Autorin: PetraErzieherin • Nanny • Mama • 20 Jahre Alltagserfahrung in und mit Familien

Februar 12, 2026

Selfcare oder auf deutsch Selbstfürsorge ist im Alltag von Eltern sehr wichtig, da sie viel Zeit, Energie in den Tag mit Kind stecken und dabei häufig eigene Bedürfnisse hintenan stellen. Gerade aber bei jungen Kindern stellen Eltern fest, dass Selfcare oft an der nicht vorhandenen Zeit scheitert.


Mir ging es ganz genauso und deshalb möchte ich in diesem Blogartikel von meiner Reise bis zur Selbstfürsorge erzählen, die dich inspirieren oder ermutigen kann, auch für dich selbst als Mama oder Papa zu sorgen. Denn gerade in der Zeit mit jungen Kindern leiden Eltern oft an Überforderung, "mental overload" oder Erschöpfung.


In dem Blogartikel erfährst du, was Selbstfürsorge wirklich bedeutet und wie meine Schritte zur Selbstfürsorge aussahen, die dich auf deinem Weg zu deiner Selbstfürsorge begleiten können.

Selfcare Bedeutung oder: Selbstfürsorge Definition

In der Psychologie bezeichnet Selbstfürsorge – Self Care – jene Handlungen und Entscheidungen, die ein Mensch ergreift, um seine körperliche und psychische Gesundheit zu erhalten und zu verbessern (Stangl, 2026). (1)


Selbstfürsorge beinhaltet verschiedene Aktivitäten, Praktiken und Einstellungen, die dazu beitragen, Stress zu reduzieren, Selbstbewusstsein zu steigern und die persönliche Resilienz zu stärken. (Stangl, 2026). (1)

Oft wird Selfcare jedoch nur auf den körperlichen Aspekt reduziert

Als ich noch ganz am Anfang meiner Reise der Selbstfürsorge stand, war Selfcare für mich eigentlich nur auf den körperlichen Aspekt und die körperliche Entspannung bezogen.


Was ich so im Nebenbei als vielbeschäftigte Mama über Selfcare mitbekommen habe, war sowas in der Art:


Nimm dir Zeit für ein wohliges Bad mit Kerzenschein! Achte auf deine Gesundheit als Mama und schließe dich einer Sportgruppe an!


Damals sah ich dieses Thema sehr skeptisch, weil es mich noch weiter unter Druck setzte, als ich es eh schon war. Es war mehr wie ein weiterer To-do Punkt auf meiner Liste, den es abzuhaken galt.


Wenn wir zurück zu der Definition gehen, soll Selbstfürsorge jedoch dazu beitragen, Stress zu reduzieren, Selbstbewusstsein zu steigern.


Das war im meinen Fall aber genau das Gegenteil. Mich stresste es, dass ich jetzt auch noch Zeit für ein Bad oder eine Sportgruppe finden sollte und weil ich es nicht auf die Reihe bekam, litt auch noch mein Selbstbewusstsein darunter.

Was Selfcare für mich heute bedeutet:

Heute weiß ich dass Selfcare, bzw. Selbstfürsorge viel mehr beinhaltet, auch wenn das in den Medien häufig auf den körperlichen Aspekt reduziert wird. Es beinhaltet unter anderem für mich:

  • Meine Bedürfnisse genau so wichtig zu nehmen, wie die der anderen Familienmitglieder.
  • Mir zu erlauben, entstandene spontane Pausen auch mal für mich zu nutzen (und diese eben NICHT mit dem Falten der Wäsche oder dem Ausräumen der Spülmaschine zu füllen.)
  • Eine innere Überzeugung zu haben, dass ich nicht immer und für alles und jeden zur Verfügung stehen muss.
  • Zu merken, wenn es mir zu viel wird und darauf mit Selbstmitgefühl zu reagieren (anstatt mich vom inneren Kritiker antreiben zu lassen.)

Selbstfürsorge Beispiele: Wie Selbstfürsorge in meinem Alltag aussieht oder: Die Reise zu meiner Selbstfürsoge

Selbstfürsorge ist - wie ich in der Einleitung schon erwähnte - für mich eine Reise gewesen.


So nach und nach "eroberte" ich mir die umfänglichere Bedeutung des Wortes Selfcare.


Ganz zu Beginn meines Mama Da-seins, war ich einfach schon mal glücklich, wenn ich körperliches Selfcare (aka Duschen) im Schnelldurchlauf machen konnte, ohne ein schreiendes Baby beruhigen zu müssen. 


