1. Oktober 2017

Auffälliges Verhalten beim Kind – was du dagegen tun kannst

Kommt dir das bekannt vor?

Vor ein paar Wochen war noch alles gut. In der letzten Zeit jedoch fragst du dich, was du in der Erziehung deines Kindes falsch gemacht hast oder was passiert ist, dass urplötzlich bei euch das Beziehungs-Chaos ausgebrochen ist.

Dein Kind kommt vielleicht vom Kindergarten heim und reagiert seinen Stress am Geschwisterkind ab mit Schlagen, Schubsen oder Ärgern.

Oder dein Schulkind kommt nach Hause und sperrt sich in sein Zimmer ein – ohne auch nur ein Wort zu verlieren.

​Vielleicht bricht dein Kleinkind seit neuestem wegen jeder Kleinigkeiten in Tränen aus? 

Oder verhält sich dein Kind in irgendeiner anderen Weise anders als du es gewohnt bist?

In solchen Situationen frage ich mich immer, woher kommt dieses Verhalten, was hat es ausgelöst? Ganz oft jedoch bleibt es bei dieser Frage, weil ich nicht sofort eine Antwort darauf weiß und mich in das Beziehungs-Chaos mit hineinziehen lasse (also auf das Verhalten meines Kindes nur reagiere–mit Schimpfen oder Ermahnungen) anstatt meine Perspektive zu ändern.

Neuer Monatsfokus

Im Oktober möchte ich mich nun darauf fokussieren, dass ich meinen Blickwinkel verändere, wenn sich eines meiner Kinder irgendwie „auffällig“ verhält:

Wenn ​meine Kinder vermehrt Schimpfen, Nörgeln, Weinen oder wenn sie urplötzlich sehr wütend werden sollten.
Wenn zwischen den Geschwistern mal wieder viel gestritten wird oder Machtkämpfe ausgetragen werden.
Wenn sie öfter über Bauchweh klagen sollten.

Ich möchte im Oktober weniger auf das Verhalten reagieren, sondern mehr hinter das Verhalten schauen. Mit einer gewissen Neugier – einem Forschergeist:

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    ​Was hat dazu geführt?
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    ​Welche Bedürfnisse des Kindes wurden nicht befriedigt?
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    ​Was versucht es mit diesem Verhalten zu erreichen?
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    ​Was bringt ihm dieses Verhalten?
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    ​Mit was könnte es überfordert sein, was stresst es?
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    ​Was will es mir mit diesem Verhalten mitteilen?


​Das ​"auffällige" Verhalten hat einen Sinn

​Ich bin davon überzeugt, dass auffälliges Verhalten immer dann auftritt, wenn es dem Kind in irgendeiner Weise gerade nicht so gut geht. Ob das nun im Kindergarten, Schule, Zuhause oder im Zusammensein mit Freunden ist.

Lärm, Streit, Eifersucht auf das Geschwisterkind/Freund ​oder schwieriger Lernstoff kann Stress und Druck im Kind aufbauen, dass dann irgendwo sein Ventil suchen muss - damit das Kind wieder ausgeglichen ​ist.

​Kinder können ihre Gefühle ​manchmal nicht benennen ​oder nehmen sie nur diffus als Wut oder Bauchschmerzen wahr. Genau sagen, was sie stört oder so aus der Fassung bringt, können Kinder erst im späteren Grundschulalter. ​

Das "auffällige" Verhalten ist ​die einzige Möglichkeit vom Kind, uns auf einen Missstand aufmerksam zu machen: Irgendetwas im Umfeld des Kindes stimmt nicht mehr für das Kind.

​Die Aufgabe der Eltern oder Bezugspersonen bei "auffälligem" Verhalten

Es ist deine Aufgabe, dieses Rätsel zu entschlüsseln. Durch Beobachtung und in einfühlsamen Gesprächen herauszufinden, was für dein Kind nicht mehr passt - was es stresst oder belastet und sich in plötzlich auftretendem "auffälligem" Verhalten seine Bahn bricht.

Wenn ​du eine Ahnung oder Vermutung über den Grund des Verhaltens gefunden ​hast, dann kannst ​du darüber nachdenken, wie ​du die Begebenheiten so verändern kannst, dass  es deinem Kind wieder besser geht und es dieses auffällige Verhalten nicht mehr zeigen muss.

Warum ich mit diesem Monatsfokus meinen Blickwinkel verändern möchte:

Ganz schnell ​passiert es, dass ich nur auf das „auffällige“ Verhalten meiner Kinder reagiere und mein Kind ermahne, zurechtweise oder auch einmal laut ​schimpfe - anstatt zu überlegen, warum es das tut.

