19. Juni 2017

Leser fragen – ich antworte zum Thema „Alltag mit Kind“ Nr. 6

Jede Woche landen einige Emails von KLEIN WIRD GROSS Leser/innen in meiner Inbox mit Fragen zu bestimmten Alltagsthemen mit Kindern. Ich freue mich darüber und beantworte diese Fragen, solange sie in meinem Erfahrungsbereich liegen.

Mir ist bewusst geworden, dass sehr viele Eltern die gleichen Fragen haben und dazu Antworten suchen. Deshalb habe ich mich entschlossen, diese Artikelserie ins Leben zu rufen, die einmal im Monat erscheinen wird. So hast auch du Zugang zu meinen Antworten!

Du kannst dir die Fragen herauspicken, die gerade für dein Leben relevant sind.

Frage:  Mein Kind wird im Sommer 3 und ich möchte es noch nicht in den Kindergarten geben. Andere können das nicht verstehen. Wie siehst du das?

Dass du dein Kind noch nicht in den Kindergarten geben willst, dafür hast du bestimmt deine Gründe. Ich nehme an, dass du dein Kind anschaust und intuitiv weißt, dass es noch nicht bereit für diesen Schritt ist. Ich finde deine Entscheidung gut.

Auch mir ging es mit meiner Tochter damals so, die im Herbst 3 geworden wäre. Ich habe sie dann erst 2x die Woche in eine Vorkindergartengruppe gegeben und sie ist erst kurz vor ihrem 4. Geburtstag in den Kindergarten gekommen.Für sie war das genau die richtige Entscheidung. Sie lernte im Vorkindergarten Freundinnen kennen und der Übergang in den Kindergarten war sehr leicht für sie.

Mein Sohn hat ein ganz anderes Naturell und ist mit 3 Jahren in den Kindergarten gegangen, in den auch noch seine große Schwester geht - also hatte er ganz andere Voraussetzungen.

Lass dich da nicht beirren. Du kennst dein Kind am besten und weißt normalerweise recht gut, was stimmig für es ist. Zusätzlich würde ich auch mit deinem Kind darüber sprechen, was es selbst möchte.

Was die anderen Menschen angeht: Jede Familie, jedes Kind, jeder Elternteil ist anders. Andere können nicht für dich und dein Kind entscheiden und falls sie über deine Entscheidung urteilen sollten, dann ist das halt so. Ich finde es immer wichtiger zu schauen, was zu meinem Kind passt und nicht was alle anderen machen oder mir raten.

Ich wurde manchmal schräg angeschaut, wenn ich auf Nachfragen anderer geantwortet habe, dass meine 3,5jährige Tochter weder in einer Krippe war noch im Kindergarten ist - nur in einer Spielgruppe zweimal die Woche. Aber das war mir egal, weil ich mir sicher war, dass es das beste für mein Kind ist.

Deshalb: Schaue auf dein Kind und eure Lebensumstände und triff dann die für euch richtige Entscheidung.

Frage:  Mein Kind (2) will gerade alles ausprobieren. Es klettert auf Stühle und Schränke und will alles entdecken. Wenn es das nicht darf, gibt es einen Wutanfall. Ich würde den Entdeckerdrang gerne unterstützen, aber ohne Unfallgefahren. Weißt du wie?

Den Entdeckerdrang könntest du unterstützen indem du zuerst beobachtest, was dein Kind im Moment faszinierend findet. Dieses Interesse kannst du dann mit in euer Spiel einbauen. In deinem Fall liebt es dein Kind gerade auf Stühle und Schränke zu klettern. Da würde sich eine gesicherte Bewegungsbaustelle anbieten, die ihrem Entdeckerdrang und deinem Bedürfnis nach Kindersicherheit nachkommt.

Für die Bewegungsbaustelle stellst du Stühle und andere Hindernisse auf und sicherst sie mit Decken ab oder du stehst daneben und passt auf. Dann darf dein Kind gezielt über verschiedene Stühle klettern und untendurch kriechen und über ein Brett balanzieren usw.

Frage:  Mein Kind (13 Monate) beruhigt sich nur, wenn es meinen Finger hält. Wie kann ich ihm helfen, sich selbst oder mit Alternativmethoden zu beruhigen?

