Autorin: PetraErzieherin • Nanny • Mama • 20 Jahre Alltagserfahrung in und mit Familien

September 15, 2021

Dein Kind will ständig Süßigkeiten? In diesem Blogartikel erfährst du, welche Strategien du anwenden kannst, damit du nicht ständig mit deinem Kind darüber diskutieren musst, ob es nun Süßigkeiten haben darf oder nicht.


 Je nach Alter, Typ und Phase deines Kindes gibt es immer wieder einmal Zeiten, in denen es vermehrt nach Süßigkeiten verlangt.


Wenn mir der Süßigkeitenkonsum meiner Kinder zu viel wurde, wandte ich eine der unten stehenden Strategien an, um klare Regeln zu haben und den Süßigkeitenkonsum wieder herunterzufahren.

Kind will ständig Süßigkeiten - warum ist das so?

Ein Kind will ständig Süßigkeiten, weil Süßigkeiten - wie du wahrscheinlich aus eigener Erfahrung weißt - eine gewisse Abhängigkeit erzeugen. Gründe dafür sind:

  • Süßigkeiten machen abhängig, weil der Zucker - die Süße - ein Glücksgefühl im Körper freisetzt.
  • Manche Menschen essen Süßes, wenn sie traurig sind, weil die Süße etwas Tröstliches für sie hat.
  • Darüber hinaus wird Süßes gerne dazu verwendet, sich für etwas zu belohnen.
  • Außerdem ist süß zu essen auch ein Urinstinkt im Menschen, weil "süß" ein Zeichen dafür war, dass eine Frucht reif und genießbar ist.

Umgang mit Süßigkeiten bei Kindern - eine neue Vorgehensweise einführen

Beim Umgang mit Süßigkeiten bei Kindern kannst du eine der drei weiter unten vorgestellten Strategien anwenden, um ständige Diskussionen wegen Süßigkeiten zu vermeiden.


Je klarer die Regel und je länger diese Regel besteht und eingehalten wird, desto leichter wird der Umgang mit Süßigkeiten bei Kindern.


Diese Strategien müssen zuerst eingeführt werden und es kann einige Zeit dauern, bis sie von deinem Kind akzeptiert werden.


Ist die Vorgehensweise jedoch einmal akzeptiert worden, dann ist der Umgang mit Süßigkeiten wieder stressfrei - zumindest solange, bis dein Kind wieder in eine neue Phase eintritt.


Einführungsschritte:


  • Bespreche mit deinem Kind, was du gerne ändern möchtest und warum es dir wichtig ist.
  • (Überlege dir vorab, ob du mit einer Strategie gehen möchtest, oder ob du deinem Kind alle drei Strategien vorstellst und dein Kind entscheiden darf.) Du stellst die Strategie(n) deinem Kind vor.
  • Umsetzungphase: Probiert die Strategie für ein oder mehrere Wochen aus und besprecht euch danach, ob sie gut für euch funktioniert. Wenn nicht, wechselt ihr zu einer anderen Strategie.

Strategie 1: Es gibt nur noch 1x die Woche Süßigkeiten - dafür eine größere Menge (als z.B. die tägliche Ration von früher)

Beispiel:


Jeden Samstag von 14-16 Uhr steht eine Schüssel mit Süßigkeiten auf einem Tisch und jeder kann sich bedienen, wann und wie oft er will.


Es kann passieren, dass deine Kinder das ungerecht finden oder es Streitereien gibt wegen der Süßigkeiten. Dann solltest du jedem ein kleines Schüsselchen auf den Tisch stellen und man darf sich nur aus seinem eigenen Schüsselchen bedienen.


Wenn du dem Nachfragen "Ist heute der Süßigkeitentag?" deiner Kinder entgehen willst, dann kannst du z.B. die Wochentage bis dahin immer Aufhängen und dein Kind täglich ein Feld anmalen lassen.

Strategie 2: Es gibt täglich nur ein einziges Mal Süßigkeiten und danach nichts mehr.

Beispiel:


Immer nach dem Mittagessen gibt es eine Süßigkeit, bzw. eine Süßigkeitenportion. Ein festgelegter Zeitpunkt erleichtert es dem Kind, sich an diese Regel zu erinnern und nicht ständig nach seiner Süßigkeit zu fragen.


Warum ist das so? Weil Routinen deinem Kind helfen, seinen Tagesablauf besser zu verstehen.


Mehr über Routinen kannst du hier nachlesen: Routinen etablieren

Strategie 3: Du gibst jedem Kind seine Wochenportion an Süßigkeiten in eine Box - wann es diese isst, ist deinem Kind überlassen

Beispiel:


Du erklärst deinem Kind, dass diese Box erst wieder in einer Woche aufgefüllt wird und es selbst entscheiden kann, wann es diese Süßigkeiten isst.


Ob alles auf einmal oder jeden Tag ein bisschen ist egal. Aber weise dein Kind darauf hin, dass die Box wirklich nicht vor dem festgelegten Wochentag wieder aufgefüllt wird und es auch sonst keine extra Süßigkeiten von dir bekommt.


Diese Strategie habe ich erst ab dem Vorschulalter/Grundschulalter verwendet. Zu dem Zeitpunkt konnten meine Kinder mit dem Konzept "Woche" und "einteilen für eine Woche" schon etwas anfangen.

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„Deine Artikel über Selbstzweifel, Ärger, Stress und Wut waren sehr toll! Zu wissen, dass ich nicht alleine überfordert bin, ist eine grosse Hilfe. Ich hab deinen Blog bereits weiter empfohlen.“
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