14. Juni 2018

Leser fragen – ich antworte zum Thema „Alltag mit Kind“ Nr. 13

Jede Woche landen einige Emails von KLEIN WIRD GROSS Leser/innen in meiner Inbox mit Fragen zu bestimmten Alltagsthemen mit Kindern. Ich freue mich darüber und beantworte diese Fragen, solange sie in meinem Erfahrungsbereich liegen.

Mir ist bewusst geworden, dass sehr viele Eltern die gleichen Fragen haben und dazu Antworten suchen. Deshalb habe ich mich entschlossen, diese Artikelserie ins Leben zu rufen, die einmal im Monat erscheinen wird. So hast auch du Zugang zu meinen Antworten!

Du kannst dir die Fragen herauspicken, die gerade für dein Leben relevant sind.

Frage:  Wie bereite ich mein Kind auf die Umstellung vom 1. auf das 2. Kind vor?

Die beste Vorbereitung sind viele kurze Gespräche mit deinem Kind über folgende Punkte:

  • Wie groß das Baby im Bauch ist und wie lange es noch dauert, bis es auf die Welt kommt 
  • Was das Baby am Anfang machen kann (trinken, schlafen, schauen, Arme bewegen, schlafen...), sodass dein Kind sich darauf einstellen kann.
  • check
    Dass das Baby erst größer werden muss, bevor dein Kind mit ihm spielen kann.
  • Dass das Baby in den ersten Monaten viel getragen werden will, weil es selbst nicht laufen oder krabbeln kann und es nicht immer alleine daliegen möchte.
  • check
    Wenn du vorhast zu stillen, dann würde ich das auch Erwähnen, dass das Baby an deiner Brust Milch trinken wird
  • check
    ...

Darüber hinaus ist es gut, wenn du dein Kind in die Vorbereitungen für das Baby miteinbeziehst:

  • Babysachen gemeinsam einkaufen
  • Die Babywäsche gemeinsam in den Schrank räumen
  • Wickeltisch für das Baby gemeinsam vorbereiten

Zusätzlich gibt es die verschiedensten Bilderbücher zu diesem Thema. Ich finde, dass viele dieser Bücher eine ungezwungen Möglichkeit schaffen, über die Veränderungen nach der Geburt zu sprechen. Die meisten Kinder wollen diese Bücher immer wieder anschauen. Und jedes Mal kannst du dir eine Stelle herausnehmen, bei der du noch was anderes erwähnst oder ihr darüber sprecht, wie das bei euch sein wird...

Frage: Die Großeltern halten sich nicht an unsere abgemachten Regeln. Wie sollen wir damit umgehen?

Ich finde es aus einer erzieherischen Sicht nicht so schlimm, wenn bei den Großeltern andere Regeln herrschen als bei den Eltern.

In meiner Zeit als Nanny habe ich deutlich gesehen, wie wundervoll Kinder zwischen zwei Menschen und deren unterschiedlichen Regeln unterscheiden und sich darauf einstellen können.

Du brauchst keine Angst zu haben, dass das einen großen Einfluss auf eure Erziehung der Kinder haben wird.

Klar, kann dein Kind fragen, warum es das bei der Oma darf und bei dir nicht. Wenn du darauf jedoch ruhig und bestimmt antwortest, wird das bald kein Thema mehr sein.

Ich kenne das Gefühl, nicht mehr ich selbst zu sein sehr gut. Man gibt und gibt und das auch sehr gerne, bis man an dem Punkt kommt und keine Energie und Freude mehr hat. Ich empfehle dir dann, dir Zeiten für dich wieder einfzufordern - natürlich in Abstimmung mit dem Partner. Eine halbe Stunde Badewanne oder spazieren gehen. Ich habe das VIEL zu spät wieder angefangen zu machen und musste mich erst viel später aus dieser "nur gebenden Mutterrolle" herauskämpfen :-). Muss ja nichts Großes oder Zeitintensives sein! Du wirst sehen, wenn du mal wieder für dich bist und deine Gedanken sich nicht um das nächste Stillen oder Windeln wechseln dreht (was zu Beginn auch ohne Kind passieren wird :-), dann findest du dich und deine Freude wieder und deine Tochter kann ihre Mamazeit wieder genießen.

