Autorin: PetraErzieherin • Nanny • Mama • 20 Jahre Alltagserfahrung in und mit Familien

März 7, 2017

Kennst du diese Momente oder manchmal sogar Stunden, in denen deine Kinder dich nerven und du dich frustriert, genervt oder am Ende deiner Kräfte fühlst – und du dir nichts mehr wünschst, als wieder entspannter zu sein?


Viele Eltern erleben das, besonders im hektischen Familienalltag, und es löst oft Schuldgefühle aus, weil du eigentlich liebevoll reagieren möchtest.


Das lässt sich ändern. In diesem Blogartikel erfährst du, was du tun kannst, wenn deine Kinder dich nerven, und ich gebe dir drei einfache, alltagstaugliche Übungen an die Hand – mit Dankbarkeit, Achtsamkeit und Wertschätzung – die dir helfen, dich schnell wieder zu regulieren, inneren Frieden zu finden und entspannter mit deinen Kindern umzugehen.

Warum ist das so schwer entspannter zu werden - was steckt dahinter?

Es ist ein Freitagabend und ich bin genervt vom Tag. Meine Kinder hatten nämlich schon den ganzen Nachmittag schlechte Laune. Dann kamen noch verschiedenste Streitigkeiten dazu und auch die Abendroutine verlief sehr schleppend. Puh, endlich sind die Kinder im Bett und ich kann durchatmen. Du kennst bestimmt auch solche Tage, oder?


Wenn ich an einem solchen Abend über die vergangenen Stunden mit meinen Kindern nachdenke, dann bin ich traurig über die Art und Weise, wie ich mit meinen Kindern gegen Abend hin gesprochen habe (als die Nerven zum Zerreißen gespannt waren).


Ein genervter Tonfall, ein Befehl hier und dort, ein tiefer Seufzer. Alles Kommunikationsweisen, die ich als verletzend empfinden würde, wenn das jemand mit mir machen würde.

Falscher Fokus

Die Einstellung "Kinder nerven mich" lässt mich den Alltag nicht genießen, weil mein denkender Teil mit dieser Einstellung immer auch nach Bestätigung sucht, dass das auch wirklich so ist. Also nehme ich durch diesen Wahrnehmungsfilter immer mehr nervige Dinge wahr.


Ein Teufelskreis entsteht.

Was steckt hinter meinen (nicht so netten) Verhaltensweisen?

Wenn ich länger über die Situation nachdenke, dann sind es nicht die Streitigkeiten meiner Kinder oder andere anstrengende oder stressige Momente im Tagesablauf, die mich so unzufrieden, unentspannt oder genervt werden lassen.


Der falsche Fokus verstärkt es nur. Aber was wirklich hinter meiner Unzufriedenheit und Genervtheit steckt, ist, dass ich aus meiner inneren Mitte herausgerutscht bin und nur noch im Außen versuche, Gegebenheiten zu verändern.

Wie ich wieder zurück in meine Mitte komme

Deshalb habe ich mich schon vor Längerem auf die Suche gemacht, was mir (und anderen Eltern) helfen könnte, um generell mehr in der eigenen Mitte zu bleiben - auch bei einem Nachmittag voller Geschwisterstreit oder mit mehreren Wutanfällen.


Bei meiner Suche bin ich bei 4 Dingen hängen geblieben (die im Verlauf des Artikels folgen) und ich merke, dass ich immer mal wieder gelassener reagiere - gerade auch in "Trigger-Situationen".

Entspannter werden: Mit Hilfe der Dankbarkeit

Das Üben von Dankbarkeit hilft, den Fokus auf etwas anderes als das genervt sein zu setzen.


Es ist nicht gerade leicht, sich dankbar zu fühlen, wenn man schon schwer genervt ist. Deshalb empfehle ich dir, schon mit dem entspannter werden mit Hilfe der Dankbarkeit zu beginnen, wenn du einen Hauch von Ärger oder Frust verspürst. Zu diesem Zeitpunkt ist es viel leichter, einen positiveren Fokus zu setzen.


Da man nicht zwei gegensätzliche Gefühle gleichzeitig fühlen kann, wirst du schnell merken, ob du noch von genervt sein auf Dankbarkeit umschwenken kannst. (Wenn nicht, kannst du noch eine der anderen Übungen ausprobieren oder dein Gefühl durchfühlen und loslassen, was du hier lernen kannst.)


