Bist du mit deinem Alltag mit Kind - so wie er jetzt läuft - nicht zufrieden?

Dann klicke auf den Button und finde heraus, wie du deinen Alltag mit Kind Monat für Monat verbessern kannst:

January 16, 2021

Es gibt die unterschiedlichsten Tabellen, was ein Kind bis wann können sollte. Doch die Entwicklung vom Kleinkind schreitet nicht nach Tabellen voran – zumindest nicht in allen Bereichen der Entwicklung Kleinkind Tabelle.

Es gibt Monats- bzw. sogar Wochenrechner mit Beschreibungen was das Kleinkind bis dahin schon können sollte. Aber nicht jedes Kleinkind hält sich an diesen Entwicklungsplan. Meine zumindest taten das nicht :-). Krabbeln, Sitzen mit 8 Monaten? Weit gefehlt.

Ist es wirklich so wichtig, dass die Kleinkindentwicklung nach Plan voranschreitet? Oder darf jedes Kind doch sein eigenes Entwicklungstempo haben?

Wenn du dich fragst, ob dein Kind altersgerecht entwickelt ist, dein Kind zwischen klein sein/groß sein schwankt oder du wissen willst, wie du es in seiner Entwicklung fördern kannst und was das beste innere Mindset für dich bei der kindlichen Entwicklung ist, dann ist der Artikel für dich!

Kleinkind Entwicklung: Kinder haben ein eigenes Entwicklungstempo

Meiner Erfahrung nach entwickeln sich Kinder nicht nach Plan, sondern in ihrem eigenen Tempo und wenn sie “langsamer” sind, holen sie wieder auf – wenn nicht irgendwelche physische/mentale Einschränkungen bestehen. Nach meiner Beobachtung konzentrieren sich Kinder oft auf einen Bereich und machen dort große Fortschritte und andere Bereiche bleiben weit hinter denen von gleichaltrigen Kleinkindern.

Die Kleinkind Entwicklung hüpft also eher von einem Entwicklungsbereich zum nächsten. Solange eine Sache geübt wird (z.B. laufen lernen) bleiben die anderen Entwicklungsbereiche öfter „stehen“ (es tut sich nicht viel in der Sprachentwicklung)

Je nach dem Interesse deines Kleinkindes wird es einen Bereich schneller meistern als einen anderen. Dadurch erklärt sich auch, warum manche Kleinkinder schon mit 11 Monaten laufen aber erst mit 2 Jahren sprechen und andere mit 12 Monaten schon ganz viele Wörter sprechen, jedoch erst mit 18 Monaten laufen.

Meine Beobachtungen zur Kleinkindentwicklung

Die Kleinkindentwicklung läuft also nicht nach Plan ab. Um dir dieses zu veranschaulichen kommen hier ein paar Beispiele dazu:

  • Ich habe Kleinkinder gesehen, die mit 10 Monaten gelaufen sind und Kleinkinder, die mit einem Jahr noch gemütlich auf ihrer Babydecke lagen. Wenn man diese Kleinkinder mit 2 Jahren wieder sieht, sieht man, dass sie alles aufgeholt haben und sicher in ihrem Bewegungsablauf sind.
  • Ich hatte Kleinkinder, die schon ganz früh in Sätzen sprachen und Kleinkinder, die lange nicht oder nur wenig sprachen. Bis zum Kindergartenalter haben die meisten Kinder dann alles aufgeholt und prima gesprochen.
  • Es gibt Kleinkinder, die sich mehr grobmotorisch (rennen, klettern, hüpfen) entwickeln und andere die sich auf den feinmotorischen Bereich konzentrieren (basteln, malen, Perlen auffädeln). Und das muss nicht unbedingt Jungen-Mädchen getrennt sein!

Physische Einschränkungen

  • Natürlich gibt es auch Kinder, die für ihre Entwicklung ärztliche Hilfe benötigen. Wenn z.B. etwas mit den Ohren ist, dann ist davon die Sprachentwicklung betroffen.
  • Manche Kinder brauchen Hilfe vom Logopäden, um Laute richtig bilden zu können.
  • Andere Kinder profitieren vom Besuch beim Osteopathen, weil sich bei der Geburt irgendetwas verschoben hat.

Ich denke als Mutter/Vater hat man oft eine Intuition, ob das eigene Kind Hilfe braucht oder einfach nur Zeit für seine ganz eigene Entwicklung.