Unter Geschwister ist der Konkurrenzkampf oft allgegenwärtig. Bei uns auch :-). Ich versuche ihnen so ganz nebenher zu vermitteln, dass das als erster das Frühstücksbrot zu bekommen nicht heißt, dass ich das Kind lieber hätte, sondern einfach nur, dass ich es als erstes dorthin gelegt habe. Oder dass erster sein nicht heißt, dass man der beste ist. Wir spielen auch viele Tischspiele und ich vermittle nebenher, wie man gewinnt ohne "Hähä, ich habe gewonnne, gewonnen" sondern "Ich freue mich, dass ich gewonnen habe, und du hast auch prima mitgespielt - nächstes Mal gewinnst vielleicht du".

Frage: Wie fördere ich mein Kind am besten?

In meinen Augen ist die beste Förderung für dein Kind die, die im Alltag geschieht.

  • Nimm dir Zeit, die Fragen deines Kindes zu beantworten - auch wenn sie zum 10. Mal gestellt wird
  • Erkläre deinem Kind die Welt: beim Hantieren mit Gegenständen, im Straßenverkehr, in der Natur, im Haushalt und in vielen weiteren Situationen, in denen du Dinge erklären und Zusammenhänge aufzeigen kannst
  • Gehe viel mit deinen Kindern raus. Die Natur ist ein wunderbarer Lehrer
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    Beziehe dein Kind in Haushaltstätigkeiten ein. Wie du das spielerisch machen kannst, erfährst du in meinem E-Buch
  • check
    Lass deine Kinder malen und basteln. Stelle ihnen für sie interessante Materialien zur Verfügung
  • check
    Lass deine Kinder beim Einkaufen die Mengen/Zahlen erfahren (lege 5 Äpfel in die Tüte) 
  • check
    Lies deinen Kindern täglich vor

Frage: Wie bleibe ich entspannter bei den Hausaufgaben?

Bei dieser Frage erinnere ich mich immer an den allerersten Elternabend zu Beginn der ersten Klasse meines Kindes.

Die Lehrerin sagte etwas, das mich bis heute bei den Hausaufgaben meines Kindes entspannt.

Sie sagte: Die Hausaufgaben sind eine Sachen zwischen mir und den Kindern. Sie ist eine Möglichkeit für mich zu sehen, ob das Kind die in der Schule gelernten Inhalte verstanden hat.

Dieser Satz hat mich unglaublich entspannt, weil ich darin bestärkt wurde, die Hausaufgaben in die Verantwortung meines Kindes zu legen.

Das Kind muss keine perfekten Hausaufgaben mit in die Schule bringen. Es bekommt ein Feedback dazu in der Schule und die Lehrerin weiß, was sie noch besser erklären muss.

Die Aufgabe der Eltern ist 

  • für einen ruhigen Rahmen der Hausaufgabe zu sorgen
  • für eine Ort zu sorgen, der nicht zu viele Ablenkungen bereit hält (Bedenke jedoch auch, dass es Kinder gibt, die nicht immer am gleichen Ort die Hausaufgaben machen wollen und dass das o.k. ist)
  • genügend Zeit für die Hausaufgaben einzuplanen
  • check
    bei Bedarf, deinem Kind Fragen beantworten
  • check
    bei Bedarf Strategien aufzeigen, wie es selbst zu der Lösung kommen kann (Eselsbrücken bauen oder einen anderen Rechenweg...)
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    dem Kind zu helfen, den Überblick über alle Hausaufgaben zu haben

Was ich sonst noch wichtig finde bei den Hausaufgaben:

  • Wenn du deinem Kind die Verantwortung für die Hausaufgaben übergeben willst, dann ist es von Vorteil, wenn du nicht bei deinem Kind sitzt, wenn es Hausaufgaben macht.
  • Ansprechbar sein für aufkommende Fragen oder Probleme bei den Hausaufgaben
  • Wenn das Kind etwas nicht versteht, dann lasse dir es erst einmal erklären, was es bei der Aufgabe tun soll. Dann weißt du auch, wo du mit deiner Hilfestellung ansetzen musst. Am Besten ist es immer, deinem Kind zu helfen, selbst auf die Lösung der Aufgabe zu kommen oder ihm einen Weg aufzuzeigen, der zur Lösung führt.

Frage: Wenn ich stille, macht mein älteres Kind (2,5 Jahre) Dinge, die es sonst nicht darf. Wie soll ich damit umgehen? 

Wenn du alleine mit deinen Kindern bist, würde ich dir empfehlen, dein älteres Kind immer darauf vorzubereiten, dass das Baby bald gestillt werden muss.

Ihr könnt besprechen, was dein Kind in dieser Zeit machen will. Dann bereitet ihr gemeinsam die Dinge, die es dafür braucht, vor. Sodass alles bereit steht, wenn das Baby gestillt werden will.

