Autorin: PetraErzieherin • Nanny • Mama • 20 Jahre Alltagserfahrung in und mit Familien

November 29, 2020

„Ich schreie mein Kind oft an“ – ein Muster, das man eigentlich nicht haben will. Das Schreien kommt aus inneren Mustern heraus, die meistens unbewusst sind.


In diesem Artikel erfährst du, warum lautes Schimpfen hervorbricht, wie du aus dem Anschreien-Muster rauskommst und 5 Schritte zur bewussten Veränderung für Erziehen ohne Schreien.

Erziehen ohne Schreien - warum das laute Schimpfen hervorbricht

Vielleicht dachtest du früher immer, dass du deine Kinder auf keinen Fall Anschreien wirst, wie es deine Eltern evtl. bei dir gemacht haben - weil dir erziehen ohne Schreien wichtig ist. 


Der Vorsatz "Erziehen ohne Schreien" stammt meist aus einer Zeit bevor du eigene Kinder hattest und nichts davon wusstest, wie stressig und herausfordernd der Alltag mit Kind sein kann.


Aber jetzt - ein paar Jahre später - hat dich der Alltag mit Kind fest im Griff. Du stellst plötzlich mit Schrecken fest, dass du dein Kind angeschrien hast.


"Was ist nur passiert?" fragst du dich, "ich wollte doch meine Kinder niemals anschreien!"

Gründe warum das Schreien hervorbricht

Stress oder Überforderung

Der Alltag mit Kind kann zeitweise sehr stressig sein, wie du bestimmt aus eigener Erfahrung weißt. Stress trägt im großen Maße dazu bei, seine Gefühle nicht mehr angemessen ausdrücken zu können. Schreien oder andere ungeliebte Verhaltensweisen brechen dann einfach aus dir hervor.


Bei dem Gefühl, überfordert zu sein, kommt noch ein Gefühl der Hilflosigkeit oder Verzweiflung dazu - das Schreien bricht hervor, weil du keine andere Möglichkeit mehr siehst, deine Überforderung mitzuteilen.


(Anmerkung: Wenn du dir Unterstützung wünscht im Umgang mit deinen Gefühlen, empfehle ich dir meinen Videokurs GefühlsRaum, der dir dabei hilft aus dem Kreislauf der negativen Gefühle und den negativen Reaktionen herauszukommen.)


Du stellst deine Bedürfnisse immer in den Hintergrund

Wenn du das, was dir wichtig ist, immer hintenan stellst, dann wirst du irgendwann darüber frustriert sein, dass keiner deine Bedürfnisse sieht und diesen eine Priorität einräumt.


Dieser Frust kann sich auch in Schreien seine Bahn brechen.


Dir fällt es schwer, deine Frustration angemessen auszudrücken

Du hattest vielleicht keine guten Vorbildern, wie man seine Frustrationen angemessen ausdrückt und mangels besserer Alternativen bricht das Schreien hervor.


Du wurdest selbst als Kind angeschrien

Du hast unbewusst die Verhaltensweisen deiner Eltern übernommen. Als Kind hast du deine Eltern immer genau beobachtet und alles als Referenzsituationen abgespeichert.


Bevor du Kinder hattest, warst du nicht in diesen gleichen Situationen gesteckt, deshalb "schliefen" diese Verhaltensweisen in dir.


Aber nun hast du Kinder und die abgespeicherten Referenzsituationen passen perfekt auf deine Alltagssituationen mit deinem Kind.


Wenn du dich jetzt nicht bewusst damit auseinandersetzt, wie du dein Kind anders erziehen kannst, dann greift dein Gehirn einfach auf die abgelegten Referenzsituationen zurück und du reagierst in ähnlichen Situationen so wie deine Eltern damals.

"Wie komme ich aus meinem Verhaltensmuster des Anschreiens wieder raus, ich möchte doch mein Kind erziehen ohne zu Schreien!"

Ich machte die Erfahrung, dass, wenn mir etwas sehr wichtig ist, ich es auch schaffe, mich anders zu verhalten.


Warum? Das erkläre ich dir mit diesem Beispiel:


Wenn du z.B. Erziehen ohne Schreien schaffen willst, dann hast du ein Ziel vor Augen:


Dein Ziel ist es, in stressigen Situationen mit deinem Kind weiterhin normal zu sprechen - ohne zu Schreien. 


Weil es dir so immens wichtig ist, bist du bereit für das Erreichen deines Ziels extra Energie aufzubringen, um dein Verhalten bewusst zu steuern - anstatt nur zu reagieren.


Verhalten bewusst zu steueren - anstatt zu reagieren - ist überhaupt nicht einfach, weil die abgespeicherten alten Verhaltensweisen natürlich ganz schnell zur Stelle sind und deine gewohnten Reaktionen abspielen.


Trotzdem kannst du es schaffen, wenn deine Motivation groß genug ist! Noch einfacher ist es, wenn du dieser Schritt für Schritt Anleitung folgst.


