Selbstbewusstsein deines Kindes: Mit diesen 8 Gewohnheiten stärkst du es

Je positiver unser Selbstwertgefühl und damit unser Selbstvertrauen ist, umso erfolgreicher
und besser können wir mit anderen Menschen, den Problemen und dem Leben umgehen.
(Dr. Doris Wolf, Diplompsychologin)


Du willst nur das Beste für Dein Kind.
Du willst, dass dein Kind gut mit Menschen zurecht kommt.
Du willst, dass dein Kind gute Wege findet, um Problemen zu lösen.
Du willst, dass dein Kind ein gutes Selbstvertrauen hat.

Dann ist es wichtig, das Selbstbewusstsein deines Kindes zu stärken.
Oder besser gesagt: Das ihm innewohnende Selbstwertgefühl nicht mit (leichtfertigen) Worten zu zerstören.
Wenn du dich mehr mit dem Thema „geringes Selbstvertrauen und die Ursachen dafür“ beschäftigen magst, solltest du  diesen Artikel lesen.

Welche 8 Gewohnheiten du dir aneignen solltest – zum Wohle deines Kindes – und um sein Selbstbewusstsein zu stärken bzw. zu erhalten:
(Da schließe ich mich selbst mit ein! Die eine oder andere Gewohnheit ist bei mir noch nicht zur Gewohnheit geworden. Deshalb auch die Challenge, die ich durchführen möchte – siehe ganz unten)

1. Gewohnheit:
Handlungsbezogene Anerkennung vs. Personenbezogene Anerkennung

Handlungsbezogen:
„Dein Lernen hat sich gelohnt. Ich freue mich mit dir über deine 2 in Mathe“
„Ich habe gesehen, dass Du ganz lange und konzentriert an deinem Bild gemalt hast. „

Personenbezogen:
„Du bist ein Mathegenie“
„Das hast du schön gemalt“

Wichtig ist, dass du den Prozess, der zu einem Ergebnis führte, anerkennst! Denn nur deine handlungsbezogene Anerkennung gibt deinem Kind Selbstvertrauen um in Zukunft:

  • erfolgreich Probleme zu lösen
  • sich mehr Strategien zu überlegen
  • Rückschläge zu überwinden

Wenn du personenbezogen lobst, dann kann es passieren, dass:

  • du dein Kind unter Druck setzt, weil es nicht weiß, ob es das nochmal schafft
  • dein Kind denkt, dass man eine Fähigkeit entweder hat – oder halt nicht (im Gegensatz zu: „ich kann es lernen, wenn ich mich reinhänge und übe“)

Mehr zu dem Thema findest du hier und hier.

Lobe Dein Kind auch dann, wenn ihm etwas nicht gelungen ist – nämlich dafür, dass es den Versuch unternommen hat und den Mut hatte, etwas Neues auszuprobieren. (Dr. Doris Wolf, Diplompsychologin)

2. Gewohnheit:
Wertschätzung/Dankbarkeit/Freude ausdrücken – im Alltag

  • „Ich schätze es sehr, dass du zusammengekehrt hast“
  • „Danke, dass du deinen Bruder getröstet hast“
  • „Danke, du hast mir sehr geholfen“
  • „Ich freue mich, dass du dich heute so schnell angezogen hast“
  • „Ich freue mich, dass wir einen so schönen Nachmittag zusammen hatten“

Dein Kind merkt, dass du es schätzt.
Dein Kind weiß, dass es einen wertvollen Beitrag geleistet hat
Dein Kind erfährt, dass sein Tun Freude in dir erzeugt.

Dies wiederum hilft deinem Kind, an sich selbst zu glauben.

Tipp:
Falls du es tagsüber vergisst, kannst du es auch am Abend während der Bett-Geh-Routine nachholen :-).
Wir sprechen immer über den schönen Tag (wie hier erwähnt). Eine gute Gelegenheit auch Wertschätzung/Dankbarkeit einfließen zu lassen

3. Gewohnheit:
Liebe zeigen

Die folgenden Punkte zeigen deinem Kind, dass es geliebt wird. Es merkt „Ich bin wichtig – ich bin wertvoll“.