Mit 13 Monaten kann es sich noch nicht selbständig beruhigen, wenn der Stressfaktor für dein Kind zu groß wird. Evtl. ist dein Kind sehr sensibel oder es fühlt sich von Reizen überflutet und kann sich deshalb auch in für dich normalen Situationen nicht alleine beruhigen?

Zum Thema Beruhigen üben, würde ich dir empfehlen, eine Beruhigungs-Routine auszuprobieren. Versuche erst einmal aus, was und ob deinen Sohn etwas beruhigt wie z.B.

  • Gerüche (Dupftlampe)
  • Musik (verschiedene Richtungen),
  • Kuscheltuch,
  • eine bestimmte Art von Kuscheln,
  • irgendwelche Gegenstände für seinen Mund oder
  • ich habe auch viel mit einer Tragehilfe gearbeitet zum Beruhigen meiner Kinder.

Probiere alles aus, was dir nur einfällt und mach dir dazu Notizen, wie erfolgreich es war. Wenn du ein paar Dinge gefunden hast, die ihn ein wenig beruhigen, könntest du diese auch als einen Ablauf - eine Routine - zusammenführen und nacheinander machen.

So dass dein Kind irgendwann lernt, wenn es etwas älter ist, diesen Ablauf oder eine Tätigkeit davon, selbständig durchzuführen und sich damit zu beruhigen.

Frage:  Wie schaffe ich es meine beiden Kinder  (5 und 1) gleichzeitig alleine ins Bett zu bringen?

Ich mache es so: beide Kinder werden gleichzeitig fertig gemacht zum Schlafen gehen. Danach darf mein älteres Kind sich entscheiden, ob es sich noch eine Weile alleine leise (in einem anderen Zimmer) beschäftigen will bis der Kleine eingeschlafen ist, oder ob es selbst ruhig im Bett liegen will zum Buch anschauen oder einschlafen.

Das hilft meinem älteren Kind des öfteren (nicht immer), um am Abend nicht mehr aufzudrehen und das zu Bett bringen des Kleinen zu sabotieren, weil sie Mitentscheiden darf, was sie gerne tun möchte.

Wenn sie sich für selbständig beschäftigen entscheidet, ist sie oft sehr konzentriert bei der Sache (es ist auch mal schön, wenn kein kleiner Bruder ablenkt oder stört).

Wenn der Kleine schläft, dann kuschle ich noch einmal mit der Großen und bringe sie ins Bett.

Frage:  Leider verspielt sich mein Kind (21 Monate) beim Essen oft. Soll ich den Teller irgendwann einfach abräumen oder ihr Spiel mit dem Essen aushalten?

Spielen mit dem Essen ist in dem Alter deines Kindes ganz normal. Das Essen wird mit allen Sinnen wahrgenommen und die Beschaffenheit erforscht. Das alles wird abgespeichert und im wahrsten Sinne des Wortes "begriffen".

​Wenn du das Gefühl hast, dass sie vor lauter Spielen das Essen vergisst, dann kannst du sie fragen, ob sie noch Hunger hat und etwas essen will. Oder ob du ihr beim Schneiden des Essens noch helfen sollst - irgendeine Frage, die zurück zum Thema "Essen" führt.

Wenn dich die Länge des Essens zu nerven beginne,  könntest du mit ihr eine gewisse Zeit vereinbaren, wie lange das Essen jetzt noch auf dem Tisch steht und sie es essen oder auch damit spielen kann. Danach wird es (evtl. gemeinsam mit ihr) abgeräumt. Als Zeit könntest du das Klingeln eines Weckers hernehmen, oder bis du mit dem Essen fertig bist oder irgendeine andere sicht- oder hörbare Zeiteinteilung.

Das waren die Fragen und Antworten für diesen Beitrag - weitere werden folgen. Brennen dir Fragen zum Alltag mit deinem Kind auf deinen Lippen? Dann stelle sie mir doch in den Kommentaren oder über die Kontaktseite meiner Webseite und ich werde mein bestes Geben, um deine Fragen in einem der nächsten Frage-und-Antwort-Artikeln zu beantworten!

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