihr Hamsterrad aus Ungeduld, Gereiztheit, Nörgeln, Genervt sein zu durchbrechen?

Menschen neigen dazu, sich auf Fehler zu fokussieren. Das mag aus der Steinzeit kommen, wo die falschen gesammelten Beeren gleich die ganze Sippe ausgerottet haben … aus dieser Gewohnheit heißt es ganz bewusst auszusteigen, am besten mithilfe eines „Tagebuchs der guten Dinge“

Und ganz oft ist Humor ein schöner Ausweg – Lachen, auch mal über sich selbst, ist unglaublich entspannend. Meine absolute Empfehlung ist da einerseits der Comic „BABY BLUES“ oder schau mal auf meiner Pinnwand „Sprüche für Mütter“ vorbei

Dein Praxistipp, den du sofort und selbständig umsetzen kannst:


Tagebuch der guten Dinge:

Leg dir einen Block oder ein Notizbuch zurecht und trag jeden Tag drei bis fünf Kleinigkeiten ein, die gut gelungen oder gut gelaufen sind. Am besten direkt vor dem Schlafen gehen, es ist unglaublich, aber viele schlafen danach auch besser und erholsamer.

Wenn du das ein paar Tage machst, wirst du öfters schon tagsüber dran denken, das muss ich heute aufschreiben und so verschiebt sich der Fokus dann auch zwischendurch aufs Positive!

5. Was ist dein bester Tipp wie Eltern wieder Kontakt zu ihren eigenen Bedürfnissen aufnehmen können, wenn sie diese im Laufe der Jahre immer hintenan gestellt haben. Und auch wie sie für deren Erfüllung einstehen können.

In der ersten Zeit mit einem Neugeborenen stehen natürlich die Bedürfnisse des Babys im Vordergrund und es ist ganz normal, dass man da die eigenen zurückstellt.

Oft höre ich von Müttern den Satz „Geht’s dem Kind gut, geht’s auch mir gut!“

Das halte ich für eine gefährliche Umdrehung des Sachverhalts – richtiger wäre „Geht es mir gut, geht es auch dem Kind gut!“ Nur wenn die Mutter gut versorgt ist, kann sie auch ihr Kind gut versorgen. Das muss man sich selbst klarmachen und auch, dass man nicht alleine alles schaffen kann. Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind zu erziehen!

Dein Praxistipp, den du sofort und selbständig umsetzen kannst:

Deshalb um Hilfe bitten und Hilfe auch annehmen, woher auch immer sie kommen mag!

6. Was wolltest du schon immer einmal zu Eltern sagen, um das Beste in ihnen ins Rampenlicht zu stellen, in ihr Bewusstsein zu holen?

Eltern sind perfekt, wenn sie nicht perfekt sind!

Kinder brauchen Vorbilder und von diesen Vorbildern lernen sie auch:

  • Dass Fehler eben passieren können
  • Dass Fehler keine Katastrophe sind, sondern ein Feedback, dass man es beim nächsten Mal eben anders probiert
  • Dass man sich entschuldigen kann
  • Wie man einen Fehler wiedergutmacht
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