18. Oktober 2017

Leser fragen – ich antworte zum Thema „Alltag mit Kind“ Nr. 9

Jede Woche landen einige Emails von KLEIN WIRD GROSS Leser/innen in meiner Inbox mit Fragen zu bestimmten Alltagsthemen mit Kindern. Ich freue mich darüber und beantworte diese Fragen, solange sie in meinem Erfahrungsbereich liegen.

Mir ist bewusst geworden, dass sehr viele Eltern die gleichen Fragen haben und dazu Antworten suchen. Deshalb habe ich mich entschlossen, diese Artikelserie ins Leben zu rufen, die einmal im Monat erscheinen wird. So hast auch du Zugang zu meinen Antworten!

Du kannst dir die Fragen herauspicken, die gerade für dein Leben relevant sind.

Frage:  ​​Manchmal glaube ich, dass ich keine gute Mutter bin - dass ich viel zu oft falsch reagiere. Wie kann ich damit umgehen?

​Ich glaube, dass du eine sehr gute Mutter bist und deine Kinder wunderbar ​begleitest! Und ja, es ist nicht immer leicht, seine eigenen Schwächen zu akzeptieren.

Ich gehe auch immer ​wieder hart​ mit mir ins Gericht, wenn ich nicht freundlich ​oder souverän gehandelt habe - im Umgang mit meinen Kindern. Meine Gedanken klingen dann ungefähr so: "du als Erzieherin solltest es echt besser wissen und machen - ist doch nicht zu glauben...usw." aber am Ende des Tages sind wir alle nur Menschen, die ihr bestes geben und manchmal einfach keine Energie mehr haben um "besser" zu sein.

Ich bereue es ​immer, jedoch lerne ich gerade, mich dafür nicht mehr im Selbstgespräch "fertig zu machen", sondern es zu akzeptieren und mir eine Strategie zu überlegen, wie ich es nächstes Mal besser machen möchte. Klappt nicht gleich, aber so über die Zeit merke ich schon Verbesserungen.

Wenn du es das nächste Mal bemerkst, dass du dich in Gedanken selbst herunter machst, dann lege eine Vollbremsung deiner Gedanken ein und sage dir "Ja, ich habe nicht optimal reagiert und es ist okay, ich bin ein Mensch, ich mache Fehler und ich darf aus ihnen lernen." Dann frage dich, was du daraus lernen willst - worauf du dich fokussieren möchtest, wenn wieder so eine ähnliche Situation auftritt.


Frage:  ​​Mein Kleiner (1,5 Jahre) ist sehr unruhig am Abend und es fällt uns schwer, ihn in den Schlaf zu begleiten. Wie kann ich ihm helfen?

​Wenn dein ​Kind abends sehr unruhig ist, kann es daran liegen, dass er viele Reize und Impulse des Tages verarbeiten muss. Da ist es wichtig darauf zu achten, dass der Abend eine ruhige Phase für das Kind ist.​

Vor dem Abendessen z.B. Geschichten lesen und kuscheln, Lieder singen oder Fingerspiele machen. Und nach dem Abendessen ist es dann besonders wichtig, immer einen gleichen  - gewohnten und ruhigen - Ablauf zu haben, der ​dein Kind auf dem immer gleichbleibenden Weg ins Bett bringt.

​So ​stürmen keine neuen Impulse auf dein Kind ein, die es vom Schlafen abhalten könnten.

Außerdem kannst du verschiedene Dinge ausprobieren und dir Notizen dazu machen, was deinem Kind hilft sich am Abend zu entspannen und einzuschlafen.

Hilft es deinem Kind, wenn du mit im Zimmmer bist? Wenn du ihm den Rücken streichelst? Wenn du immer das gleiche Schlaflied leise singst oder summst? Wenn du ruhige Musik an machst?

So kannst du verschiedene Situationen ausprobieren und herausfinden, was deinem Kind hilft. Hast du es dann herausgefunden, dann empfehle ich dir diese in den gewohnten Ablauf zu integrieren, sodass die Abendroutine immer gleich abläuft.


