28. Mai 2016

Wie du deine Wut kontrollieren und loslassen kannst.

Es gibt Tage, da wächst mir plötzlich alles über den Kopf. Genervte Gefühle führen zu negativen Gedankengängen. Negative Gedanken bereiten den Weg zum Ärger. Der Ärger nährt die pessimistischen Gedanken und bauscht sie auf, bis ich Wut in meinem Bauch spüren kann.

Ein Teufelskreis beginnt.
Schwer zu durchbrechen.
Einnehmend, gefangen nehmend.

Gefangen in der eigenen Wut

Ich bin gefangen in meinem eigenen Käfig. Verrückterweise ist die Türe des Käfigs immer offen – ich könnte jederzeit ausbrechen.

Ich bin nicht wirklich darin gefangen – ich fühle mich nur so.

Warum? Weil ich nicht die bewusste Entscheidung treffe, durch die offene Türe des Käfigs zu schreiten und konsequent weiterzugehen.

Dorthin wo blühende Blumen und im sanften Sommerwind wehende Bäume auf mich warten.

Ganz schön dumm von mir, diesen Weg nicht zu gehen, oder?

Wut kontrollieren - warum schaffe ich das nicht?

Was mich davon abhält, den Käfig der Wut hinter mir zu lassen, fragst du dich jetzt?

Schlicht und einfach: Mein Ärger, meine Wut, die in mir brodelt und mich am Wut kontrollieren hindert.

Ich denke, ich hätte jedes Recht, mich heute schlecht zu fühlen, wütend zu sein oder völlig entnervt zu sein, weil:

meine Kinder, nachdem ich gerade gekehrt hatte, den glorreichen Einfall hatten, sich mit Haferflocken zu übergießen und mit Haferflocken in den Haaren und auf der Kleidung durch die Wohnung zu rennen (das ist KEIN Witz – wahre Begebenheit)

die Menschen in meiner Umgebung sich nicht so verhalten, wie sie es meines Erachtens tun sollten

ich mich um die Bedürfnisse aller kümmere und meine auf der Strecke bleiben

Was mich in meiner Wut gefangen hält

Mein Gefühl, im Recht zu sein und Anspruch darauf zu haben, wütend zu sein und zu bleiben, ziehen mich in meinen Käfig hinein.

Meine Gedanken sorgen dafür, dass ich dort auch bleibe: Sie sind auf der Suche nach vergangenen oder ähnlichen Situationen, um Beweise zu finden, dass ich das Recht habe, wütend zu sein.

Ich bin also fernab von den blühenden Blumen und wehenden Blättern, die außerhalb des Käfigs auf mich warten würden, weil ich es nicht schaffe, meine Wut zu kontrollieren und bewusst meine Gedanken zu verändern in Richtung: Was läuft gut in meinem Leben, worüber kann ich mich freuen?

Was ich mache, wenn ich doch einmal den Sprung aus dem Wut-Käfig schaffe

Hin und wieder habe ich den Sprung aus dem Käfig geschafft – und bin in die Richtung der Blumenwiese gegangen.

Wie ich das angestellt habe?

Urplötzlich wurde mir bewusst, dass ich mich wieder im Käfig befinde und mein Ärger mich dort festhält. Ich weiß, dass ich mir damit am allermeisten schade.

Deshalb habe ich eine bewusste Entscheidung getroffen, meine Gedanken im Hier und Jetzt zu verändern, um glücklicher und ausgeglichener zu sein – weit weg von Ärger und Wut.

Wut kontrollieren mit einer Übung der Dankbarkeit

Ich schnappte mir einen Zettel und Stift (manchmal mache ich es nur in Gedanken, aber schriftlich ist besser) und stellte mir die Aufgabe, 20 Dinge/Menschen/Situationen zu finden, für die ich dankbar bin.

Sätze, die beginnen mit:

Ich bin dankbar für…

Danke für…

Danke, dass…

Habe ich das geschafft, fühle ich mich leichter, in mir ruhender und freier. Mein Atem kommt tief, ruhig und gleichmäßig und manchmal fühle ich mich richtig gut.