Wenn es dir gelingt, dann wird das Gefühl der Dankbarkeit dein genervtes oder unentspanntes Gefühl beruhigen, deinen Stress reduzieren und deine Perspektive verändern.


Auf längere Sicht hilft dir Dankbarkeit, mehr in deiner eigenen Mitte zu ruhen.

Es gibt mehrere Dankbarkeitsübungen, die dir dabei helfen können, generell mehr Ruhe, Gelassenheit und Zufriedenheit in deinen Alltag zu bekommen:

  • Das Dankbarkeitsjournal: Jeden Abend schreibst du 3-5 Dinge (oder auch mehr, wenn du willst) auf, für die du an diesem Tag dankbar bist.
  • Frage dich nach jedem Tagesabschnitt (nach der Morgenroutine, nach der Arbeit, nach den Hausaufgaben machen, nach der Abendroutine...) für welche Dinge – auch wenn sie noch so klein sind – du dankbar sein kannst.
  • Bei einem Anflug von Ärger oder Frust: Findest du noch ein paar Kleinigkeiten, für die du dankbar sein kannst?

Mit Hilfe der Achtsamkeit im Hier und Jetzt ankommen und entspannter werden.

Schon länger begleitet mich das Thema Achtsamkeit – das im Moment sein und ihn mit allen Sinnen wahrnehmen.


Wenn man immer wieder ein paar kleine Momente im Tagesablauf damit verbringt, ganz im Hier und Jetzt zu verbringen, verringert das den inneren Stress und hilft somit entspannter zu werden und sich weniger vom Alltag mit Kind stressen zu lassen.

Die typische Achtsamkeitsübung läuft folgendermaßen ab:

  • Du konzentrierst dich auf eine Tätigkeit wie das Abspülen, Essen oder Duschen und gehst diesen Moment mit deinen Sinnen durch. Was riechst du? Was schmeckst du? Was fühlst du mit deiner Haut? Was hörst und siehst du?
  • Kommen dir Gedanken an die naheliegende Zukunft wie „ich muss noch das machen, bevor ich die Kinder abholen muss“ holst du dich sanft wieder zurück in den Moment, indem du dich wieder auf deine Sinne konzentrierst.

Update:

Mich hält diese Übung jedoch oft viel zu sehr im Kopf, im Denken. Meine Achtsamkeitsübung ist jetzt, dass ich mich vom Kopf ins Herz sinken lasse und so in diesem Moment bin. Wenn ich wieder in die Gedanken rutsche, gehe ich zurück in den Jetzt Moment.

Was mir hilft, im Hier und Jetzt und in meiner Mitte zu sein

Den kompletten Ablauf, wie ich in meine Mitte komme und dabei meine Gefühle reguliere, sodass ich im Alltag mit meinen Kindern fast immer ruhig und gelassen umgehen kann, findest du hier.

Entspannter werden: Mit Hilfe der Wertschätzung

Es ist schön, wenn man Wertschätzung von anderen Menschen bekommt – nur kann man das nicht beeinflussen. 


Was man jedoch beeinflussen kann, ist die Wertschätzung, die man sich selbst gibt und auch die Wertschätzung, die man anderen Menschen gibt bzw. für sie empfindet.


Wertschätzung, die man sich selbst schenkt, hilft dabei, entspannt zu werden und mehr in sich selbst zu ruhen und von seinem Wert überzeugt zu sein. 


Das wiederum hilft, dass man nicht nur gibt, um Anerkennung zu bekommen, sondern weil man es aus ganzem Herzen tun möchte. Oder man sagt auch einmal "nein".

Übungen zur Selbstwertschätzung

  • Nimm dir ein Notizbuch und mache daraus dein Erfolgstagebuch. Schreibe dir wöchentlich (oder täglich wenn du willst) deine kleinen und großen Erfolge auf. Erfolge im privaten sowie beruflichen Bereich. Dinge, die du gut gemacht hast. Dinge, worauf du stolz sein kannst. Dinge, die dir heute gut gelungen sind.
  • Schreibe einen Brief an dich selbst, indem du deine Wertschätzung für dich selbst zum Ausdruck bringst.
  • Mache dir eine Liste über alles, was du an dir schätzt (Talente, Fähigkeiten, Charakterzüge, Körper, Gesundheit, Umgang mit anderen, Verhaltensweisen...)
  • Mache diese Übung immer dann, wenn du mit dir oder deinem Verhalten nicht zufrieden warst.

