24. September 2017

Leser fragen – ich antworte zum Thema „Alltag mit Kind“ Nr. 8

Jede Woche landen einige Emails von KLEIN WIRD GROSS Leser/innen in meiner Inbox mit Fragen zu bestimmten Alltagsthemen mit Kindern. Ich freue mich darüber und beantworte diese Fragen, solange sie in meinem Erfahrungsbereich liegen.

Mir ist bewusst geworden, dass sehr viele Eltern die gleichen Fragen haben und dazu Antworten suchen. Deshalb habe ich mich entschlossen, diese Artikelserie ins Leben zu rufen, die einmal im Monat erscheinen wird. So hast auch du Zugang zu meinen Antworten!

Du kannst dir die Fragen herauspicken, die gerade für dein Leben relevant sind.

Frage:  ​Mein Kind (2 Jahre) isst abends sehr wenig bis gar nichts und wacht nachts hungrig auf. Was kann ich dagegen tun?

​Ich habe es so gehandhabt: Wenn meine Kinder ​zum Abendessen schlecht ​gegessen hatten, habe ich ihnen kurz vor dem Zähne putzen und Schlafen gehen noch einmal etwas zum Essen angeboten, was sie ​gerne ​mögen (keine Süßigkeiten!) ​Im Falle meiner Kinder waren das Banane oder Joghurt, ​

​​Lehnt dein Kind das Essen jedoch ab, kannst du ihm ​ein Getränk anbieten, das ein paar Kalorien hat wie Milch oder Saft(schorle) - aber zwingen würde ich ​dein Kind auf keinen Fall.

Ich bin überzeugt davon, dass Kinder ein sehr gutes Gespür dafür haben, wieviel Essen sie am Tag benötigen.

​Dass ein Kind nachts hungrig aufwacht, muss nicht unbedingt daran liegen, dass es tagsüber zu wenig gegessen hat. Mein Kleiner war immer ein sehr guter Esser und trotzdem hatten wir immer wieder einmal ein paar Nächte, in denen er mit Hunger aufgewacht ​war und nicht mehr einschlafen konnte. 

Da half ​uns eine Banane, die leicht und schnell zu essen ​war und keiner Vorbereitung meinerseits benötigte. Danach schlief er schnell wieder ein. Ich nehme an, dass das ​Wachstumsphasen waren, in denen er mehr Nahrung brauchte.

Frage:  ​Mein Kind (6 Jahre) schafft es morgends nicht, sich fertig zu machen. Wie kann ich ihm helfen, das selbständig zu schaffen?

​Manche Kinder kommen einfach nicht in die Gänge, egal wie früh ​du sie weckst, sie ​werden immer auf den letzten Drücker fertig und das ist ​ anstrengend.

Vielleicht hilft deinem Kind ein Morgenroutine-Plan, sodass ​es selbst nachschauen kann, was ​zu tun ist. Dieser hilft deinem Kind sich zu fokussieren und somit konzentrierter bei der Sache zu bleiben. ​

So einen Morgenroutine-Plan kannst du ganz einfach mit deinem Kind auf ein Plakat aufmalen, oder du malst es auf ein Din-A-4 Papier mit Kästchen zum Abhaken und lässt es dann einlaminieren, oder du nimmst Karteikarten und malst auf jede Karte eine Handlung der Morgenroutine auf, die dein Kind dann mit Bild nach unten umdrehen kann, sobald es dies gemacht hat.

Das hilft zwar nicht immer, dass ​dein Kind viel schneller wird 🙂 aber ​du musst dich nicht ​wie ein Papagei ständig wiederholen. Du kannst dein Kind immer ​wieder zu ​seinem Plan zurück ​schicken.

Vielleicht musst du dich ​damit abfinden, dass ​dein Kind einen gewissen Zeitdruck zum Fertigwerden braucht. Das ist nämlich auch eine Typsache:​ Ich selbst hasse es, unter Zeitdruck zu arbeiten, aber ich kenne einige Menschen, die unter Zeitdruck zur Höchstform auffahren!


Frage:  ​Beide Kinder wollen gleichzeitig meine volle Aufmerksamkeit und wenn sie ​diese nicht bekommen endet das in ​Geschrei. Was kann ich in dieser Situation tun?

Das mit dem Aufmerksamkeit haben wollen zur gleichen Zeit ​kenne ich sehr gut von meinen Kindern! Ich habe ​diese Situationen dann so gelöst, dass wir entweder ​zusammen gespielt haben oder wir 1:1 Zeiten vereinbart haben.

​Beim Zusammen spielen ist es wichtig, dass jeder auf seinem Niveau und seinen Fähigkeiten entsprechend spielen kann, sonst gibt es auch nur wieder Geschrei...

Ein paar Beispiele wie das gelingen kann, findest du in diesem Artikel.