Mit dieser Übung schreite ich durch die offenen Tore meines Gedanken-Wut-Käfigs. Mit jedem gefundenen „Ich bin dankbar für“ gehe ich konsequent einen Schritt weiter in Richtung Blumenwiese.

Wenn ich mich nach der Übung – also im weiteren Tagesverlauf, immer wieder darauf besinne, wie dankbar ich bin (es reichen schon Kleinigkeiten aus für die ich dankbar sein kann), dann schaffe ich es außerhalb des Käfigs zu bleiben und meinen Tag zu retten (im Gegensatz zu: warten, bis der Tag ENDLICH vorbei ist)

Und wie geht es dir mit deiner Wut?

Kennst du das gefangen sein in dem eigenen Ärger? Fällt es dir auch schwer, aus deinem „gerechtfertigten“ Ärger auszusteigen und dich wieder gut zu fühlen? Schreib es mir doch in den Kommentaren, dass ich mich damit nicht so alleine fühle!!! Vielleicht aber hast du auch Lust, die Übung auszuprobieren und mir davon in den Kommentaren zu berichten?

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Sandra - 28. Mai 2016 Kommentiere

Vielen Dank für deinen Artikel, er kommt genau zur rechten Zeit 😉
Dankbarkeit ist ein wichtiger Hinweis, den ich mir auf alle Fälle zu Herzen nehmen werde. Aber ein weiter Schritt in diesem Zusammenhang ist es Verantwortung zu übernehmen.
Ich bin für meine Gedanken verantwortlich und möchte diese in zukünftigen Momenten des Zorns , der Wut durch Dankbarkeit positiv verändern bzw. Aktiv zu Lösungen kommen,

Daumen drücken, dass es Klapp. Vielleicht nicht jedesmal sofort, aber dann immer öfter

Lg sandra

    Petra - 29. Mai 2016 Kommentiere

    Danke Sandra. Genauso sehe ich es auch, dass ich lernen muss Verantwortung für meine Gedanken zu übernehmen und ein Weg in diese Richtung ist bei mir die Dankbarkeitsübung.
    Ich drück dir die Daumen, dass es klappt :-)
    Drückst du für mich?
    LG
    Petra

Jenniffer - 28. Mai 2016 Kommentiere

Liebe Petra, herzlichen Dank für Deine Offenheit :-) Es ist immer wieder schön zu lesen, dass es anderen Müttern ähnlich geht. Wir sind alle nicht perfekt, auch wenn sich das in unseren Blogartikeln so liest ;-)

Wut ist also irgendwie menschlich, oder?

Auf seinem Standpunkt beharren und nur seine eigene Sichtweise zu akzeptieren, das kenne ich auch. Es hilft allerdings, über seinen Schatten zu springen und sich in die Gedankenwelt des Gegenübers reinzudenken. Manchmal bin ich erstaunt, was ich dadurch über den anderen erfahre.

Neulich habe ich in der Kirche eine Kerze angezündet und einfach mal ganz allgemein DANKE gesagt. Kurze Zeit später sind einige schöne Dinge passiert.

In dem Moment, in dem wir dankbar für etwas sind, liegt der Fokus im Positiven. Wenn ich darüber nachdenke, wie unrecht andere haben, ist er im Negativen.

Bei mir funktioniert die Übung auch sehr gut. Danke für die Erinnerung!

Alles Liebe,
Deine Jenniffer

    Petra - 29. Mai 2016 Kommentiere

    Ja Jenniffer, das ist wirklich ein über-seinen-eigenen-Schatten springen, wenn ich von Wut hin zur Dankbarkeit gehe – weil eigentlich bin ich doch im Recht, wütend zu sein :-) – so denke ich in dem Moment zumindest, was natürlich nicht stimmt – es prallen nur zwei Bedürfnisse aufeinander. Und Wut ist definitiv menschlich und wenn man daran arbeitet, kann man daran sogar wachsen.
    LG Petra

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