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April 29, 2022

In diesem Artikel beantworte ich Elternfragen zum Thema: Gute Erziehung. Du kannst dir entweder den kompletten Artikel durchlesen oder dir im Inhaltsverzeichnis einen Überblick verschaffen und nur die Fragen anklicken, die dich interessieren.

Die Antworten auf die Fragen zum Thema: Gute Erziehung

Frage: Wie kann ich meinem Kind (2) Höflichkeit ohne Druck beibringen?

Ich halte nichts davon, ein Kind zum Bitte oder Danke sagen zu zwingen.

Die beste Möglichkeit, Höflichkeit ohne Druck beizubringen, ist es, diese selbst vorzuleben - gegenüber deinem Kind und gegenüber anderen Menschen.

Gegenüber deinem Kind kannst du Bitten aussprechen und dich bedanken. Aber Bedenke eine Sache: Bitten sind Bitten und müssen NICHT befolgt werden. Deshalb sprich nur mit "bitte", wenn du es auch so meinst (und es keine versteckte Aufforderung ist).

Beispiel: "Kannst du mir bitte die Butter reichen?" (Wenn dein Kind keine Lust hat, dann holst du sie dir selbst). Wenn du jedoch sagst "Kannst du dich bitte anziehen?" und musst in fünf Minuten los, dann ist das keine Bitte, sondern eine versteckte Aufforderung. In diesem Fall ist es besser, diese Aufforderung auch sprachlich auszudrücken: "Ich will, dass du jetzt deine Jacke anziehst."

Bedanke dich auch immer wieder bei deinem Kind, wenn es einer Bitte nachkommt, aber auch, wenn es Dinge für dich tut oder gut mitmacht.

Gegenüber anderen Menschen ist es manchmal nicht leicht zu ertragen, nur Höflichkeit vorzuleben und nicht ein "Danke" von Seiten deines Kindes zu erzwingen. Z.B. wenn dein Kind beim Bäcker eine Kleinigkeit geschenkt bekommt.

Ich empfehle in diesen Augenblicken, wenn kein Danke von deinem Kind kommt, mit einem Lächeln und einem von Herzen kommenden "Danke für (die Breze)" zu reagieren. Das besänftigt die Erwartungshaltung anderer Menschen, die ein Danke von deinem Kind erwarten und sie lebt deinem Kind Höflichkeit vor. Wenn du Glück hast, spricht dein Kind sogar das "danke" nach.

(Weiterer Lesetipp: Will dein Kind zur Begrüßung niemandem die Hand geben? Dazu habe ich hier schon einmal etwas geschrieben.)

Frage:  Ich erwische mich oft dabei, dass ich das Wort "Nein" zu oft gebrauche. Hast du einen Tipp, wie man ein "Nein" vermeiden kann?

Nein sagen lässt sich öfter vermeiden, wenn du anstatt Nein gleich das sagst, was du von deinem Kind möchtest. 

Das hilft deinem Kind auch, sich auf deinen Wunsch hin auszurichten, anstatt nur ein Nein zu hören, jedoch nicht zu wissen, was es anstatt dessen tun sollte.

Außerdem ist es wichtig zu wissen, dass Menschen allgemein bei einem "Nein, tu das nicht" trotzdem das Bild von dem vor Augen haben, was sie nicht tun sollen.

Wie z. B. in diesem Satz: "Nein, gehe nicht an den heißen Ofen ran und berühre ihn nicht" oder "Nein, nicht den Turm deiner Schwester kaputt machen!"

Was siehst du vor deinem inneren Auge, wenn du diese Sätze liest? Genau - dass das Kind den heißen Ofen berührt bzw. den Turm kaputt macht. Deshalb ist es sehr wichtig, dass du deinem Kind ein anderes Bild zur Verfügung stellst. Von dem, was du gerne möchtest.

Beispiel:

Ein "Nein, gehe nicht an die Steckdose"  wird zu einem: "Ich will, dass du hier auf dem Teppich spielst" (Wenn dieser einige Meter von der Steckdose entfernt ist.)

(Weitere Lesetipps: Wie wichtig die Wortwahl in der Erziehung ist, erfährst du in diesem Artikel: Worte verletzen - Was du anders machen kannst.

Wenn du wertschätzender sprechen willst mit deinem Kind - auch in anstrengenden Situationen - dann schaue hier vorbei. )

Frage: Mein Kind (fast 4) fängt zu Lügen an. Wie reagiere ich am besten darauf?  

