Autorin: PetraErzieherin • Nanny • Mama • 20 Jahre Alltagserfahrung in und mit Familien

November 26, 2021

Dein Kind weint plötzlich wieder im Kindergarten oder beim Kindergarten-Abschied – obwohl es früher gerne hingegangen ist?


Das kann durch Veränderungen wie neue Gruppen, Konflikte mit anderen Kindern, fehlende oder veränderte Bezugspersonen entstehen.


In diesem Blogartikel erfährst du, was du tun kannst, wenn plötzlich alles anders ist beim Kindergarten-Gehen: Anzeichen für Unwohlsein, dahinterliegende Gründe mit Beispielen und praktische Schritte – bis hin zu anhaltenden Problemen mit Ärger oder Frust.

Anzeichen, dass sich dein Kind im Kindergarten nicht (mehr) wohl fühlt:

Du erkennst es nicht nur daran, dass das Kind wieder weint im Kindergarten - es gibt auch noch andere mögliche Anzeichen. Natürlich ist nicht jedes der hier genannten Anzeichen automatisch ein Zeichen, dass sich dein Kind im Kindergarten nicht wohl fühlt!


Ich möchte dich nur sensibilisieren, dass ein sich nicht wohl fühlen nicht nur mit Weinen ausgedrückt wird.


Wenn du folgendes bei deinem Kind beobachtest, dann kannst du mit deinem Kind über den Kindergarten sprechen (siehe Punkt: was du bei Schwierigkeiten tun kannst):

  • Kind weigert sich in den Kindergarten zu gehen
  • Kind klagt vermehrt über Bauchschmerzen vor, während oder nach dem Kindergarten
  • Kind beschwert sich häufig über andere Kinder
  •  Kind ist bedrück, sehr in sich gekehrt (wenn das sonst nicht seinem Naturell entspricht)

Die dahinterliegenden Gründe:

Die Gründe, warum dein Kind plötzlich wieder weint im Kindergarten oder sich gegen den Kindergarten sträubt, können vielfältig sein - nur ein paar davon sind:

  • Weil es eine Veränderung im Kindergarten gegeben hat
  • Weil ein anderes Kind dein Kind im Kindergarten ärgert
  • Weil die Atmosphäre im Kindergarten keine Geborgenheit ausstrahlt
  • Weil dein Kind einen Konflikt mit einer Erzieherin hatte
  • Weil dein Kind einen großen Streit mit einem Kind hatte

Am ehesten findest du die Gründe deines Kindes heraus, wenn ihr regelmäßig über seine Zeit im Kindergarten sprecht.

Beispiele für einen dahinterliegende Gründe:

Oft hängt plötzlicher Abschiedsschmerz – vor allem wenn er nicht nur ein einziges Mal auftritt – an irgendwelchen Veränderungen. Etwas ist anders geworden und dadurch fällt es deinem Kind schwerer, sich im Kindergarten wohl und sicher zu fühlen.

Halte Ausschau nach Veränderungen:

  • in eurem morgendlichen Ablauf
  • eurer Verabschiedung im Kindergarten
  • im Kindergarten selbst

Bei meinem Kind war es folgende Veränderung:

Mein Kind hatte ab dem Zeitpunkt, an dem ihre Bezugserzieherin kündigte und nicht mehr in den Kindergarten zurückkehrte, große Schwierigkeiten beim morgendlichen Verabschieden.

Als ich mir das genauer ansah, machte ihr Verhalten, sich an mich zu klammern, großen Sinn. Sie wollte sich nicht von mir trennen, um nicht in Gefahr zu laufen, dass ich plötzlich nicht mehr zurück in den Kindergarten kommen könnte – so wie ihre Bezugserzieherin.

Wenn also dein Kind plötzlich häufigen und/oder heftigen Abschiedsschmerz hat, dann schau, ob du Veränderungen entdecken kannst und frage auch im Kindergarten nach.


Dann kannst du auf die Gefühle / Ängste deines Kindes besser eingehen, sodass es sich danach wieder sicher im Kindergarten fühlen kann.

Ein zweites Beispiel für einen dahinterliegenden Grund

Ein anderer Grund, warum dein Kind plötzlich nicht mehr in den Kindergarten gehen mag, sind Konflikte mit anderen Kindern.


In Kindergruppen kommt es immer wieder zu Ärger unter den Kindern. Ob es darum geht, wer mit einem Spielzeug spielen darf oder wer bestimmen darf, was die Freundesgruppe jetzt spielt.

Das sind die ganz normalen kleinen Ärgernisse, die im Zusammensein von Kindern immer wieder auftreten können.


Da hilft meistens ein offenes, zuhörendes Ohr und Verständnis - und die Lust auf den Kindergarten vergeht nur für ganz kurze Zeit (wenn überhaupt).


Es gibt aber auch andere Konflikte unter Kindern, bei denen dein Kind länger nicht mehr in den Kindergarten gehen mag, wenn z.B.:

  • Ein großes Kind dein viel jüngeres Kind immer ärgert, einfach nur weil er größer ist und es somit machen kann.
  • Ein verbal geschickteres Kind dein noch nicht so sprachlich geschicktes Kind in Grund und Boden redet.

