8. Februar 2016

Meine größte Herausforderung als Mutter

Ich hasse den Spagat.

Nicht den sportlichen Spagat, auch wenn ich den noch nie zustande gebracht habe. Ich meine den Spagat zwischen meinen Vorstellungen, wie ich meine Kinder in ihrer Entwicklung begleiten möchte und der Realität, wie ich es im Alltag schaffe.

Zum Beispiel die Vorstellung, meine Kinder liebevoll, achtsam und geduldig durch den Tag zu begleiten. Ich schaffe es unter Tags richtig gut, nur um es abends - wenn meine Batterien sich leeren und ich mich auf meinen wohlverdienten Feierabend freue - so richtig zu versauen.

Oder die Vorstellung, meine Kinder bedingungslos zu lieben. In der Realität scheitere ich dann kläglich (obwohl ich meine Kinder über alles liebe) sobald ich mich dazu hinreißen lasse zu schimpfen, weil ich es nicht geschafft habe, meinen Ärger vorher loszulassen.

Darüber hinaus kommt noch meine Vorstellung als pädagogische Fachkraft (Erzieherin) hinzu. Mein ganzes Wissen darüber, was in der Erziehung wichtig ist und mein Erfahrungsschatz meiner langjährigen Nanny-Zeit gehen urplötzlich auf eine kurze Reise, wenn ich sehr schlecht geschlafen habe oder Stress in der Beziehung hatte.

Dieser Spagat zwischen der Wunschvorstellung, wie ich immer - konstant - im Alltag mit meinen Kindern sein möchte und der Realität wie ich hin und wieder bin, bereiten mit Schuldgefühle. Ich bin ein kleiner - o.k. ich gebe es zu ein großer Perfektionist und möchte alles zu 100% machen - nicht zu 80%.

Im Alltag mit Kind ist es meine größte Herausforderung als Mutter anzunehmen, dass ich - so wie ich es im Moment schaffe zu sein - gut genug für meine Kinder bin.

Dass es o.k. ist,

  • Fehler im Alltag mit Kind zu machen, obwohl ich eigentlich vom Fach bin und es oft besser wissen würde.
  • Fehler zu machen, um daraus zu lernen und es am nächsten Tag besser zu machen
  • dass ich nicht eine perfekte Mutter bin - aber eine in den meisten Fällen geduldige und liebevolle Mutter bin.

Dieses Thema passt perfekt zu Daniela von "KeepCoolMama" die aufruft zur Blogparade zum Thema: größte Herausforderung als Mutter.

Zum Glück habe ich Freundinnen, die mich aus meinen Selbstzweifeln heraus reißen und meinen Blick wieder in eine positive Richtung lenken - weg von Zweifeln, Schuldgefühlen hin zum Annehmen meiner Fehler und dem Wissen, dass ich eine gute Mutter bin:

Sein Verhalten selbst zu Hinterfragen ist der erste Schritt zur Heilung. Nur wenn du weißt, was du Falsch gemacht hast, kannst du es beim nächsten Mal besser machen

eine Freundin

Schau dir einfach deine Kinder an, wenn du wiedermal an dir zweifelst, sie sind super! Sei stolz auf dich, du hast als Mama sehr gute Arbeit geleistet.

eine Freundin

Falls du auch an dem Spagat zwischen Vorstellung und Realität verzweifelst und gerade keine Freund/in zur Hand hast, dann lies dir diesen aufbauenden Artikel durch, der dir hilft, deine Perspektive auf das Gute auszurichten.

Ich selbst übe mich täglich darin, mein Bestes zu geben, meiner Wunschvorstellung so nahe wie möglich zu kommen. Aber auch darin, mir zu vergeben und es loszulassen, wenn ich in der Realität anders gehandelt habe.

Jeder Moment hat die Chance ganz neu zu entstehen, wenn ich Altes hinter mir lasse.

