Autorin: PetraErzieherin • Nanny • Mama • 20 Jahre Alltagserfahrung in und mit Familien

Juli 20, 2022

In diesem Blogartikel geht es um den Start eines Kindes in den Kindergarten. Wenn du dich fragst "ist mein Kind schon bereit für den Kindergarten?" oder "Kindergarten ab wann soll mein Kind gehen?" dann bist du hier genau richtig.


In diesem Artikel gehe ich auch auf den Entscheidungsprozess ein, wann der richtige Zeitpunkt für dein Kind ist, in den Kindergarten zu gehen.


Zum Schluss beantworte ich noch 2 Fragen, die Eltern mir geschickt hatten.

Ab wann darf ein Kind in den Kindergarten gehen?

Dein Kind hat einen rechtlichen Anspruch auf einen Kindergartenplatz ab dem 3. Geburtstag. Wenn dein Kind nicht gerade im Sommer Geburtstag hat, würde das einen Start in den Kindergarten unter dem laufenden Kindergartenjahr bedeuten.


Wenn du ab dem dritten Geburtstag wieder zurück in die Arbeit gehst, dann ist es unvermeidlich, dass dein Kind ggf. auch unter dem Jahr startet.


Frage jedoch frühzeitig im Kindergarten deiner Wahl an, ob ein Start unter dem Jahr möglich ist. Nicht überall (z.B. war es bei uns auf dem Dorf so - trotz Rechtsanspruch...) ist das möglich - oder nur bedingt nach Kapazität.

Kindergarten ab welchem Alter: Ist der dritte Geburtstag wirklich der richtige Zeitpunkt?

Hast du jedoch die Freiheit über den Zeitpunkt des Kindergartenstarts deines Kindes zu bestimmen, dann ist ein Beginn zum Start des Kindergartenjahres einfacher.


Auch die Eingewöhnung ist meistens einfacher, wenn alle neuen Kinder sich auch eingewöhnen müssen.


Desweiteren ist es leichter für dein Kind, Freunde in der Gruppe zu finden, wenn die Kindergartengruppe neu zusammen kommt. Im Laufe der Monate entwickeln sich Spiel-Gruppen und Freundschaften und dann kann es - je nach Typ deines Kindes - schwerer sein sich in diese bestehenden Gruppen zu integrieren.

Für deinen Entscheidungsprozess ab wann du dein Kind in den Kindergarten gibst, könnten dies wichtige Punkte sein - vor allem, wenn du eher ein schüchternes Kind hast, das erst einmal beobachtet, was um es herum alles geschieht.

Ab wann in den Kindergarten - der Entscheidungsprozess

Die gängige Meinung ist, dass ein Kind mit drei Jahren im Kindergarten startet - dein Kind muss jedoch nicht mit drei Jahren in den Kindergarten gehen!


Beim Entscheidungsprozess können dir die zuvor aufgelisteten Gründe (Eingewöhnung, Gruppenzusammensetzung) und auch folgende Punkte helfen:

  • Wie schaut es mit der Sprachentwicklung deines Kindes aus? Kann es sich gut genug ausdrücken, um verstanden zu werden?
  • Wie schaut es mit der Windel aus? Nicht jeder Kindergarten nimmt Wickelkinder auf. (Vorab bei deinem Kindergarten nachfragen!)
  • Welcher Typ ist dein Kind. Extrovertiert und liebt es unter Menschen zu sein? Oder introvertiert und beobachtend? Erstere gewöhnen sich in der Regel schneller und auch früher gut im Kindergarten ein. Letztere brauchen manchmal mehr Begleitung, eine längere Eingewöhnung oder aber einen späteren Kindergartenstart.
  • Was sagt dein Bauchgefühl? Die Eltern wissen meistens sehr klar, ob ihr Kind bereit ist, den Schritt in den Kindergarten zu gehen. (Sie lassen sich dann eher von Außen beeinflussen und vertrauen nicht auf ihr Bauchgefühl.)

Ab wann ist Kindergarten sinnvoll - meine Meinung


Ab wann ist Kindergarten sinnvoll für dein Kind? Ich finde, dass der Kindergartenbesuch dann sinnvoll für dein Kind ist, wenn es sich auf all die wunderbaren Spiel- und Lernimpulse in der Kindergartenumgebung auch einlassen kann.


Und das ist bei jedem Kind zu einem anderen Zeitpunkt, bzw. nicht genau mit dem dritten Geburtstag gegeben. Das können nur die Eltern wissen, weil sie ihr Kind täglich um sich haben und einschätzen können, wie offen ihr Kind für Neues und neue Menschen ist.

Ab wann Kind im Kindergarten anmelden?

Hast du dich dann entschieden, dass dein Kind bereit für den Kindergarten ist, dann musst du dein Kind im Kindergarten anmelden.


Die meisten Kindergärten haben einen Tag der offenen Tür, zu dem du einen Einblick in die Räumlichkeiten und den Tagesablauf bekommst.


Bei unserem Kindergarten konnte man an diesem Tag die Anmeldung mitnehmen und in den nächsten Tagen vorbeibringen. Am besten rufst du im Kindergarten deiner Wahl an und fragst nach dem Anmeldeprozess.


Gerade wenn dein Kind unter dem Jahr in den Kindergarten kommen würde, ist es von Vorteil, wenn du dich über den Anmeldeprozess und die Möglichkeit unter dem Jahr zu starten weit im Vorraus informierst. 