In diesem Alter ist "das Lügen" noch sehr verwickelt mit der "magischen Phase" und es können die skurillsten Geschichten herauskommen, an die die Kinder selbst glauben.

Deshalb würde ich in dem Alter kein großes Ding darum machen.

Beispiel:

Dein Kind behauptet, dass das Spielzeug von ganz alleine kaputt gegangen ist, obwohl du gehört hast, wie dein Kind das Spielzeug auf den Boden geworfen hat.

Ich würde jetzt nicht darauf bestehen, dass ich gehört habe, wie es passierte und dass die Geschichte des Kindes nicht stimme. Ich würde anstatt dessen meine Gefühle und Gedanken mitteilen: "Schade, dass deine schöne Feuerwehr jetzt kaputt gegangen ist, die du von Oma geschenkt bekommen hast."

Dadurch wird dein Kind nicht von dir als Lügner beschuldigt, erfährt jedoch trotzdem, dass das kaputt machen von Dingen Konsequenzen hat wie Trauer oder Enttäuschung.

Wie du üben kannst, dass dein Kind dir die Wahrheit sagt, wenn ihm etwas kaputt gegangen ist: 

Vorleben!

Wenn du z.B. im Vorbeigehen eine Spielzeugeisenbahn verrutschst oder kaputt gemacht hast, dann sagst du: "Hoppla, das war ich. Es tut mir leid, das wollte ich nicht. Ich repariere es wieder."

So sieht dein Kind, wie es mit Situationen umgehen kann, in denen es etwas kaputt gemacht hat. 

Dabei ist auch wichtig, dass du ruhig bleibst, wenn dein Kind eine Sache gesteht oder deinem Kind etwas heruntergefallen ist und du nicht lautstark mit ihm schimpfst. 

Sonst könnte deine starke Reaktion auf längere Sicht dein Kind darin bestärken, lieber eine Geschichte zu erzählen, als was wirklich passiert ist, nur um nicht so beängstigend geschimpft zu werden.

Frage: Wie kann ich meinem Kind (2) helfen, seine Gefühle besser wahrzumehmen und zu verarbeiten?

Wie du deinem Kind hilfst, seine Gefühle besser wahrzunehmen:

  • Benenne die Gefühle deines Kindes, indem du ihm sie widerspiegelst. Beispiel: Der Freund deines Kindes hat deinem Kind ein Spielzeug weggenommen. Dein Kind weint traurig. "Peter hat dir die Schaufel aus der Hand gerissen, jetzt bist du traurig und weinst."
  • Gib deinen Gefühlen einen Namen, die dein Kind intuitiv spürt oder an deinem Gesichtsausdruck ablesen kann.
  • Beschreibe, wie sich ein Gefühl bei dir im Körper anfühlt.
  • Wenn ihr auf dem Spielplatz seid, kannst du dein Kind auf Gefühle der anderen Kinder aufmerksam machen und auch auf die Körperhaltung und Gesichtsausdrücke hinweisen, die das Gefühl begleiten.

Wie du deinem Kind hilfst, starke Gefühle zu verabeiten - sie loszulassen:

  • Biete deinem Kind verschiedene Möglichkeiten an, seine Gefühle auszudrücken. Gefühle malen lassen oder auf einer Gefühle-Schau-Tafel eine Wäscheklammer an das Gefühl klammern sind nur zwei Möglichkeiten dafür.
  • Biete deinem Kind unterschiedliche Möglichkeiten an, seine starken unangenehmen Gefühle wieder loszuwerden. Körperkontakt zu einer vertrauten Person oder die Wut aus dem Zimmer durch ein geöffnetes Fenster pusten, sind zwei Möglichkeiten dafür.

Frage:  Mein Kind (4 Jahre) weint ständig wegen Kleinigkeiten. Woran kann das liegen und wie kann ich reagieren?

Die erste Frage, die du dir stellen kannst, ist: Hat dein Kind schon immer so viel geweint oder erst seit kurzer Zeit?

Macht es das schon immer, kann es einfach eine Typsache sein, dass dein Kind schneller frustriert ist als ein anderes Kind.

Weint dein Kind jedoch erst seit kurzer Zeit, kannst du darüber nachdenken, ob es in letzter Zeit eine Veränderung im Leben deines Kindes gegeben hat, das dein Kind stresst oder belastet und es deshalb öfter seine Emotionen abreagieren muss.

Vielleicht strengt dein Kind der Alltag an (wie z.B. Kindergarten) und braucht mehr Ruhezeiten (mit dir), um Alltagssituationen zu verarbeiten. Oder dein Kind hat Schwierigkeiten mit einem Freund im Kindergarten und steht deswegen unter Stress.