Wenn ich es schaffe, meinen Ärger bewusst loszulassen und mich entscheide, diese Situation nun anders anzugehen, dann sind meine Chancen sehr groß, dass ich dies auch schaffe - und wenn nicht? Dann habe ich noch viele weitere Momente, in denen ich mich neu entscheiden und meiner Wunschvorstellung näher kommen kann.

Kennst du diesen Spagat zwischen Wunschvorstellung und Realität auch? Wie gehst du damit um? Oder hast du eine andere große Herausforderung als Mutter oder Vater? Ich wünsche dir auf jeden Fall von Herzen, dass auch du die Reise von Selbstzweifeln zur positiven Blickrichtung immer wieder aufs Neue schaffst bzw. einen guten Weg findest, mit deiner größten Herausforderung zurecht zu kommen.


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Riki - 18. Februar 2016 Kommentiere

Ein schöner Artikel liebe Petra. Ja leider leben wir in einer Fehler-zähl-Gesellschaft … Dabei sind Fehler lediglich ein Signal „so gehts nicht – versuchs anders“.

    Petra - 18. Februar 2016 Kommentiere

    Danke Riki für deine Fehler-Sichtweise: So geht´s nicht – versuchs anders. Besser kann man es nicht beschreiben!

Herausforderungen am laufendem Band, doch diese war durch nichts zu toppen... - KeepCoolMama - 16. Februar 2016 Kommentiere

[…] Petra Straß von kleinwirdgross.de „Meine grösste Herausforderung als Mutter“ […]

Mütter und ihre größte Herausforderung - Blogparade - KeepCoolMama - 13. Februar 2016 Kommentiere

[…] Petra Straß von kleinwirdgross.de „Meine grösste Herausforderung als Mutter“ […]

Heidi - 9. Februar 2016 Kommentiere

Liebe Petra,

was für ein schöner Artikel! Vielen Dank für Deine Offenheit! Ja, das kenne ich leider auch von mir: So viele Bücher gelesen, so eine klare Meinung, was richtig ist, und dann kommt dieser miese Alter Ego Teufel, setzt sich einem auf die Schulter und flippt aus, wenn man ins chaotische Kinderzimmer kommt. Und hinterher schäme ich mich unsäglich.

Was ich festgestellt habe: Ich muss den Ursachen mehr auf den Grund gehen. Nicht den Moment analysieren, in dem ich ausflippe, sondern die Stunden davor. Was macht mich dünnhäutig? Kann ich das abstellen? Kann ich eine Sorge, die mich gerade umtreibt und meistens nix – aber auch gar nix – mit dem Kind zu tun hat, irgendwie auflösen?

Ich glaube übrigens, dass Kinder sehr gut mit unperfekten Eltern umgehen können. Sie erleben sich selbst ja auch oft genug als unperfekt.
In dem Sinne: Ein Hoch aufs Nichtperfektsein! :-)

Liebe Grüße
Heidi

    Petra - 9. Februar 2016 Kommentiere

    Danke dir Heidi für deinen ausführlichen Kommentar! „Alter Ego Teufel“ ist eine passende Bezeichnung :-).
    Die Stunden vorher zu analysieren ist ein guter Tipp!
    Auf unser Nichtperfektsein :-)!
    LG
    Petra

Nicole - 8. Februar 2016 Kommentiere

Liebe Petra,

ein Artikel mitten aus dem Leben einer Mutter. Du sprichst mir mit jedem Satz aus dem Herzen. Jede Mutter hat ihre Zweifel, doch erinnere Dich stets – Du bist die beste Mutter die Du sein kannst 💞.
Alles Liebe für Dich,
Nicole

Daniela Strube - 8. Februar 2016 Kommentiere

Hallo Petra,
wirklich eine große Herausforderung pädagogisches Fachwissen und mütterliche Praxis unter einen Hut zu bringen.
Vielen dank für deinen super Artikel :-)

Liebe Grüße
Danilea

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