Kinder im Kleinkindalter spielerisch fördern

Ich denke, dass Kinder im Kleinkindalter am Meisten von zwei Dingen profitieren:

  • Zeit für freies Spiel. Das freie Spiel ist ungemein wichtig im Kleinkindalter und darüber habe ich schon einen seperaten Artikel geschrieben, den du hier findest.
  • Zeit für Beschäftigung mit deinem Kleinkind

Meiner Erfahrung nach lernen Kinder alles Nötige für ihre Entwicklung im freien Spiel und in der Beschäftigung mit dem Kleinkind.

Beispiele, welche Anreize du deinem Kleinkind geben kannst in der Beschäftigung mit Dir oder mit Dingen:

  • Bücher vorlesen, Singen mit dem Kleinkind, Reime aufsagen, Fingerspiele machen und reden mit dem Kleinkind fördert ganz automatisch die Sprachentwicklung und schult das Gehör, außerdem lernt das Kleinkind ganz nebenbei den Satzbau unserer Sprache kennen.
  • Spazieren gehen, auf einen Spielplatz gehen, mit Sand spielen, auf Bäumen balancieren bzw. klettern, Blumen pflücken, Kieselsteine aufheben, hüpfen, Ball spielen…all das fördert auf ganz natürliche Weise die Kleinkindentwicklung in der Grob- und Feinmotorik.
  • Malen und Basteln mit dem Kind, sowie Kochen und Backen oder die Mithilfe im Haushalt fördert die Feinmotorik ungemein und macht dem Kind großen Spaß
  • Toben, Klettern, Laufrad fahren, Fußball spielen…ist gut für die Grobmotorik
  • Puzzles fördern die Auge-Hand-Koordination und das Kombinieren
  • Bei Tischspielen kannst du spielerisch die Farben und Zahlen mit deinem Kleinkind üben

Das beste Mindset für die Kleinkindentwicklung:

Das Lerntempo akzeptieren

Das ist manchmal gar nicht so einfach.

Wir vergleichen unsere Kinder bewusst oder unbewusst mit anderen Kindern – bzw. Entwicklungstabellen. Manchmal können wir es gar nicht erwarten, dass ein Entwicklungssprung geschafft ist.

Oder es fällt dir schwer, nur beobachtend daneben zu stehen, wenn dein Kind sich abmüht, etwas zu schaffen (z.B. beim Steckspiel die richtige Öffnung zu finden). Weil du als Erwachsene genau weißt, wie etwas am besten funktioniert, willst du deinem Kind das Wissen auch bereitstellen.

Für dein Kind ist es jedoch ein viel größerer Erfolg, wenn es etwas alleine geschafft hat. Die Freude und den Stolz über das Gemeisterte kannst du in seinem Gesicht ablesen.

Deshalb empfehle ich dir, dein Kind erst einmal in seinem Tun zu beobachten. Wenn es sehr frustriert ist von einer Sache, dann kannst du deine Hilfe immer noch anbieten ("soll ich dir helfen?"). Wenn das bejaht wird, dann ist die beste Hilfe die „Hilfe zur Selbsthilfe“. Also einen Trick bzw. einen Hinweis geben, wie dein Kind etwas alleine meistern kann ("schau mal wie der Bauklotz wackelt, stell ihn so hin, dann steht er stabiler und dann kannst du den Turm noch höher bauen")

Durch dein Hinführen an die Lösung löst dein Kind sein Problem fast alleine. Weil dieses Erfolgserlebnis mit intensiven freudigen Gefühlen verbunden wird, speichert das Gehirn deines Kindes diese Erfahrung besser ab. Dadurch wird die Lernerfahrung intensiviert und das Kind ist motiviert, weiterhin mit Ausdauer, Einfallsreichtum und Selbständigkeit zu lernen.

Umgang mit Fehlern in der Entwicklung vom Kleinkind

Kinder haben keine Angst vor Fehlern.

Angst oder Unbehagen bei Fehlern lernen sie erst irgendwann von uns Erwachsenen.

Kleinkinder registrieren normalerweise Fehler, indem sie feststellen, dass etwas nicht funktionier. Sie ärgern sich darüber und versuchen es dann einfach erneut, etwas zu schaffen.

Denn Fehler zeigen deinem Kleinkind, dass ihm noch etwas „fehlt“, das es noch weiter üben muss, um erfolgreich zu sein. Sie wissen einfach, dass Fehler zum Lernen dazugehören und versuchen einen neuen Weg, um Erfolg zu ermöglichen.