Wenn es eine Veränderung gegeben hat, dann kannst du mit deinem Kind darüber sprechen, wie es sich jetzt fühlt oder ein Bild malen lassen z.B. über einen Morgen im Kindergarten und darüber ins Gespräch kommen. Lenke das Gespräch sanft hin zu dem, was dein Kind im Moment anstrengend findet und sucht gemeinsam nach Möglichkeiten, diese stressigen Situationen zu entspannen. (Im Kindergarten musst du dafür evtl. die Erzieherin deines Kindes informieren, dass sie deinem Kind dabei hilft. Wie du am besten ein Gespräch mit ihr führst, erfährst du hier.)

Es könnte aber auch sein, dass dein Kind durch sein Weinen Zeit mit dir einfordern will. Da könnten dann zwei Strategien helfen:

1. Du lässt deinem Kind tagsüber Aufmerksamkeit zukommen, wenn es gerade nicht weint. Wenn dein Kind gerade schön spielt, kannst du dich einfach zu ihm setzem, es beobachten und wenn dein Kind möchte, kann es dich mit ins Spiel einbeziehen oder mit dir Sprechen. Auf jeden Fall wird dein Kind bemerken, dass du präsent für es da bist.

 2. Wenn dein Kind wieder weint, ihm das zu geben, was es sich wünscht - die Nähe und Verbundenheit zu Mama oder Papa. Vielleicht hilft es ihm, einfach ohne von seinen Gefühlen abgelenkt zu werden, zu weinen und alles rauszulassen. Nimm dein Kind in die Arme und sag ihm, dass es o.k. ist zu weinen. Im Nachhinein kannst du sanft nachfragen, warum es denn so weinen musste - vielleicht ergibt sich daraufhin ein Gespräch über den Umgang mit Gefühlen.

Frage: Mein Kind (6) will nicht teilen. Wie gehe ich damit um?

Wenn Teilen ein schwieriges Thema für dein Kind ist, dann fange ganz klein an. Damit meine ich, dass du von deinem Kind nicht sofort verlangen solltest, dass es all seine (Lieblings-)Spielzeuge oder seine Geburtstagsschokolade mit Freunden teilen soll.

Fange mit ein paar Spielsachen an, zu denen dein Kind keine große emotionale Bindung hat.

Frage dein Kind, mit welchen Spielsachen andere Kinder spielen dürfen und sammelt sie in einer oder mehreren "Besucherboxen".

Diese Spielsachen stellst du bereit, wenn das nächste Mal Besuch kommt. Die Lieblingsspielsachen räumt ihr am besten gemeinsam weg, damit das Besucherkind sie erst gar nicht finden kann.

Wenn das mit dem Besucherbox-Spielzeug gut klappt, dann kannst du nochmal mit deinem Kind besprechen, ob es nun noch mehr Spielsachen gibt, mit denen die Besuchskinder spielen dürfen.

Am Ende dieses Prozesses wird dein Kind andere Kinder mit allen Dingen spielen lassen - außer ein paar ganz wichtige Spielsachen, die es lieber wegräumt, bevor der Besuch kommt. Es gibt Dinge, die will man eben für sich alleine haben.

Beim Teilen von Essen bzw. Süßem könntest du so vorgehen:

  1. 1
    Beim nächsten Besuch, wenn nur noch ein Stück Keks übrig ist: "Wir haben nur noch diesen einen Keks. Den kannst du entweder mit deinem Freund teilen oder ich esse ihn auf. (Sehr wahrscheinlich will dein Kind lieber einen halben Keks als gar keinen). Dein Kind darf den Keks mit einem Messer teilen und sich für eine Hälfte entscheiden.
  2. 2
    Nach mehreren Malen Teilen wie unter 1. beschrieben, kannst du eine neue Regel des Teilens einführen: Einer teilt das Essen, der andere jedoch darf sich als erstes aussuchen, welches Teil er nimmt. (Dadurch wird das Teilen automatisch gerechter)


Zweifelst du manchmal daran, dass du dein Kind gut erziehst? Dann habe ich hier noch ein paar Artikel für dich

Viele Antworten auf Elternfragen findest du in diesem Buch:

Viele Antworten zum Thema "Wertschätzende und einfühlsame Kommunikation mit deinem Kind" findest du in diesem Buch:

Viele Antworten zum Thema "Trotzphase" findest du in diesem Buch:

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