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Ja, ich will meinen Alltag verbessern

February 4, 2016

Die Geschwisterstreit-Serie geht in eine weitere Runde. Es geht dieses Mal ums Schlagen und Schubsen.

Nachdem meine Kinder sich immer noch gerne streiten, hatte ich genügend Möglichkeiten, eine weitere Herangehensweise bei Geschwisterstreit zu versuchen:

Wenn der Streit schon eskaliert ist, bevor ich die Möglichkeit hatte​, gemeinsam mit ihnen eine Lösung zu suchen, dann habe ich Folgendes ausprobiert:

Bei Schlagen und Schubsen:

"Hör sofort auf zu schlagen, das tut weh. Ich sehe, du bist wütend"

Und etwas später, wenn die "Gefahr" gebannt ist: " Schau mal in das Gesicht deines Bruders. Wie geht es ihm bzw. wie fühlt er sich jetzt?"

Erklärung dieser Geschwisterstreit - Herangehensweise bei Schlagen und Schubsen

"Hör sofort auf ..."
Ich greife in Geschwisterstreit ein, wenn Geschlagen, Geschubst oder andere Handgreiflichkeiten verwendet werden, weil die Kinder nun einen Stresspegel erreicht haben, der zu hoch ist, um noch selbständig eine Lösung zu finden.

Bei "Hör sofort auf..." stehe ich schon neben dem Kind und helfe evtl. mit sanftem aber bestimmten Festhalten des Armes, dass es aufhört zu schlagen.

"...das tut weh"
Das sage ich deshalb, dass es nicht nur eine Aufforderung bekommt zum Aufhören, sondern auch einen Grund, weshalb es nicht schlagen darf. Kurz und knackig - das es auch bei erhitzten Gemütern ankommt.

"Ich sehe, du bist wütend"
Mit diesem Satz spiegle ich meinem Kind wider, dass ich es wahrnehme, dass ich seine Gefühle sehe und verstehe und ich helfe ihm dabei, das intensive Gefühl, das es fühlt zu benennen.

"Schau mal in das Gesicht..."
Wenn die erste Wut vorbei war, dann habe ich des öfteren zum Kind, das geschlagen hatte, gesagt: "Schau mal in das Gesicht deiner/s Schwester/Bruders, wie geht`s im jetzt?" (oder "wie fühlt er sich jetzt?" oder "Schaut er jetzt traurig oder fröhlich aus?"

Das habe ich gemacht, um meinen Kindern einen Einblick in die Gefühlswelt des anderen zu gewähren. Erst im Alter zwischen dem sechsten und siebten Lebensjahr schaffen es Kinder, sich wirklich in einen anderen hineinzuversetzen. Durch diesen kleinen Einblick jedoch haben meine Kinder für kurze Zeit mit dem anderen mitgefühlt (nicht jedes Mal) und haben kurz erkannt (leider nicht auf Dauer), dass es nicht schön ist für den anderen, Geschlagen zu werden.

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Fazit

Diese Herangehensweise ist gut, um bei Hauen, Schubsen und co schnell einzugreifen - ohne zu Schimpfen, jedoch mit

  • klarer Handlungsaufforderung: "Hör sofort auf..."
  • Begründung: "Das tut weh"
  • Wahrnehmen und Gefühle benennen: "Ich sehe, du bist wütend"
  • Einfühlung in den anderen: "Schau mal in das Gesicht..."

Ganz oft wird bei dieser Herangehensweise der Schlagen-Impuls bei Wut gestoppt. Jedoch gibt es zu beachten, dass der Grund des Geschwisterstreits deswegen nicht aufgelöst wurde. Deshalb empfiehlt es sich gleich im Anschluss - oder auch schon nach dem Satz "Ich sehe, du bist wütend" mit dem Finden einer für beide Kinder annehmbaren Lösung zu beginnen. Ansonsten kann es passieren, dass der Schlagen-Impuls sofort wieder da ist, weil das Ärgernis nicht weggegangen ist.

Jetzt würde mich noch interessieren, wie du auf Schlagen, Schubsen und Co reagierst.

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  1. Weil man ja nicht immer sofort in Reichweite ist, wenn die Kids zu Hauen und Schubsen beginnen, gabs bei uns noch ein paar “Kampfregeln” wie nicht ins Gesicht schlagen oder nicht auf jemanden schlagen, der eh schon auf dem Boden liegt. Manchmal war das, was für mich ganz schrecklich nach Schlägerei ausgesehen hat, für die Mädels nur Spaß. Da musste aber klar sein, aufhören, wenn einer nicht mehr mag.
    lg, Vera

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​Ja, die will ich