Selfcare oder auf deutsch Selbstfürsorge ist im Alltag von Eltern sehr wichtig, da sie viel Zeit, Energie in den Tag mit Kind stecken und dabei häufig eigene Bedürfnisse hintenan stellen. Gerade aber bei jungen Kindern stellen Eltern fest, dass Selfcare oft an der nicht vorhandenen Zeit scheitert.
Mir ging es ganz genauso und deshalb möchte ich in diesem Blogartikel von meiner Reise bis zur Selbstfürsorge erzählen, die dich inspirieren oder ermutigen kann, auch für dich selbst als Mama oder Papa zu sorgen. Denn gerade in der Zeit mit jungen Kindern leiden Eltern oft an Überforderung, "mental overload" oder Erschöpfung.
In dem Blogartikel erfährst du, was Selbstfürsorge wirklich bedeutet und wie meine Schritte zur Selbstfürsorge aussahen, die dich auf deinem Weg zu deiner Selbstfürsorge begleiten können.
Selfcare Bedeutung oder: Selbstfürsorge Definition
In der Psychologie bezeichnet Selbstfürsorge – Self Care – jene Handlungen und Entscheidungen, die ein Mensch ergreift, um seine körperliche und psychische Gesundheit zu erhalten und zu verbessern (Stangl, 2026). (1)
Selbstfürsorge beinhaltet verschiedene Aktivitäten, Praktiken und Einstellungen, die dazu beitragen, Stress zu reduzieren, Selbstbewusstsein zu steigern und die persönliche Resilienz zu stärken. (Stangl, 2026). (1)
Oft wird Selfcare jedoch nur auf den körperlichen Aspekt reduziert
Als ich noch ganz am Anfang meiner Reise der Selbstfürsorge stand, war Selfcare für mich eigentlich nur auf den körperlichen Aspekt und die körperliche Entspannung bezogen.
Was ich so im Nebenbei als vielbeschäftigte Mama über Selfcare mitbekommen habe, war sowas in der Art:
Nimm dir Zeit für ein wohliges Bad mit Kerzenschein! Achte auf deine Gesundheit als Mama und schließe dich einer Sportgruppe an!
Damals sah ich dieses Thema sehr skeptisch, weil es mich noch weiter unter Druck setzte, als ich es eh schon war. Es war mehr wie ein weiterer To-do Punkt auf meiner Liste, den es abzuhaken galt.
Wenn wir zurück zu der Definition gehen, soll Selbstfürsorge jedoch dazu beitragen, Stress zu reduzieren, Selbstbewusstsein zu steigern.
Das war im meinen Fall aber genau das Gegenteil. Mich stresste es, dass ich jetzt auch noch Zeit für ein Bad oder eine Sportgruppe finden sollte und weil ich es nicht auf die Reihe bekam, litt auch noch mein Selbstbewusstsein darunter.
Was Selfcare für mich heute bedeutet:
Heute weiß ich dass Selfcare, bzw. Selbstfürsorge viel mehr beinhaltet, auch wenn das in den Medien häufig auf den körperlichen Aspekt reduziert wird. Es beinhaltet unter anderem für mich:
Selbstfürsorge Beispiele: Wie Selbstfürsorge in meinem Alltag aussieht oder: Die Reise zu meiner Selbstfürsoge
Selbstfürsorge ist - wie ich in der Einleitung schon erwähnte - für mich eine Reise gewesen.
So nach und nach "eroberte" ich mir die umfänglichere Bedeutung des Wortes Selfcare.
Ganz zu Beginn meines Mama Da-seins, war ich einfach schon mal glücklich, wenn ich körperliches Selfcare (aka Duschen) im Schnelldurchlauf machen konnte, ohne ein schreiendes Baby beruhigen zu müssen.
Lange Zeit - also in den ersten Jahren meiner beiden Kinder - lebte ich nach dem Motto: Sind die Kinder glücklich, dann bin ich auch glücklich.
Und ja: Irgendwie stimmte das auch, weil glückliche Kinder mir viel zurück gaben und ich mich auch gut fühlte.
Aber das Problem an der Sache war:
Wenn die Kinder schlecht gelaunt waren oder in einer Phase von viel Geschwisterstreit steckten, dann hatte ich nichts mehr. Und genau in so einer Phase wurde mir bewusst:
Ich hatte den Kontakt zu mir selbst verloren. Ich war mehr eine funktionierende Mama-Hülle geworden, die angetrieben von ihren eigenen Erwartungen (wie Mama zu sein hat) und den Bedürfnissen der anderen, sich selbst nicht mehr wichtig genommen hat.
Oder besser gesagt: Alle anderen vor sich selbst gestellt hat und dann am Ende des Tages war eben keine Zeit mehr übrig für sich selbst.
Die ersten Schritte zu mehr Selbstfürsorge im Alltag:
Für mich war der erste Schritt zu mehr Selbstfürsorge im Alltag - und das wird wahrscheinlich viele wundern - mehr Ordnung und Struktur, aber auch Ruhe in den Alltag mit Kindern zu bekommen.
Deshalb meine kurze Erklärung: Es machte mich innerlich total unruhig und nervös, ständig herumliegende Dinge sehen zu müssen und alles, was nicht während dem Tag mit Kindern "in Ordnung gebracht wurde" musste dann ja irgendwann erledigt werden, wenn die Kinder nicht da waren oder schliefen. Das hieß dann aber auch im Umkehrschluss: Wieder keine Zeit für mich!