Wenn dein Kind von größeren, stärkeren oder verbal geschickteren Kindern geärgert wird – und ich spreche hier vom regelmäßigen Ärgern,  nicht nur ein paar Mal – dann braucht dein Kind deine Unterstützung.

Wenn dein Kind immer wieder über das Ärgern klagt und du das Gefühl hast, dass es darunter leidet, dann ist es an der Zeit, die Erzieherin deines Kindes anzusprechen und ein Gespräch mit ihr auszumachen. Dort teilst du der Erzieherin deine Beobachtungen mit und ihr besprecht die weitere Vorgehensweise. 


Wenn du dich gut auf das Gespräch vorbereiten willst, damit es konstruktiv verläuft, dann bekommst du hier eine Vorlage.

Was du tun kannst bei Schwierigkeiten im Kindergarten:

Wenn sich ein Kind im Kindergarten nicht mehr wohl fühlt, ist es für euch beide schwierig:


Für das Kind, das im Kindergarten bleiben soll, obwohl es am liebsten zu Hause bleiben würde.


Für die Eltern, die mit ihrem Kind mitleiden, aber nicht viel tun können für ihr Kind - da sie im Kindergarten nicht anwesend sind.


Was du jedoch tun kannst, ist die Gefühle deines Kindes ernst zu nehmen und nicht zu sagen "ist doch alles nicht so schlimm" oder "jetzt hab dich nicht so".


Wenn dein Kind Schwierigkeiten im Kindergarten hat, dann braucht es jemanden, mit dem es darüber sprechen kann, der ihm zuhört und der es durch die schwierige Zeit begleitet. 


Wenn du wissen willst, wie ich meine Kinder durch ihre Kindergartenzeit begleitet habe, dann kannst du das in diesem E-Buch nachlesen.


Oft reicht dieses Gespräch dem Kind. Es macht seinem Ärger oder Sorgen Luft, es wird verstanden und ihr findet eine gemeinsame Lösung, wie dein Kind mit dieser Situation das nächste Mal umgehen kann.

Reicht dies nicht aus und hat dein Kind weiterhin Schwierigkeiten im Kindergarten?

Dann suchst du das Gespräch mit der Erzieherin deines Kindes. Wie du dieses erfolgreich führst - ohne auf Widerstand zu stoßen - erfährst du hier.

Bleibt das Problem weiterhin bestehen und trägt dein Kind viel Ärger, Wut oder Frust in sich?

Dann empfehle ich dir folgende Rituale:


Um die aufgestauten, negativen Emotionen deines Kindes bzgl. der Kindergartensituation ein wenig aufzulösen, könntest du:

  • Dein Kind ein Bild über die schwierige Situation im Kindergarten malen lassen und es dann - wenn dein Kind es möchte - in kleine Schnipsel zu zerreisen und es wegzuwerfen (= ein Loslassen-Ritual).
  • Dein Kind seinen Ärger in einen Luftballon hineinblasen lassen und den Luftballon dann draußen loslassen (ohne ihn zuzuknoten!) Der ganze Ärger deines Kindes wir dadurch nach draußen gepustet (= ein Loslassen-Ritual). Ihr nehmt den leeren Luftballon wieder mit nach Hause.
  • Lernen, wie du den Gefühlen deines Kindes so Raum gibst, dass es seine Gefühle durchfühlen und loslassen kann - ohne sich abzulenken und die Gefühle wegzudrücken (nur dass sie dann irgendwann aufgestaut aus ihm herausbrechen.)

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über

Hallo, ich bin Erzieherin, langjährige Nanny und zweifache Mutter. Seit über 20 Jahren begleite ich Familien durch den Alltag mit Kindern.

Auf „Klein wird GROSS“ zeige ich dir, wie du Wutanfälle, Geschwisterkonflikte, Routinen und all die anderen Herausforderungen im Familienalltag mit mehr Gelassenheit, Leichtigkeit und wertschätzender Verbindung meisterst. Meine Tipps verbinden eigene Mama-Erfahrung mit fundiertem Wissen aus Pädagogik und Selbstregulation.

Meine Mission: Gelassenheit und Freude im Familienalltag schaffen – damit Kinder Liebe und Wertschätzung in die Welt tragen und unsere Erde schöner wird.

Leserfeedback

„Danke für deine grossartige Arbeit. Ich fühle mich verstanden durch deine Texte. Ich fühle mich an die Hand genommen. Danke für deine grossartige Arbeit.“
Brigitte


„Deine Artikel über Selbstzweifel, Ärger, Stress und Wut waren sehr toll! Zu wissen, dass ich nicht alleine überfordert bin, ist eine grosse Hilfe. Ich hab deinen Blog bereits weiter empfohlen.“
Ines


„Ich muss Dir einfach mal eine grosse Umarmung schicken! Tausend Dank für Deine tollen Beiträge. Ich fühle mich verstanden und nicht alleine mit meinen Muttersorgen!“
Leserin von Klein wird GROSS


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