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Dein Kleinkind schlägt während einer Auseinandersetzung nach dir? Was du über das Schlagen wissen musst und wie du reagieren solltest, liest du im Artikel.

Zuerst einmal möchte ich dir den Druck nehmen:

Dass ein Kind dich oder andere in seinem Frust oder seiner Wut einmal schlägt ist kein Weltuntergang und auch kein Zeichen dafür, dass du als Mutter versagt hast oder dein Kind härter rannehmen müsstest!

Wenn ein Kleinkind haut hat das mit Frustrationstoleranz und Impulskontrolle zu tun

Bis in die Pubertät hinein ist das Erlangen von einer guten Frustrationstoleranz und das Kontrollieren der eigenen Gefühle und wie man darauf reagiert noch nicht abgeschlossen. Da ist es nicht verwunderlich, wenn ein Kleinkind haut - weil die Wut es einfach übermannt hat.

(Seien wir doch mal ehrlich: Wer schafft es wirklich als Erwachsener, immer seine Gefühle von Ärger, Stress, Wut oder Frust unter Kontrolle zu halten? Haben wir noch nie ein ungerechtes Wort gesprochen? Sind wir noch nie in unserer Wut richtig laut oder unsanft im Umgang mit anderen geworden? Haben wir noch nie andere emotional verletzt, weil wir unter Strom standen?)

Wenn wir Erwachsene es nicht schaffen, immer angemessen auf Reize zu reagieren (=Impulskontrolle), wenn die Gefühlswogen hoch schlagen, dann können wir dies ebensowenig von unseren Kindern erwarten.

Auch wenn Schlagen nochmal eine Stufe mehr ist als mit Worten zu verletzen: Dein Kind ist noch sehr viel jünger als wir Erwachsene und braucht noch Zeit, um seine Impulskontrolle zu verbessern.

Mein Kind schlägt mich bedeutet also: Das Schlagen ist ein Impuls des Kindes, um seine eigenen Bedürfnisse oder Wünsche durchzusetzen, weil es noch keine anderen Wege erkennt, die auch zur Bedürfnis- bzw. Wunscherfüllung führen würden.

Beim dahinter schauen, was hinter dem Schlagen / der Wut deines Kindes liegt, hilft dir dieser Artikel: Verhaltensauffälliges Kind

Wenn sich das Schlagen deines Kindes häufen sollte, dann ist es an der Zeit zu schauen, welche Situationen dein Kind so wütend macht und was du an diesen Situationen verändern kannst, sodass es nicht mehr zu so viel Wut und Frust bei deinem Kind kommt. Dieser Artikel hilft dir dabei, Wutanfälle bei Kindern zu reduzieren.

Kleinkind schlägt Mutter ins Gesicht - wie reagieren?

Ich weiß auch, dass dir dieses Wissen (um Frustrationstoleranz und Impulskontrolle lernen) in dem Moment, in dem dich dein Kind schlägt nur bedingt weiterhilft, weil das Geschlagen werden dich einfach verletzt, Gefühle in dir auslöst und die Frage in dir aufsteigen lässt: Kind schlägt Mutter wie reagiere ich darauf?

Für mich ist die beste Reaktion auf Schlagen, meine Gefühle z.B. der Trauer, des Verletzt-Seins, des Schocks... deutlich zu machen - also authentisch auszusprechen. Daran merkt das Kind, was sein Schlagen auslösen kann.

Mit dieser Reaktion zeigst du deinem Kind viel deutlicher, warum es dich nicht schlagen soll (weil es dich körperlich und emotional verletzt), als wenn du nur sagst "Man schlägt nicht" (oder einen ähnlich allgemeinen Satz).


Dieses Konzept kannst du auch anwenden auf: dein Kind schlägt andere

Du kannst die Reaktion und die Gefühle des geschlagenen Kindes verbalisieren, sodass dein Kind ein Feedback bekommt, was sein Schlagen für das andere Kind bedeutet – auch wenn dein Kind noch sehr jung ist, wird es das Feedback abspeichern, aber es evtl. erst in ein paar Monaten abrufen können.

Ich leite eine Vorkindergartengruppe mit Kindern zwischen 1 und 3 Jahren und dort habe ich auch immer wieder Kinder, die andere Kinder schubsen oder hauen.

Ich gehe dann dazwischen und sage bestimmt: "Stopp, hör auf (Name) zu schubsen!" und halte ggf. die Hand des Kindes davor ab, es nochmals zu tun.