Deshalb ist es deine Aufgabe, diese ursprüngliche Fehlerkultur ("mir fehlt noch etwas, ich muss noch mehr üben") deines Kindes solange wie möglich aufrechtzuerhalten. Das kannst du tun, indem du nicht von Fehlern sprichst, sondern darüber, dass es noch etwas Übung braucht, bevor es klappen wird.

Dies stärkt außerdem noch das Selbstbewusstsein deines Kindes. Wenn du in dieses Thema noch weiter einsteigen willst, empfehle ich dir folgenden Artikel: Selbstbewusstsein stärken Kinder

In der Entwicklung vom Kleinkind zum Kind gibt es eine längere Übergangsphase,

in der dein Kleinkind immer wieder hin und her schwanken wird zwischen groß und klein sein wollen.

Beispiele für groß sein wollen im Kleinkind Alter meiner Tochter:

  • Sie will die Große sein. Sie zeigte mir andauernd, was sie jetzt schon alles kann. Sie verglich sich mit anderen Kindern und mit ihrem Bruder.
  • Sie drückte sich redegewandt aus, erste Schimpfworte aus dem Kindergarten wurden lautstark verwendet und sie hatte einen richtigen starken Willen entwickelt und setzte sich für deren Umsetzung ein.
  • Sie spielte damals am liebsten Rollenspiele und sie ahmte die Welt der Erwachsenen nach, dass es mir manchmal vor Rührung das Herz umdrehte oder ein Lächeln auf meine Lippen zauberte oder sich kleine Gewissensbisse meldeten, weil ich mich ertappt fühlte in einer meiner Schwächen.

Beispiele für klein sein wollen im Kleinkind Alter meiner Tochter:

Aber dann kommen wieder Momente, in denen sie wieder ganz klein sein will:

  • Ich soll sie anziehen.
  • “Mama, ich will immer bei dir sein!”
  • Sie kommt zum Kuscheln 
  • Sie kommt in unser Bett
  • Sie hat sich weh getan und ich soll den Schmerz wegpusten

Es war ein ständiges Schwanken zwischen “Ich will groß sein” und “Ich will ein Kleinkind wie mein Bruder sein”.

Nicht immer fiel es mir leicht mit diesem Groß und Klein sein wollen umzugehen:

  • Gerade wenn es schnell gehen musste und sie von mir angezogen werden wollte (ich könnte in der Zeit doch schon ihren Bruder fertig anziehen)
  • Wenn sie selbständig entscheidete, dass sie jetzt aber unbedingt noch etwas basteln musste und es wirklich nicht geht, dass sie jetzt ins Bett gehen solle – nein auf gar keinen Fall möglich – und ich eigentlich endlich meinen verdienten Feierabend machen wollte
  • Wenn ich wehmütig daran dachte, dass sie jeden Tag erwachsener wird (was natürlich gleichzeitig wunderschön ist) und ich sie ihren Weg gehen lassen muss
  • Wenn ich die Zähne zusammenpressen musste, um nicht laut aufzustöhnen, wenn sie anfing, in Babysprache zu sprechen (normalerweise spricht sie sehr deutlich und ist redegewandt…)

Trotzdem wusste ich, dass dieses Schwanken ganz normal ist. Mit diesem Zurückfallen in “ich will wieder klein” sein, holt sich das Kind die Sicherheit, Geborgenheit und Liebe, die es braucht, um dann wieder als “Große” in die Welt hinaus zu gehen und die Welt im Sturm zu erobern.

Ich versuchte, diese Augenblicke des “ich will wieder klein sein” und “Mama soll helfen” zu genießen anstatt zu “verdammen”. Denn seien wir mal ehrlich: wie lange wollen Kinder diese Nähe noch haben, bevor sie in die nächste Selbstständigkeitsphase gehen und sie nicht mehr klein sein wollen?

Und in Augenblicken, in denen sie “groß sein will”, versuchte ich mein bestes, ihr Freiräume zuzugestehen und sie immer mehr ihren Weg gehen zu lassen und trotzdem begleitend an ihrer Seite zu stehen.

Weiterführende Links:

Buchempfehlung für die Zeit mit Kleinkind

Klicke auf das Bild für weitere Informationen zu diesem Buch:

Hinterlasse einen Kommentar

Deine Emailadresse wird nicht veröffentlicht!

{"email":"Email address invalid","url":"Website address invalid","required":"Required field missing"}

Weitere Blogartikel für dich:

​Erhalte diese Emailserie ​mit dem Newsletter

​wertvolle Tipps, wie du deinen Alltag mit Kind entspannst