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September 28, 2020

negative aufmerksamkeit

Vielleicht hast du diesen Satz schon einmal gehört: Kind sucht Aufmerksamkeit durch negatives Verhalten. Warum ein Kind lieber negative Aufmerksamkeit als gar keine will und wie du am besten darauf reagieren solltest, erfährst du in diesem Artikel.

Negative Aufmerksamkeit

Warum ein Kind lieber negative Aufmerksamkeit will als gar keine: Jeder Mensch ist ein soziales Wesen und braucht den Kontakt zu anderen Menschen.

Beim Kind ist dieser Kontakt noch viel wichtiger - er ist überlebenswichtig. Nur im Kontakt mit seinen Bezugspersonen ist sein Überleben gesichert. Es erhält Nahrung, Kleidung und Liebe, Geborgenheit, Sicherheit.

Deshalb sucht jedes Kind instiktiv die Aufmerksamkeit seiner Eltern, damit es sicher stellen kann, dass es beachtet, umsorgt und genährt wird - und nicht übersehen oder übergangen wird. (Das läuft im Hintergrund ab und ist deinem Kind nicht bewusst, weil es ganz alte Programme aus der Evolutionsgeschichte sind)

Mit Hilfe dieses Wissens ist es nicht verwunderlich, warum Kinder zur negativen Aufmerksamkeit greifen: Wannimmer ein Kind das Gefühl hat, nicht mehr genügend beachtet oder gesehen zu werden, läuten die Alarmglocken "Gefahr!" und das Kind tut ganz instinktiv etwas, um die Aufmerksamkeit der Eltern zu erhalten und sein Gesehen werden (und somit sein Überleben) zu sichern.

Zu Beginn kann das eine Frage an die Mutter, ein nach der Hand greifen beim Papa oder sonst eine Handlung oder Aussage sein. Nur wenn dieser Versuch (mehrmals) scheitert, weil Mama oder Papa gerade keine Zeit dafür haben, dann läuten die Alarmglocken im Kind noch weiter und es greift zu einem Verhalten - das mehr und sofortige Aufmerksamkeit generiert - das negative Verhalten, auf das reagiert werden muss.

Ich möchte nocheinmal betonen, dass dies nicht unbedingt eine bewusste Aktion des Kindes ist, sondern ein Verhaltensmuster, das abläuft.

Wie du auf negatives Verhalten des Kindes reagieren solltest:

Deine Reaktion auf das Verhalten deines Kindes beeinflusst das weitere Verhalten deines Kindes - im positiven, wie im negativen.

Zur Veranschaulichung hier ein positives Beispiel - positive Zuwendung:

Kind 1 spielt schön mit Kind 2 und ich sage: "Ich sehe, ihr habt viel Spaß zusammen, das freut mich!"

Das wäre der Idealfall - positivem Verhalten eines Kindes meine Aufmerksamkeit zu schenken. Das Kind fühlt sich gesehen und ganz automatisch wird es dieses Verhalten wieder zeigen wollen, um weiterhin gesehen, beachtet zu werden (und dadurch sein Streben nach Überleben zu sichern).

Darüber hinaus hat es keine Notwendigkeit, Aufmerksamkeit durch negatives Verhalten einzufordern, solange es diese positive Aumerksamkeit mehrmals am Tag erhält und dadurch rückversichert wird, ich bin gesehen, ich bin sicher.

Zur Veranschaulichung hier ein negatives Beispiel - negative Zuwendung:

Im Alltag sieht es oft ganz anders aus - auch bei mir. Es wird ermahnt, gefordert und auch mal mehr mal weniger geschimpft, weil man gewisse Dinge nicht möchte bzw. etwas zu erledigen hat, das ist dann die negative Zuwendung.  

Beispiel:

Kind 1 kreischt in den höchsten Tönen bis Kind 2 zu weinen beginnt. Ich:" Kind 1, höre sofort auf damit, ich habe dir doch schon so oft gesagt, dass...."

Ohne das zu beabsichtigen, setzt sich damit eine Abwärtsspirale in Gang, weil dem kreischenden Kind negative Zuwendung gezeigt wird.

Das Kind lernt nämlich auch hier: Wenn ich dieses (negative) Verhalten zeige, dann wendet sich mir Mama oder Papa zu. Dies wird genauso abgespeichert wie das positive Bestärken. Bei Nichtbeachtung wird dieses negative Verhalten wieder gezeigt. (Das muss KEIN bewusster Prozess sein - kann aber von älteren Kindern auch bewusst eingesetzt werden)

Negative Aufmerksamkeit Kind: Wie du reagieren solltest:

Zuerst einmal solltest du mehrmals am Tag, gerne auch ein paar Mal pro Stunde deinem Kind zeigen, dass du es siehst, wahrnimmst und ihm ein Feedback zu geben wie: "Wow, ich habe gesehen, dass du deine Hausaufgaben ganz selbstständig gemacht hast!" oder ihm durch eine Handlung zu zeigen, dass du es beachtest, wie z.B. ein direkter Blick in die Augen und ein Anlächeln.