(Anmerkung: Ich empfehle dir dieses E-Buch vor, während und nach dem Kindergartenstart. Oder auch dann, wenn dein Kind Schwierigkeiten im Kindergarten hat)


Email-Frage an mich: Mein Kind wird im Sommer 3 und ich möchte es noch nicht in den Kindergarten geben. Andere können das nicht verstehen. Wie siehst du das?

Meine Antwort:


Dass du dein Kind noch nicht in den Kindergarten geben willst, dafür hast du bestimmt deine Gründe.


Ich nehme an, dass du dein Kind anschaust und intuitiv weißt, dass es noch nicht bereit für diesen Schritt ist. Ich finde deine Entscheidung gut.


Auch mir ging es mit meiner Tochter damals so, die im Herbst 3 geworden wäre. Ich habe sie dann erst 2x die Woche in eine Vorkindergartengruppe gegeben und sie ist erst kurz vor ihrem 4. Geburtstag in den Kindergarten gekommen.


Für sie war das genau die richtige Entscheidung. Sie lernte im Vorkindergarten Freundinnen kennen und der Übergang in den Kindergarten war sehr leicht für sie.


Mein Sohn hat ein ganz anderes Naturell und ist mit 3 Jahren in den Kindergarten gegangen, in den auch noch seine große Schwester ging - also hatte er ganz andere Voraussetzungen.


Lass dich da nicht beirren. Du kennst dein Kind am besten und weißt recht gut, was stimmig für dein Kind ist. Zusätzlich würde ich auch mit deinem Kind darüber sprechen, was es selbst möchte.

Was die anderen Menschen angeht:


Jede Familie, jedes Kind, jeder Elternteil ist anders. Andere können nicht für dich und dein Kind entscheiden und falls sie über deine Entscheidung urteilen sollten, dann ist das halt so.


Ich finde es immer wichtiger zu schauen, was zu meinem Kind passt und nicht was alle anderen machen oder mir raten.


Ich wurde manchmal schräg angeschaut, wenn ich auf Nachfragen anderer geantwortet hatte, dass meine 3,5-jährige Tochter weder in einer Krippe noch im Kindergarten war - nur in einer Vorkindergartengruppe zweimal die Woche. Aber das war mir egal, weil ich mir sicher war, dass es das beste für mein Kind ist.


Deshalb: Schaue auf dein Kind und eure Lebensumstände und triff dann die für euch richtige Entscheidung.

Email-Frage an mich: Ist es o.k. mein Kind zu  Hause zu betreuen bis es knapp 4 Jahre alt ist, weil ich finde, es ist noch nicht bereit, mit knapp 3 Jahren in den Kindergarten zu gehen? Oder bekommt mein Kind von mir nicht mehr das, was es in diesem Alter braucht?

Meine Antwort:


Ich würde immer vom Kind ausgehen. Wenn du durch Beobachtung zu dem Schluss gekommen bist, dein Kind ist noch nicht bereit (oder dein Kind äußert selbst den Wunsch, dass es nicht in den Kindergarten möchte), dann finde ich das absolut o.k., es mit 3 Jahren weiterhin zu Hause zu betreuen. 


Das Spiel mit dir, befreundeten Kindern oder alleine, das Mithelfen im Haushalt und die Bewegung in der Natur bieten deinem Kind genügend Impulse für seine altersgerecht Entwicklung, sodass es deswegen nicht mit 3 Jahren in einen Kindergarten gehen muss.

Alternativen zum Kindergarten:


Alternativ gibt es an vielen Orten jetzt auch Vorkindergartengruppen oder Eltern-Kind-Gruppen, die dein Kind besuchen könnte. Dort trifft es auf andere Kinder und kann erste Erfahrungen in einer kleineren, geschützeren Kindergruppe machen.


Dies erleichtert deinem Kind womöglich später den Übergang in einen Kindergarten, die meistens größere Kindergruppen haben.


Die Vorkindergartengruppe trifft sich normalerweise 1-3 Mal die Woche für ein paar Stunden am Vormittag in einer kleinen Kindergruppe. (Meine Vorkindergartengruppe traf sich z. B. zwei Mal die Woche für je 3 Stunden - nach einer sanften Eingewöhnung mit Bezugsperson - ohne Eltern).


Die Eltern-Kind-Gruppe trifft sich einmal wöchentlich und ihr geht gemeinsam hin. Auch hier hat dein Kind die Chance, neue Spielfreunde kennenzulernen, die ihr z. B. auch zum Spielen nach Hause einladen könnt.

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Hallo, ich bin Erzieherin, langjährige Nanny und zweifache Mutter. Seit über 20 Jahren begleite ich Familien durch den Alltag mit Kindern.

Auf „Klein wird GROSS“ zeige ich dir, wie du Wutanfälle, Geschwisterkonflikte, Routinen und all die anderen Herausforderungen im Familienalltag mit mehr Gelassenheit, Leichtigkeit und wertschätzender Verbindung meisterst. Meine Tipps verbinden eigene Mama-Erfahrung mit fundiertem Wissen aus Pädagogik und Selbstregulation.

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„Danke für deine grossartige Arbeit. Ich fühle mich verstanden durch deine Texte. Ich fühle mich an die Hand genommen. Danke für deine grossartige Arbeit.“
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„Deine Artikel über Selbstzweifel, Ärger, Stress und Wut waren sehr toll! Zu wissen, dass ich nicht alleine überfordert bin, ist eine grosse Hilfe. Ich hab deinen Blog bereits weiter empfohlen.“
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„Ich muss Dir einfach mal eine grosse Umarmung schicken! Tausend Dank für Deine tollen Beiträge. Ich fühle mich verstanden und nicht alleine mit meinen Muttersorgen!“
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