7. März 2017

3 Übungen, die dir helfen, deinen Alltag mit Kind zu genießen

Es ist ein Freitagabend und ich bin genervt vom Tag. Meine Kinder hatten schon den ganzen Nachmittag schlechte Laune. Auf dem Heimweg vom Kindergarten jammerte der Kleine und zu Hause – noch nicht einmal die Schuhe waren ausgezogen – fing die Große an zu ärgern.

Ich vermittelte, indem ich meine Streit-Methode anwandte, aber schon 10 Minuten danach hatte ich die nächste Gelegenheit dazu. Endlich war das Mittagessen auf dem Tisch – nun werden sich die Gemüter bestimmt wieder beruhigen.

Weit gefehlt, anstatt Gespräche über die Zeit im Kindergarten, gab es heute „häh, häh ich war schneller“ und „warum hat der ein größeres Stück als ich?“

Nach dem wenig Entspannung bringenden Mittagessen schnappte ich mir meine Kinder und ein paar Bücher, um wieder Ruhe in den Nachmittag zu bekommen – was mir auch gelang. Nur leider nicht bis zur Schlafenszeit, in der wieder geärgert und gestritten wurde.

Puh, endlich sind die Kinder im Bett und ich kann Durchatmen. Wenn ich an einem solchen Tag über die vergangenen Stunden nachdenke, dann bin ich traurig über die Art und Weise, wie ich mit meinen Kindern gegen Abend hin gesprochen habe (als die Nerven zum Zerreißen gespannt waren).

Ein genervter Tonfall, ein Befehl hier und dort, ein abgrundtiefer Seufzer oder ein Augenverdrehen zwischendurch. Alles Kommunikationsweisen, die ich als verletzend empfinden würde, wenn das jemand mit mir machen würde.

Wenn ich länger über die Situation nachdenke, dann sind es nicht die Streitigkeiten meiner Kinder oder andere anstrengende oder stressige Momente im Tagesablauf, die mich so unzufrieden oder genervt werden lassen.

Vielmehr habe ich meine innere Mitte in diesen Stunden bzw. an diesem Tag verloren.

Dies hält mich davon ab, meinen Alltag trotz seinen Herausforderungen genießen zu können.

Deshalb habe ich mich schon vor Längerem auf die Suche gemacht, was mir (und anderen Eltern) helfen könnte, um generell mehr in der eigenen Mitte zu bleiben - auch bei einem Nachmittag voller Geschwisterstreit oder mit mehreren Wutanfällen.

Bei meiner Suche bin ich bei 3 Dingen hängen geblieben, die ersten beiden mache ich schon regelmäßig - beim dritten bin ich gerade dran.

Und ich merke, dass ich immer mal wieder Gelassener reagiere - gerade auch in "Trigger-Situationen"

Dankbarkeit


Das Üben von Dankbarkeit hilft den Fokus auf die erfreulichen Situationen des Alltags zu legen, weil man sich auf die Dinge und Menschen in seinem Leben konzentriert, für die man dankbar ist.

Dieses warme Gefühl beruhigt gestresste Gemüter und lässt die Welt in einem positiveren Licht erstrahlen. Wenn du mehr über dieses Thema lernen willst, dann empfehle ich dir die Podcastfolge von Peter Beer anzuhören.

Für diesen Artikel reicht es zu wissen, dass das Gefühl der Dankbarkeit Stress reduzieren und die Perspektive verändern kann.

Auf längere Zeit hilft es, mehr in seiner eigenen Mitte zu Ruhen.

Es gibt mehrere Dankbarkeitsübungen, die dir dabei helfen können, generell mehr Ruhe, Gelassenheit und Zufriedenheit in deinen Alltag zu bekommen:

  • Das Dankbarkeitsjournal: Jeden Abend schreibst du 3-5 Dinge (oder auch mehr, wenn du willst) auf, für die du an diesem Tag dankbar bist oder
  • Frage dich nach jedem Tagesabschnitt (nach Morgenroutine, nach der Arbeit, nach den Hausaufgaben machen, nach der Abendroutine) für welche Dinge – auch wenn sie noch so klein sind – du dankbar sein kannst

Achtsamkeit


Schon länger begleitet mich das Thema Achtsamkeit – das im Moment sein und ihn mit allen Sinnen wahrnehmen.

