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In einem Moment spielt Sarah vergnügt, im nächsten Moment wirft sie sich in Zeitlupe auf den Boden und weint. Oh je, denkst du und fragst dich: "Trotzphase wann beginnt die eigentlich?

Diese oder eine ähnliche Frage stellen sich Eltern eines 1,5-2jährigen Kindes, wenn es zum ersten Mal seiner Frustration lautstark oder theateralisch Luft macht.

Woran erkennt man die Trotzphase, wie lange dauert sie und warum gibt es sie überhaupt? Auf diese Fragen möchte ich in diesem Artikel eingehen.

Trotzphase ab wann?

Die Trotzphase beginnt nicht an einem Tag und ist wirklich von Kind zu Kind unterschiedlich. Es ist wie der Name schon sagt eine Phase und meiner Erfahrung nach ist die Trotzphase nicht linear ansteigend, sondern es ist ein Kommen und Gehen. Die Durchschnittsdauer der Trotzphase ist zwei-drei Jahre – aber dies ist nicht als Dauerphase zu verstehen!

Es gibt Kinder, die werfen sich schon mit 15 Monaten auf den Boden – für ein paar Wochen – und dann ist monatelang keine Trotzphase mehr zu sehen. Andere Kinder wiederum weinen nur ein bisschen, wenn sie frustriert sind und man denkt, die Trotzphase ist gar nicht so schlimm, bis dann mit 2,5 Jahren plötzlich alles nur noch „nein, mag ich nicht“ ist. Und andere Kinder haben immer wieder Trotzanfälle zwischen 1,5 -3 Jahren. In Höchstzeiten können es mehrere Trotzanfälle am Tag sein und später können es wieder nur 1-2 die Woche sein.

Mit 3 Jahren steigen dann die Kompetenzen des Kindes enorm an und dies führt dazu, dass das Kind weniger Frustrationen verspürt, was in den meisten Fällen dazu führt, dass die Wutanfälle weniger werden. Das Kind wird wieder „ruhiger“ und ausgeglichener, was aber nicht heißt, dass es keine Wutanfälle bzw. rebellisches Verhalten mehr gibt. Das wird den Eltern bis zum Erwachsen werden des Kindes begleiten

Trotzphase Alter: Sichere Zeichen der Trotzphase

Nicht alle Anzeichen müssen auftreten und auch nicht alle zur gleichen Zeit!

  • die Frustrationstoleranz des Kindes ist allgemein gering
  • bei Frustration fängt das Kind zornig an zu weinen, zu schreien oder zu stampfen
  • Kind lässt sich auf den Boden fallen, um seinem Ärger Ausdruck zu verleihen
  • Es missachtet Regeln bzw. Bitten oder Forderungen mit Absicht
  • „Nein, ich will nicht“ und "Alleine machen" – dieser Satz tritt vermehrt auf. (Hier ein weiterführender Artikel, der dir dazu auch helfen könnte: Tobsuchtsanfall: Warum du dich dabei nicht auf einen Machtkampf einlassen solltest )
  • Die Eltern haben das Gefühl, dass das Kind sie absichtlich ärgert bzw. rebelliert
  • das Kind wehrt sich mit Händen und Füßen gegen die Eltern bei vorher „normalen“ Dingen wie Anziehen, Windeln wechseln…
  • es tut genau das Gegenteil von dem, was man sagt
  • vermehrte Wutanfälle

Warum gibt es das Trotzphase Alter überhaupt?

Das Trotzphase Alter ist eine bedeutsame Zeit in der Entwicklung deines Kindes:

  • in dieser Zeit erkennt sich dein Kind als eigenständiges Individium und es beginnt sich von dir abzugrenzen
  • es will selbstständig werden - aber die körperliche Fähigkeiten des Kindes sind noch nicht so weit entwickelt wie die geistige Vorstellungskraft, was zu Frustrationen bei der Umsetzung führt
  • dein Kind lernt so viel jeden Tag - das kann auch mal zur inneren Anspannung führen, das sich als Trotzanfall entlädt
  • in dieser Zeit lernen Kinder, mit ihren Gefühlen (z.B. Frust und Ärger) umzugehen, das lernt man auch nicht von heute auf morgen. Der Ärger und Frust entlädt sich dann im Wutanfall
  • weil dein Kind sich jetzt weiterentwickelt, braucht es andere Dinge von dir als früher, welche das sind, findest du hier

Was noch zum Trotzphase Alter beiträgt:

  • es gibt den Konflikt zwischen Wollen und Dürfen. Dein Kind will ganz viel alleine machen, überschätzt sich aber manchmal dabei und du greifst ein
  • es fällt Kindern in diesem Alter schwer, ihre Bedürfnisse aufzuschieben, weil sie kein Zeitgefühl haben und im Hier und Jetzt leben. Deshalb wollen sie auch, dass ihre Wünsche jetzt sofort erfüllt werden. Wenn dem nicht so ist, kann ein Wutanfall die Folge sein. Wie du die Anzahl der Wutanfälle trotzdem reduzieren kannst, erklärt dieser Artikel: Wutanfall Kleinkind
  • Kinder müssen lernen, dass es Regeln im Zusammenleben mit anderen Menschen gibt, an die sie sich halten müssen, was nicht immer einfach ist, weil man dafür auch eigene Erwartungen zurückstecken muss

Die Trotzphase ist eine sehr wichtige Entwicklungsphase des Kindes, in der es sehr viel lernt. Für die Eltern ist die Trotzphase aber nicht immer einfach.

Deshalb habe ich ein Buch geschrieben, dass dich durch das Trotzphase Alter deines Kindes begleitet:

Viele alltagserprobte Tipps für die Trotzphase findest du hier:


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Weitere Artikel zum Thema Konflikte mit Kindern entspannen, findest du hier.

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