Übungen zur Wertschätzung von anderen Menschen

Wertschätzung, die man für andere empfindet, hilft "unbeschadet" durch stressige Momente oder Stunden mit diesem Menschen zu kommen. Diese Übung machst du immer zu einem Zeitpunkt, zu dem du gerade nicht genervt bist. Es ist sozusagen als Prophylaxe gedacht :-) - sodass du dich nicht so schnell wieder genervt fühlst von dieser Person.

  • Schreibe pro Person in deiner Familie eine Liste von 20 oder 50 Eigenschaften auf, die du an der Person schätzt
  • Sage jedem Familienmitglied jeden Tag eine Sache, was du heute – oder generell – an ihm schätzt.

Ist der Punkt überschritten, in dem es dir möglich ist, Wertschätzung zu empfinden, ist es an der Zeit, deine Gefühle zu fühlen und dann loszulassen. Der GefühlsRaum Videokurs begleitet dich dabei Schritt für Schritt.

Übungen für mehr Wertschätzung im Umgang mit deinem Kind

  • Nimm dir vor, die Wutanfälle deines Kindes wertschätzend zu begleiten. Diese Emailserie hilft dir dabei.
  • Übe dich darin, wertschätzender mit deinem Kind Zu sprechen. Dieser Sprech-Neustart und natürlich auch die Wertschätzungs-Challenge unterstützen dich dabei.

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  • Kostenlose PDF: Wenn dich die Gefühlswellen deines Kindes überfordern und du nicht weißt, wie du reagieren sollst, dann hol dir diese PDF! Du verstehst: was in dir passiert in solchen Momenten, wie du deine eigenen Gefühle regulierst, und wie du dein Kind liebevoll durch Wut, Frust & Tränen begleitest
  • Kostenlose Übung Du gibst dein BestesKennst du diese Tage, an denen du an dir als Mutter oder Vater zweifelst? Diese kleine, aber kraftvolle Übung hilft dir, Schuldgefühle loszulassen und zu erkennen: Du gibst dein Bestes! Hol dir mehr Leichtigkeit und Mitgefühl für dich selbst in deinem Alltag mit Kind.
  • Der Videokurs „GefühlsRaum“ zeigt dir Schritt für Schritt: wie Gefühle entstehen,
    wie du deine Gefühle wirklich regulierst (fühlst & loslässt), und wie du daraufhin die Gefühle deines Kindes liebevoll und wertschätzend begleiten kannst. Mehr als 50 Lektionen mit alltagstauglichen Wegen für deine emotionale Intelligenz – und eine tiefere Verbindung zu deinem Kind.
  • E-Buch "Mini-Auszeiten": 15 kleine Pausen, die dich im Alltag stärken und dir helfen, Schritt für Schritt wieder bei dir anzukommen. Perfekt als Ergänzung zur Selbstregulation – für mehr innere Ruhe ohne großen Aufwand.
  • Willst du mehr zum Themenbereich "Selbstregulation für Eltern" lesen? Passende Artikel dazu wären: Überfordert mit Kind und In der Mutterrolle bzw. Vaterrolle für dich selbst sorgen
  • Willst du mehr über die Ebene 2 "Innen" erfahren?
  • Willst du die 3 Ebenen auf Klein wird GROSS verstehen?

über

Hallo, ich bin Erzieherin, langjährige Nanny und zweifache Mutter. Seit über 20 Jahren begleite ich Familien durch den Alltag mit Kindern.

Auf „Klein wird GROSS“ zeige ich dir, wie du Wutanfälle, Geschwisterkonflikte, Routinen und all die anderen Herausforderungen im Familienalltag mit mehr Gelassenheit, Leichtigkeit und wertschätzender Verbindung meisterst. Meine Tipps verbinden eigene Mama-Erfahrung mit fundiertem Wissen aus Pädagogik und Selbstregulation.

Meine Mission: Gelassenheit und Freude im Familienalltag schaffen – damit Kinder Liebe und Wertschätzung in die Welt tragen und unsere Erde schöner wird.

