Manche Worte verletzen dein Kind, das kannst du nicht vermeiden: Ein Satz im Stress rutscht raus, dein Kind zieht sich zurück oder reagiert verletzt.
Worte verletzen oft subtil (nicht nur durch den Inhalt der Worte), nämlich durch Ton, Timing oder Kontext.
In diesem Artikel erfährst du, wie Worte verletzen, was dazu beiträgt, welche Folgen sie haben (z. B. wie sie den Selbstwert mindern) und praktische Wege, damit deine Worte dein Kind stärken statt verletzen.
Dieser Artikel gehört zur Ebene 3 - gelebtes Außen - und zum Themenbereich "Begleiten statt Erziehen".
Worte können verletzen: Was dazu beiträgt
Worte können verletzen - ganz schnell. Und das müssen nicht unbedingt die Worte selbst sein, vielmehr entscheidet ganz oft der Tonfall, ob Worte als verletzend empfunden werden.
Beispiele dazu im Alltag mit Kind:
Mit Worten verletzen - Was dazu beiträgt
Mit Worten verletzen passiert meistens dann, wenn du
Verletzende Worte haben einen oder einige dieser Komponenten
Wenn Worte verletzen: Wie alles beginnt:
Wenn Worte verletzen, dann führt oft eins zum anderen. Hier ein Beispiel dazu:
Im Alltag – vor allem, wenn etwas schneller gehen oder fertig werden soll – kann es passieren, dass du ungeduldig wirst und sich deine Gedanken um Bewertungen, Verurteilungen drehen wie z.B.
Diese Art von Bewertung führt dann vielleicht dazu, dass die ausgesprochenen Worte übertreiben und nicht mehr wertschätzend aufgenommen werden können:
Und dann ist meistens der Tonfall auch unfreundlich oder es klingt herablassend.
Verletzende Worte - die Folgen:
Wenn Worte verletzen, dann hinterlässt das meist sofort Spuren beim Kind, die du sofort sehen kannst. Beispiele dazu sind:
Unsichtbare Folgen
Es gibt aber auch Folgen, die auf den ersten Blick nicht sichtbar sind - und auch nicht gleich beim ersten Mal auftreten:
Verletzende Worte verringern und aufbauende Worte vermehren
Niemand will mit Worten verletzt werden, sondern jeder möchte geschätzt – und im weitesten Sinne – geliebt werden.
Wieviel mehr müssen dann unsere Kinder, die von uns abhängig sind, unter verletzenden Worten leiden und sich nach Liebe sehnen?
Ich weiß aus meinem eigenen Leben, dass es sich nicht vermeiden lässt, dass man manchmal Worte ausspricht, die das Kind treffen - manchmal, weil ich wirklich genervt oder wütend war, manchmal aber auch total unbeabsichtigt, weil mein Kind etwas in meine Worte hinein interpretiert, was ich so gar nicht gesagt habe.
Deshalb ist es empfehlenswert, immer einmal wieder einen Fokus auf seine eigene Sprechweise zu haben und zu schauen, dass man die Worte, die verletzen verringert und Worte die das Kind aufbauen vermehrt:
Damit sich die verletzenden Worte verringern könntest du:
Worte die dein Kind aufbauen vermehren:
Worte verletzen - oder sie bauen dein Kind auf.
Es liegt nun an dir. Was wirst du die nächste Woche anders machen, damit dein Kind sich mit deinen an es gerichteten Worte (noch) besser fühlt?
Schreibe es mir gerne in die Kommentare - ich freue mich darüber!

Das ist ein toller Gedankengang!
Ich finde, es geht dabei noch zusätzlich um die innere Haltung. Vorsätze sind immer gut, aber das bisherige Verhalten hatte ja auch einen guten Grund: Wir waren genervt, wir waren sauer, wir waren ungeduldig. Diese Gefühle verschwinden nicht einfach, weil ich nun den Vorsatz habe, anders mit meinem Kind zu sprechen. Ändere ich nur meine Wortwahl und achte auf meine Tonlage, wird mein Kind es dennoch heraushören, wenn mein Gefühl dahinter nicht dazu passt. Worum es also geht, ist auch, sich seiner Gefühle bewusst zu werden und zu überlegen, woraus die Gefühle resultieren, wie man sinnvoll mit ihnen umgehen kann und ob sie notwendig sind oder nur aus selbstgemachten Zwängen entstehen.
http://erziehungsluecke.de
Das stimmt, dass Kinder das heraushören können, was für ein Gefühl dahinter steht. Deshalb auch mein Vorsatz, Worte zu finden, die sich daran anlehnen, wie sehr ich mein Kind doch liebe ;-). Um diese Worte zu finden, muss ich in mich gehen und das negative Gedankenkarussel in mir unterbrechen. Ich muss mir all die wundervollen Eigenschaften meines Kindes ins Gedächtnis rufen, um überhaupt Worte finden zu können, die meine Liebe trotz Grenzen-setzen-wollen ausdrücken können. Und während ich über die wundervollen Eigenschaften nachdenke verändern sich meine Gefühle von Ärger oder Wut hin zur Liebe.