Du musst also ein Ziel oder einen starken Wunsch nach einer veränderten Situation haben, dass dir so wichtig ist, dass du bereit bist, dein Verhalten dafür bewusst zu verändern und dafür Energie aufzubringen - auch dann, wenn du immer wieder in alte Verhaltensweisen zurückfällst!


Die Motivation muss so groß sein, dass du nach jedem Verhaltens-Rückfall wieder aufstehst und die neue Verhaltensweise erneut in deinem Alltag einübst.

Um also aus deinem Verhaltensmuster auszusteigen, musst du dranbleiben

Das Schreien ist ein Verhaltensmuster von dir, dass du wahrscheinlich nicht von heute auf morgen sofort verändern kannst.


Aber mit einem Ziel vor Augen oder gar einem Erziehungs-Leitfaden und einem bewussten Veränderungswunsch kannst du dein altes Muster des Anschreiens verändern.


Damit dir das Dranbleiben leichter fällt, kannst du dir diese PDF für 0€ herunterladen.


Dranbleiben fällt dir leichter, wenn du genügend Energie hast. Fehlt es dir momentan jedoch an Energie, dann empfehle ich dir während des Tages immer wieder eine Mini-Auszeit zu machen. Für diese Art von Mini-Auszeit brauchst du keine*n Partner*in und sind somit immer einsatzbereit, wenn dein Energieniveau sich absenkt.


Wenn du nicht nur aufhören willst dein Kind anzuschreien, sondern gleich wertschätzend mit ihm sprechen möchtest:

Dann empfehle ich dir einen sprachlichen Neustart und die Wertschätzungs-Challenge: Mit diesen 21-Tagesimpulsen schaffst du es, deine eingespielten Verhaltensmuster zu verändern und auch in angespannten Situationen wertschätzend mit deinem Kind zu sprechen.

5 Schritte, die dir helfen, eine Verhaltensweise bewusst zu verändern:

  • Überlege dir, was dir am allerwichtigsten in der Erziehung deines Kindes ist. Wie müsstest du dein Kind erziehen, damit es zu einem glücklichen Erwachsenen wird? Welches Vorbild müsstest du deinem Kind dafür sein? Mache dir Notizen dazu.
  • Nun nimmst du dir EINE Verhaltensweise, die du verändern möchtest (also im unserem Falle das Anschreien des Kindes) und stellst sie dem gegenüber, was dir am allerwichtigsten in der Erziehung deiner Kinder ist. Deine (ungeliebte) Verhaltensweise und dein Erziehungsziel werden höchstwahrscheinlich überhaupt nicht zusammenpassen.
  • Deshalb überlegst du dir EINE neue Verhaltensweise, die dein Kind darin unterstützt, zu einem glücklichen Erwachsenen heranzuwachsen.
  • Jetzt übst du im Alltag diese EINE Verhaltensweise bewusst ein - am besten nimmst du dir auch nur eine Situation oder eine Tageszeit vor, in der du mit deiner neuen Verhaltensweise beginnst. So überforderst du dich nicht!
  • Zuletzt machst du dir noch eine Erinnerungshilfe, damit du es im Alltag nicht vergisst. Z.B. ein Kalendereintrag, Post it Notizen...was immer dir dabei hilft, dich zu erinnern. Notiere dir deine neue Verhaltensweise UND auch warum du sie verändern möchtest (= deine Überlegungen beim ersten Schritt) - damit du motiviert bleibst!

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über

Hallo, ich bin Erzieherin, langjährige Nanny und zweifache Mutter. Seit über 20 Jahren begleite ich Familien durch den Alltag mit Kindern.

Auf „Klein wird GROSS“ zeige ich dir, wie du Wutanfälle, Geschwisterkonflikte, Routinen und all die anderen Herausforderungen im Familienalltag mit mehr Gelassenheit, Leichtigkeit und wertschätzender Verbindung meisterst. Meine Tipps verbinden eigene Mama-Erfahrung mit fundiertem Wissen aus Pädagogik und Selbstregulation.

Meine Mission: Gelassenheit und Freude im Familienalltag schaffen – damit Kinder Liebe und Wertschätzung in die Welt tragen und unsere Erde schöner wird.

Leserfeedback

„Danke für deine grossartige Arbeit. Ich fühle mich verstanden durch deine Texte. Ich fühle mich an die Hand genommen. Danke für deine grossartige Arbeit.“
Brigitte


„Deine Artikel über Selbstzweifel, Ärger, Stress und Wut waren sehr toll! Zu wissen, dass ich nicht alleine überfordert bin, ist eine grosse Hilfe. Ich hab deinen Blog bereits weiter empfohlen.“
Ines


„Ich muss Dir einfach mal eine grosse Umarmung schicken! Tausend Dank für Deine tollen Beiträge. Ich fühle mich verstanden und nicht alleine mit meinen Muttersorgen!“
Leserin von Klein wird GROSS


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