29. November 2019

Wie du deine ungeliebten Verhaltensmuster in der Erziehung veränderst

​Kennst du das auch?

Du dachtest früher immer, dass du deine Kinder auf keinen Fall so behandeln wirst - in bestimmten Situationen - wie deine Eltern dich?

​Dieser Vorsatz stammt aus einer Zeit bevor du eigene Kinder hattest oder als du gerade Schwanger warst.

Aber jetzt - ein paar Jahre später - hat dich der Alltag mit Kindern fest im Griff. Du stellst plötzlich mit Schrecken fest, dass ​genau diese ungeliebten Verhaltensweisen deiner Eltern in Stresssituationen aus dir hervorbrechen.

 "Was ist nur passiert?" fragst du dich, "ich wollte doch diese Verhaltensweise - unter der ich als Kind gelitten hatte - niemals bei meinem eigenen Kindern wiederholen!"

​Was passiert ist:

​Du hast unbewusst die Verhaltensweisen deiner Eltern übernommen. Als Kind hast du deine Eltern immer genau beobachtet und alles als Referenzsituationen abgespeichert.

Bevor du Kinder hattest, warst du nicht in diesen gleichen Situationen gesteckt, deshalb "schliefen" diese Verhaltensweisen in dir.

Aber nun hast du Kinder und die abgespeicherten Referenzsituationen passen perfekt auf deine Situation mit Kindern. Wenn du dich jetzt nicht bewusst damit auseinandersetzt, wie du dein Kind anders erziehen kannst, dann greift dein Gehirn einfach auf die abgelegten Referenzsituationen zurück und du reagierst in ähnlichen Situationen so wie deine Eltern damals.

Wie komme ich aus diesen Verhaltensmustern wieder raus?

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass, wenn mir etwas sehr wichtig ist, dass ich es auch schaffe, mich anders zu verhalten. Es ist mir einfach so wichtig, dass ich dann bereit bin, extra Energie dafür aufzubringen, um mein Verhalten bewusst zu steuern - anstatt nur zu reagieren.

Das ist überhaupt nicht einfach, weil die abgespeicherten alten Verhaltensweisen natürlich ganz schnell zur Stelle sind - also deine gewohnten Reaktionen.

Trotzdem kannst du es schaffen, wenn deine Motivation groß genug ist!

​Wie du dich motivieren kannst, dein Verhalten bewusst zu ändern:

​Du musst etwas finden, dass dir so wichtig ist, dass du bereit bist, dein Verhalten dafür bewusst zu verändern - auch dann, wenn du immer wieder in alte Verhaltensweisen zurückfällst! Die Motivation  muss so groß sein, dass du nach jedem Verhaltens-Rückfall wieder aufstehst und die neue Verhaltensweise erneut in deinem Alltag einübst.

Diese Schritte können dir dabei helfen:

  • ​Überlege dir, was dir am allerwichtigsten in der Erziehung deiner Kinder ist. Wie musst du deine Kinder erziehen, damit sie zu den Menschen werden, wie du sie dir als glückliche Erwachsene vorstellst? Welches Vorbild musst du deinen Kindern dafür sein? Mache dir Notizen dazu.
  • ​Ist dir dies wichtig genug, dass du bereit bist, dafür Energie aufzuwenden?
  • Nun nimmst du dir eine Verhaltensweise, die du verändern möchtest und stellst sie dem gegenüber, was dir am allerwichtigsten ist. Es wird höchstwahrscheinlich überhaupt nicht zusammenpassen.
  • Deshalb überlegst du dir jetzt, wie du diese eine Verhaltensweise ändern könntest, damit sie zu dem passt, was dir wirklich wichtig in der Erziehung ist. Wie müsstest du dich dann verhalten?
  • Jetzt übst du im Alltag ​diese eine Verhaltensweise ​bewusst ein - anstatt ​auf diese immer gleichen Situationen nur zu reagieren.
  • Zuletzt machst du dir noch Erinnerungshilfen, damit du es im Alltag nicht vergisst. Kalendereintrag, Post it Notiz...was immer dir dabei hilft, dich zu erinnern. Notiere dir deine neue Verhaltensweisen UND auch warum du sie verändern möchtest (= deine Überlegungen beim ersten Punkt) - damit du motiviert bleibst!

Willst du noch weiter an dir als Mama arbeiten, um die beste Mama zu werden, die du sein kannst?


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