Lange Zeit - also in den ersten Jahren meiner beiden Kinder - lebte ich nach dem Motto: Sind die Kinder glücklich, dann bin ich auch glücklich.


Und ja: Irgendwie stimmte das auch, weil glückliche Kinder mir viel zurück gaben und ich mich auch gut fühlte.

Aber das Problem an der Sache war:

Wenn die Kinder schlecht gelaunt waren oder in einer Phase von viel Geschwisterstreit steckten, dann hatte ich nichts mehr. Und genau in so einer Phase wurde mir bewusst:


Ich hatte den Kontakt zu mir selbst verloren. Ich war mehr eine funktionierende Mama-Hülle geworden, die angetrieben von ihren eigenen Erwartungen (wie Mama zu sein hat) und den Bedürfnissen der anderen, sich selbst nicht mehr wichtig genommen hat.


Oder besser gesagt: Alle anderen vor sich selbst gestellt hat und dann am Ende des Tages war eben keine Zeit mehr übrig für sich selbst.

Die ersten Schritte zu mehr Selbstfürsorge im Alltag:

Für mich war der erste Schritt zu mehr Selbstfürsorge im Alltag - und das wird wahrscheinlich viele wundern - mehr Ordnung und Struktur, aber auch Ruhe in den Alltag mit Kindern zu bekommen. 


Deshalb meine kurze Erklärung: Es machte mich innerlich total unruhig und nervös, ständig herumliegende Dinge sehen zu müssen und alles, was nicht während dem Tag mit Kindern "in Ordnung gebracht wurde" musste dann ja irgendwann erledigt werden, wenn die Kinder nicht da waren oder schliefen. Das hieß dann aber auch im Umkehrschluss: Wieder keine Zeit für mich!


Darüber hinaus verlor ich unendlich viel Energie in unnötigen Diskussionen mit meinen Kindern oder im Beisein der Streitigkeiten meiner Kinder, weil ich damals noch nicht gelernt hatte, meine Energie selbst aufrecht zu erhalten.


Somit waren meine ersten Schritte zu mehr Selfcare wirklich im Außen für Ruhe und Ordnung zu sorgen, damit ich mehr Zeit und Ruhe für mich bekam. Aber eben auf eine Art und Weise, die nicht in noch mehr Diskussionen und Anstrengung endete!


Meine Lösung dafür waren spielerische Ansätze, sodass meine Kinder gerne mitmachten und wir so zu mehr Ordnung, Struktur und Ruhe kamen:

  • Ich erfand Aufräumspiele, mit denen meine Kinder total gerne aufräumten, was in der Folge bedeutete, dass ich nicht mehr schimpfen, diskutieren oder Druck ausüben musste, bis meine beiden Kinder endlich aufräumten. Und ich somit mehr Kraft, Energie und dazu auch noch eine aufgeräumte Wohnung am Abend hatte. (Wenn dich das interessiert, hier findest du die Aufräumspiele.)
  • Als nächstes schaute ich, wie ich auch im Beisein meiner jungen Kinder irgendwie mehr Haushaltstätigkeiten schaffen konnte, sodass ich nicht immer am Abend und während des Mittagsschlafs des Kindes durchpowern musste, um es einigermaßen ordentlich zu haben. (Meine Ideen dazu habe ich in dem E-Buch "Haushalt mit Kind" zusammengefasst.)
  • Dann nahm ich mir die täglichen Routinen vor, die ständig die gleichen Ermahnungen, Diskussionen...mit sich brachten. Irgendwann kam mir die Idee, dass ich mit Routinekarten arbeiten könnte, die meinen Kindern visuell zeigen (und sie daran erinnern), was jetzt getan werden muss. So ersparte ich mir sehr oft das Ermahnen und mich wiederholen, das mich immer erschöpfte!

Zuletzt beschäftigte ich mich noch mit den Geschwisterstreitigkeiten meiner Kinder, die immer sehr laut und intensiv waren und ich schaute nach Wegen, wie ich sie auf eine Art und Weise begleiten konnte, die für mich nicht mehr anstrengend war.


Das war ein längerer Prozess, meine Erkenntnisse und Lösungen habe ich wiederum in dem E-Buch "Weniger Streit unter Geschwistern" zusammengefasst, weil das überhaupt nicht in einem Blogartikel kurz abgehandelt werden könnte. 

Selfcare Ideen: Meine weiteren Schritte zu mehr Selfcare:

Nachdem es in meinem Alltag mit Kind - also in meinem Außen - ruhiger und ordentlicher geworden war, war jetzt Zeit, mich meinem Inneren zuzuwenden.