Leserfeedback

„Danke für deine grossartige Arbeit. Ich fühle mich verstanden durch deine Texte. Ich fühle mich an die Hand genommen. Danke für deine grossartige Arbeit.“
Brigitte


„Deine Artikel über Selbstzweifel, Ärger, Stress und Wut waren sehr toll! Zu wissen, dass ich nicht alleine überfordert bin, ist eine grosse Hilfe. Ich hab deinen Blog bereits weiter empfohlen.“
Ines


„Ich muss Dir einfach mal eine grosse Umarmung schicken! Tausend Dank für Deine tollen Beiträge. Ich fühle mich verstanden und nicht alleine mit meinen Muttersorgen!“
Leserin von Klein wird GROSS


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  1. Hallo Petra,

    vielen Damk für die Anregungen und Tipps. Das ist genau das, wonach ich gesucht habe ;)
    Nach dem langen Wochenende mit viel Regen und viel Ärger mit den Kindern, muss hier unbedingt mehr Enntspannheit rein. Ich wünsche mir für mich vieeel mehr Gelassenheit in stressigen Situationen.
    Liebe Grüße

    1. Ich wünsche Dir viel Erfolg mit den Übungen und freue mich, dass du genau das gefunden hast, nachdem du gesucht hast. LG Petra

  2. Danke für deine tollen Artikel, sie sind wirklich hilfreich für mich…und auch für andere Eltern, denen ich den Tipp gab, mal hier zu lesen!
    Seit ich zufällig mal hier landete, schaue ich ganz oft vorbei und finde immer wieder etwas, das uns den Alltag erfreulicher macht. Danke!

    1. Vielen herzlichen Dank für deine lieben Worte und die Weiterempfehlung meines Blogs! Habe mich sehr darüber gefreut. LG Petra

  3. Vielen Dank, in meiner Natur bin ich ein dankbarer Mensch und trotzdem verliere ich in solchen turbulenten Moneten manchmal die Nerven und brülle drauf los! Danke für diese wertvolle Erinnerung :)

    1. Gern geschehen. Nerven verlieren passiert – sich öfters dankbar fühlen hilft nur, sie nicht mehr so oft zu verlieren ;-) LG Petra

  4. Liebe Petra,
    danke dir vielmals für den Beitrag.
    Ich kann mich an vielen Tagen der Woche mit meinen beiden Kindern (8 1/2 und 4 1/2) darin wiederfinden, und bin eherlich gesagt oft am verzweifeln, weil ich fühle, dass ich die dauernden Launen, Streiteren und Wutausbrüche – je nach einener Tagesverfassung – immer schlechter abpuffern kann…..
    Ich werde mal probieren, mir deine Worte und Tipps zu Herzen zu nehmen,
    danke dir,
    Andrea

    1. Liebe Andrea,
      das kann ich gut verstehen! Fang die Übungen an, wenn du zur Ruhe gekommen bist – nicht wenn du mitten in den Streitigkeiten drin steckst – dann ist es leichter, wieder Dankbarkeit und Wertschätzung zu fühlen. Wenn du dies über einen längeren Zeitraum machst, dann passiert es MANCHMAL, dass man sich in der herausfordernden Situation daran erinnert und augenblicklich ein wenig ruhiger wird. Alles Gute, Petra

  5. Seit ich deine Seite entdeckt habe stöbere ich regelmäßig wenn ich Zeit habe in deinen Artikeln. Vielen Dank für diesen tollen!
    Ich bekomme in 4 Wochen wieder Nachwuchs. Den Alltag mit der großen zu genießen fällt mir manchmal schwer, sie spürt die nahende Veränderungen und ist manchmal sehr schwierig… Ich versuche es mal mit mehr Dankbarkeit Achtsamkeit und Wertschätzung. ?

  6. Hallo,das trifft so zu! Es hilft mir immer, hier auf deiner Seite zu lesen.
    Mir fällt die Achtsamkeit immer am Schwersten. Daran muss ich noch arbeiten. Im Moment Leben und fühlen fällt mir schwer.

    Danke für deine Unterstützung, Regina

    1. Liebe Regina, danke für deine Worte. Ich finde es auch oft schwer, im Moment zu bleiben und nicht 100 Schritte voraus zu denken, deshalb helfen mit bewusste „Übungseinheiten“, um wieder zurück ins Hier und Jetzt zu kommen! LG Petra

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