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Ja, ich will meinen Alltag verbessern

November 16, 2016

Hast du auch schon einmal (oder mehrmals) beobachtet, wie dein älteres Kind sein Geschwisterkind schlägt oder beschimpft?

Einfach so – im Vorbeigehen oder aus dem Nichts heraus (zumindest war der Grund dafür für dich nicht offensichtlich).

Macht es dich traurig oder sogar wütend, wenn du das mit ansiehst?

Ich habe mich lange Zeit gewundert, woher dieses Verhalten bei meiner Erstgeborenen kam– habe ich doch alles Erdenkliche getan, um sie auf das Geschwisterkind vorzubereiten und habe sie mit in die Pflege des Babys einbezogen.

Und trotzdem war die Geschwisterbeziehung meiner Kinder in den ersten Jahren nicht so positiv verlaufen, wie ich es mir immer gewünscht hatte:

Meine Wunschvorstellung: „Die Große kümmert sich rührend um den Kleinen, unterhält ihn mit Liedern oder zeigt ihm Gegenstände. Sie beschützt und tröstet ihn“ (mit anderen Worten: sie sind ein Herz und eine Seele)

Und ja, ich weiß, dass ist ein fast nicht zu erfüllender Traum, da Geschwisterbeziehungen in den allermeisten Fällen nicht nur harmonisch sind, sondern, dass sich die Kinder auch aneinander reiben müssen.​

Der Traum von einer gelingenden Geschwisterbeziehung

Mit dem Traum im Herzen, dass sich meine Kinder trotz Reibereien aneinander erfreuen und eine positive Geschwisterbeziehung haben, bin ich vor vielen Monaten über folgenden Satz gestolpert:

„Menschen wenden nur Gewalt an, wenn sie keine andere Möglichkeit sehen, für die Erfüllung ihrer Bedürfnisse zu sorgen“ ​(Gewaltfreie Kommunikation nach Marshall Rosenberg)

Dieser Satz ließ mich die „Gemeinheiten“ meiner Großen plötzlich in einem ganz anderen Licht sehen:

  • ​Was braucht meine Große gerade und bekommt es nicht?
  • Sie muss verzweifelt um die Erfüllung eines Bedürfnisses bemüht sein
  • Welches ihrer Bedürfnisse habe ich übersehen bzw. gerade keine Zeit gehabt zu erfüllen?

Eigene Verhaltensänderung entspannte die Geschwisterbeziehung

Die Einsicht, dass meine Große sich nicht mehr anders zu helfen wusste, als für die Erfüllung ihrer Bedürfnisse mit allen Mitteln zu kämpfen, haben bei mir Verhaltensänderungen ausgelöst.

Mit 3 Verhaltensänderungen meinerseits habe ich viele Konfliktsituationen meiner Kinder untereinander, aber auch mit mir, entspannt.

1. Schritt: Was brauchst du?

Ich frage meine Große jetzt viel öfters, was sie gerade von mir braucht, oder was sie im Moment möchte - einfach nur so im Alltag - aber auch, wenn sie sich auffällig ihrem Bruder oder mir gegenüber verhält.

Kommt nach einer kurzen Bedenkzeit keine Antwort, dann mache ich ein paar Vorschläge:

  • eine Umarmung
  • dass ihr Bruder aus dem Weg geht
  • ein Buch anschauen zum Beruhigen
  • Zeit für sich alleine

Mit diesem Schritt stellst du sicher, dass der Bedürfnis-erfüllt-werden-Tank deines Kindes gefüllt bleibt und dein Kind in erster Linie das bekommt, was es braucht. Oder im Falle von auffälligem Verhalten: Du verstehst, für was dein Kind gerade kämpft - mit mehr oder minder gesellschaftlich akzeptierten Methoden.

Erst wenn das primäre Bedürfnis deines Kindes erfüllt wurde, ist es wieder bereit und fähig, sein Verhalten zu ändern.

2. Schritt: Zeigen, wie sie sich hätte anders verhalten können

Kinder bis 7 oder 8 Jahren lernen hauptsächlich über das Beobachten von geliebten Personen. Deshalb nützt es meist wenig, deinem jungen Kind zu erklären, dass es nicht schlagen soll. (Glaube mir, ich habe es versucht :-) und bin kläglich gescheitert!)

Viel besser als zu erklären, ist es, deinem Kind zu zeigen, wie es sich hätte anders verhalten können, indem du für sie mit dem Geschwisterkind sprichst:

  • "Lisa will jetzt alleine malen. Komm mit, wir suchen dir nun was Schönes zum Spielen und wenn sie fertig mit malen ist, dann spielt sie wieder mit dir."
  • "Du bist im Weg. Lisa will an dir vorbeigehen. Lass sie bitte durch!"
  • "Hör auf! Lisa will einen Turm bauen. Setz dich dazu und schaue, wie hoch er wird"

Wenn du regelmäßig für dein Kind in Konfliktsituationen mit dem Geschwisterkind sprichst, dann beobachtet dein Kind an dir, dass es sein Geschwisterchen nicht unbedingt wegschubsen muss, um die Gefahr des Gestört-werdens abzuwenden. Es sieht, dass es durchaus möglich ist,

  • sich mit einer klaren Abgrenzung,
  • dem Mitteilen, was man gerade will und
  • mit einer Beschreibung, was für ein Verhalten ich mir von meinem Gegenüber wünsche

sich durchzusetzen und für sein eigenes Bedürfnis einzustehen. Du hilfst deinem Kind also, neue Verhaltensweisen zu finden, für sein Bedürfnis zu sorgen und somit eine Gewaltanwendung überflüssig zu machen.