Denn ab diesem Zeitpunkt wurde mir langsam klar, dass ich - solange ich nicht meine Energie bei mir lassen kann - mich vom Außen abhänging mache:


Nur wenn es im Außen ordentlich und ruhig war, fühlte ich mich gut und konnte ich mir Zeit für Selbstfürsorge nehmen.


Deshalb wollte ich nun Selfcare ohne Abhängigkeit vom Außen haben:

Was mir half, meine Energie aufrecht zu erhalten:

  • Im Alltag mit meinen Kindern immer wieder einen Check-in zu machen: Was möchte ich denn jetzt eigentlich? Das waren ganz kurze Rückverbindungen mit mir und meinen Bedürfnissen (die ich zuvor ja immer hintenan gestellt hatte). Das konnte so etwas Kleines sein wie: Was würde mir denn heute MIttag schmecken? (Anstelle von: Welches Essen würde den Kindern schmecken?) Oder: Was würde ich denn jetzt gerne spielen?
  • Meine Bedürfnisse und das, was mir wichtig ist im Alltag mehr und mehr zu kommunizieren. Natürlich haben sich nicht plötzlich alle darum gerissen, mir meine Wünsche von den Lippen abzulesen, aber trotzdem war es wichtig für mich, diese laut auszusprechen und für sie einzustehen. Auch dann, wenn sie nicht "erhört wurden". Das war auch ein Act von Selfcare: Mich wichtig nehmen und wenn ich nicht "erhört wurde" zu schauen, wie ich meine Bedürfnisse vielleicht auf eine andere Art und Weise erfüllt bekomme.
  • Als meine Kinder dann beide im Kindergarten waren und ich als Teilzeit-Selbstständige das Glück hatte, mir meine Arbeitszeit selbst einzuteilen, nahm ich mir jeden morgen (okay 2-3 Mal die Woche waren es eher) - anstelle einer Kaffeepause - die Zeit für einen halbstündigen Spaziergang durch den Wald. Das half mir so sehr, wieder in mir anzukommen, in mir zu ruhen, anstatt durch das Hamsterrad des Alltags zu rennen.
  • Und je älter die Kinder wurden, desto mehr schaffte ich es, mir Zeit am Abend für mich zu gönnen und auch dafür einzustehen. Je klarer ich in meiner Haltung wurde, wie wichtig diese Zeit für mich ist, desto klarer konnte ich es meinen Kindern mitteilen. Sie wussten dann einfach, dass diese Zeit für mich alleine mir wieder Kraft gibt, um morgen wieder für sie da zu sein. Auch wenn sie meine Aufmerksamkeit nach der Bettgehroutine noch einforderten, konnte ich mich immer klarer abgrenzen und das hatte auf wunderbare Weise zur Folge, dass es von meinen Kindern mehr und mehr akzeptiert wurde!
  • Und für unter Tags führte ich Minipausen ein, um einfach kurze "Verschnaufspausen" zu haben und wiederum eine Rückverbindung zu mir zu schaffen.

Selbstfürsoge lernen: Meine bis jetzt letzten Schritte

Selbstfürsorge lernen war für mich eine Reise zu mir selbst. Es war eine Rückverbindung mit dem, was ich bin - weg von der Mutterrolle oder den Erwartungen an mich als Mutter.


In den letzten Jahren - in denen meine Kinder dann schon die Grundschule besuchten - ging es für mich in Bezug auf die Selbstfürsorge immer mehr darum, mich in mir zu stabilisieren, in mir zu Hause zu sein.


Denn nur so konnte ich ausgeglichen und präsent, wertschätzend und liebevoll im Alltag mit meinen Kindern und dann Teenagern sein.

Was ich tat:

Nachdem nun auch zeitlich (da Kinder älter und unabhängiger wurden) mehr Raum für Selfcare da war, nutzte ich Angebote online und offline, die mir dabei halfen, in mir selbst zur Ruhe zu kommen, in mir zu Hause zu sein.


Und ich beschäftigte mich sehr, sehr viel mit meinen Gefühlen und wie ich meine Gefühle fühlen und loslassen konnte - ohne sie zu unterdrücken. Weil ich im Alltag gemerkt habe, wie sehr unterdrückte Gefühle sich in mir anstauten und einen inneren Druck und Anspannung verursachten, die sehr weit weg von Selbstfürsorge waren!


Auch das war wieder ein längerer Prozess, in dem ich so viel über Gefühle fühlen, loslassen, mein Nervensystem und die Alarmbereitschaft der Amygdala gelernt habe. Ich habe gelernt, meinen Gefühlen Raum zu geben, sie da sein zu lassen und erfahren, dass sie dann tatsächlich gehen - ohne diesen Druck oder diese Anspannung der unterdrückten Gefühle zu hinterlassen.


