5. Mai 2017

Leser fragen – ich antworte zum Thema „Alltag mit Kind“ Nr. 5

Jede Woche landen einige Emails von KLEIN WIRD GROSS Leser/innen in meiner Inbox mit Fragen zu bestimmten Alltagsthemen mit Kindern. Ich freue mich darüber und beantworte diese Fragen, solange sie in meinem Erfahrungsbereich liegen.

Mir ist bewusst geworden, dass sehr viele Eltern die gleichen Fragen haben und dazu Antworten suchen. Deshalb habe ich mich entschlossen, diese Artikelserie ins Leben zu rufen, die einmal im Monat erscheinen wird. So hast auch du Zugang zu meinen Antworten!

Du kannst dir die Fragen herauspicken, die gerade für dein Leben relevant sind.

Frage:  Meine Erstgeborene (3) hält mich auf Abstand und will nur mit anderen Menschen spielen. Ich vermisse die Nähe zu ihr. Hast du einen Tipp?

Oh, das kann ich so gut nachvollziehen. Ich habe auch den intensiven Kontakt und die Nähe zu meiner Erstgeborenen vermisst als mein Sohn zur Welt kam. Es war sehr schmerzlich für mich - und für meine Tochter bestimmt auch, dass ich mich plötzlich zweiteilen musste.

Dieses Gefühl, die Trauer um den intensiven Kontakt zum Erstgeborenen ist ganz normal und darüber habe ich schon von vielen anderen Müttern gehört oder gelesen.

Wenn dein Kind jetzt vorübergehend einen Ersatzpartner zum Spielen gesucht und gefunden hat, dann ist das erstmal eine ganz gute und gesunde Reaktion deines Kindes. Es hat auf seine eigenen Bedürfnisse geachtet und dem Wunsch nach Sicherheit nachgegeben. Dieses Gefühl hat es sich bei einer anderen Person geholt, weil es im Moment keine Geborgenheit bei dir finden konnte - wegen den großen Veränderungen mit Neugeborenem und die Zeit, die du dich um das Baby kümmern musst.

Ich kenne dieses auf Abstand halten nicht aus eigener Erfahrung, ich kann mir jedoch vorstellen, dass ein offenes Gespräch auch mit deiner 3jährigen schon klappen und eine vertraute Nähe herstellen könnte. Ich würde es erst dann versuchen, wenn das Baby gut angekommen ist und du dich von der Geburt erholt hast.

Wenn du beim Essen nebenbei mal erzählst, wie ihr früher immer gespielt habt, und dass du mit dem Baby zu Beginn keine Zeit dazu hattest. Dass du es gut findest, dass sie sich jemanden zum Spielen gesucht hat. Aber auch, dass das Baby jetzt regelmäßiger trinkt und schläft und schon etwas größer ist und sich auch mal ein bisschen allein beschäftigen kann und du sehr gern wieder mehr mit ihm machen möchtest. Ob es dazu Lust hätte, wieder öfters mit dir alleine zu spielen oder zu basteln.

Wenn dein Kind nicht beim ersten Versuch auf dein Angebot eingeht, dann braucht es noch ein bisschen Zeit und Vertrauen, dass du jetzt wirklich wieder mehr Zeit für es hast. Wiederhole dein Angebot mit verschiedenen Vorschlägen, was ihr machen könntet - irgendwann wird sich dein Kind sicher sein, dass du Zeit mit ihm verbringen möchtest und dann zusagen.​

Frage:  Nach der Abendroutine quatschen meine beiden Kinder ewig oder turnen herum. Sie wollen jedoch, dass man im Raum bleibt, bis sie einschlafen. Mir dauert das dann zu lange. Was kann ich tun.

Vielleicht versuchst du es damit: Sage deinen Kindern, dass du gerne bei ihnen im Zimmer bleibst, sodass sie in Ruhe einschlafen können, aber dass du lieber noch etwas für dich machst, solange sie noch Reden oder andere Dinge nach dem Abendritual im Schlafzimmer machen.

Entweder sie sind wirklich müde und sind dann leise oder sie sind noch zu wach und du gehst nochmal etwas anderes machen und lässt dich dann rufen, wenn sie schlafen wollen.

Falls sie einschlafen wollen und ruhig sind, es dir aber (gefühlt) zu lange dauert und du unruhig wirst und du hin- und hergerissen bist zwischen "ich will Zeit für mich" und "ich will meinen Kindern zum Einschlafen Sicherheit und Geborgenheit mit meiner Anwesenheit schenken", dann könnte es eine gute Idee sein, dass du etwas für dich liest, während du im Zimmer deiner Kinder sitzt. Ob du ein Buch mit Taschenlampe liest oder ein E-Buch-Reader hernimmst  oder bei geöffneter Türe mit Licht im Flur liest, ist egal. Es muss für dich und deine Kinder passen.

Frage:  Stressig und nervenraubend sind die Situationen, wo mein Kind (4) so gar nicht hören will und man keine Zeit hat - wie die Morgenroutine. Was könnte mir helfen?