Ich weiß, ich bin auch nur ein Mensch und dass ich mich nicht in jedem Moment unter Kontrolle halten kann - gerade wenn ich selbst erschöpft oder übermüdet bin.

Jedoch ist der Wunsch nach einem wertschätzenden Miteinander in mir so groß, dass ich weiß, dass ich an dieser Stelle mich verändern möchte. Wenn ich mir das bewusst mache, dann weiß ich auch, dass es mir leichter fällt, mich einzufangen, bevor ich zu sehr auf den Ärger-Zug aufspringe.

​Ich tue es für mich, damit ich meine Zeit mit meinen Kindern mehr genießen kann und nicht zuletzt, um meinen Kindern ein Vorbild zu sein, wie man mit schwierigen Situationen umgehen kann, anstatt ​zu schimpfen oder zu nörgeln.

In den allermeisten Fällen ​bringt Schimpfen und Nörgeln – wenn überhaupt – nur kurzfristige Verhaltensänderungen. (Ist das in deinem Familienalltag auch so?)

Ich möchte anstatt an den Symptomen (auffälliges Verhalten des Kindes) zu arbeiten, auf die Ursachen (was hat dazu geführt) blicken, um dort mit ​meiner Veränderung anzusetzen.

Bist du auch wieder mit dabei?

Magst du im Oktober hinter die Kulissen deiner Kinder blicken. Schauen, warum es sich so verhält und nicht anders? Willst auch du die Ursachen verändern, um die Umwelt für dein Kind wieder schöner bzw. angenehmer zu machen?

Dann freue ich mich, wenn du mir in den Kommentaren mitteilst, dass du mit von der Partie bist!

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Mehtap - 12. November 2017 Kommentiere

Hallo Petra, ich bin auch dabei

Lg Mehtap

susan - 27. Oktober 2017 Kommentiere

Ich mache mit! Unsere Tochter hat seit Schulbeginn eine Phase zwischen Vorpubertät und Trotz-Renaissance und wir sind oft hilflos und überfordert. Viele Eltern Gleichaltriger erzählen von denselben Poblemen und führen sie auf „Wackelzahnpubertät“ mit gesteigertem Hormonspiegel (zumindest bei Jungs) zurück und/oder prophezeien eine Dauer bis mindestens Weihachten. Da brauchen wir seelisch-moralische Unterstützung… ;-)

    Petra - 27. Oktober 2017 Kommentiere

    Kommt mir das irgendwie bekannt vor? :-) Diese Phase zwischen den Phasen hat auch seine Herausforderungen :-). Aber das schaffen wir – du bist nicht alleine! LG Petra

Jessica - 21. Oktober 2017 Kommentiere

Hallo Petra, auch ich bin zufällig auf deine Seite gestoßen und fühlte mich direkt angesprochen.
Mein Sohn 3,5 geht seit 6 Wochen in den Kindergarten allerdings nur 3 Stunden am Tag und ich meine, dass da dieses anstrengende Verhalten angefangen hat. Er will auch gar nicht hin, wenn er aber da ist geht es wohl und er erzählt auch immer viel. Allerdings hat er schon ein anderes Kind gebissen und die Erzieherin meinte, das wäre oft ein Zeichen von Überforderung.
Ich habe noch drei ältere Kinder (12,14 und 15)
Davon noch ein Junge. Die Situation zu Hause ist auch angespannt, denn der Kleine wird urplötzlich frech, haut und beschimpft die Größeren. Ich bin gespannt auf deine weiteren Artikel. LG Jessica

    Petra - 22. Oktober 2017 Kommentiere

    Hallo Jessica,
    schön, dass du zufällig auf diesen Artikel gestoßen bist. Ich freue mich, dass du da bist und wünsche dir viele Einsichten, die dir und deinem Sohn helfen! LG Petra

Angla Weiss - 7. Oktober 2017 Kommentiere

Hallo Petra

Bin zufällig auf den Artikel gestossen und habe uns zu 100% angesprochen gefühlt. Wir habe. Zwei Jungs 4+2 Jahre. Der grössere hat wahnsinig mühe mit neuen situationen, spielgruppe und seinem kleinen bruder. Er schreit sehr viel und lässt seinen frust lauthals raus. Wir haben jeden tag unruhe und streitikeiten zu hause, was sehr an den nerven nagt…
Ich freue mich sehr deinem artikel zu folgeny

liebs Grüässli angela

    Petra - 7. Oktober 2017 Kommentiere

    Das freut mich sehr, dass du zufällig auf genau den richtigen Artikel für euch gestoßen bist. Ich wünsche dir viele gute Erkenntnisse und eine erfolgreiche Veränderung! LG Petra

Yvonne - 5. Oktober 2017 Kommentiere

Hallo Petra,
Auch für mich ist dieses Thema aktuell und ich bin neugierig drauf.