Dann: "Schau mal in Sebastians Gesicht (Name des Kindes das geschubst wurde) - er mag das nicht"

Danach zeige ich dem Kind, das schubste, was es anstatt dessen tun kann: "Schau mal, wenn du ihn berühren magst, dann kannst du ihm über den Rücken streicheln (und ich mache es vor)".

Wenn dein Kind ein fremdes Kind schlägt, dann könntest du sagen, was es anstatt dessen tun kann: "Schau mal, wenn das Kind vor dir im Weg steht, dann gehst du außenrum an ihm vorbei (und mit deinem Kind außenrum gehen)"

Ganz wichtig ist es auch, dass du deinem Kind sagst WAS es tun soll und nicht, was es NICHT tun soll. Also: "Du sollst NICHT schubsen" hilft dem Kind noch nicht darüber hinweg, wie es das Problem lösen soll, das es gerade hat. Z.B. ein Kind war auf der Rutsche gesessen, ist aber nicht gerutscht.  Ein "Wolltest du gerade rutschen und Emil ist nicht gerutscht? Schau, dann warte hier und sage: "ich will rutschen" und warte bis das Kind gerutscht ist".

Was tun, wenn Kind schlägt - weitere Tipps zu anderen Kindern schlagen, findest du auch in diesen Artikeln über Geschwister. 


Eine Situation aus meinem Leben (als meine Tochter noch 3 Jahre alt war) und meine verschiedensten Reaktionen auf das Schlagen:

Einmal hat mir meine Tochter - als ich ihr etwas sagen wollte (sie hat weitergespielt und nicht zugehört, also bin ich auf Augenhöhe gegangen, habe sie am Oberarm angefasst und wollte es ihr nochmal sagen)- einfach mitten ins Gesicht geschlagen. Klatsch - mit der flachen Hand.

1. Reaktion: Überraschung

Absolute Überraschung - nagativ überrascht natürlich

2. Reaktion: Wenn-Dann Konsequenz

"Wenn du mich schlägst, kannst du dich alleine umziehen"

3. Reaktion: Nachdenken mit Erkenntnis

Ich erinnerte mich, dass das Schlagen mir erstens:

etwas sagen will (nämlich: Mama, ich will mehr Aufmerksamkeit)

und zweitens: dass das weggehen und alleine lassen von meinem Kind genau das Gegenteil von dem ist, was es wirklich braucht.

4. Reaktion: Rückversicherung und Abgrenzung

Ich bin wieder zu ihr hin und habe gesagt: "Ich habe dich sehr lieb, das Schlagen kann ich jedoch nicht akzeptieren"

Achtung bei solchen Sätzen kein ABER verwenden. (Z.B. Ich habe dich lieb, ABER schlagen akzeptiere ich nicht) Denn ein ABER setzt immer das Vorherige herab und das möchte ich überhaupt nicht. Deshalb UND, um beides eigenständig stehen lassen zu können. Das "Ich hab dich lieb" UND "das Schlagen toleriere ich nicht".

Was sich damals am späten Abend noch zuzog:

Ich habe meine Tochter aus Versehen beim Kuscheln vor dem Schlafen-gehen gekratzt. Die Reaktion meiner Tochter: "Du hast mich gekratzt Mama!" (entrüstet) "Ich habe dich trotzdem noch lieb!"

Ah, wie schön, das ging runter wie Öl :-) und es ist wundervoll zu sehen (und daran erinnert zu werden!) dass man selbst immer ein Vorbild für die Kleinen ist.

Das Fazit aus dieser Geschicht:

Durch diese Sprechweise hatte ich großen Einfluss auf das Selbstwertgefühl meiner Tochter. Ich schätze sie als Person (ich habe dich lieb) und stellte fest, dass ihr Verhalten nicht okay war.

Zusätzlich hat meine Tochter auch noch eine wichtige Sache in Sozialkompetenz gelernt: Eine andere Art, Ärger auszudrücken - zumindest für das eine Mal :-)

Mein Kind schlägt mich - muss es sich entschuldigen?

Ich bin davon überzeugt, dass echte Gefühle als Reaktion auf das Schlagen viel mehr bewirken, als eine Entschuldigung einzufordern oder zu erzwingen, wenn dein Kind dich schlägt.

Viel zu oft wird eine Entschuldigung von Kindern einfach nur so dahingesagt, ohne es ernst zu meinen, weil die Eltern es so wollen. Dabei lernen Kinder, dass sie sich nur entschuldigen müssen und alles ist wieder gut.

