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Bist du am Verzweifeln, weil dein Kleinkind wegen einer gefühlten Kleinigkeit schon wieder einen Wutanfall bekommt? Vielleicht zum 5. Mal heute und du entnervt "Wutanfall Kleinkind was tun" bei Google eingibst.

Hast du den Ratschlag „es ist nur eine Phase, wenn Kleinkinder so viele Wutanfälle haben“ zu denken, auch schon gehört und wie ich festgestellt: Das hilft mir im Moment aber auch nicht weiter.

Was also hilft dir, die Anzahl der Wutanfälle deines Kleinkindes zu reduzieren, sodass wieder mehr Ruhe und Frieden bei euch einkehrt? Dazu findest du 3 wichtige Tipps in diesem Artikel.

Ich mach dir jedoch nichts vor - dein Kleinkind wird wahrscheinlich trotzdem noch genügend Wutanfälle haben - aber die Anzahl der Wutanfälle gehen meiner Erfahrung nach mit diesen 3 Tipps auf jeden Fall zurück:

1

Wutanfälle Kleinkind: Versetze dich in die Lage des Kindes – versuche seine Situation zu verstehen – und finde eine Lösung (Kompromiss), die für euch beide passt:

Wutanfälle beim Kleinkind sind keine Seltenheit - eher ein täglich (mehrmals) auftretendes Phänomen.

Ein Beispiel aus meinem Leben:

Sein Mund verzieht und öffnet sich. Heraus kommt ein Schreien, das jedes Mutterherz in Alarmbereitschaft versetzen würde. Tränen der Wut und Ohnmacht schießen in seine Augen. Er hockt sich hin, schreit – ein Häufchen Elend.

Du fragst dich nun vielleicht, was diesem armen Kerl widerfahren ist? Ich verrate es dir:

Wir saßen in einem Biergarten mit Spielplatz. Mein Sohn wollte mit mir zur Rutsche gehen. Ich sagte zu meinem fast 2jährigen Sohn: „Ich trinke zuerst meinen Kaffee und esse diesen Kuchen hier und dann komm ich mit zur Rutsche.“

Ein ganz normaler Satz – eigentlich. Sein Wunsch wird nicht verweigert, nur kurzfristig aufgeschoben. Also alles im grünen Bereich. Oder doch nicht?

Es ist ein Satz

  • Der ein im Hier und Jetzt lebendes Kleinkind dazu auffordert, ein Weilchen zu warten
  • Der einen brennenden Wunsch in diesem Moment verwehrt
  • Der dem Kleinkind keine Möglichkeit gibt, dorthin zu kommen, wohin es gehen will, weil es sich alleine nicht dorthin traut.
  • Der Verzweiflung auslöste.

Ich nehme mein schreiendes Häufchen Elend auf meinen Schoß und sage zu ihm: „Ich weiß, du bist wütend und traurig darüber, dass ich nicht mit dir zur Rutsche gegangen bin. Du willst unbedingt jetzt gleich zu Rutsche gehen, stimmt´s?“

Hoffnungsvolle, tränenüberströmte Augen finden meinen Blick.

„Ok, dann lass uns jetzt erst zur Rutsche gehen. Du darfst 3 Mal rutschen und dann gehe ich zurück zum Tisch und esse meinen Kuchen ganz in Ruhe. Ist das besser?“ Er nickt und rutscht von meinem Schoß. Er läuft los und schaut über seine Schulter, ob ich auch wirklich nachkomme.

Wenn du also die Anzahl der Wutanfälle Kleinkind verringern möchtest, dann gehe auf die Gefühle hinter der Wut deines Kleinkindes ein, zeige Verständnis für diese Gefühle und biete eine Lösung/Kompromiss an, die zu euch beiden passen. Dadurch muss dein Kleinkind seinen Wutanfall nicht fortsetzen, um von dir gehört und verstanden zu werden!

(Weiterer Lesetipp: Falls du wissen willst wie lange die Trotzphase dauert, woran du sie erkennst und warum es sie gibt, dann lies meinen Artikel:  Trotzphase wann)

2

Trotzanfall: Was hilft, wenn dein Kind trotzig ist? Gestehe deinem Kind – sooft es dir irgendwie möglich ist – die Zeit zu, etwas alleine zu machen, bis es deine Hilfe annehmen kann

Wenn meine Kinder trotzig und nahe an einem Trotzanfall waren, dann wäre es der größte Fehler gewesen, sie dann auch noch (zeitlich) unter Druck zu setzen - das hätte das Fass zum Überlaufen gebracht und den Trotzanfall voll in die Gänge gebracht.

Was ich anstatt dessen tat - ein Beispiel aus meinem Leben:

Kleine Hände greifen nach den Sandalen. Der Fuß erscheint zwischendrin und versucht in die Schuhöffnung hinein zu treffen. Du siehst es auf einen Blick. Die Schuhöffnung ist zu eng. Mit einem schnellen Griff deinerseits wäre das Problem beseitigt.

Wenn da nicht die kleinen Hände wären, die dich am Eingreifen hindern und dich wegschieben. Damit du dein Kleinkind auch verstehst, kommt noch ein unmutiges Quengeln aus seinem Mund. Seine Augen schauen dich trotzig an.

Das ist alles ein Hinweis für: ICH! WILL! DAS! ALLEINE! MACHEN!

Wenn ich bei meinem Sohn in diesem Augenblick darauf bestehe, dass es schneller gehen muss und ich die Schuhöffnung aufmache, damit er reinschlüpfen kann, dann sträubt er sich dagegen und verweigert sein Mitmachen. Es entsteht ein unschöner Kreislauf und es kann zum richtigen Trotzanfall kommen, wenn ich weiterhin versuchen würde, ihm die Schuhe anzuziehen und er sich dagegen wehrt.