LG Yvonne

    Petra - 5. Oktober 2017 Kommentiere

    Hallo Yvonne, schön, dass du dabei bist und dich in diesem Monat -so wie ich- darin üben willst, hinter das Verhalten deines Kindes zu blicken. LG Petra

Michaela - 4. Oktober 2017 Kommentiere

Hallo Petra,

ich frage mich auch oft, warum sich nach wochenlanger Harmonie und Ausgeglichenheit immer wieder schwierige Zeiten anschließen und ich bisher selten dahinter gekommen bin, woran es lag. Bei uns hieß es dann immer „ach, das ist wieder eine Phase“. Gestern Abend hat meine fünfjährige eine halbe Stunde nach ihrem Schnuller geheult (den sie mit drei der Schnullerfee gab) und kam über „ich will nicht mehr in den Kindi und auch nicht in die Schule“ bis zu „ich will nicht irgendwann sterben müssen“.
Nun bin ich sehr gespannt auf den Perspektivenwechsel und die Erkenntnisse!

Danke für Deine aufschlussreichen Artikel!

LG, Michaela

    Petra - 4. Oktober 2017 Kommentiere

    Ich freue mich, dass du mit dabei bist und wünsche dir, dass du in diesem Monat durch Beobachtung und Ausprobieren viele gute Erkenntnisse hast! LG Petra

Christina Müller - 4. Oktober 2017 Kommentiere

Liebe Petra, ich bin definitiv mit dabei! Ich finde es ganz toll, was Du machst und das Thema fällt bei uns auf fruchtbaren Boden. Meine Große ist viereinhalb und klagt seit zwei Wochen fast täglich über Bauchweh (kenne ich gar nicht von ihr) und mag morgens nicht aufstehen, sondern am liebsten den ganzen Tag bei mir bleiben. Im Kiga ist alles ok. Meine Vermutung: wir kaufen gerade ein Haus und der Umzug wird bedingen, dass Katharina in einen andere Schule eingeschult werden wird als ihr bester Freund. Das thematisiert sie oft und ich vermute, dass die auf sie zukommenden „Unsicherheitsfaktoren“ neues Haus, neues Wohngebiet, andere Grundschule als gedacht, etc. ihr Angst machen und sie sehr beschäftigen. Ich versuche mir so gut es geht Extra-Zeit mit ihr zu nehmen und ihr Sicherheit zu geben. Der Umzug wird ja frühestens im Sommer nächsten Jahres sein, aber es ist natürlich ein Thema in unserer Familie, das wir nicht völlig ausblenden können. Unsere Herausforderung ist nun, Hauskauf und Sanierung zu stemmen und die Veränderungen in unseren Familienalltag zu integrieren, so dass alle sie verdauen können. Daher bin ich für Deine Themenserie „Auffälliges Verhalten“ sehr dankbar und freue mich auf viele Anregungen!
Liebe Grüße, Christina Müller

    Petra - 4. Oktober 2017 Kommentiere

    Hallo Christina,
    freut mich, dass du mit dabei bist und dich diesen Monat auf die Perspektive deiner Tochter einlassen willst. Deine Vermutung bzgl. Umzug kann sehr wahrscheinlich zutreffen. Den Umzug kannst du ja nicht verändern, auch wenn es deiner Tochter im Moment nicht passt. In diesem Fall müsst ihr gemeinsam Wege finden, wie es wieder „passen kann“ – was sie braucht, um sich trotz Umzug wohlzufühlen. Z.B. die Umgebung erkunden, wo ihr hinziehen werdet, die Schule von außen anschauen…Ich wünsche euch, dass die Bauchschmerzen bald wieder weg sind! LG Petra

Marion - 3. Oktober 2017 Kommentiere

Hallo Petra!

Danke für dieses neue Thema. Unser Großer ist nun 5, hat das „flapsige“ Hauen für dich entdeckt und an manchen Abenden wird er wach, ruft weinend nach mir und ist dann auch erst nach einiger Zeit zu beruhigen.
Ich bib wirklich gespannt, wie ich noch da heran gehen konnte.