  • ungeteilte Aufmerksamkeit schenken (mind. 1x am Tag zu zweit etwas Spielen)
  • Kuscheln
  • Anlächeln
  • zusammen Lachen
  • wenn dein Kind etwas sagen will: Bleibe stehen, schaue ihm in die Augen und höre aufmerksam zu
  • Kind mit seinen Stärken und Schwächen annehmen (und dich heute einmal nicht darüber aufregen 🙂 )
  • Frage, wie es ihm geht, wie es sich fühlt, was es braucht, um sich besser zu fühlen
  • Das Buch zusammen lesen: Weißt du eigentlich wie lieb ich dich habe? Und darüber sprechen.

Seit wir das Buch gelesen und darüber gesprochen haben, wie sehr ich meine Tochter liebe, erzählt sie sich selbst immer wieder mal:

„Mama hat mich lieb bis zum Mond und zurück und nochmal bis zum Mond und wieder zurück……(Endlosschleife)“

4. Gewohnheit:
Handlungsbezogene vs. Personenbezogene Kritik

Wie bei der 1. Gewohnheit gibt es auch handlungsbezogene bzw. personenbezogene Kritik

Handlungsbezogen: „Ich will, dass du mit dem Schlagen sofort aufhörst“
Personenbezogen: „Wie kannst du nur so gemein sein und deine Freundin schlagen?“

Kritik verletzt das Selbstwertgefühl des Kindes dann nicht, wenn es handlungsbezogen ist.
Gut wäre es natürlich, wenn du es schaffst, die Kritik ruhig und wertschätzend auszusprechen.

5. Gewohnheit:
Liebe und Kritik sind vereinbar

Sage deinem Kind, dass du es immer lieb hast auch wenn du es manchmal kritisierst (wenn es nicht hört bzw. Regeln nicht einhält). Das zeigt deinem Kind, dass es ein wundervoller Mensch ist, auch wenn es nicht perfekt ist – sehr gut für sein Selbstvertrauen.

Wie du das machen kannst?

  • Sage deinem Kind in einer ruhigen Minute, während ihr gerade auf dem Sofa kuschelt:
    Ich hab dich echt lieb. Weißt du eigentlich, dass ich dich auch lieb habe, wenn ich dich schimpfe?
    Das löste bei meiner Tochter (beim 1. Gespräch darüber) große Verwunderung aus. Seither hat sie immer mal wieder nachgefragt, ob ich sie noch gern habe – nachdem ich geschimpft hatte.
  • Sage: „Ich habe dich lieb. Dass du deinen Bruder schlägst, akzeptiere ich jedoch nicht“
    Das ist eine andere -wertschätzendere – Art der Kritik, die ich hier schon näher erläutert habe.

6. Gewohnheit
„Hilf mir, es selbst zu tun“

Das ist wohl der bekannteste Satz von Maria Montessori.
Wenn sich dein Kind selbst erfahren darf, stärkt es sein Selbstvertrauen. Es merkt, „Ich kann es“, „Ich habe es ganz alleine geschafft“
Für mich beinhaltet dieses Zitat Folgendes:

  • Vertrauen in dein Kind haben, dass es selbst weiß, was es lernen möchte
  • immer mal wieder eine neue Herausforderung anbieten, die es meistern kann (selber bezahlen, bestellen, Milch kaufen…)
  • Möglichkeiten geben, selbst zu entscheiden
  • Ausprobieren lassen, ohne gleich „Pass auf!“ zu rufen
  • die Umgebung so vorzubereiten, dass dein Kind Vieles selbständig machen kann
  • Tipps und Tricks zeigen, wie dein Kind es doch schafft, etwas alleine zu tun.