Wenn man immer wieder ein paar kleine Momente im Tagesablauf damit verbringt, ganz im Hier und Jetzt zu verbringen, verringert das den inneren Stress.

Zu diesem Thema gäbe es noch viel zu schreiben, jedoch muss ich das nicht, denn das hat schon meine Bloggerkollegin Sabine Machowski getan, bei der du bei mehr Interesse am Thema Achtsamkeit vorbeischauen kannst.

Die typische Achtsamkeitsübung läuft folgendermaßen ab:

  • Du konzentrierst dich auf eine Tätigkeit wie das Abspülen, Essen oder Duschen und gehst diesen Moment mit deinen Sinnen durch. Was riechst du? Was schmeckst du? Was fühlst du mit deiner Haut? Was hörst und siehst du?
  • Kommen dir Gedanken an die naheliegende Zukunft wie „ich muss noch das machen, bevor ich die Kinder abholen muss“ holst du dich sanft wieder zurück in den Moment, indem du dich wieder auf deine Sinne konzentrierst.

Wertschätzung


Es ist schön, wenn ich Wertschätzung von anderen Menschen bekomme – nur kann ich das nicht beeinflussen. Was ich beeinflussen kann, ist die Wertschätzung die ich mir selbst gebe und auch die Wertschätzung, die ich anderen Menschen gebe bzw. die Wertschätzung die ich für sie empfinde.

Wertschätzung, die ich mir selbst schenke, hilft dabei, mehr in sich selbst zu Ruhen und von seinem Wert für andere überzeugt zu sein. Das hilft dir, dass du nicht nur gibst und gibst, nur um Anerkennung zu bekommen. Sondern, dass du gibst, weil du es aus ganzem Herzen tun möchtest oder auch mal "nein" sagst.

Übungen zur Selbstwertschätzung

  • Nimm dir ein Notizbuch und mache daraus dein Erfolgstagebuch. Schreibe dir wöchentlich (oder täglich wenn du willst) deine kleinen und großen Erfolge auf. Erfolge im privaten sowie beruflichen Bereich
  • Schreibe einen Brief an dich selbst, indem du deine Wertschätzung für dich selbst zum Ausdruck bringst.
  • Mache dir eine Liste über alles, was du an dir schätzt (Talente, Fähigkeiten, Charakterzüge, Körper, Gesundheit, Umgang mit anderen, Verhaltensweisen)

Wertschätzung, die ich für andere empfinde hilft mir, "unbeschadet" durch stressige Momente oder Stunden mit diesem Menschen zu kommen.

Übungen zur Wertschätzung von anderen Menschen

  • Schreibe pro Person in deiner Familie eine Liste von 20 oder 50 Eigenschaften auf, die du an der Person schätzt
  • Sage jedem Familienmitglied jeden Tag eine Sache, was du heute – oder generell – an ihnen schätzt.

Diese 3 – Dankbarkeit, Achtsamkeit und Wertschätzung – helfen mir immer mehr, ruhiger im Alltag zu werden, mich nicht gleich in den Strudel der Gefühle meiner Kinder hineinziehen zu lassen.

Und was ein zusätzlicher Bonus ist, diese 3 helfen mir auch, meinen Alltag mit Kindern noch mehr zu genießen, weil

  • ich Momente intensiver wahrnehme – mit allen Sinnen 
  • ich dafür dankbar bin, dass mir dieser Moment geschenkt wurde
  • wenn ich Situationen mit so einer Intensität warhnehme, dann fällt es mir nicht mehr schwer, dafür und für die Menschen in diesem Moment Wertschätzung zu empfinden.

Lass uns gemeinsam daran arbeiten, jeden Tag mehr Dankbarkeit, Achtsamkeit und Wertschätzung in unseren Alltag mit Kind einzubauen, damit wir in einer Woche, in einem Monat und in einem Jahr immer eine Steigerung fühlen im Genießen unseres Alltags mit Kind.

Bist du dabei? Dann schreib mir doch bitte einen kurzen Kommentar!