3. Schritt: Konflikte im Vorfeld abwenden

Kennst du das auch, dass es immer wieder in gleichen oder ähnlichen Situationen zum Konflikt zwischen deinen Kindern kommt?

Dann lohnt es sich, in einer ruhigen Minute mit deinem Kind darüber zu sprechen. Gesprächsimpulse könnten sein:

  • Mir ist aufgefallen, dass du öfters wütend wirst, wenn du alleine in deinem Zimmer spielen möchtest und dein Bruder ins Zimmer kommt. Das ärgert dich immer fürchterlich, oder? (Zuhören, was dein Kind zu sagen hat und ins Gespräch mit ihm kommen, über das, was es fühlt in dieser Situation)
  • Danach leitest du die alternative Lösungssuche ein: "Lass uns mal überlegen, wie wir diese Situation das nächste Mal anders für dich machen könnten. Fällt dir was ein?" (Wenn nicht, selbst einen Vorschlag machen, um das Brainstorming anzukurbeln):
  • "Was hältst du von der Lösung: Wenn du das nächste Mal alleine im Zimmer spielen willst, sagst du mir vorher Bescheid, dann achte ich darauf, dass dein Bruder nicht ins Zimmer kommt."

In einem solchen Gepräch mit deinem Kind, können verschiedene Lösungsversuche gesucht und gefunden werden und geben deinem Kind im Notfall neue Verhaltensweisen an die Hand.

Fazit:

Auch wenn meine beiden Kinder kein Herz und eine Seele sind, wie in meiner Idealwunschvorstellung, so haben sie nun doch zusammengefunden. Sie haben ganz zuckersüße Phasen, in denen sie miteinander lachen und spielen.

Dann gibt es Zeiten, da wendet meine Große Strategien an, die sie sich von mir abgeschaut hat und es funktioniert.

Und es gibt auch Moment, da bricht die alte Frustration heraus und es wird geschimpft und geschubst.

Ich bin von Herzen dankbar, für die Geschwisterbeziehung, die sich im letzten Jahr entwickelt hat!

Zum Schluss interessiert es mich, ob du auch schon mal dein Verhalten verändert hast und gemerkt hast, dass du dadurch eine Verhaltensänderung bei deinem Kind geschafft hast. Ich freue mich, wenn du mir darüber in den Kommentaren berichtest!

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  1. Liebe Petra.
    Danke für die vielen wertvollen aber auch so liebevollen Tipps. Manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht , gerade wenn man als Mutter etwas übermüdet und erschöpft ist.
    Habe mir deineTipps auf einen schönen Zettel am Kühlschrank hingehängt und bevor ich zu einem Streit dazukomme, schau ich einfach kurz drüber.
    Meine Große (3J)schubst und haut auch im Kindergarten manchmal.
    Was soll ich da machen?

    1. Danke für deine netten Worte, habe mich sehr darüber gefreut. Wenn deine Große im Kindergarten haut oder schubst, kannst du nicht viel machen, außer mit ihr zu Hause reden, was sie denn heute schön fand und was sie geärgert hat. Beim Ärger kannst du dann einhaken und nachfragen, wie sie die Situation gelöst hat. Wenn dann eben hauen oder schubsen kommt, dann könntet ihr gemeinsam überlegen, wie sie denn noch reagieren könnte ohne Hauen und Schubsen. Aber in dem Alter kommt das schon noch vor, dass sie sich überfordert im Kindergarten fühlen, sich nicht so gut ausdrücken können, oder von den größeren Kindern übergangen werden, dass sie sich nicht mehr anders zu helfen wissen. Da würde dann auch ein Gespräch mit der Erzieherin wertvoll sein, dass sie deinem Kind besonders hilft in dieser für es schwierigen Situationen. LG Petra

  2. Hey das sind super Tipps, zumal mein Down-Syndrom-Kind oft den kleinen Bruder schubbst und sich auf ihn draufsetzt usw. jedoch eine laute schimpfende Reaktion von mir ihn immer total schockt.
    Ja. Auch ich hab mein Verhalten schon geändert…hab mich immer darüber aufgeregt wie laut und unruhig es bei uns am Esstisch immer ist bei den Mahlzeiten bis ich dann festgestellt habe daß mein Mann und ich diese Zeit immer genutzt haben um über alles mögliche zu sprechen…seitdem wir das nicht mehr tun ist es viel ruhiger am Tisch ;-))

    1. Das freut mich, dass dir die Tipps weiterhelfen – danke für dein Feedback und für das Teilen deiner Verhaltensänderung! Es ist immer wieder interessant zu lesen, wie das eigene Verhalten das Verhalten unserer Kinder beeinflusst! LG Petra

  3. Ein sehr schöner Artikel, mit super Tipps. Ab und zu mache ich es intuitiv richtig aber ab und zu eben auch nicht. Da hilft das Zitat mit dem Bedürfnis des großen Kindes sehr. Toll, vielen Dank!!!

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