Autorin: PetraErzieherin • Nanny • Mama • 20 Jahre Alltagserfahrung in und mit Familien

Oktober 27, 2020

Kinder helfen im Haushalt - oder auch nicht... Dass Kinder im Haushalt helfen, ist eine der großen Herausforderungen im Familienalltag.


Die Kinder haben keine Lust zum Aufräumen, wehren sich gegen das Saugen oder räumen die Spülmaschine nicht ein.


Diese Verhaltensweisen sind normal, denn deine Kinder lernen gerade erst noch Verantwortung zu übernehmen – oft erst, wenn klare Strukturen da sind.


In diesem Artikel teile ich meine Geschichte, wie sich bei uns Strukturen für Haushalt mit Kind herauskristallisierten, welche Schritte zur Veränderung ich mit meinen Kindern ging und was sich danach verändert hat.

Meine Kinder müssen im Haushalt helfen - wie alles Begann:

Vor vielen Jahren machten wir Urlaub auf einem Campingplatz und hatten uns in ein Mobile Home eingemietet - leider ohne Spülmaschine.


Obwohl meine Kinder mir zu Hause immer mal wieder bei den Haushaltstätigkeiten halfen, hatte im Urlaub niemand Lust dazu.


Das war der Moment, in dem mir klar wurde, dass es nun an der Zeit ist, die Kinder in Haushaltstätigkeiten verbindlich einzubeziehen - nicht nur, wenn sie gerade Lust dazu hatten.

Haushalt mit Kindern - die Schritte hin zu einer Veränderung

Nach unserem Urlaub gab es ein Gespräch mit meinen Kindern über die Aufgaben, die in einer Familie im Haushalt anfallen und warum es wichtig ist, dass diese auch durchgeführt werden - hier zwei Beispiele dazu:

  • Die Teller und das Besteck müssen in die Spülmaschine ein- und wieder ausgeräumt werden, damit alle aus sauberem Geschirr essen können.
  • Die Wäsche muss nach Farben sortiert, gewaschen, aufgehängt, gefaltet und in die Schränke verräumt werden, damit alle saubere Kleidung zum Anziehen haben.

Wie das Gespräch weiterging:

Wir sprachen über die täglich anfallenden Aufgaben im Haushalt und darüber, dass sich alle nur wohlfühlen können, wenn diese gemacht werden.


Ich ließ meine Kinder auch überlegen, was passieren würde, wenn diese Aufgaben eine Woche lang nicht gemacht werden würden:

  • Ein Bild von sich türmenden Bergen von dreckigem Geschirr und Wäsche ergab sich.
  • Meinen Kindern wurde klar, dass irgendwann der Vorrat an sauberem Geschirr und sauberer Kleidung aufgebraucht werden würde und dass es dann schon eklig wäre aus gebrauchten (evtl. schon schimmligen) Tellern zu essen und dreckige Kleidung in die Schule anziehen zu müssen
  • Ohne Aufräumen und Sauber machen wären bald die ganzen Zimmer chaotisch und voller Krümel - da macht das Spielen und darin Leben dann auch keinen Spaß mehr.

Zum Wohle der Familie beitragen:

Nach diesem Teil des Gesprächs, sagte ich ihnen, dass ich möchte, dass auch sie einen Teil zum Wohle unserer Familie beitragen und Aufgaben im Haushalt übernehmen sollen.


Ich fragte jedes Kind, welche Aufgaben es denn gerne für die Familie im Haushalt übernehmen möchte.


Diese Aufgabe wurde festgehalten in unserem "Kinder helfen im Haushalt Plan". Dazu wurden Karten für die jeweiligen Haushaltstätigkeiten unter den Namen des Kindes gehängt. Wurde die Aufgabe erledigt, nahm das Kind die Karte vom Plan. (Die Karten zum Ausdrucken findest du hier.)

Anmerkung:

Die zu übernehmenden Aufgaben müssen dem Alter und den Fähigkeiten deines Kindes entsprechen, damit sich dein Kind nicht überfordert fühlt und deswegen nicht mitmachen mag.


Genaueres über die Einführung eines Haushaltsplans erfährst du hier.

Was sich in unserem Haushalt mit Kindern veränderte

So nach und nach wurde es für meine Kinder selbstverständlich, dass sie mit eingebunden wurden.


Was nicht heißt, dass sie darüber nicht hin und wieder murrten, aber es gab keine Diskussion, ob sie helfen würden oder nicht. Es gehörte zu ihrem Alltag dazu.


Sie bestimmten jedoch mit, zu welchem Zeitpunkt sie helfen würden - solange es mich nicht davon abhielt, meine weiteren Haushaltstätigkeiten zu verrichten, ließ ich ihnen zeitlich einen großen Freiraum.


Wir machten nur einen Zeitpunkt aus, bis wann die Aufgabe erledigt sein musste, danach hatte ich das Recht, darauf zu bestehen, dass die Aufgabe nun sofort erledigt werden müsse.

Wie der nächste Urlaub in einer Ferienwohnung aussah:

Als wir dann im nächsten Sommer wieder im Urlaub waren - dieses Mal in einer Ferienwohnung, aber auch ohne Spülmaschine, ist mir der Unterschied zu damals sehr positiv aufgefallen.


Meine Kinder hatten die Wahl, ob sie einem Elternteil beim Kochen helfen wollten, oder lieber nach dem Essen mit dem anderen Elternteil abräumten, abspülten und sauber machten.


Das klappte wunderbar. Manchmal kochten beide, manchmal half jedes Kind einem Elternteil. 

Verschiedene Systeme wie deine Kinder Aufgaben im Haushalt übernehmen können - das bringt Abwechslung

Über die Jahre haben wir nun schon die verschiedensten Systeme der Aufgabenverteilung ausprobiert, weil irgendwann der Reiz des Neuen weg war und die Mithilfebereitschaft geringer wurde.


Immer nach einer kleinen Veränderung in dem System der Aufgabenverteilung klappte es wieder besser.

Unsere verschiedenen Systeme der Aufgabenverteilung

  • Zu Beginn gab es pro Kind eine Tätigkeit, die es täglich ausführen sollte, damit es sich daran gewöhnte, Verantwortung für eine Sache im Haushalt zu übernehmen. Diese Karte wurde täglich neu unter den Namen des Kindes gepinnt und nach Erledigen der Aufgabe vom Kind abgehängt.
  • Einige Zeit später machten wir es so: Ich fragte täglich jedes Kind, was es heute zum Wohle der Familie im Haushalt beitragen möchte und sie suchten sich eine Aufgabe aus. Die Vorabentscheidung traf ich, indem ich einige Haushaltstätigkeits-Karten zur Auswahl stellte. Somit wechselten die Aufgaben ab und waren nicht mehr so eintönig.
  • Eine Zeit lang wiederum gab es Wochenaufgaben - jedes Kind suchte sich ein paar dieser Karten aus (Zahl wurde zuvor festgelegt), pinnte sie unter den eigenen Namen im Haushaltsplan und arbeitete diese Aufgaben im Laufe der Woch ab - entweder immer wieder einmal eine Aufgabe oder auch alle an einem Tag. Das war dem Kind überlassen.
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Hallo, ich bin Erzieherin, langjährige Nanny und zweifache Mutter. Seit über 20 Jahren begleite ich Familien durch den Alltag mit Kindern.

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