Wenn sich dein Baby beim Vorlesen einer Geschichte nicht vom Trinken ablenken lässt, dann ist das auch eine Möglichkeit die ein oder andere Stillzeit zu überbrücken, damit sich dein  älteres Kind nicht ausgeschlossen fühlt.

Das wichtigste ist jedoch, dass du deinem älteren Kind auch ungeteilte Aufmerksamkeit schenkst. Am besten direkt vor oder nach der Stillzeit. Du teilst dies deinem Kind auch rechtzeitig mit, dass es sich auf eine Zeit mit dir freuen kann.

Wenn dein älteres Kind dann beim Stillen unruhig wird, dann kannst du es an die alleinige Zeit mit dir erinnern.

Meine Tochter hat das generell so gemacht mit allen Leuten klein und groß - ob gut bekannt oder unbekannt und sie gab auch keine Hand. Ich habe auch mehrere Dinge versucht aber letztendlich war sie nicht soweit, fühlte sich irgendwo zu unsicher, sodass ich es einfach für sie gemacht habe (habe mich für sie bedankt, habe Hallo und Tschüss zu Freunden gesagt, habe Hände geschüttelt, die ihr zugestreckt worden sind und sie nicht genommen hat :-). Sie hat auch die Menschen nicht angeschaut. Jetzt mit 6 Jahren ist sie soweit, dass sie Freunden gerne Hallo und Tschüss sagt und auch auf deren Mütter gut reagiert und mit ihnen spricht. Bei Fremden kommt es darauf an, ob sie ihr sympathisch sind - dann antwortet sie, wenn sie was gefragt worden ist, ansonsten schaut sie auf den Boden.

Ich glaube, da kannst du nicht viel machen außer ein Vorbild für ihn sein und die Zeit für dich arbeiten lassen...

ist wahnsinnig ungeduldig, sobald er mal nicht sofort das bekommt was er will (das geht schon beim Essen, trinken, etc. los) dann kann man ihn kaum noch beruhigen.

Dein Kind lebt im Hier und Jetzt und wenn es etwas nicht gleich bekommt, denkt es, es bekommt es gar nicht mehr. Deshalb setzt er sich so vehement dafür ein. Ist also wie du schon sagst, ganz normal. Was ich getan habe, war mit meinen Kindern während dem Warten zu sprechen, was ich noch alles Tue, bis ich seinen Wunsch erfüllen kann:

etwa so: "Jetzt muss ich eine Scheibe Brot abschneiden, sie mit Butter beschmieren und dann kannst du sie essen. Schau, hier ist das Brot (vielleicht kurz anfassen lassen). Jetzt hole ich ein Messer. Siehst du, hier ist die Scheibe Brot. Jetzt hole ich die Butter aus dem Kühlschrank, mache die Verpackung weg (immer in dem Tempo sprechen, wie du die Schitte machst!), schneide Butter ab und verstreiche sie auf dem Brot. Fertig, schau, jetzt kannst du es essen."

Dieser Prozess "Tun und sagen, was du gerade tust" mit vorheriger Ankündigung kann deinem Kind helfen, die Zeit zu überbrücken und zu sehen, dass du für die Erfüllung seiner Bedürfnisse arbeitest und ihn nicht vergisst. Es wird wahrscheinlich nicht beim ersten Mal klappen - aber vielleicht lernt er schneller als du denkst :-).

Zusätzlich habe ich noch das Babyzeichensprache-Zeichen für Warten eingesetzt. Hier habe ich einmal einen Artikel über Babyzeichensprache geschrieben:

ich erwische mich sehr oft dabei, dass ich das Wort "Nein" oft bis sehr oft sage, LEIDER!

Vielleicht hast du dazu auch Tipps, mich anders zu deuten um das Nein vielleicht zu meiden,

Nein sagen lässt sich öfters vermeiden, wenn du anstatt Nein sagen gleich sagst, was du von ihm möchtest. Das hilft deinem Kind auch gleich, sich daraufhin auszurichten, anstatt nur ein Nein zu hören, aber danach nicht wissend, was er anstatt dessen tun könnte.

Beispiel

"Nein, gehe nicht an die Steckdose"  --> "Ich will, dass du hier auf dem Teppich spielst" (der weiter weg ist von der Steckdose...)

Das waren die Fragen und Antworten für diesen Beitrag - weitere werden folgen. Brennen dir Fragen zum Alltag mit deinem Kind auf deinen Lippen? Dann stelle sie mir doch in den Kommentaren oder über die Kontaktseite meiner Webseite und ich werde mein bestes Geben, um deine Fragen in einem der nächsten Frage-und-Antwort-Artikeln zu beantworten!

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