29. Januar 2019

Was ist nötig, damit es dir besser geht?

Kennst du deine Bedürnisse?

​Bevor ich Kinder hatte, war ich mir meiner Bedürfnisse meistens bewusst und habe auch Wege gefunden, diese erfüllt zu bekommen - meistens zumindest.

Dann kam der Tag an dem sich alles änderte - die Geburt meines ersten Kindes.

​Plötzlich war es ziemlich egal, was ich wollte oder brauchte - da war ein kleines süßes Wesen, das nach der Erfüllung seiner Grundbedürfnisse krähte.

​Irgendwoher kam ​die Kraft und Energie, um für dieses Baby zu sorgen und meine Bedürfnisse erstmal hintenan zu stellen.

Die Betonung liegt auf "erstmal" - das war zumindest der Plan.

Aber die Monate und Jahre zogen ins Land und es wurde mir zur Gewohnheit, meine Bedürfnisse und Wünsche nach hinten zu verschieben - Hauptsache allen anderen ​ging es gut.

Dann wäre meine Zeit ​gekommen, mich wieder mehr um mich zu kümmern, ​aber ich wollte auch ein zweites Kind haben. 

Somit blieb ich weiterhin in meiner Gewohnheit, meine Bedürfnisse zurückzunehmen.

Wer bin ich eigentlich und was brauche ich?

​Als mein zweites Kind 2 Jahre alt war - nach 5 Jahren Mutter sein - hatte ich das Gefühl, mich selbst verloren zu haben.

Ich reagierte ungeduldig, schärfer und so überhaupt nicht meiner Art entsprechend.

Ich war oft schlecht gelaunt und genervt.

Ich fühlte mich auch nicht mehr als "Ich" sondern nur noch als eine Rolle "Mutter" die ich ausfüllte.

Das rüttelte mich irgendwie wach.

​Kennst du das auch?

​Kennst du das Gefühl auch, nur noch einer Rolle gerecht zu werden, aber dich selbst nicht mehr zu fühlen?

Kennst du deine Bedürfnisse? Weißt du genau, was du im Alltag bräuchtest, damit es dir besser geht? Und kennst du Wege, diese erfüllt zu bekommen?

​Du kannst ​ganz schnell herausfinden, ob deine Bedürfnisse erfüllt werden, indem du deine Gefühle ein paar Tage lang beobachtest:

  • eine positive Grundstimmung zeigt dir an, dass bestimmt viele deiner Bedürfnisse erfüllt werden
  • eine negative Grundstimmung kann ein Hinweis darauf sein, dass deine Bedürfnisse nicht erfüllt werden

​Gefühle wie "Wut, Ärger, Genervt sein, Enttäuschung, Frustration" sind deine Wegweiser zu deinen Bedürfnissen.

Sie helfen dir, wieder in Kontakt mit dem zu kommen, was dir wichtig ist.

Schau dir die Situationen an, in denen du starke "negative" Gefühle hast:

  • Was fehlt dir in diesen Momenten?
  • Was ​bräuchtest du, damit du dich besser fühlen würdest?

Welche unerfüllten Bedürnisse liegen hinter deinen "negativen" Gefühlen?

​Damit du eine Ahnung für die unterschiedlichsten Bedürfnisse bekommst, kannst du dir diese Bedürfnis-Liste durchlesen.

Was davon wünscht du dir in ​Situationen, in denen du wütend oder frustriert bist?

Und wie schaffst du es, dieses Bedürfnis erfüllt zu bekommen.

Das ist nicht immer einfach! Und oft - gerade als Teil einer Familie - wird es nicht immer möglich sein, dass deine Familienmitglieder alle deine Bedürfnisse erfüllen können.

Denn sie haben selbst Bedürfnisse und die stehen bestimmt oft im Gegensatz zu deinen!

Deshalb ist es wichtig zu wissen, dass du auch außerhalb deiner Familie schauen kannst und sollst. Welche Menschen oder Situationen können dir helfen, deine Bedürfnisse zu leben?

Wie es mit mir weiterging:

​Ich wurde also wachgerüttelt dadurch, dass ich mich selbst nicht mehr wiedererkannte.

Mir wurde klar, dass es so nicht mehr weitergehen konnte. Ich wurde unzufriedener und genervter - meine Kraftreserven gingen zu Ende.

​Um dies zu ändern und den Prozess des mich-wieder-findens in die Wege zu leiten, habe ich mir Rückzugsmöglichkeiten und Auszeiten im Alltag mit Kindern geschaffen und am Wochenende auch mal ein paar Stunden für mich eingefordert. Und in diesen Stunden für mich habe ich ganz gewiss nicht die Wohnung geputzt :-)

Sondern ich habe mich mit mir, meinen Bedürfnissen, Glaubenssätzen, meinem Mutter-Verständnis auseinandergesetzt - wenn es mir danach war - oder ich habe einfach ein ruhiges Bad genommen ​und ein gutes Buch gelesen.

Langsam kam ich wieder in Kontakt mit mir - außerhalb meiner Rolle als Mutter - und ging weiter auf die Suche, wie ich auch im Alltag​ mit Familie Platz für meine Bedürfnisse haben kann.

Hast du auch einen Weg zurück zu dir hinter dir?​ Oder bist du gerade dabei? Oder hast du es vor, diese Reise anzutreten? Ich würde gerne etwas darüber in den Kommentaren ​erfahren!



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