Danke und liebe Grüße
Marion

    Petra - 4. Oktober 2017 Kommentiere

    Hallo Marion,
    freut mich, dass du mit dabei bist! Du kannst schauen, was vor dem flapsigen Hauen los ist, in welchen Situationen das Hauen folgt. Auch beim Weinen kannst du beobachten, was es für Tage waren, an denen das passierte. Evtl. kurze Notizen über den Tag machen – als Erinnerungsstütze. Vielleicht hilft dir das, in die Perspektive deines Kindes einzutauchen, was es dir damit sagen will, was nicht mehr für es passt. Viel Erfolg damit! LG Petra

Monika - 3. Oktober 2017 Kommentiere

Hallo,

ichbin zwar „nur“ die Oma meiner Zwillingsenkel, aber ich lese gerne mit, um meiner Tochter eventuell einen guten Rat geben zu können.

Vielen Dank.

Birgit - 3. Oktober 2017 Kommentiere

Hallo Petra,
freu mich schon auf viele hilfreiche und reflektorische Infos!
glg

Michael - 3. Oktober 2017 Kommentiere

Hallo Petra, kommt für mich gerade richtig, bin dabei.
Liebe Grüße

Anja - 2. Oktober 2017 Kommentiere

Hallo Petra,
bei uns triffst Du ebenfalls genau das richtige Thema. Auch mit 9 Jahren kann man noch riesen Wutanfälle bekommen und ich bin dankbar für jeden Tipp. Dahinter gucken finde ich gut. Wir kennen die Gründe für das Ausflippen. Aber ich hätte auch gerne noch Tipps für praktische Handlungsalternativen in solchen schwierigen Situationen.
Mach weiter so.
Vielen Dank für Deine vielen hilfreichen Informationen bisher!
Herzliche Grüße
Anja

    Petra - 2. Oktober 2017 Kommentiere

    Hallo Anja, danke für deine netten Worte! Wenn du die Gründe für das Ausflippen schon weißt, hast du schon mal einen Vorteil. Ist sich dein 9jähriges Kind der Gründe auch bewusst? Sodass ihr in einer ruhigen Minute mal darüber sprechen könnt, was er in dieser Situation (bevor es ausflippt) braucht. Was ihm helfen könnte? Und dann gibt es wie in meinem Artikel beschrieben die Möglichkeit zu schauen, ob du in der Umwelt (der Situation) etwas ändern kannst, damit es gar nicht zu dieser Situation kommen muss. Da ich die Gründe nicht weiß, kann ich dir leider auch nicht viel mehr schreiben. Ich hoffe, das hilft dir weiter…LG Petra

Lilia - 2. Oktober 2017 Kommentiere

Genau unser Thema die letzten Tage! Grüße

Katharina - 2. Oktober 2017 Kommentiere

Bin dabei :-)

Julia - 2. Oktober 2017 Kommentiere

Sehr aktuell bei uns. Bin gern mit dabei. LG Julia

Andrea - 2. Oktober 2017 Kommentiere

Bin gerne wieder dabei. Mein 7-jähriger hat irre Wutanfälle. Es ist glaube ichvei e Mischung zwischen Überforderung und Bedürfnisse ncht erfüllt bekommen.
Das Thema ist sehr aktuell bei uns.

    Petra - 2. Oktober 2017 Kommentiere

    Das freut mich, dass du mit dabei bist. Ja die Überforderung kenne ich auch von meiner Großen… LG Petra

Katja - 2. Oktober 2017 Kommentiere

Bin dabei

Dali - 2. Oktober 2017 Kommentiere

Hallo Petra,

Deine Worte haben mich aufhorchen lassen! Unser 5 Jähriger ist seit Wochen so!
Klagt über Bauchschmerzen, traut sich nicht mehr zu Bekannten zum spielen…ist einfach in vielen Situationen ängstlich!
Ich bin dabei!
Liebe Grüße

    Petra - 2. Oktober 2017 Kommentiere

    Dann ist mein Artikel ja genau zur rechten Zeit für dich gekommen. Ich wünsche Deinem Sohn, dass ihr schnell zusammen herausfindet, was für ihn nicht mehr passt. LG Petra

Selina - 1. Oktober 2017 Kommentiere

Ich erkenne hier mich und meine Mädels wieder. Gerne lese ich weiterhin mit;) bis bald und danke, Selina

Iris - 1. Oktober 2017 Kommentiere

So ist es hier momentan mit 2-jährigem Tochter und fast 4-jährigem Sohn auch zeitweise. :-)

Ich bin dabei :-)

Natascha Miersch - 1. Oktober 2017 Kommentiere

Hallo. Dieses Thema ist für mich gerade brandaktuell. Du sprichst genau meine Herausforderungen, Gedanken und Wünsche aus.

    Petra - 1. Oktober 2017 Kommentiere

    Das freut mich, dass dieses Thema für dich aktuell ist und du mit dabei bist. LG Petra

Katharina - 1. Oktober 2017 Kommentiere

Hört sich interessant an. Erkenne mich/ bzw. Junior da zur Zeit wieder…

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