 7. Gewohnheit
Gut über dein Kind sprechen

Wie schnell passiert es, dass ich im Zusammensein mit anderen Müttern über meine Kinder rede.
Das ist nicht negativ und auch nicht verwunderlich – es ist doch eine Gemeinsamkeit und man hat ähnliche Probleme.
Nur sollte ich im Beisein meiner Kinder über ihre positiven Verhaltensweisen reden(und wenn sie in großer Entfernung spielen, kann ich auch mal Dampf ablassen 🙂 )

Wie fühlst du dich, wenn jemand in deinem Beisein schlecht über dich redet?
Also ich mag es überhaupt nicht, deshalb sollte ich es auch meinen Kindern gegenüber nicht machen!

Manche Worte können dein Kind verletzen und seinem Selbstbewusstsein einen Knick geben.
Gehe so oft wie möglich bewusst mit deinen Worten um.
Wenn du mehr über die Macht der Worte lesen willst, lies hier weiter.

8. Gewohnheit:
Sich selbst entschuldigen

Wenn bei dir einmal die alte Gewohnheit durchgebrochen ist und du dein Kind z.b. emotional „verletzt“ hast, dann entschuldige dich bei deinem Kind. Sage zu ihm „Es war nicht o.k. wie ich gerade mit dir gesprochen habe und das tut mir leid“

Gerade vorgestern habe ich mich bei meiner Tochter entschuldigt und meine schluchzende Tochter hörte ganz schnell mit dem Weinen auf und hörte mir zu, was ich zu sagen hatte.

Wenn du dich bei deinem Kind entschuldigst, merkt es, dass du auch nicht perfekt bist. Und noch wichtiger: Es merkt, dass du es ernst nimmst.

Challenge:

Ich will eine Woche lang täglich diese 8 Gewohnheiten durchlesen, um mich an diese zu erinnern und dann im Alltag so oft wie möglich einsetzen.
Ich will mir einen Zettel mit den 8 Gewohnheiten gut sichtbar hinlegen.  Damit ich mich im Laufe des Tages immer wieder daran erinnere!

Machst Du mit?

Unterstütze mich und mach mit! Schreibe einen kurzen Kommentar, dass du mitmachst!

Danach könntest du eine kurze oder auch längere Zusammenfassung über deine Erfahrungen schreiben (entweder als Blogbeitrag – den Link kannst du gerne im Kommentar teilen – oder einfach einen Kommentar unter diesem Artikel hinterlassen).

Ich freue mich wirklich über Deine Teilnahme.

 

Teile den Artikel

Hinterlasse einen Kommentar

Kommentiere:

Diese Website verwendet Cookies für eine optimale Funktionalität. Außerdem gibt es die Option Inhalte zu teilen. Dabei werden ggf. Daten an die jeweiligen Netzwerke (Facebook, Twitter, Google, Pinterest) übertragen. Mit der Nutzung dieser Website (scrollen, navigieren) bzw. der Share-Buttons erklärt sich der Benutzer damit einverstanden. Weitere Informationen

Cookies sind kleine Dateien, die es ermöglichen, auf dem Zugriffsgerät der Nutzer (PC, Smartphone o.ä.) spezifische, auf das Gerät bezogene Informationen zu speichern. Sie dienen zum einem der Benutzerfreundlichkeit von Webseiten und damit den Nutzern (z.B. Speicherung von Logindaten). Zum anderen dienen sie, um die statistische Daten der Webseitennutzung zu erfassen und sie zwecks Verbesserung des Angebotes analysieren zu können. Die Nutzer können auf den Einsatz der Cookies Einfluss nehmen. Die meisten Browser verfügen eine Option mit der das Speichern von Cookies eingeschränkt oder komplett verhindert wird. Allerdings wird darauf hingewiesen, dass die Nutzung und insbesondere der Nutzungskomfort ohne Cookies eingeschränkt werden.

Schließen