Eine Entschuldigung macht das Verhalten aber nicht mehr ungeschehen. Deshalb zwinge ich meine Kinder niemals, sich zu entschuldigen, sondern ich verbalisiere, was das Verhalten im anderen ausgelöst hat.

Dann kann sich mein Kind entschuldigen, wenn es mit diesem direkten Feedback bemerkt hat „oh, das wollte ich eigentlich gar nicht“.

Das Konzept „Entschuldigen“ ist meinen Kindern trotzdem nicht fremd - auch wenn ich sie dazu nicht auffordere - nämlich durch meine Vorbildfunktion: Wenn ich z.B. überreagiert habe, gehe ich zu meinem Kind und sage: „Das war gerade nicht okay von mir, es tut mir leid, dass ich…“

Kind schlägt Mutter wie reagieren?

Dass das Schlagen deines Kindes mit seiner Impulskontrolle zusammenhängt, habe ich weiter oben schon erwähnt. Deshalb ist es wichtig für dein Kind, dass du auf sein Verhalten reagierst, ihm Feedback dazu gibst, was das für die andere Person bedeutet - um deinem Kind Referenzsituationen mit auf seinen Lebensweg zu geben, die es dann mit in Betracht zieht, wenn es ihm möglich ist.

Also sobald dein Kind es schafft, bei Nichterfüllung seiner Wünsche und Bedürfnisse auf die Referenzsituationen zurückzugreifen, wird sich sein Verhalten ändern und das Schlagen zurückgehen. Diesen Prozess kann das Kind nicht bewusst vollziehen, es muss hineinreifen und sich dahin entwickeln!

Bis es reif genug dafür ist, speichert das Kind die Reaktionen auf sein Verhalten ab. Zum Beispiel könnte dein Kind folgenden Zusammenhang abspeichern: Wenn ich schlage, tut das dem anderen weh und macht die Person traurig.

Und über die Jahre speichert dein Kind ganz viele solcher Referenzsituationen ab.

Irgendwann (und das kann auch noch bis in die späte Grundschulzeit oder gar Teenagerzeit hinein reichen) schafft es ein Kind, seinen Schlagen-Impuls zu kontrollieren, weil es sich zuvor an diese abgespeicherten Referenzsituationen zurück erinnern kann und dich nicht körperlich oder emotional verletzen möchte. Erst wenn dein Kind soweit gereift ist, dass es sich – bevor es reagiert – an die Referenzsituationen erinnert, musst du dich nicht mehr fragen: „Was tun wenn Kind schlägt?“

Damit bis dahin nicht zu viel geschlagen wird, hast du drei Möglichkeiten.

  1. 1
    Hinter die Wut deines Kindes schauen und etwas verändern. Dabei hilft dir der Artikel: Auffälliges Verhalten bei Kind
  2. 2
    Die Wutanfall-Situationen deines Kindes zu reduzieren, sodass es weniger Grund gibt zu schlagen. Dieser Artikel hilft dir dabei.
  3. 3
    Schaue genauer hin beim Kooperieren deines Kindes (siehe nächster Abschnitt)

Kinder kooperieren

Im Normalfall versuchen Kinder mit ihren Eltern zu kooperieren, außer wenn ihre Wünsche an dem Tag zu oft übergangen worden sind oder sie an dem Tag schon zu oft kooperieren mussten.

Dann ist ihr Kooperationslimit erreicht und es geht nichts mehr! Jetzt entsteht ganz schnell Frust und Wut, wenn eigene Bedürfnisse missachtet werden, die sich dann beim Zuschlagen entladen.

Wenn du also des Öfteren bemerkst, dass dein Kind nicht mehr kooperiert und ganz schnell frustriert / wütend wird und evtl. zuschlägt, dann

  • schaue ob du auf das hörst, was dein Kind dir mitteilt, z.B. wenn es etwas bestimmen möchte (damit ist gemeint: gibt es hier ein Ungleichgewicht, dass du ganz viel bestimmst und das Mitsprachrecht deines Kindes ganz klein ist?)
  • schaue, ob der Aufmerksamkeitstank deines Kindes gefüllt ist oder du gerade weniger Zeit für dein Kind hattest und plane ggf. mehr Zeit für dein Kind in den nächsten Tagen ein
  • schaue, ob du Interesse zeigst an deinem Kind und was ihm wichtig ist und versuche, seine Wünsche und Interessen in den Alltag zu integrieren

Mit diesen „Maßnahmen“ reduzierst du die Situationen, in denen dein Kind frustriert und wütend wird und dann zuschlägt.

(Weitere hilfreiche Tipps zu Konflikten findest du hier: Konflikte mit Kindern.)

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