Ich habe gemerkt, was dieses präsente Da-sein für Gefühle und das Durchfühlen der Gefühle für mich bedeutet und konnte es dann auch meinen Kindern schenken: Die Art und Weise wie ich heute Gefühle (bis hin zu halben Panikattacken) meiner Kinder mit Ruhe begleiten kann ist ein himmelweiter Unterschied zu vor 6,7 Jahren.


Falls dich dieser Prozess interessiert: All die Schritte, die ich gegangen bin, um mit meinen Gefühlen im Reinen zu sein und für die meiner Kinder da zu sein, findest du im GefühlsRaum Videokurs.

Nun bist du dran!

Welchen ersten Schritt gehst du heute oder in den nächsten Tagen, um in deiner eigenen Reise der Selbstfürsorge zu starten oder weiter zu gehen?


Hinterlasse mir gerne einen Kommentar, für was du dich entschieden hast. Ich freue mich, wenn ich mit meiner Reise der Selbstfürsorge andere inspirieren konnte, auf ihrem eigenen Weg (weiter) zu gehen!

Um über das Thema Selfcare zu schreiben, wurde ich von Rani Gindl inspiriert, die genau zu diesem Thema eine Blogparade ins Leben gerufen hat, an der ich sehr gerne teilnehme.

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  • 1:1 Begleitung mit Petra: In einem 30-minütigen Zoom-Gespräch darfst du mir alles erzählen, was dich im Alltag mit Kind bewegt. Innerhalb von 24–48 Stunden folgen persönliche, passgenaue Impulse von mir, die dich direkt weiterbringen. In einer Nachbesprechung reflektieren wir dann deine Umsetzungsschritte, Fortschritte und offenen Fragen.
  • Weg von Selbstzweifeln hin zu deinem sicheren Erziehungs-NaviIm Modul 1 erschaffst du dein Erziehungs-Navi, im Modul 2 integrierst du ihn in deinen Alltag mit Kind, jedoch ohne Perfektionsdruck, in Modul 3 löst du Zweifel wie „Bin ich gut genug?“ auf.
  • Willst du mehr zum Themenbereich "Entspannt Eltern sein" lesen? Passende Artikel dazu wären: Sich selbst wertschätzen und Perfektionismus bei Eltern
  • Willst du mehr über die Ebene 2 "Innen" erfahren?
  • Willst du die 3 Ebenen auf Klein wird GROSS verstehen?

Quellenangaben:

(1) Stangl, W. (2026, 12. Februar). Selbstfürsorge – Online Lexikon für Psychologie & Pädagogik. https://lexikon.stangl.eu/36606/selbstfuersorge.

über

Hallo, ich bin Erzieherin, langjährige Nanny und zweifache Mutter. Seit über 20 Jahren begleite ich Familien durch den Alltag mit Kindern.

Auf „Klein wird GROSS“ zeige ich dir, wie du Wutanfälle, Geschwisterkonflikte, Routinen und all die anderen Herausforderungen im Familienalltag mit mehr Gelassenheit, Leichtigkeit und wertschätzender Verbindung meisterst. Meine Tipps verbinden eigene Mama-Erfahrung mit fundiertem Wissen aus Pädagogik und Selbstregulation.

Meine Mission: Gelassenheit und Freude im Familienalltag schaffen – damit Kinder Liebe und Wertschätzung in die Welt tragen und unsere Erde schöner wird.

Leserfeedback

„Danke für deine grossartige Arbeit. Ich fühle mich verstanden durch deine Texte. Ich fühle mich an die Hand genommen. Danke für deine grossartige Arbeit.“
Brigitte


„Deine Artikel über Selbstzweifel, Ärger, Stress und Wut waren sehr toll! Zu wissen, dass ich nicht alleine überfordert bin, ist eine grosse Hilfe. Ich hab deinen Blog bereits weiter empfohlen.“
Ines


„Ich muss Dir einfach mal eine grosse Umarmung schicken! Tausend Dank für Deine tollen Beiträge. Ich fühle mich verstanden und nicht alleine mit meinen Muttersorgen!“
Leserin von Klein wird GROSS


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  1. Liebe Petra!
    Wow! Vielen Dank für deinen Beitrag zur Blogparade, den Einblick in deinen Weg und deine Erkenntnisse! Möge dieser Beitrag vielen Mamas (und Papas) ein entspanntes Lächeln in mehr Alltagssituationen bringen.
    Liebe Grüße
    Rani

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