Frage:  ​Seit Kurzem habe ich zwei Kinder und ich habe das Gefühl, dass ich keinem der beiden gerecht werde. Ich reagiere oft gereizt oder ungeduldig. Was kann ich dagegen tun?

​Die Umstellung von einem auf zwei Kinder ist nicht nur schwierig für das Erstgeborene, sondern auch für die Mama, der oft das Herz blutet, weil sie ihre Aufmerksamkeit zweiteilen muss und das Gefühl hat, niemandem gerecht zu werden.

Das einzige, was dieses Dilemma erleichtern kann​, sind Menschen in deiner Umgebung, die dich unterstützen, dir mal ein oder beide Kinder abnehmen...also falls du Oma und Opa in der Nähe hast oder andere Menschen, die dir gerne helfen, dann mache Gebrauch davon :-).

​Wenn sie dir ein Kind abnehmen, kannst du dich ganz auf dein anderes Kind einlassen - ohne gestört zu werden.

Wenn sie dir beide Kinder abnehmen, hast du Zeit, wieder in deine eigene Mitte zu finden und ruhiger zu werden.

Falls du diese Menschen ​nicht in deiner näheren Umgebung hast, dann ist es wichtig, dass du für dich immer wieder kurze Auszeiten freischaufelst, dass du auch weiterhin Kraft hast für diese ​ große Aufgabe, ​ein Kleinkind und einen Säugling zu haben.

​Auch mit (kurzen) Pausen kannst du es schaffen, wieder ruhiger und geduldiger zu werden.

Frage:  Ich lasse mich von meinem Kind provozieren und werde richtig wütend. Warum schaffe ich es nicht, ruhig zu bleiben?

Ich habe gelernt: Je näher uns Kinder sind, desto wütender können sie uns machen :-).

Als Erzieherin im Kindergarten schafften es die Kinder kaum, mich wütend zu machen (genervt ja, aber wütend nicht.)

Als Nanny von 3 Kindern schafften sie es ab und zu einmal, dass Wut in mir aufstieg.

Und meine Kinder? Die schaffen es immer wieder :-). Ist also ganz normal! ​Sie sind dir einfach so nahe und nehmen dich oft 24/7 ein, dass es nicht machbar ist, immer ganz ruhig zu bleiben.

Bedenke: Nicht nur die Kinder wachsen, sondern auch wir Eltern. Im Leben mit unseren Kindern wachsen wir auch immer wieder über uns hinaus. 

Du wirst die Situationen bewältigen, die dich heute provozieren und es schaffen, da ruhiger zu bleiben - dafür kommen neue ungewohnte Situationen auf dich zu, die dich wieder völlig aus der Bahn werfen werden. So wird es immer weiter gehen und du wirst daran wachsen - und dein Kind mit dir!

Frage:  Es ist so stressig für mich, mit meinen Kindern das Haus zu verlassen! Wie kann ich das ändern?

Vieleicht hilft dir ein Perspektivenwechsel:

​Versuche diese stressige Zeit so zu sehen, wie im Job, wenn ​du einen Abgabetermin hast. Vor dem Abgabetermin gibt es auch stressige Stoßzeiten und bei uns Müttern ist ​eine Stoßzeit das aus dem Haus kommen mit den Kindern :-), sodass sie pünklich in KiTa und Schule "abgegeben werden können."

​Unterstützend kannst du Kleidung am Abend vorbereitend hinlegen und/oder deinem Kind einen Plan ​machen, der ihm visuell zeigt, was es zu tun gibt, bevor ihr das Haus verlassen könnt.

Das waren die Fragen und Antworten für diesen Beitrag - weitere werden folgen. Brennen dir Fragen zum Alltag mit deinem Kind auf deinen Lippen? Dann stelle sie mir doch in den Kommentaren oder über die Kontaktseite meiner Webseite und ich werde mein bestes Geben, um deine Fragen in einem der nächsten Frage-und-Antwort-Artikeln zu beantworten!

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