Tja, die Morgende... das ist so eine Sache. Die Termine sind von außen vorgegeben, entsprechen aber so gar nicht der Wesensnatur eines Kindes. Das merke ich immer und immer wieder bei meinen eigenen Kindern. Ein Start um 9 oder gar 9.30 Uhr würde vielen Kindern viel mehr entsprechen, um in Ruhe in den Tag starten zu können und ohne gehetzt zu werden, in den Kindergarten zu gehen. Nur leider funktioniert das nicht (immer). Bei uns z.B. macht der Kindergarten um 8.30 Uhr zu. Bei anderen ist es der Arbeitsbeginn, der den Zeitpunkt am Morgen festlegt.

Das Einzige was bei uns das Hetzen heraus nimmt, ist, dass wir früh genug aufstehen und die Kleidung am Abend rauslegen und ich die Brote für den Kindergarten während dem gemeinsamen Frühstück mit Kindern zubereite.

Dann habe ich noch einen Morgenplan für meine Kinder gezeichnet, so dass sie wissen, was sie der Reihe nach machen sollen. Meine Große muss ich auch öfters an ihren Plan erinnern und meinem Kleinen helfe ich hin und wieder. UND je ruhiger ich es schaffe zu bleiben, desto besser bleibt die Atmosphäre und desto besser machen die Kinder mit.

Auch Gespräche helfen oft in einer ruhigen Minute, dass du die Hilfe deines Kindes am Morgen brauchst, damit du pünklich in der Arbeit bist, sodass du es wieder mittags abholen kannst. Sag deinem Kind auch, dass du gerne Zeit mit ihm verbringst und ihn nicht täglich länger im Kindergarten lassen möchtest, nur, um den verspäteten Arbeitsbeginn auszugleichen. Macht vielleicht einen Deal, dass du das Tempo am Morgen bestimmst und er beim Nachhause gehen vom Kindergarten.

Hier noch ein Artikel zu Morgenroutine und zur Einführung eines Plans.​

Frage:  Wir müssen an einer stark befahrenen Straße entlang laufen auf dem Weg vom Kindergarten nach Hause. Mein Kind (2) hört aber nicht, wenn ich sage: Bleib hier. Hast du einen Tipp?

Dass 2jährige nicht immer hören, was du sagst, ist ganz normal :-). Wenn es jetzt aber um Situationen an befahrenen Straßen geht, würde ich eine klare Regel einführen, da es um die Sicherheit deines Kindes geht.

Die Regel könnte heißen: dein Kind muss an deiner Hand laufen, wenn ihr den Kindergarten verlasst, bis ihr in eure Seitenstraße einbiegt (und somit weg von der befahrenen Straße seid).

Es ist wichtig, dass du das zuvor mit deinem Kind in Ruhe besprichst. Du erklärst ganz kurz, dass es dir zu gefährlich ist, wegen den vielen Autos und es deshalb an deiner Hand gehen muss.

Am Abend beim Zubettgehen fragst du dein Kind, ob es sich noch an die neue Regelung für den Kindergartenweg erinnern kann. Und ihr sprecht nochmal kurz darüber.

Auch beim Anziehen im Kindergarten erinnerst du es an die neue Regelung. Vor der Kindergartentüre, vor dem Hinaus gehen, sagst du nochmal, dass es dir jetzt die Hand geben soll, sobald ihr zur Türe draußen seid.

Sollte sich dein Kind komplett verweigern, an deiner Hand zu laufen, dann müsst ihr gemeinsam nach Lösungen suchen, die für euch beide passen wie z.B. beide halten ein Ende eines Stockes fest und dein Kind läuft innen oder für den Weg an der befahrenen Straße muss es in den Kinderwagen. Diese neue Lösung würde ich genauso vorbereitend besprechen, wie es in dieser Antwort beschrieben ist.


Frage:  Mein Kind (3) kommt jede Nacht zu uns ins Bett, weil es Angst hat. Ist das normal? Wie soll ich damit umgehen?

Dass dein 3jähriges Kind nachts Angst hat, ist ganz normal, denn es ist gerade in der magischen Phase. Wenn es in der Nacht aufwacht, dann wird ein Schatten zum Monster, ein Geräusch zur Bedrohung und dein Kind hält die innere Anspannung nicht mehr aus und will zu seinen Eltern. Gerade nachts braucht es die Sicherheit und Geborgenheit, die ihm Mama und Papa schenken können.

Du hast zwei Möglichkeiten. Entweder du stehst auf, beruhigst dein Kind und wahrscheinlich musst du bei ihm bleiben, bis es wieder einschläft. Oder dein Kind darf zu dir ins Bett und dort weiter schlafen.​

Je nach deiner eigener Einstellung bzw. der Häufigkeit des nächtlichen Aufwachens deines Kindes kannst du für dich abwägen, wie du es handhaben möchtest.​

Das waren die Fragen und Antworten für diesen Beitrag - weitere werden folgen. Brennen dir Fragen zum Alltag mit deinem Kind auf deinen Lippen? Dann stelle sie mir doch in den Kommentaren oder über die Kontaktseite meiner Webseite und ich werde mein bestes Geben, um deine Fragen in einem der nächsten Frage-und-Antwort-Artikeln zu beantworten!

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