​Wie du 1:1 Zeiten vereinbarst: Ich habe mit meinen Kindern ausgemacht, dass ich mit jedem Kind eine Sache alleine Spiele und dann haben wir besprochen, wer was mit mir spielen möchte. Danach wurde ausgemacht, wer anfängt und wer wartet bis er dran ist. Zum Schluss half ich dem wartenden Kind noch, etwas für seine alleinige Beschäftigung zu finden. ​

Mit diesen beiden Methoden bin ich gut durch diese Situationen, in denen meine Kinder gleichzeig Aufmerksamkeit ​wollten, hindurchgerutscht. Ich hoffe, sie helfen dir auch!

Frage:  ​Mein Kind (4 Jahre) weint ​ständig wegen Kleinigkeiten​. Woran kann das liegen und wie kann ich reagieren?

Die erste Frage, die du dir stellen kannst, ist: Hat dein Kind schon immer so viel geweint oder erst seit kurzer Zeit?

​Macht es das schon immer, kann es eine Typsache sein, dass dein Kind schneller frustriert ist als ein anderes Kind.

Weint dein Kind jedoch erst seit kurzer Zeit, kannst du darüber nachdenken, ob es in letzter Zeit eine Veränderung im Leben deines Kindes gegeben hat, das dein Kind stresst oder belastet und es deshalb öfter seine Emotionen abreagieren muss.

​Vielleicht strengt dein Kind der Alltag an (wie z.B. Kindergarten) und braucht ​mehr Ruhezeiten (mit dir)​, um Alltagssituationen zu verarbeiten. Oder dein Kind hat Schwierigkeiten mit einem Freund im Kindergarten und steht deswegen unter Stress.

Wenn es eine Veränderung gegeben hat, dann kannst du mit deinem Kind darüber sprechen, wie es sich jetzt fühlt oder ein Bild malen lassen z.B. über einen Morgen im Kindergarten und darüber ins Gespräch kommen. Lenke das Gespräch sanft hin zu dem, was dein Kind im Moment anstrengend findet und sucht gemeinsam nach Möglichkeiten, diese stressigen Situationen zu entspannen. (Im Kindergarten musst du dafür evtl. die Erzieherin deines Kindes informieren, dass sie deinem Kind dabei hilft)

​Es könnte auch sein, dass dein Kind durch sein Weinen Zeit mit dir einfordern will. Da könnten dann ​zwei Strategien helfen:

1. Du lässt deinem Kind tagsüber Aufmerksamkeit zukommen, wenn ​es gerade nicht weint. ​Wenn ​dein Kind gerade schön spielt, kannst du dich einfach zu ihm setzem, ​es beobachten und wenn dein Kind möchte, kann es dich mit ins Spiel einbeziehen oder mit dir Sprechen.​ Auf jeden Fall wird dein Kind bemerken, dass du präsent für es bist.

 2. Wenn ​dein Kind wieder weint, ihm das zu geben, was ​es sich ​wünscht - die Nähe und Verbundenheit zu dir oder Papa. Vielleicht hilft es ihm, einfach ​ohne abgelenkt zu werden, zu weinen und alles rauszulassen. Nimm ​dein Kind ​in die Arme ​und sag ihm, dass es o.k. ist zu weinen. Im Nachhinein kannst du sanft nachfragen, warum es denn so weinen musste - vielleicht ergibt sich ​ein interessantes Gespräch.

Frage:  ​Mein Kind (7) will nicht Lesen üben, das führt jeden Tag zu Streit. Wie kann ich diese Situation verändern?

​Ich würde dir empfehlen, in einer ruhigen Minute, wenn es euch beiden gut geht (z.B. nach dem abendlichen Vorlesen) mit deinem ​Kind über ​diese Situation zu sprechen.

​Frage dein Kind, was es von dir braucht, um lieber ​lesen zu üben? Erzähle ihm auch, wie es für dich ist, wenn du Tag für Tag mit ihm darüber streitest. Und frage nach, wie dein Kind diese Situation erlebt.

Vielleicht könnt ihr gemeinsam zu einer Lösung finden, die für euch beide passt und ​das Lesen üben positiver werden lässt. Es könnte auch eine kreative Lösung sein, dass ihr ein Lesezeichen bastelt oder eine Lesehilfe gestaltet, die immer nur ein Wort zeigt und den Rest des Satzes versteckt, damit sich dein Kind immer nur auf ein Wort konzentrieren muss.

Ich würde im Gespräch betonen, dass du ​es so lieb hast und du nicht so oft mit ihm streiten möchtest und dass es doch einen Weg geben muss, der für euch beide passt.

Auch würde ich die Leselektüre ansprechen - ob er irgendetwas besonders interessant findet, was er lieber lesen würde​ als das Buch aus der Schule. Du könntest auch einen Besuch in der Bücherei vorschlagen, um ein ansprechendes Buch für es zu finden. Danach könnt ihr abwechselnd ​im (langweiligen) Schulbuch lesen und dann im (interessanten) Buch aus der Bücherei.

Das waren die Fragen und Antworten für diesen Beitrag - weitere werden folgen. Brennen dir Fragen zum Alltag mit deinem Kind auf deinen Lippen? Dann stelle sie mir doch in den Kommentaren oder über die Kontaktseite meiner Webseite und ich werde mein bestes Geben, um deine Fragen in einem der nächsten Frage-und-Antwort-Artikeln zu beantworten!

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