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Julia - 2. Mai 2017 Kommentiere

Hallo Petra,

vielen Damk für die Anregungen und Tipps. Das ist genau das, wonach ich gesucht habe ;)
Nach dem langen Wochenende mit viel Regen und viel Ärger mit den Kindern, muss hier unbedingt mehr Enntspannheit rein. Ich wünsche mir für mich vieeel mehr Gelassenheit in stressigen Situationen.
Liebe Grüße

    Petra - 2. Mai 2017 Kommentiere

    Ich wünsche Dir viel Erfolg mit den Übungen und freue mich, dass du genau das gefunden hast, nachdem du gesucht hast. LG Petra

Janet - 11. März 2017 Kommentiere

Danke für deine tollen Artikel, sie sind wirklich hilfreich für mich…und auch für andere Eltern, denen ich den Tipp gab, mal hier zu lesen!
Seit ich zufällig mal hier landete, schaue ich ganz oft vorbei und finde immer wieder etwas, das uns den Alltag erfreulicher macht. Danke!

    Petra - 11. März 2017 Kommentiere

    Vielen herzlichen Dank für deine lieben Worte und die Weiterempfehlung meines Blogs! Habe mich sehr darüber gefreut. LG Petra

tscherry - 11. März 2017 Kommentiere

Vielen Dank, in meiner Natur bin ich ein dankbarer Mensch und trotzdem verliere ich in solchen turbulenten Moneten manchmal die Nerven und brülle drauf los! Danke für diese wertvolle Erinnerung :)

    Petra - 11. März 2017 Kommentiere

    Gern geschehen. Nerven verlieren passiert – sich öfters dankbar fühlen hilft nur, sie nicht mehr so oft zu verlieren ;-) LG Petra

Andrea - 11. März 2017 Kommentiere

Liebe Petra,
danke dir vielmals für den Beitrag.
Ich kann mich an vielen Tagen der Woche mit meinen beiden Kindern (8 1/2 und 4 1/2) darin wiederfinden, und bin eherlich gesagt oft am verzweifeln, weil ich fühle, dass ich die dauernden Launen, Streiteren und Wutausbrüche – je nach einener Tagesverfassung – immer schlechter abpuffern kann…..
Ich werde mal probieren, mir deine Worte und Tipps zu Herzen zu nehmen,
danke dir,
Andrea

    Petra - 11. März 2017 Kommentiere

    Liebe Andrea,
    das kann ich gut verstehen! Fang die Übungen an, wenn du zur Ruhe gekommen bist – nicht wenn du mitten in den Streitigkeiten drin steckst – dann ist es leichter, wieder Dankbarkeit und Wertschätzung zu fühlen. Wenn du dies über einen längeren Zeitraum machst, dann passiert es MANCHMAL, dass man sich in der herausfordernden Situation daran erinnert und augenblicklich ein wenig ruhiger wird. Alles Gute, Petra

Astrid - 9. März 2017 Kommentiere

Seit ich deine Seite entdeckt habe stöbere ich regelmäßig wenn ich Zeit habe in deinen Artikeln. Vielen Dank für diesen tollen!
Ich bekomme in 4 Wochen wieder Nachwuchs. Den Alltag mit der großen zu genießen fällt mir manchmal schwer, sie spürt die nahende Veränderungen und ist manchmal sehr schwierig… Ich versuche es mal mit mehr Dankbarkeit Achtsamkeit und Wertschätzung. 😊

    Petra - 9. März 2017 Kommentiere

    Vielen herzlichen Dank für deine netten Worte! Alles Gute für euch! LG Petra

Mo - 8. März 2017 Kommentiere

Oh das klingt passend. Danke für die Anregungen.
Liebe Grüße von der Mo

Regina - 8. März 2017 Kommentiere

Hallo,das trifft so zu! Es hilft mir immer, hier auf deiner Seite zu lesen.
Mir fällt die Achtsamkeit immer am Schwersten. Daran muss ich noch arbeiten. Im Moment Leben und fühlen fällt mir schwer.

Danke für deine Unterstützung, Regina

    Petra - 8. März 2017 Kommentiere

    Liebe Regina, danke für deine Worte. Ich finde es auch oft schwer, im Moment zu bleiben und nicht 100 Schritte voraus zu denken, deshalb helfen mit bewusste „Übungseinheiten“, um wieder zurück ins Hier und Jetzt zu kommen! LG Petra

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