Dadurch gibst du deinem Kind die Sicherheit, dass es auch in ganz normalen Alltagssituationen von dir gesehen wird. Außerdem läuten dann auch keine Alarmglocken für die Aumerksamkeit, weil dein Kind gemerkt hat: Ich bin gesehen, ich bin sicher.

Auf das negative Verhalten solltest du nur so kurz wie möglich eingehen, um deinem Kind auch hier eine Rückmeldung zu geben, dass das Verhalten nicht okay war - aber auch nicht mehr. Sodass das Kind keine große negative Zuwendung erhält.

Hier findest du noch einen Artikel, in dem ich das Thema kindliche Aufmerksamkeit zu meinem Monatsthema gemacht habe.

Jetzt möchte ich noch genauer auf die Formen negativer und positiver Zuwendung eingehen:

Formen negativer Zuwendung

  • schimpfen
  • drohen
  • wenn-dann
  • immer wieder auf das Kind einreden

Kurzfristig gesehen, hilft negative Zuwendung hin und wieder sehr gut - das Kind macht deswegen oft, was man sagt - aber zu einem hohen Preis. Du zeigst damit nur, dass du der Mächtigere bist und das Sagen hast und der "Untertane" zu gehorchen hat. Willst du ein Kind mit so einem Charakterzug heranziehen? Hast du vielleicht auch schon mal beobachtet, wie dein älteres Kind seine "Macht" an ihrem kleinen Bruder ausprobiert und ausgenutzt hat?

Formen positiver Zuwendung

  • gemeinsam spielen
  • zusammen reden
  • Buch vorlesen
  • kuscheln
  • Ausflüge machen
  • gut zuhören
  • positiver Blickkontakt
  • zusammen lachen

Wie du aus der negativen Aufmerksamkeit ausbrechen kannst:

Es ist am Wichtigsten sich selbst zu beobachten:

  • Wann wendest du dich deinem Kind zu?
  • Welches Verhalten legt es da gerade an den Tag?
  • Wendest du dich ihm öfters zu, wenn es gerade "negativ auffällt"?

Und dann zu schauen:

  • Wie und in welchen Situationen kann ich mich meinem Kind noch mehr positiv zuwenden?
  • Wie kann ich nur kurz auf negatives Verhalten reagieren und welches positive Verhalten möchte ich vermehrt Beachtung schenken?
  • Wie bekommst du eine "positivere Balance" hin zwischen positiver und negativer Zuwendung? Vielleicht magst du heute oder morgen mal nicht lange Reden bei negativem Verhalten (und somit keine negative Zuwendung schenken) sondern dein Kind an die Hand nehmen und mit ihm dorthingehen, was es gerade tun soll. Z.B. zum Zähneputzen gehen - mit deinem Kind - anstatt es 10x zu ermahnen, es zu tun. Dadurch bekommst du auch eine positivere Balance hin.

 

Wenn du noch mehr an deinen Verhaltensweisen arbeiten willst, sodass die Waagschale hin zur positiven Zuwendung kippt, dann lies dir folgenden Artikel durch oder gehe zur Artikel-Übersichtsseite "Entspannt Mutter sein".

Wenn du dich hin und wieder fragst: "Bin ich eine gute Mutter", dann klicke auf diesen Link für weitere Informationen dazu.

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  1. Puuuh, dann kann ich ja morgen gleich mal ein paar der Sachen aus der Liste weiter erproben…
    aber manchmal, ganz manchmal können kinder auch mal spüren, dass es JETZT REICHT!!!
    Ich werde morgen nicht 3 mal rufen, sondern zur Garderobe führen…agnz lieb und ruhig. das erscheint mir ein sehr guter Tipp
    Liebe Grüße
    Nunu

    1. Ich hoffe, du hattest Erfolg damit :-). Ich schaffe es natürlich auch nicht, mich ständig an diese Liste zu halten, somit bekommen meine Kinder das JETZT-REICHT-ES immer wieder mal zu spüren. Mir hilft es jedoch sehr, mich an diese Liste zu erinnern und mir zu sagen, dass ich auch andere Optionen habe, als erfolglos zu rufen oder immer wieder “Nein” zu sagen.

      LG
      Petra

      1. Liebe Petra,
        ich konnte sofort nach dem Frühstück beginnen.
        Ich: “Gehst du bitte Zähneputzen?”
        Julia: keine Reaktion, keine Antwort, als hätte ich nichts gesagt.
        Ich:”Gehst du…” ach nee…was stand da?
        Zahnbürste geschnappt, Julia ohne Kommentar in die Hand gedrückt und GELÄCHELT!!!
        ruckizucki war sie im Bad und der Morgen verging ohne Schimpfen…
        super!
        Danke sehr
        Liebe Grüße
        Nunu

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