Lass ich ihn jedoch bei dem Versuch, seine Schuhe anzuziehen gewähren, dann probiert er es 4, 5 oder 6 Mal und wenn er merkt, dass er es nicht schafft (und er seinen Unmut äußert), dann biete ich ihm meine Hilfe an: „Soll ich dir helfen?“. Meistens nickt er sofort und zusammen ziehen wir die Schuhe an.

Die Zeit zugestehen, etwas alleine machen zu dürfen, kann sogar eine Zeitersparnis sein – je nachdem wie wütend dein Kind über dein Eingreifen werden kann und wie lange sich danach der Kampf des Anziehens hinziehen würde!

Wenn du also die Anzahl der Wutanfälle Kleinkind verringern möchtest, dann gestehe deinem Kind Zeit ein, Dinge alleine zu tun. Das heißt auch, dass du im Vorfeld schon genügend Zeit dafür einplanst, sodass du selbst nicht in Zeitnot kommst und unruhig wirst!

(Weiterer Lesetipp: Hier findest du einen Artikel über Machtkämpfe mit deinem Kind.)

3

Wutanfälle bei Kleinkindern mit Humor entspannen

Wutanfälle bei Kleinkindern kannst du sehr gut mit Humor entspannen - am schnellsten dann, wenn der Wutanfall sich gerade erst aufbaut und noch nicht im vollen Gange ist.

Ein Beispiel wie du Wutanfälle bei Kleinkindern entspannen könntest, indem du Humor benutzt:

Du willst die Küche fertig aufräumen und dann mit deinem Kind zum Einkaufen fahren. Du kommst nur langsam voran, weil dein Kleinkind an dir hängt oder deine Hand nimmt, um dich irgendwohin zu ziehen. Unmut steigt in dir auf.

Plötzlich erinnerst du dich an diesen dritten Tipp. Humor. Und du sagst: „Ja, wer hängt denn da an meinem Bein? Ist das ein Bär?“ (an dieser Stelle wird dein Kind wahrscheinlich den Kopf schütteln) „oder ist es ein Affe? (dein Kind grinst jetzt bestimmt schon) Ah, jetzt weiß ich es: Du bist eine Ameise! (lacht dein Kind etwa schon?) Du bist nicht meine Ameise? Stimmt - du bist ja mein Kind!“ (und dabei nimmst du dein Kind hoch in deine Arme und knuddelst es ganz fest)

Die Stimmung in der Küche wird nun etwas entspannter sein. Dein Kleinkind hatte eine amüsante Unterhaltung. Du musstest vielleicht sogar über die süßen Reaktionen deines Kindes lächeln.

Danach ist es oft einfacher, wieder miteinander zu reden, eigene Bedürfnisse und Wünsche mitzuteilen, dein Kind in deine Tätigkeit mit einzubinden, damit es nicht gelangweilt an dir hängt. Für dein Kind ist es danach vielleicht auch wieder einfacher, dich die Küche aufräumen zu lassen und sich selbst zu beschäftigen oder dir zu helfen.

Wenn du also die Anzahl der Wutanfälle Kleinkind verringern möchtest, dann setze Humor im Alltag mit Kind ein, um drohende Wutanfälle zu umschiffen oder genervt sein deinerseits zu verringern.

(Weiterer Lesetipp: Wenn dann beim Einkaufen der nächste Trotzanfall droht, dann helfen dir diese Tipps in meinem Artikel weiter: Einkaufen mit Kind)

Was hilft bei einem Trotzanfall beim Kleinkind - Zusammenfassung

Einige Trotzanfälle beim Kleinkind kannst du dir und deinem Kind ersparen, indem du

  • dich in seine Lage versetzt und nach Lösungen (Kompromisse) suchst, die für euch beide passen
  • ihm Zeit zugestehst, etwas alleine zu machen, bis dein Kind deine Hilfe annehmen kann
  • eine Situation mit Humor entspannst
  • 6 Dinge beachtest, die dein Kind in der Trotzphase von dir braucht

Weil ich weiß, wie ich auf „trotziges“ Verhalten meines Sohnes reagieren kann, hat ein trotziges Kind ihren Schrecken für mich verloren.

Sind Wutanfälle Kleinkind...

Anstrengend? Ja!
Stressig? Immer mal wieder!
Nervig? Darauf kannst du wetten!

Und trotzdem ist diese Phase im Kleinkindalter eine wundervolle Zeit, in der sich mein Kleinkind weiterentwickelt. Sich selbst und seine eigenen Fähigkeiten entdeckt und ausprobieren will. Und mit allen Mitteln dafür kämpft, etwas alleine machen zu dürfen. Die Trotzphase ist ein weiterer Meilenstein in der Entwicklung meines Kindes.

Manchmal kann ich nur staunend daneben stehen. Was mein Kind innerhalb von kürzester Zeit alles gelernt hat – nur weil es sich gegen Hilfe sträubt und alles alleine machen will. Der Wutanfall beim Kleinkind ist sehr oft ein Hinweis dafür, etwas alleine machen zu wollen und ist somit ein rießengroßer Antrieb für die Entwicklung vieler Fertigkeiten und Fähigkeiten des Kindes.

Schau genau hin! Kannst du auch das Wunder hinter der Trotzphase erblicken?

Wenn du auch hinter andere Konflikte im Alltag mit Kindern schauen willst, dann ist diese Blogartikel-Übersichtsseite zum Thema Konflikte genau das Richtige für dich.

Viele alltagserprobte Tipps für die Trotzphase findest du hier:


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