Darüber hinaus verlor ich unendlich viel Energie in unnötigen Diskussionen mit meinen Kindern oder im Beisein der Streitigkeiten meiner Kinder, weil ich damals noch nicht gelernt hatte, meine Energie selbst aufrecht zu erhalten.
Somit waren meine ersten Schritte zu mehr Selfcare wirklich im Außen für Ruhe und Ordnung zu sorgen, damit ich mehr Zeit und Ruhe für mich bekam. Aber eben auf eine Art und Weise, die nicht in noch mehr Diskussionen und Anstrengung endete!
Meine Lösung dafür waren spielerische Ansätze, sodass meine Kinder gerne mitmachten und wir so zu mehr Ordnung, Struktur und Ruhe kamen:
Zuletzt beschäftigte ich mich noch mit den Geschwisterstreitigkeiten meiner Kinder, die immer sehr laut und intensiv waren und ich schaute nach Wegen, wie ich sie auf eine Art und Weise begleiten konnte, die für mich nicht mehr anstrengend war.
Das war ein längerer Prozess, meine Erkenntnisse und Lösungen habe ich wiederum in dem E-Buch "Weniger Streit unter Geschwistern" zusammengefasst, weil das überhaupt nicht in einem Blogartikel kurz abgehandelt werden könnte.
Selfcare Ideen: Meine weiteren Schritte zu mehr Selfcare:
Nachdem es in meinem Alltag mit Kind - also in meinem Außen - ruhiger und ordentlicher geworden war, war jetzt Zeit, mich meinem Inneren zuzuwenden.
Denn ab diesem Zeitpunkt wurde mir langsam klar, dass ich - solange ich nicht meine Energie bei mir lassen kann - mich vom Außen abhänging mache:
Nur wenn es im Außen ordentlich und ruhig war, fühlte ich mich gut und konnte ich mir Zeit für Selbstfürsorge nehmen.
Deshalb wollte ich nun Selfcare ohne Abhängigkeit vom Außen haben:
Was mir half, meine Energie aufrecht zu erhalten:
Selbstfürsoge lernen: Meine bis jetzt letzten Schritte
Selbstfürsorge lernen war für mich eine Reise zu mir selbst. Es war eine Rückverbindung mit dem, was ich bin - weg von der Mutterrolle oder den Erwartungen an mich als Mutter.
In den letzten Jahren - in denen meine Kinder dann schon die Grundschule besuchten - ging es für mich in Bezug auf die Selbstfürsorge immer mehr darum, mich in mir zu stabilisieren, in mir zu Hause zu sein.
Denn nur so konnte ich ausgeglichen und präsent, wertschätzend und liebevoll im Alltag mit meinen Kindern und dann Teenagern sein.
Was ich tat:
Nachdem nun auch zeitlich (da Kinder älter und unabhängiger wurden) mehr Raum für Selfcare da war, nutzte ich Angebote online und offline, die mir dabei halfen, in mir selbst zur Ruhe zu kommen, in mir zu Hause zu sein.
Und ich beschäftigte mich sehr, sehr viel mit meinen Gefühlen und wie ich meine Gefühle fühlen und loslassen konnte - ohne sie zu unterdrücken. Weil ich im Alltag gemerkt habe, wie sehr unterdrückte Gefühle sich in mir anstauten und einen inneren Druck und Anspannung verursachten, die sehr weit weg von Selbstfürsorge waren!
Auch das war wieder ein längerer Prozess, in dem ich so viel über Gefühle fühlen, loslassen, mein Nervensystem und die Alarmbereitschaft der Amygdala gelernt habe. Ich habe gelernt, meinen Gefühlen Raum zu geben, sie da sein zu lassen und erfahren, dass sie dann tatsächlich gehen - ohne diesen Druck oder diese Anspannung der unterdrückten Gefühle zu hinterlassen.
Ich habe gemerkt, was dieses präsente Da-sein für Gefühle und das Durchfühlen der Gefühle für mich bedeutet und konnte es dann auch meinen Kindern schenken: Die Art und Weise wie ich heute Gefühle (bis hin zu halben Panikattacken) meiner Kinder mit Ruhe begleiten kann ist ein himmelweiter Unterschied zu vor 6,7 Jahren.
Falls dich dieser Prozess interessiert: All die Schritte, die ich gegangen bin, um mit meinen Gefühlen im Reinen zu sein und für die meiner Kinder da zu sein, findest du im GefühlsRaum Videokurs.
Nun bist du dran!
Welchen ersten Schritt gehst du heute oder in den nächsten Tagen, um in deiner eigenen Reise der Selbstfürsorge zu starten oder weiter zu gehen?
Hinterlasse mir gerne einen Kommentar, für was du dich entschieden hast. Ich freue mich, wenn ich mit meiner Reise der Selbstfürsorge andere inspirieren konnte, auf ihrem eigenen Weg (weiter) zu gehen!
Um über das Thema Selfcare zu schreiben, wurde ich von Rani Gindl inspiriert, die genau zu diesem Thema eine Blogparade ins Leben gerufen hat, an der ich sehr gerne teilnehme.
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Quellenangaben:
(1) Stangl, W. (2026, 12. Februar). Selbstfürsorge – Online Lexikon für Psychologie & Pädagogik. https://lexikon.stangl.eu/36606/selbstfuersorge.

Liebe Petra!
Wow! Vielen Dank für deinen Beitrag zur Blogparade, den Einblick in deinen Weg und deine Erkenntnisse! Möge dieser Beitrag vielen Mamas (und Papas) ein entspanntes Lächeln in mehr Alltagssituationen bringen.
Liebe Grüße
Rani
Liebe Rani,
herzlichen Dank für deine Worte!
Liebe Grüße
Petra